Watzum ist ein Ortsteil der niedersächsischen Gemeinde Uehrde der Samtgemeinde Elm-Asse im Landkreis Wolfenbüttel, in dem im September 2024 213 Einwohner lebten.

Geschichte Die Existenz des bäuerlichen Siedlungsdorfes ist seit 1195 urkundlich belegt, damals erstmals erwähnt als „Wattekesheim“.Kirstin Casemir: Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2003, ISBN 3-89534-483-4, S. 341. Um 1220 und 1270 wurde es Watkessem und im 14. Jahrhundert Wattekessem genannt. Später heißt es auch „Watzem“. Bei den Einwohnern und in den Nachbardörfern existiert in der ostfälischen Mundart der Region auch heute noch der Name „Watzen“.

Die Edelherren von Meinersen waren in Watkessem begütert. Sie gaben 1220 aus ihrem Eigenbesitz 5 Hufen als Lehen an Balduin von Dahlum und 1 Hufe als Lehen an Bruno von Gustedt.Peter Przybilla: Die Edelherren von Meinersen, Hrsg.: Uwe Ohainski und Gerhard Streich, Hahnsche Buchhandlung Hannover 2007, S. 541.

Seit der Eingemeindung, die am 1. März 1974 in Kraft trat, ist der Ort ein Teil der Gemeinde Uehrde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|150px|Rittergut Watzum Das markanteste Bauwerk und Wahrzeichen des Dorfes ist die Kirche, die wie eine Burg auf einer Anhöhe mitten im Dorf steht und bis weit in die Region sichtbar ist. In Teilen stammt sie aus dem 12. Jahrhundert und wurde vermutlich vom Welfenhaus gegründet.Dörfer der Region Braunschweig Es wird aber auch überliefert, dass die Watzumer Kirche von Tempelrittern erbaut worden sein soll. Später stand sie unter dem Patronat des Deutschen Ordens Das Ortsbild wird außerdem durch das Watzumer Rittergut geprägt, es wurde 1704 vom braunschweigischen Landesbaumeister Hermann Korb errichtet und hat einen weiträumigen Gutspark. Seit dem Mittelalter hatte die Ministerialenfamilie derer von Weferlingen das Rittergut inne. Eine außereheliche Tochter Herzog Heinrichs des JüngerenEs handelt sich um Sidonie von Kirchberg, eine Tochter Eva von Trotts, der Geliebten von Herzog Heinrich dem Jüngeren. Heinrich versorgte seine außerehelichen Kinder mit dem Adelstitel „von Kirchberg“. heiratete im 16. Jahrhundert in die Familie von Weferlingen ein. Mit Hilfe ihrer Mitgift konnte das Dorf nach einer Zerstörung durch den Schmalkaldischen Krieg wieder aufgebaut werden. Mittlerweile ist die Familie von Weferlingen ausgestorben. Als weitere markante Gebäude sind noch der Möhringsche und der Eppersche Hof erwähnenswert. Sie unterliegen beide der Denkmalpflege.

Persönlichkeiten Heinrich Gravenhorst (1823–1898), Bienenzüchter,Johann Heinrich Christoph Gravenhorst: Der praktische Imker. Lehrbuch der rationellen Bienenzucht auf beweglichen und unbeweglichen Waben. 2017, ISBN 978-3-7433-9440-7 (Nachdruck der Ausgabe von 1883). Erfinder des Gravenhorst’schen Bogenstülpers, in Watzum geboren.Johann Heinrich Christoph Gravenhorst in: Deutsche Biographie Ernst-Henning Jahn (1938–2023), CDU-Politiker, von 1970 bis 2003 niedersächsischer Landtagsabgeordneter und von 1990 bis 2003 Landtagsvizepräsident, von 1981 bis 1996 Landrat von Wolfenbüttel.

Literatur

Weblinks

Seite der Gemeinde Uehrde Dorfbeschreibung bei der Samtgemeinde Elm-Asse Website zum Ortsteil Watzum Dörfer im Braunschweiger Land

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Wolfenbüttel Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Wolfenbüttel) Kategorie:Ersterwähnung 1195 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Uehrde