Die Felsbildplätze in Österreich (und Südtirol), finden sich in den Ostalpen als in den Stein geritzte oder geklopfte Grafiken in einigen Bundesländern Österreichs und Südtirols. Es handelt sich um geometrische, anthropo- und zoomorphen Symbole, die jahrhundertelang aufgesucht wurden. Die schwierige Zugänglichkeit und Lage der Bilder hängt mit kultischen Vorstellungen und Praktiken zusammen.

Die Felsbilder der Schweiz und Oberitaliens wurden hauptsächlich in der Bronze- und Eisenzeit graviert. Die Petroglyphen in Österreich und Südtirol sind jünger. Sie stellen die Fortsetzung archaischer Sinngebungen und Symboliken bis ins Mittelalter dar, bisweilen noch bis in jüngerer Zeit. Für die Datierung stehen nur relative Anhaltspunkte zur Verfügung: Gravierungstechnik, Verwitterung, Platzierung und Überlagerung mehrerer Zeichnungen. So stellte sich heraus, dass die Felsbilder mehrperiodig entstanden.

Die wegen ihrer szenischen und figürlichen Darstellungen aussagekräftigsten Darstellungen sind allerdings älter und stammen vom Mont Bégo und aus dem Valcamonica. mini|hochkant=2.0|Felsbilder von Höll (Oberösterreich) Auflistung Kärnten Dreieckige Felsplatte Hundskirche an der Farchtensee-Landesstraße bei Kreuzen: ältere Zeichen (Wasserlinie, Sonne, Rührkübel) wurden zur Zeit der Protestantenverfolgung großflächig überschrieben mit „Also geht’s in der Welt“, aus dieser Zeit auch große Karikaturen der Amtskirche und eines Jesuiten. Aufforderung „Grües“.vgl. Kauer 2019: Felsbilder der Alpen. Motive im internationalen Vergleich, S. 152 f.; Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 265–267 Eggerloch in Warmbad Villach: teils rätselhafte Namens- und Bildeinträge aus dem 16. Jahrhundert, nebenan mögl. auch ein Jäger und Sammlervgl. Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 267–270

Niederösterreich Rotmoos in den Ybbstaler Alpen. An der südwestlichen Flanke des Talendes des Plotschtales, südöstlich des Schwarzkogels Ritzungen (L 30 m, H 10 m) an einer etwa 1200 m hohen Felswand. Etwa 100 m unterhalb auf einem ebenen Felsblock weitere Zeichen: Kreuz, Leiter, Pentagramm, Rad, Sexualsymbole, anthropomorphe und geometrische Motive. Seisen im Ybbstal, in der 1000 m hohen Hochreithalpe. Anstieg zu einer etwa 4 m tiefen Felsspalte über dem Abgrund. An der linken Seite des Abri Zeichen: Baum, Buchstaben und Kreuze mit Näpfchen. Freyndllucke in der Hochreithalpe-Höhle: Kreis, Kreuz und Tier. Aibl-Hochkar unterhalb der Hochkarstraße (auf etwa 900 m) Zeichen auf der senkrechten Fläche eines dreieckigen Wandteils: Buchstaben, Kreis, Kreuze, Rauten und Sexualsymbole. Göstling-Hochreith in den Ybbstaler Alpen: Ahnenwand wie aus der Pfahlbaukultur am Bodensee mit matrilinearem Stammbaum M-Turm, mit einzelnen aufsitzenden Kegel-Menschen, weiters Schmetterling, Blume, Strichmännchen schleppt Stange, Strichmännchen hält Stange in Vulva, alles aus Näpfchen und geraden Linien zusammengesetzt.vgl. Kauer 2019: Felsbilder der Alpen. Motive im internationalen Vergleich, S. 149 f.; Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 153 Stadt Schrems bei Gmünd mit Pseudo-Dolmen im Zentrum: am Eingang z-förmiges Muster mit Näpfchen darin, wie bronzezeitlich auf der Salzburger Kallbrunn-Alm.vgl. Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 254 f.

