mini|300px|Schwarzenfeld (2023) mini|300px|Fluss Naab südlich von Schwarzenfeld (2023) Schwarzenfeld ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf.

Geographie Geographische Lage Schwarzenfeld liegt in der Region Oberpfalz-Nord am Zusammenfluss der Naab und der Schwarzach am nördlichen Ende des Oberpfälzer Seenlands. Höchste Erhebung ist der Miesberg mit der Dreifaltigkeitskirche (Grundsteinlegung der Kapelle 1691; 1721 wurde die Kapelle zu einer Kirche vergrößert, 1888 erhielt die Kirche den noch heute erhaltenen Turm) und dem Passionistenkloster (1934–1935 gegründet). Rund um die Anlage auf dem Miesberg führt ein Kreuzweg (1951 eingeweiht) entlang des Philosophenwegs; an diesem liegt auch die St.-Barbara-Aussichtskanzel. Zwischen Miesberg und Traunrichter Berg (Name vom Gemeindeteil Traunricht) liegt der Naabdurchbruch mit der Naabinsel (Schlosspark), gegenüber die von der A 93 überquerte Mündung der Schwarzach.

Auf dem Gemeindegebiet des Marktes Schwarzenfeld befindet sich der geographische Mittelpunkt der Oberpfalz. In der Nähe des Ortsteiles Frotzersricht liegt der von der Bayerischen Vermessungsverwaltung errechnete Punkt in einer ehemaligen, mittlerweile gefluteten Tongrube ().

Auf dem Dachsberg sind Ausläufer des Pfahls sichtbar, eines sich zum Bayerischen Wald erstreckenden Quarzgestein-Felsenzugs von rund 150 km Länge.

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Stulln, Schwarzach bei Nabburg, Neunburg vorm Wald, Wackersdorf, Schwandorf, Fensterbach und Schmidgaden.

Gemeindegliederung Die Marktgemeinde Schwarzenfeld hat 19 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Pretzabruck, Schwarzenfeld, Sonnenried und Frotzersricht.

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert Schwarzenfeld wurde am 17. April 1015 erstmals in einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich II. an das Bistum Bamberg als „Suarzinvelt“ erwähnt.Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. München 2006, Seite 254. Von etwa 1140 bis 1160 wurde der Ort als „Swarcenvelt“ bezeichnet, 1288 als „Suercenvelth“, 1307 als „Swartzenvelt“, 1326 als „Swaertzenuelt“, 1350 zum ersten Mal als „Schwarzenfeld“, 1366–1368 als „Swertzenuelt“, 1398 als „Swärtzenuelt“ und 1510 schließlich in der heute gültigen Schreibweise des Ortsnamens. Beim Ortsnamen handelt es sich um einen ursprünglichen Flurnamen. Dessen Grundwort geht auf den Begriff „feld“, „veld“ bzw. „velt“ zurück, der im Althochdeutsch so viel wie „Ebene, Flachland, ebenes, offenes, anbaufähiges Land, Feld, Weideland“ bedeutete. Das Bestimmungswort wurde von der Bezeichnung „swarz“ abgeleitet.

Schwarzenfeld gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Nabburg im Kurfürstentum Bayern. Die Grafen von Holnstein besaßen hier ein Landsassengut mit niederer Gerichtsbarkeit. Der Ort besaß jedoch auch das Marktrecht mit wichtigen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1890 wurde Schwarzenfeld zum Markt erhoben.

20. Jahrhundert Zum Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 begannen die Todesmärsche von KZ-Häftlingen aus dem KZ Flossenbürg in das KZ Dachau. Am 17. April 1945 wurden etwa 2000 jüdische Häftlinge mit dem Zug aus dem KZ Flossenbürg abtransportiert. Am 19. April 1945 um 7 Uhr erreichte der Zug den Ort Schwarzenfeld. Auf Grund der mit der Bombardierung Schwandorfs am 17. April 1945 einhergehenden Zerstörung des Schwandorfer Bahnhofes musste der Zug in Schwarzenfeld stoppen, wo er von US-amerikanischen Tieffliegern irrtümlicherweise für einen Munitionstransport gehalten und angegriffen wurde. 200 SS-Soldaten gingen in Deckung und bewachten den Zug, dass die Häftlinge den Zug nicht verlassen konnten. Einige Häftlinge versuchten bei diesem Luftangriff zu fliehen, die meisten von ihnen wurden dabei von SS-Bewachern getötet oder starben durch den Luftangriff. In den Waggons konnte man die Häftlinge vor Hunger schreien hören, aber die SS verhinderte, dass sie Essen von der Bevölkerung bekamen. Die verwundeten Häftlinge oder diejenigen, die zu schwach waren zum Marschieren, wurden von der SS erschossen. 140 Tote blieben am Bahnhof in Schwarzenfeld zurück. Abends am 19. April verließen sie Schwarzenfeld aufgeteilt in zehn Kolonnen, die in zehnminütigen Intervallen abmarschierten. Einige Kolonnen hatten die Route Schwarzenfeld, Kemnath, Fuhrn genommen, andere die Route Schwarzenfeld, Asbach, Taxöldern. In Neunburg vorm Wald trafen sich die meisten wieder.Konzentrationslager Flossenbürg, Peter Heigl, 1994, ISBN 3-921114-29-2, S. 27–41 Als kurz darauf die Amerikaner nach Schwarzenfeld kamen, fanden sie die ersten Leichen. Die Amerikaner stellten der Gemeinde ein Ultimatum. Innerhalb von 48 Stunden mussten die Leichen exhumiert und unter der Mithilfe der Bevölkerung würdig bestattet werden, sonst wird der Ort zerstört. Die Leichen wurden im Friedhof in Schwarzenfeld bestattet, bis man sie 1957 nach Flossenbürg umbettete.

