mini|Laurenz Schäfer, Nordfriedhof Düsseldorf (2019) mini|Prinz Anton von Hohenzollern-Sigmaringen (1841–1866), in der Schlacht bei Königgrätz verwundet und wenige Tage später verstorben mini|Fürst Adolf I. Georg zu Schaumburg-Lippe (1817–1893) in der Uniform des 7. Westfälischen Jäger-Bataillons|262x262px mini|Kaiser Friedrich III. (1889), Bildnis ehemals im Ratssaal von Eupen/Belgien befindlich mini|Louise Gueury (1854–1900), Stifterin der Lungenheilstätte in Mönchengladbach, Städt. Museum Schloss Rheydt, Mönchengladbach mini|Hl. Vitus als Schutzpatron der Stadt Mönchengladbach (1903) Laurenz Schäfer (* 5. Juli 1840 in Lüftelberg bei Meckenheim (Rheinland); † 14. Oktober 1904 in Düsseldorf) war ein Porträtmaler der Düsseldorfer Schule.
Herkunft und Leben Die Eltern von Laurenz Schäfer waren der aus Nöthen (heute Stadt Bad Münstereifel, Kreis Euskirchen) stammende Dachziegler Johann Schäfer und dessen Ehefrau Christina Schäfer, geborene Schmitz, aus Lüftelberg.Archiv der Stadt Meckenheim, Personenstandsdaten. Diese gaben ihrem Sohn den Vornamen „Lorenz“ – benannt nach seinem Urgroßvater mütterlicherseits Lorenz Schmitz, getauft am 4. Mai 1748, Ackerer in Lüftelberg. „Laurenz“ nannte er sich nach Abschluss seines Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf in den späten 1860er Jahren.Schülerliste der Kunstakademie Düsseldorf, abgerufen am 24. November 2024 Laurenz hatte drei ältere Geschwister. Seine Mutter stammte aus einem größeren landwirtschaftlichen Betrieb.
Taufpate von Laurenz Schäfer war 1840 – wie in Lüftelberg angesichts des vorherrschenden Gewerbes nicht ungewöhnlich – der Dachziegelbäcker Bernhard Faßbender, der bereits 1838 bei der Trauung von Schäfers Eltern Trauzeuge war. Verwandtschaftliche Verhältnisse zwischen den Familien Schäfer und Faßbender sind nicht bekannt. Vermutlich war Bernhard Faßbender der Arbeitgeber von Laurenz Schäfers Vater, der mit der Übernahme dieser Patenschaft Verantwortung für die Familie seines Mitarbeiters übernahm – zur damaligen Zeit, insbesondere bei kinderreichen Familien, nicht ungewöhnlich. Auch die Inhaber der benachbart gelegenen Dachziegelei Bertram haben mehrmals Patenschaften für die Kinder ihrer Mitarbeiter übernommen. Im Falle Schäfer dürfte sich diese Patenschaft vor allem bei der Finanzierung der Studiengebühren für den Besuch der Düsseldorfer Kunstakademie ausgezahlt haben.
Familie Schäfer wohnte in Lüftelberg auf der heutigen Südstraße (zuvor Meckenheimer Straße, bei Schäfers Geburt Hinterdorfstraße, in Anlehnung an die Bezeichnung der dortigen Flur „Hinter dem Dorf“), in unmittelbarer Nähe der Dachziegeleien Bertram und Klais. Verheiratet war er seit dem 17. April 1875 (Köln) mit Barbara Schäfer, geb. Reuland, geboren am 5. Juli 1851 in Köln, verstorben am 13. Juli 1934 in Düsseldorf. Das Ehepaar hatte drei Söhne und drei Töchter.Stadtarchiv Düsseldorf, Personenkartei.
Seine frühe Jugendzeit verbrachte Schäfer in Lüftelberg, wo er von 1850 bis 1855 von Lehrer Franz Michael Schüller unterrichtet wurde, der dafür bekannt war, dass er mit großem Einsatz die künstlerischen Talente seiner Schülerinnen und Schüler förderte. Angefreundet hat er sich mit den Kindern der Familie Klais, die ebenfalls über besondere künstlerische Talente verfügten, beispielsweise in der plastischen Gestaltung von Ton und in der Musik.