Oberösterreich

Bad Goisern Weißenbachtal-Baumüllabkippgelände: näpfchengefülltes Dreieck, Gesicht mit Kinnanomalie in Tradition der Vinca-Kultur, gepfählte Rautevgl. Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 36 f. Rossmoosalm: Wand mit einzelner konzentrischer Raute, im Mittelpunkt ein Berührungsnapf, andere Wand mit Schuhleiste, andere Wand mit neuzeitlichem Generationenbaum und einem Seelen-P als Flugdrachen.vgl. Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 147; Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 178–79 Höllgraben: am Einstieg zum Höllenloch rechts ein flacher Rührkübel (zum Käsen?), links eine schriftintegrierte Raute, oberhalb im Wald neuzeitliche Schriftwand mit Strahlenvulva und Kirchenkarikatur, unterhalb des Waldpfads sehr alte Seelendarstellungen als Strichkerbenvgl. Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 271, 322.

Bad Ischl Reinfalzalm (1030 m hoch) bei Bad Ischl. Bei dem Mundloch eines Salzstollens nahe der Alm: Gitter, Initialen Radkreuz, Sexualsymbole, geometrische Zeichen. Kienbachklamm (750 m hoch) bei Bad Ischl (Jägerhöhle): Gitter, Leiter, Mühlebrett, Kreuz mit Endpunkten, Pentagramm, Radkreuz, Sexualsymbol und geometrische und figürliche Motive: Haus, Hütten, Tierköpfe. Sowie drei grobe, stark fragmentierte Weiheinschriften an Mars Latobius.

Bad Ischl-Pfandl Trefferin-Wand im Zimnitzbachtal bei Kreutern: Solstitienmarke, damit verbunden sind 7 lokale Sagen, die auf matrilineare Frauentraditionen und zwei unterschiedliche Unterweltmodelle hinweisen.vgl. Kauer 2019: Felsbilder der Alpen. Motive im internationalen Vergleich, S. 131 f.; Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 180 f.; Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 89–91

Hallstatt-Waldbach HTL-Felsen: Fingerprint, um die Ecke Pfahlbau, gegenüber Strahlenvulva, aus der ein M kriecht, Spitzbogenportal mit Berührungsnäpfchen, sonst überwiegend Schüler-Einträgevgl. Kauer 2019: Felsbilder der Alpen. Motive im internationalen Vergleich, S. 126–130, 177; Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 174–178; Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 63 Kauer-Abri: eine Bergmannshaue mit Auge und Tülle (Bronzezeit), seitlich Haue ohne Tülle als Schnabel einer Ente (Hauentypus von 500 v. Chr.), die einer Biene nachfliegt, rechts daneben Mörser

Mühlviertel St. Thomas am Blasenstein (Waldboth)- Doppelter Pechölstein: Rautenförmiges Blatt und kreisförmiges Blatt bilden ein Paarvgl. Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 234 f. Kollerschlag in Richtung Sarleinsbach heißt ein Pseudo-Dolmen Hüllstein: Auf der kleineren Dolmendeckplatte ein erhabener neolithischer Fischschwanz-Dolch.vgl. Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 200–204 Kirche Maria Rastvgl. Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 209: Schalenstein in der Kirche trägt neben anderen Schriftzeichen eine Art Notenköpfchen-Schriftzeichen. außerhalb der Kirche in der Steinspirale eine erhabene viereckige Kartusche, auf der ein kopfloses Männchen abgebildet ist. Silberhartschlag bei Bad Leonfelden: Im Wald auf der Wasserscheide ein rechteckiger Schalensteinblock mit senkrechter Kerbenreihe.vgl. Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 211 Königswiesen-Hörzenschlag: Schalenstein Tatzerlbrunn mit zwei Ritzungen am Schalenrand: Fersenabdruck und Frauenzeichen Y.vgl. Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 231

