Breitenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Wetterzeube und liegt im Süden des sachsen-anhaltischen Burgenlandkreises.
Geographie Durch Breitenbach verläuft der 51. Breitengrad.
Die ehemalige Gemeinde Breitenbach bestand aus dem Ort Breitenbach und den Ortsteilen Schlottweh und Schneidemühle.
Geschichte mini|Ruine der Kempe Ein Fundplatz aus der jüngeren Altsteinzeit wurde 1925 durch den Dorfschullehrer Erich Thiersch an der Schneidemühle entdeckt. Hierbei handelt es sich offenbar um einen vor zirka 35.000 Jahren vom Anatomisch Modernen Menschen wiederholt aufgesuchten Lagerplatz. Im Jahr 2012 stießen Archäologen bei den seit 2009 andauernden Ausgrabungen auf die bislang älteste Elfenbeinwerkstatt der Welt, in der Mammutstoßzähne verarbeitet wurden.
Die Burg Breitenbach war ursprünglich ein Königshof, der erstmals in einer gefälschten Königsurkunde von 1138 als Breitenbuch genannt wird. Später wurde wohl in diese ältere Anlage (aus dem 10./11. Jh.) von der Familie Breitenbuch eine Burg hineingebaut, die seit Mitte des 12. bis Ende des 13. Jahrhunderts deren Stammsitz war. Ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts befand sich die Burg im Besitz des Naumburger Hochstiftes, wechselte aber mehrmals zwischen dem Bischof und den Markgrafen von Meißen. 1306 übertrug der Markgraf Dietrich die Burg Breitenbach an Graf Simon von Stolberg, und um 1310 hatte es Albert Knut wohl nur kurz als Lehen. Vermutlich wurde die Burg in den kriegerischen Auseinandersetzungen von 1315 durch zwei Brände zerstört. 1317 verkaufte Graf Heinrich von Stolberg die Burg an den Naumburger Bischof. Die direkt neben der Burg liegende Kempe (Kemenate) wurde aus deren Trümmern Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet.
Bis 1792 lag Breitenbach im Amt Haynsburg, danach im Amt Zeitz. Ein Schild am Hang unterhalb der Reichsburg weist darauf hin, dass die Nationalsozialisten hier einen Thingplatz errichtet hatten. Reste davon sind keine sichtbar (Stand 2025).
Am 1. Januar 2010 schlossen sich die Gemeinden Breitenbach und Haynsburg mit der Gemeinde Wetterzeube zur neuen Gemeinde Wetterzeube zusammen.StBA: Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1995 31. Dezember): 1990 - 346 1995 - 319 2000 - 366 2003 - 379 2007 - 321
Politik Breitenbach bildet mit den Ortsteilen Schlottweh und Schneidemühle eine eigenständige Gemeinde. Verwaltet wird die Gemeinde von der Verwaltungsgemeinschaft Droyßiger-Zeitzer Forst.
Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2010 Frank Jacob.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kirche mini|Kirche mini|Kempe Die Kirche Breitenbach (Wetterzeube) ist ein kleiner barocker Rechtecksaal mit Ostturm aus der Zeit um 1715. In den Jahren 1890–1897 erfolgte eine Neugestaltung des Innenraums; aus dieser Zeit stammen die Süd- und Westseite der ursprünglich hufeisenförmigem Empore.Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Regierungsbezirke Dessau und Halle. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1999, ISBN 3-422-03065-4, S. 91. Die Orgel ist ein Werk von Oskar Ladegast aus dem Jahr 1898 mit neun Registern auf zwei Manualen und Pedal.Information auf orgbase.nl
Burganlagen Wallanlagen der ehemaligen Reichsburg, erbaut 11./12. Jh., zerstört zwischen 1260-70, Reste 1905–1908 ausgegraben. Mit Infotafel und Gedenkstein. Auf einem kleinen Hügel daneben die jüngere Burgruine der Kempe, davon erhalten ein Rest des mächtigen Wohnturms. Wegen Einsturzgefahr eingezäunt.
Am Rande des Zeitzer Forstes befindet sich in Breitenbach ein Waldspielplatz mit Holzgebäude und Holzturm. Flyer Ein Tor in den Zeitzer Forst: Die Haynsburg, Heimatverein Haynsburg e. V., Wetterzeube-Haynsburg o. J. (vor 2025).
Vereine Heimatverein Sportverein
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Breitenbach erreicht man über die Landstraße aus Zeitz oder von Gera über die Bundesstraße 2. Mit den Bussen des MDV ist Breitenbach von Zeitz aus zu erreichen. Der nächste Bahnhof befindet sich etwa 8 km entfernt in Wetterzeube.
Staatliche Einrichtungen Der Süden des Gemeindegebiets wird vom ehemaligen Truppenübungsplatz Lonzig bedeckt.
Gastronomie mini|Landgasthof (2005) Der Landgasthof „Zur Kempe“ ist eine Wildbret-Gaststätte des Zeitzer Forstes Flyer "Ein Tor in den Zeitzer Forst: Die Haynsburg", Heimatverein Haynsburg e. V., Wetterzeube-Haynsburg o. J. (vor 2025).
Literatur Adolf Brinkmann: Über Burganlagen bei Zeitz in tausendjähriger Entwicklung, Verlag Otto Hendel, Halle 1896 Gustav Sommer: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Zeitz, Band 1, Verlag Otto Hendel, Halle/Saale 1879, S. 6.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Burgenlandkreis Kategorie:Wetterzeube Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Burgenlandkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1138 Kategorie:Gemeindeauflösung 2010