Aufgewachsen ist Laurenz Schäfer in seinen ersten 15 Lebensjahren im dörflichen Umfeld, zwischen landwirtschaftlichen Betrieben und den Betrieben der traditionellen Lüftelberger Tonverarbeitung. Ein prägender Einfluss auf die später von ihm gemalten Bilder ist hiervon aber offensichtlich nicht ausgegangen. Vielmehr waren seine frühe Hinwendung zur Porträtmalerei im Freundeskreis sowie das kreative familiäre Umfeld entscheidend für seine späteren Arbeiten.
Als Erwachsener fühlte er sich – wie auch einige andere später berühmt gewordene Lüftelberger (u. a. Anton Becker, Adolf Deuster, Johannes Klais) – mit seinem Heimatort eng verbunden, was in häufigen Besuchen seiner Familie und seiner Jugendfreunde zum Ausdruck kam. Bei einer solchen Gelegenheit erstellte er u. a. die Bleistiftzeichnung „Josef Klais 19 Jahre alt“ seines Jugendfreundes Peter Josef Klais (1840–1902).
Laurenz Schäfer wird der Düsseldorfer Malerschule zugerechnet, der zwischen 1819 und 1918 etwa 4000 Künstler angehörten. Der von der kunsthistorischen Forschung geprägte Begriff beschreibt das soziale und kreative Milieu und das Schaffen einer Gruppe von Malern, die an der Königlich-Preußischen Kunstakademie in Düsseldorf ausgebildet worden waren oder dort lehrten. Von ihr gingen bedeutende Impulse für die Entwicklung der deutschen und europäischen Malerei aus.„Liste von Malern der Düsseldorfer Malerschule“, Wikipedia-Beitrag, abgerufen am 8. Dezember 2024. Kunsthistoriker ordnen seine Bilder dem formalen Realismus zu, der sich mit der naturnahen, teilweise fotografisch genauen Wiedergabe der Wirklichkeit, von der vorausgehenden Romantik abhebt, der die meisten Werke der Düsseldorfer Schule zuzurechnen sind.
Schäfer gehörte von 1871 bis zu seinem Tod dem Künstlerverein Malkasten an„Laurenz Schäfer“ in: Lexikon der Düsseldorfer Malerschule 1819–1918. Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof und Galerie Paffrath (Hrsg.), Bd. 3, 1998, S. 185. und war Mitglied im Historischen Verein für den Niederrhein.
In Düsseldorf war Schäfer 1870 erstmals in einer Wohnung in der Marienstraße offiziell gemeldet. Später wohnte er in der Immermannstraße und in der Schadowstraße, bis er 1880 das eigene Haus Kurfürstenstraße 12 bezog,Historische Einwohnerverzeichnisse der Stadt Düsseldorf, mehrere Jahrgänge. wo er bis zu seinem Tod lebte. Schäfers Witwe wohnte bis zu ihrem Tod in diesem Haus, gemeinsam mit beider Tochter Laura, einer Lehrerin.Historisches Einwohnerverzeichnis der Stadt Düsseldorf, Jahrgang 1934.
Als Hauseigentümer fühlte sich Laurenz Schäfer offensichtlich in besonderer Weise den Vertretern seines Berufsstandes verpflichtet. Neben ihm und seiner Familie wohnten gegen Ende des 19. Jahrhunderts von insgesamt sechs Parteien noch drei weitere MalerHistorisches Einwohnerverzeichnis der Stadt Düsseldorf, Jahrgang 1899. im Haus Kurfürstenstraße 12: Hermann Huisken, Heinrich Heimes und Ernst Schnabel. Im Jahr 1901 wohnten sogar fünf Maler und Malerinnen in diesem Haus. Darüber hinaus befand sich hier die 1899 gegründete Malschule für Frauen und Mädchen von Stüber und Neumüller. Hanny Stüber (1870 – 1955) war Landschaftsmalerin, Kunstlehrerin und Frauenrechtlerin. Elsa Neumüller (1875 – 1934) war Bildnismalerin und Graphikerin. Beide Malerinnen sind der Düsseldorfer Malerschule zuzuordnen.Museum Kunstpalast: Künstler und Künstlerinnen der Düsseldorfer Malerschule (Auswahl, Stand: November 2016), abgerufen am 26. Dezember 2024.
