Der Löwe von Babylon ist ein Kinofilm von Johannes Kai nach Motiven von Karl May (Karl-May-Film). Dem Drehbuch liegen Karl Mays Roman Bei den Trümmern von Babylon und Motive aus Im Reiche des silbernen Löwen zugrunde. Nach dem großen Erfolg von Die Sklavenkarawane folgte die Verfilmung des zweiten Streichs von Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar im gefährlichen Orient. Allerdings wurde der Darsteller des Kara Ben Nemsi aus dem Vorgängerfilm gegen Helmuth Schneider ausgetauscht. Georg Thomalla verkörpert hingegen erneut Hadschi Halef Omar. Weitere wichtige Rollen sind mit Theo Lingen, Fernando Sancho und Mara Cruz besetzt.
Regisseur der spanischen Version En las ruinas de Babilonia war Ramón Torrado.
Handlung Der Scheich des Stammes der Haddedihn, Hadschi Halef Omar, und Kara Ben Nemsi kommen hinter die Machenschaften eines ehrenwert erscheinenden Beamten, des Säfirs, der tatsächlich seinen Reichtum dem Waffenschmuggel verdankt.
In seinem Palast am Euphrat wohnen auch die achtzehnjährige Säfa und deren zwanzigjähriger Bruder Ikbal. Säfa hält den Säfir für ihren Vater, ist jedoch die Tochter des Polizeihauptmanns Dosorza, und Ikbal ist dessen Sohn. Ihre Mutter wurde vor 20 Jahren von den Schmugglern getötet, und die Kinder wurden entführt. Dosorza hält sie für tot.
Ikbal hat sich in die Kaufmannstochter Irida verliebt, die ihn davon abhält, für den Säfir eine Karawane zu überfallen. Aus Wut lässt der Säfir beide in ein Verlies werfen, in dem auch schon der deutsche Professor Ignaz Pfotenhauer und der exzentrische englische Weltreisende Sir David Lindsay schmachten.
Kara Ben Nemsi schleicht sich zur Befreiung der Gefangenen in den Palast ein, während die von Säfa alarmierte Polizei den Palast umstellt. In letzter Minute kann Kara Ben Nemsi die Gefangenen befreien. Den Säfir ereilt sein gerechtes Schicksal.
Hintergrund Die Dreharbeiten begannen Anfang Juni 1959 in Madrid in den Sevilla-Studios von Co-Produzent Jesús Sáiz. Wie beim Vorgänger Die Sklavenkarawane wurde in einer deutschen und in einer spanischen Fassung gedreht. Arbeitstitel des Films war In den Trümmern von Babylon. Ein Hotel in Aranjuez diente als Standquartier. Der Tajo, der in der Sklavenkarawane als Nil diente, vertrat nun den Tigris. Zwischen dem deutschen und dem spanischen Regisseur kam es bisweilen zu heftigen Debatten. Im August wurden die Dreharbeiten planmäßig beendet.
Der Film wurde am 20. Oktober 1959 im Bavaria-Filmtheater in Würzburg uraufgeführt. Das Geschäftsergebnis des Vorgängerfilms konnte nicht erreicht werden.
Synchronisation Weil viele der Schauspieler Spanier waren, wurde für die deutsche Fassung eine Synchronisation notwendig: +RolleDarstellerStimmeKara Ben NemsiHelmuth SchneiderHelmuth SchneiderHadschi Halef OmarGeorg ThomallaGeorg ThomallaSir David LindsayTheo LingenTheo LingenProf. Ignaz PfotenhauerFernando SanchoMichl LangSäfaMara CruzRosemarie FendelAftabJosé Manuel MartínHorst SommerSpion AbdullahXan das BolasWilly FriedrichsOsman PaschaFrancisco MontalvoWilly FriedrichsDosorzaAntonio CasasHerbert WeickerAliJosé RiesgoAnton ReimerKepekÁngel ÁlvarezAnton ReimerOffizierFrancisco BernalKlaus HavensteinSandschakiJosé SepúlvedaWolf Ackva
Sonstiges Der Film war der erste Karl-May-Film überhaupt, der am 28. März und 4. April 1965 noch in Schwarzweiß im deutschen Fernsehen im Programm der ARD ausgestrahlt wurde, noch vor dem Film Die Sklavenkarawane, der zuvor gedreht worden war.
Der Darsteller des Prof. Pfotenhauer, Fernando Sancho, spielte in den weiteren Verfilmungen der 1960er Jahre Durchs wilde Kurdistan und Im Reiche des silbernen Löwen, da dann aber aufgestiegen als „Padischah“.
Kritiken
Soundtrack Wilder Westen – Heißer Orient – Karl-May-Filmmusik 1936–1968 – Bear Family Records BCD 16413 HL – 8 CDs mit 192 Seiten Filmbuch
Literatur Michael Petzel: Karl May Filmbuch. Karl-May-Verlag, Bamberg, zweite, erweiterte Auflage 1999, ISBN 3-7802-0153-4.
Weblinks
Der Löwe von Babylon Illustrierte Film-Bühne Nr. 5020
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1959 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Spanischer Film Kategorie:Abenteuerfilm Kategorie:Karl-May-Verfilmung