Durch den Zuzug vieler Vertriebener nach 1945 (insbesondere aus dem Sudetenland und Schlesien, aber auch Ostpreußen) wuchs nicht nur die Einwohnerzahl nach dem Zweiten Weltkrieg beträchtlich (1939: 3276 Einwohner, 1950 waren es 5664), sondern erfuhr der Ort auch einen beträchtlichen wirtschaftlichen und insbesondere kulturellen Aufschwung.

Zeittafel mini|hochkant=3|Schwarzenfeld im 19. Jahrhundert 1015: Erste urkundliche Erwähnung 1372: Baubeginn des Schloss Schwarzenfeld 1694: Fertigstellung und Weihung der Dreifaltigkeitskirche („Miesbergkirche“) 1796: In Schwarzenfeld stehen sich die Parteien des 1. Koalitionskrieges, die Franzosen und Österreicher, gegenüber 1890: Erhebung zum Markt 1935: Klosterbau auf dem Miesberg 1938: Errichtung der Keramischen Betriebe Buchtal als „Hermann-Göring-Werke“ mit Wohnsiedlung („Hermann-Göring-Siedlung“) 1952: Die Grundsteine für die katholische Marienkirche und die protestantische Christuskirche werden gelegt 1974: Verwaltungsgemeinschaft mit der Nachbargemeinde Stulln 1977: Die Partnerschaft mit Straß in der Steiermark wird beschlossen und das neue Rathaus eingeweiht 1978: Schwarzach b.Nabburg tritt der Verwaltungsgemeinschaft bei 1992: Grundsteinlegung für den Sportpark

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinde Pretzabruck und Teile der aufgelösten Gemeinde Frotzersricht eingegliedert. Die Gemeinde Ebermannsdorf wurde in zwei Schritten aufgelöst. Das Gebiet der endgültig aufgelösten Gemeinde wurde am 1. Juli 1973 eingegliedert. Am 1. Januar 1978 kam Sonnenried ohne den am 1. Oktober 1949 eingemeindeten Ort Rauberweiherhaus hinzu.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2023 wuchs der Markt von 5952 auf 6436 um 484 Einwohner bzw. um 8,1 %. mini|400px|Einwohnerentwicklung von Schwarzenfeld von 1961 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle

1840: 1873 Einwohner 1900: 2183 Einwohner 1925: 2341 Einwohner 1939: 3276 Einwohner 1950: 5664 Einwohner 1961: 5990 Einwohner 1970: 6429 Einwohner 1987: 5929 Einwohner 1991: 6117 Einwohner 1995: 6285 Einwohner 2000: 6338 Einwohner 2005: 6319 Einwohner 2010: 6191 Einwohner 2015: 6244 Einwohner 2020: 6319 Einwohner 2025: 6262 Einwohner

Politik mini|Marienkirche und Rathaus in Schwarzenfeld Bürgermeister Bürgermeister von Schwarzenfeld ist seit 2020 Peter Neumeier (Freie Wähler / ÜPW). Bei der Bürgermeisterwahl am 8. März 2026 wurde er im ersten Wahlgang mit 55,6 % gegen die beiden Mitbewerber Roland Forster (CSU) und Mario Graf (dieBasis) wiedergewählt.