St. Wolfgang im Salzkammergut Knappenwand am Schwarzensee (Achtung extreme Absturzgefahr beim Zurücksteigen!): eindrucksvolle und eindeutig prähistorische geometrische Planetensymbole mit magischen Berührungsnäpfchen, darunter Sonnen aus konzentrischen Kreisen, 1–2 geometrische Frauenfigur(en), Raute, Leitern, Regen-Kamm, großes Netz und Halbschalen.vgl. Kauer 2019: Felsbilder der Alpen. Motive im internationalen Vergleich; Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 42, 136–144; Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 86–89, S. 322 Teufelshaus oberhalb Mönichsee (Achtung Steinschlag): mehrere Schuhleistenkeile sind Teile von Bildern (eine Brust, zugleich liegende Mondsichel, zwei unterschiedliche Männchen, H-Kartusche) Parrersteig: Leitern, Sonnenmännchen, Rauten, Tiere (kl. Schlange, Hirsch, trächtige Steingeiß), gr. Speichenrad, geometrische Frauenfigur, Christogramm.vgl. Kauer 2019: Felsbilder der Alpen. Motive im internationalen Vergleich, S. 42; Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 322 Nixloch-Höhlenportal – Schwalbenmann mit Hut und vegetative Symbolik Halleswies-Wände: Netz, halber Nadelbaum, 2 ineinandergreifende weibliche Torsi und 1 Gemächt, dreigestrichene Raute.vgl. Kauer 2019: Felsbilder der Alpen. Motive im internationalen Vergleich, S. 138 f, Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 86, 88 Kollmannswand: halbe trächtige Steingeiß, ein Felsbuckel bildet deren Bauch.vgl. Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 86

Totes Gebirge Höll (1300 m hoch) im Toten Gebirge. Vom Linzerhaus nach Osten, den Teichlbach entlang bis zu seiner Quelle in einer Doline. Wenige Meter dahinter die kleine Höhle, Rollende Lueg, in der sich Zeichen finden. In nordöstlicher Richtung ein Felssturzgebiet. Beiderseits des Steiges Zeichen: Kreuz mit Endpunkten, Mühlebrett, Pentagramm, Sexualsymbol, geometrische, anthropo- und zoomorphe Motive. Spital am Pyhrn. Das Felsbildermuseum am Ausgangspunkt der alpinen Felsbildforschung bietet eine umfangreiche Dokumentation der österreichischen Felszeichnungen. Es sind zahlreiche Gravierungen in Bild und Kurztext erfasst und Abgüsse ausgestellt. Die Gestaltung ist das Werk von E. Burgstaller, dem Vater der österreichischen Felsbildforschung. Graphische Übersichten, Verbreitungskarten und Vergleichstabellen zeigen inhaltliche, wenn auch nicht unbedingt zeitliche Verbindungen österreichischer Felsbildkomplexe mit bekannten urzeitlichen Felsbildern in Frankreich, Oberitalien und Skandinavien.

Traunkirchen – Baalsteinwand kunstvolle Kartuschen aus der Zeit der Protestantenverfolgung, Seelenschiffchen, protestantisches Dreieck mit Doppelbalken-Kreuz, Schwangerschaftsbauch, Gemächt, Männchen, schlangenbesetzte Jahreszahl.vgl. Kauer 2019: Felsbilder der Alpen. Motive im internationalen Vergleich, S. 132–136; Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 169–173; Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 267

Salzburg (Bergheim) Plainberg-Feld: Dreiecksfigur mit Sonnencorona aus Näpfchen und Mondsichel, darunter Erntehakenvgl. Kauer 2019: Felsbilder der Alpen. Motive im internationalen Vergleich, S. 152 f.; Kauer 2021: Kult- und Schalensteine. Zeugen der Vorgeschichte in den Alpen und im Granit-Hochland, S. 13 f.; Kauer 2024: Wohin Seelen reisen. Inspirative Jenseits-Modelle weltweit und in Petroglyphen, S. 265–267 Plainberg-Wald: anthropomorphe Biene mit typisch keltisch gestaltetem Flügel, Vedute mit zwei Hütten mit Lochfenster

Salzburg (Salzachtal) Hexenwand von Dürrnberg (750 m hoch) bei Hallein; unmittelbar über dem Gräberfeld. Reste anthropomorpher Gestalten, Radkreuz u. a. Ofenauer Berg (Wasserpalfen), nördlich der Salzachöfen im Tennengau (680 m hoch). Der Steinbruch hat große Teile der Ritzungen auf den hohen glatten Felswänden von kleinen Tobeln zerstört: Drudenfuß, Kreuze, Leiter, Mühlebrett. Bluntautal-Auwald (500 m hoch) im Hagengebirge. Bachfels: fragmentierte Tierdarstellungen, Rad, Rillen und Näpfchen, Sexualsymbole. Phallusstein: Kreuz, Mühlebrett, Pentagramm, Phallus, Rad.