Antoine Barbé (* um 1505 in Flandern; † 2. Dezember 1564 in Antwerpen) war ein franko-flämischer Komponist, Kapellmeister und Kleriker der Renaissance.Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Personenteil Band 2, Bärenreiter und Metzler, Kassel und Basel 1999, ISBN 3-7618-1112-8Marc Honegger, Günther Massenkeil (Hrsg.): Das große Lexikon der Musik. Band 1: A – Byzantinischer Gesang. Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 1978, ISBN 3-451-18051-0.
Leben und Wirken Über das Geburtsdatum, den Geburtsort und die frühe Zeit von Antoine Barbé hat die musikhistorische Forschung noch keine Informationen gefunden. Sicher ist nur, dass er aus dem flandrischen Teil des heutigen Belgien stammt und als Stammvater einer Antwerpener Musikerfamilie gilt; nach den Forschungen des Musikwissenschaftlers J. A. Stellfeld wurde im Jahr 1942 eine ausführliche Stammtafel veröffentlicht.
Nach den Akten der Kathedrale von Antwerpen hatte Barbé dort 35 Jahre lang, von 1527 bis 1562, die Stelle des Kapellmeisters inne; ihm folgte Gerardus van Turnhout nach. Barbé war verheiratet und hatte drei Söhne: der älteste Sohn Johann wurde Priester († 1573), der zweite Sohn Antoine ergriff den Musikerberuf und wurde als Organist und Komponist bekannt († 10. Februar 1604). Außerdem wird noch Karl als dritter Sohn genannt. Antoine Barbés Schwester heiratete Séverin Cornet, der später ebenfalls Kapellmeister an der Kathedrale von Antwerpen wurde. Nach dem Tod seiner Frau nahm Barbé den Priesterberuf an. Es wird berichtet, dass er im gleichen Jahr wie sein ältester Sohn, 1548, die erste Messe gelesen hat.
Bedeutung Es sind nur wenige Werke von Barbé überliefert, diese vertreten jedoch fast alle bekannten musikalischen Gattungen. Besondere Beachtung verdient seine Messe „Vecy la danse de Barbarie“, die auf der Basis der gleichnamigen Chanson von Bertrandus Vaqueras (um 1450 – 1507) geschrieben wurde, erschienen in der Sammlung Canti B des italienischen Verlegers Ottaviano dei Petrucci. Der Titel der Messe stellt wohl eine Anspielung auf den Namen des Autors dar. Die Komposition verrät einen versierten Kontrapunktiker und ist im imitierenden Stil geschrieben. Durch die geringe Zahl von Themen, häufig von Gegenthemen begleitet, entsteht eine gewisse Monotonie; weil der Komponist das Konstruktive und Melodische bevorzugt, bleiben die Harmonien häufig leer. Sein vierstimmiger Kanon „On doibt bien aymer“, der sich aus einer einzigen Stimme ableitet, muss für seine Auflösung in vielen Abwärtsmodulationen notiert werden; er stellt deshalb ein Beispiel für die musica reservata dar.
Werke Motette „Inter spinas flos fuisti“ zu zwei Stimmen Motette „Summi regis sponsa digna“ zu zwei Stimmen Chanson „Ha je ne lose dire“ zu fünf Stimmen Chanson „Jay bien cause d’avoir melancolie“ zu fünf Stimmen Chanson „Alligies moy doulce plaisante brunette“ zu sechs (?) Stimmen (Autorschaft unsicher) Kanon „On doibt bien aymer le bon vin“ zu vier Stimmen Motette „Qui sunt isti qui ut nubes“ zu vier Stimmen Chanson „Ung capitaine de Pillars“ zu vier Stimmen Missa „Vecy la danse de Barbarie“ zu vier Stimmen Chanson „Och hoort toch ons bedient“ zu vier Stimmen
Weblinks
Antoine Barbé in dem Niederländischen Online-Lexikon ENCYCLO.NL
Quellen
Kategorie:Komponist (Renaissance) Kategorie:Franko-flämischer Komponist Kategorie:Komponist (Kirchenmusik) Kategorie:Musiker (Belgien) Kategorie:Person (Antwerpen) Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1564 Kategorie:Mann