Marktgemeinderat Der Marktgemeinderat von Schwarzenfeld setzt sich zusammen aus dem Bürgermeister und 20 Markträten. Nach der Gemeinderatswahl am 8. März 2026 mit einer Wahlbeteiligung von 72,0 % bei 5244 Stimmberechtigten hat das Gremium folgende Zusammensetzung: Christlich-Soziale Union (CSU): 6 Sitze (± 0), Stimmenanteil 30,6 % (+ 2,0 Prozentpunkte) Freie Wähler Bayern / Überparteiliche Wählergruppe Schwarzenfeld (Freie Wähler / ÜPW): 5 Sitze (- 3), Stimmenanteil 26,8 % (- 13,4 Prozentpunkte) Alternative für Deutschland (AfD): 1 Sitz (+ 1), Stimmenanteil 4,8 % (+ 4,8 Prozentpunkte) Siedlergemeinschaft Schwarzenfeld (Siedler): 2 Sitze (- 1), Stimmenanteil 11,6 % (- 5,1 Prozentpunkte) Schwarzenfelder Wählergruppe (SWG): 2 Sitze (- 1), Stimmenanteil 14,5 % (- 4,9 Prozentpunkte) Basisdemokratische Partei Deutschland (dieBasis): 1 Sitz (+ 1), Stimmenanteil 4,7 % (+ 4,7 Prozentpunkte) Christliche Wählergemeinschaft (CWG): 1 Sitz (+ 1), Stimmenanteil 6,0 % (+ 6,0 Prozentpunkte) Die Linke: 1 Sitz (+ 1), Stimmenanteil 2,5 % (+ 2,5 Prozentpunkte) Junge Liste (JUL): 1 Sitz (+ 1), Stimmenanteil 3,8 % (+ 3,8 Prozentpunkte)

Wappen Das Wappen Schwarzenfelds ist ein Entwurf des Volksschullehrers, Gemeinderats und Hobbykünstlers Karl Denk † von 1963.

Gemeindepartnerschaft Seit 1978 unterhält Schwarzenfeld offiziell eine Partnerschaft mit der Gemeinde Straß in der Steiermark. Die Verbindung der beiden Märkte beruht auf einem Kuriosum: Postsendungen kamen oftmals nicht in Straß in Österreich, sondern in Schwarzenfeld an, da die beiden Orte seinerzeit die gleiche Postleitzahl 8472 hatten. Aus dem eher durch administrative Zwänge entstandenen Kontakt der beiden Postdienststellen erwuchs die spätere Städtepartnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=3|Blick über den Grünen See Richtung Norden mini|hochkant|Westfront der Dreifaltigkeitskirche

Profanbauten Mausoleum der Grafen von Holnstein Schloss Schwarzenfeld mit Schlosspark Schwesternhaus der Armen Schulschwestern Ortsmitte mit Kreuz

Kirchen Katholische Pfarrkirche St. Dionysius und Ägidius Katholische Marienkirche Katholische Dreifaltigkeitskirche mit Passionistenkloster auf dem Miesberg Evangelische Christuskirche

Musik Musikkapelle Schwarzenfeld Die Musikkapelle ist aus Schwarzenfeld nicht wegzudenken und begleitet viele Schwarzenfelder Veranstaltungen und Umzüge mit ihren verschiedenen Ensembles musikalisch.

Bergchor St. Barbara Zuhause ist der vermutlich einzige reine Männerchor (Kirchenchor) der Diözese Regensburg in der Dreifaltigkeitskirche auf dem Miesberg. Ca. 30 Männer proben wöchentlich bei der Schützengesellschaft Schwarzenfeld und gestalten auf dem Miesberg zweimal im Monat das Amt am Sonntagmorgen. Auch weltliches Liedgut und Hochzeitsstücke gehören zum Repertoire.

Schwarzenfelder Musiksommer Der Schwarzenfelder Musiksommer mit alljährlich am letzten Juli-Wochenende stattfindenden Konzerten wurde von Josef Blank, Solo-Oboist im Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München, ins Leben gerufen. Aufführungsorte waren die alte Pfarrkirche und der Garten des Passionistenklosters auf dem Miesberg. Nach einem Beschluss des Marktgemeinderates fand der Schwarzenfelder Musiksommer 2010 zum letzten Mal statt.

Oischnak Festival Im Jahr 2000 wurde das Oischnak-Festival ins Leben gerufen. Bis zum Jahr 2002 fand es alljährlich in der Tyczka-Halle (einer ehemaligen Gasflaschenabfüllhalle) statt. Nachdem man die Kapazitäten der Industriehalle mit fast 900 Gästen endgültig gesprengt hatte, entschied man sich umzuziehen. Seit dem 27. September 2003 ist die Heimat des Oischnak-Festivals die Sportparkhalle in Schwarzenfeld. Seit 2003 zeichnet der Oischnak e. V. mit etwa 60 Mitgliedern für das Festival verantwortlich. Seit 2007 kehrte das Festival zu seinen Ursprüngen zurück und wurde seitdem wieder in der Tyczka-Halle veranstaltet. Die Tyczka-Halle wurde unterdessen abgerissen; auf dem ehemaligen Werksgelände entstand ein weiterer Supermarkt.

Musikalische Highlights der letzten Jahre: mini|Naab bei Schwarzenfeld 2002 Rumbuddl 2003 Natural Born Hippies und Schandmaul 2004 4lyn und The Wohlstandskinder 2006 Emil Bulls, ZSK, Schrottgrenze 2007 MyNewZoo, Rumbuddl 2008 Timid Tiger, Julia, MaryJane 2009 My New Zoo, Atomic, Soliloquy

Sunpark Festival