Möglicherweise war es kein Zufall, dass Laurenz Schäfer Heinrich Heimes in Düsseldorf in seinem Haus wohnen ließ. Parallelitäten auf ihrem bisherigen Lebensweg könnten dafür ausschlaggebend gewesen sein, dass zwischen beiden eine emotionale Bindung entstand, obwohl Heimes 15 Jahre jünger war als Schäfer. Beide sind in ländlicher Umgebung groß geworden und waren vom Leben in der Großstadt Düsseldorf zunächst zumindest irritiert. Beide hatten Verbindung zu ihren weiterhin auf dem Land lebenden und häufig besuchten Eltern und Großeltern. Beide verband darüber hinaus ein überragendes Interesse für die Malerei und beide besuchten letztendlich für mehrere Jahre die Düsseldorfer Kunstakademie, wenn auch mit unterschiedlichen Ausbildungsschwerpunkten und zu unterschiedlichen Zeiten. Angesichts dieser Parallelitäten, dürfte es Schäfer nicht schwergefallen sein, Heinrich Heimes in seinem Haus zwischen 1894 und 1901 eine Unterkunft zu gewähren.Historisches Einwohnerverzeichnis der Stadt Düsseldorf, verschiedene Jahrgänge. Dass die beiden Maler unterschiedliche Malstile bevorzugten, Realismus und Porträtmalerei bei Schäfer, Impressionismus und Landschaftsmalerei bzw. maritime Motive bei Heimes, wirkte sich offensichtlich nicht störend auf ihr Verhältnis zueinander aus.
Auch nach Schäfers Tod wohnten weiterhin stets einige Maler in diesem Haus.Historisches Einwohnerverzeichnis der Stadt Düsseldorf, Jahrgang 1929.
1904 wurde Schäfer auf dem Nordfriedhof Düsseldorf (Feld 72) bestattet.
Ausbildung und Werk mini|216x216px|Porträt des Fürsten Otto von Bismarck (1899), Kunstbesitz der Bundesrepublik Deutschland im Deutschen Historischen Museum, Sonderauftrag Linzmini|229x229px|Porträt des Generalfeldmarschalls Helmuth von Moltke (1899), Kunstbesitz der Bundesrepublik Deutschland im Deutschen Historischen Museum, Sonderauftrag Linzmini|222x222px|Porträt des Kaisers Wilhelm I. (1899), Kunstbesitz der Bundesrepublik Deutschland im Deutschen Historischen Museum, Sonderauftrag Linz Schäfer studierte vom 1. Quartal 1856 bis 1867 an der Kunstakademie Düsseldorf. Als er sie im 26. Lebensjahr verließ, hatte er insgesamt 25 Klassen besucht. Seine Lehrer waren die Maler Christian Köhler, Karl Müller, Rudolf Wiegmann, Heinrich Mücke, Andreas Müller, Karl Ferdinand Sohn und Eduard Bendemann.Museum Kunstpalast: Künstler und Künstlerinnen der Düsseldorfer Malerschule (Auswahl, Stand: November 2016), Die von ihnen erhaltene Ausbildung war fachlich breit angelegt. Die Porträtmalerei stand dabei im Vordergrund. Seine Lehrer beurteilten ihn als überdurchschnittlich talentiert und besonders fleißig. Bei den Beurteilungskriterien „Talent“ und „Fleiß“ erhielt Laurenz Schäfer ab der zweiten Studienhälfte fast ausschließlich die Beurteilungen „sehr gut“.Schülerliste der Kunstakademie Düsseldorf, abgerufen am 14. Februar 2019.
Weitere in Lüftelberg beheimatete Schüler der Düsseldorfer Kunstakademie waren einige Jahre zuvor die Söhne Andreas (geb. um 1815) und Joseph (geb. um 1810) der Familie Grass. Da sich die Familien Grass und Schäfer kannten, kann als sicher angenommen werden, dass sich Familie Schäfer vor dem Studienbeginn ihres Sohnes von Familie Grass hat beraten lassen; schließlich war der Besuch der Kunstakademie nicht unentgeltlich. Während die beiden Söhne der Familie Grass zwischen 1833 und 1838 für jeweils drei Jahre bauhandwerksnahe Klassen an der Düsseldorfer Kunstakademie bei dem Architekten Prof. Carl Schäffer besuchten,Schülerliste der Kunstakademie Düsseldorf, abgerufen am 18. Februar 2025 wandte sich Laurenz Schäfer der Malerei zu. Als einflussnehmend auf seinen beruflichen Werdegang können mithin neben seinem Volksschullehrer Michael Schüller auch seine Jugendfreunde aus den Nachbarfamilien Klais und Grass angesehen werden.