Ein Spaltwirbel (, ) ist eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule. Im Gegensatz zu den Bogenschlussanomalien handelt es sich um eine Störung der Entwicklung der Wirbelkörper.W. Schuster, D. Färber (Herausgeber): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Band I. Springer 1996, S. 546ff, ISBN 3-540-60224-0.

Abzugrenzen ist der Begriff Wirbelspalt als Bezeichnung für Spina bifida.

Entwicklung und Bezeichnungen Ein Wirbelkörper entwickelt sich jeweils aus drei primären Ossifikationszentren. Zum Zeitpunkt der Geburt liegt normalerweise ein zentraler Knochenkern und je einer in der rechten und linken Hälfte des Bogens vor.M. A. England: Color Atlas of Life Before Birth. Normal Fetal Development. Mosby, 1983, ISBN 0-8151-3119-4A. Staudach: Fetale Anatomie im Ultraschall, Springer 1986, ISBN 3-540-16520-7 Diese Kerne sind knorpelig verbunden, im Röntgenbild wird der Bogenschluss am Ende des 2. Lebensjahres und der Verschluss zwischen Körper und Bogen zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr sichtbar.

Sind die rechte und die linke Hälfte des Wirbels nicht miteinander verbunden, Spalt in der Sagittalebene, spricht man von einem Schmetterlingswirbel.

Seltener treten Spalten in der Frontalebene auf, dann handelt es sich um eine „Frontale Wirbelspalte“ (). Als Ursache sporadisch vorkommender Spaltwirbel werden intrauterine Schäden, beispielsweise durch Medikamente (Valproat, Vitamin A) oder auch Kohlenmonoxidinhalation diskutiert. mini|Laterale Röntgenaufnahme der LWS bei Kniest-Dysplasie mit frontalen Wirbelspalten

Vorkommen Entsprechend dem Ossifikationsfortschritt kann es sich bei Neu- und Frühgeborenen um einen Normalbefund oder um eine Normvariante als Rest der Chorda dorsalis handeln.S. Riggio, M. Burroni, A. Merli: [Frontal vertebral cleft in the newborn]. In: Minerva medica, Mai 1976, Band 67, Nr. 22, S. 1413–1416; PMID 778662.

Allerdings können Spaltwirbel auch bei einer Reihe von Erkrankungen vorkommen:J. Westvik, R. S. Lachman: Coronal and sagittal clefts in skeletal dysplasias. In: Pediatric Radiology, Oktober 1998, Band 28, Nr. 10, S. 764–770; , doi:10.1007/s002470050462. PMID 9799298.

Häufiger:

Chondrodysplasia punctata Kniest-Dysplasie Mesomele Dysplasie Metatrope Dysplasie

Seltener: Atelosteogenesis CHST3-assoziierte Skelettdysplasie Desbuquois-Syndrom Dyssegmentale Dysplasie Fibrochondrogenesie Kurzripp-Polydaktylie-Syndrome Oto-spondylo-megaepiphysäre Dysplasie Pätau-Syndrom Spondyloepimetaphysäre Dysplasie Weissenbacher-Zweymüller-Phänotyp

Literatur A. Skórzewska, M. Grzymisławska, M. Bruska, J. Lupicka, W. Woźniak: Ossification of the vertebral column in human foetuses: histological and computed tomography studies. In: Folia morphologica, August 2013, Band 72, Nr. 3, S. 230–238, PMID 24068685.

Weblinks Radiopaedia

Einzelnachweise

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