mini|Ibrahim Coşkun im Berliner Atelier (2015) Der Künstler Ibrahim Coşkun (* 1955 in Tunceli, Türkei) gehört einer türkischen Minderheit an, die sich Kırmanc nennt. Im Mittelpunkt seines Schaffens stehen die lange Geschichte dieser Volksgruppe und die einmalige Landschaft ihrer Heimat in Anatolien.
Leben Im Jahr 1970 reiste İbrahim aus der Türkei nach Deutschland aus und studierte dort Malerei und Fotografie an der privaten Pariser Kunst Akademie in Hamburg. Zwischen 1982 und 1983 hatte er engen Kontakt zu Fred Thieler in Berlin, der zur damaligen Zeit an der Hochschule der Künste, der heutigen Universität der Künste Berlin, informelle Malerei lehrte.
Nach einer Reise in die Türkei wurde İbrahim 1984 ein Ausreiseverbot erteilt, sodass er vorerst nicht nach Deutschland zurückkehren konnte. In Ankara wurde er 1987 Gründungsmitglied des Menschenrechtsvereins Türkei (İnsan Hakları Derneği). Im Jahr 1989 floh er aus der Türkei und wurde in Deutschland von Willy Brandt empfangen, der sich damals mit seinem Schicksal auseinandergesetzt hatte. Ab 1989 bis 2001 führte er in Bielefeld seine künstlerische Tätigkeit fort.
Seit 2002 lebt und arbeitet İbrahim in Berlin. Von 2011 bis 2014 engagierte er sich als Kunstdozent an einer Oberschule. Zurzeit arbeitet er als freischaffender Künstler in Berlin, Istanbul und Bodrum.
Künstlerisches Schaffen Tayfun Belgin (ehemaliger Direktor des Osthaus Museum Hagen), begleitet İbrahim Coşkun seit über 20 Jahren und hat bereits zwei Bücher mit ausgewählten Werken herausgegeben: Im Jahr 2000 Spurenİbrahim Coşkun: Spuren. Hrsg. Tayfun Belgin und Birgit Kahle. Bielefeld 2000., 2015 Versteinerte Lieder.İbrahim Coşkun: Versteinerte Lieder. Hrsg. Tayfun Belgin. Berlin 2015, ISBN 978-3-00-049962-3.
Tayfun Belgin schreibt über İbrahim Coşkun:
Einzelausstellungen (Auswahl) Seit 1984 hat İbrahim zahlreiche nationale und internationale Ausstellungen, u. a. in Schweinfurt, Mersin (Türkei), Adana (Türkei), Bielefeld, Düsseldorf, Luxemburg, Brüssel, Istanbul, Ankara und Berlin.
1999 Galerie des Landtages NRW, Düsseldorf 2000 Galerie Fischer, Berlin 2001 Galerie des Kulturministeriums Türkei, Istanbul 2004 Galerie Tammen und Busch, Berlin 2005 Landesmuseum Herne, Herne 2007 UNESCO Kulturtage Basel 2008 Galerie im Verdi-Haus, Berlin 2010 Robert Koch-Institut, Berlin 2012 Solitär Galerie Berlin 2013 Galerie des Landtages NRW, Düsseldorf 2015 "ART vision" by Otto Nagel, UNIQ Istanbul
Werke Werke aus der Serie Erdspuren Zu den Erdspuren, denen ein ganzer Katalog gewidmet wurde, schreibt die freie Journalistin und Autorin Birgit Kahle im Vorwort:
Birgit Kahle betont nicht zuletzt den „politischen Status quo“ der Werke: „Entvölkerte Dörfer, verwaiste Häuser – Coskun skizziert ein Kurdistan, das, sollten die Verhältnisse sich nicht ändern, ausschließlich Geisterstädte beherbergt. Ruinen aus Stein und versteinerte heimatlose Seelen. Hasspotenzial satt für unzählige Generationen.“
Werke aus der Serie Farbspuren
Werke aus der Serie Versteinerte Lieder Der Kunsthistoriker Tayfun Belgin über die Versteinerten Lieder:
Literatur Ibrahim Coṣkun: Spuren. Kerber Verlag, Bielefeld 2000, ISBN 3-933040-44-2 İbrahim Coşkun: Versteinerte Lieder. Hrsg. Tayfun Belgin. Motiv Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-00-049962-3
Weblinks
www.ibrahimcoskun.de – Website des Künstlers Auf der Suche nach Verlorenem. Malerei von Ibrahim Coşkun im Westfälischen Museum für Archäologie. Pressemitteilung des Landschaftsverband Westfalen-Lippe zur Einzelausstellung von İbrahim Coşkun im Westfälischen Museum für Archäologie, 13. Mai 2005
Einzelnachweise
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