mini|Christof Stählin und sein Instrument, die Vihuela Christof Stählin (* 18. Juni 1942 in Rothenburg ob der Tauber; † 9. September 2015 in HechingenThomas Felder: Thomas Felder: Christof Stählin ist tot. In: Schwäbisches Tagblatt. 11. September 2015. Abgerufen am 12. September 2015 (tagblatt.de).) war ein deutscher Schriftsteller, Liedermacher und Kabarettist.
Leben und Wirken mini|hochkant|Christof Stählin 1975 am Folkfestival Lenzburg (Schweiz) Christof Stählin war ein Sohn des Pfarrers und Theologen Rudolf Stählin und damit ein Enkel des Oldenburger Bischofs Wilhelm Stählin. Er wuchs in Mittelfranken und München auf und studierte in Marburg, Bonn und Tübingen vergleichende Religionswissenschaften, Völkerkunde und Soziologie. Sein Instrumentallehrer war Oscar Besemfelder.
Ab 1970 war er auf Tourneen mit eigenen Liedern und Texten unterwegs. Mit dem Trompetenvirtuosen Edward Tarr und dem Cellisten und Bassisten Martin Bärenz gründete er das Ensemble „Fanfare der Poesie“. Auf ihre Zusammenarbeit geht die Wiederentdeckung der Lieder des „deutschen Bellman“, Johann Christian Günther, zurück.
1976 gründete er in Tübingen den Verlag Nomen+Omen, in dem die Mehrzahl seiner Alben und Bücher erschienen. Von 1979 bis 1986 gab Stählin in loser Folge ein- bis zweimal im Jahr das Periodikum Schöner denken. Zeitung für Humor & Mystik heraus. 1989 rief er die Friedberger Akademie für Poesie und Musik – Sago ins Leben, inzwischen Sago – Mainzer Akademie für Musik und Poesie. Seit 1991 lebte Stählin in Hechingen.Liedermacher Christof Stählin gestorben. Der Westen, 10. September 2015.
Christof Stählin starb mit 73 Jahren an den Folgen eines Hirntumors.
In den Jahren 2013 und 2022 wurde Stählin jeweils von Freunden, Schülern und (teils prominenten) Kollegen in Form von Tribute-CDs gewürdigt.
Zitate Über Christof Stählin
Von Christof Stählin
Kabarettprogramme Geistwerk, Mundwerk, Fingerwerk. 1980 Schneeluft im Treibhaus. 1981 Mag denn keiner die Bundesrepublik? 1984 Sire, es ist Zeit. (TV auch: Wer köpft die Mehrheit.) 1989 Die Kunst der Herablassung. 1993 Barbaren. 1997 Fräulein Meier: Gift und Güte... 2000 In den Schluchten des Alltags. 2001 Giacomo Casanova. 2004 Deutschland. Wir bitten um Ihr Verständnis. 2008 Wunderpunkte. 2009
Werke Bücher Findelkinder. Nomen + Omen, Tübingen 1981, ISBN 3-923182-00-7 Mag denn keiner die Bundesrepublik? Aperçus, Geschichten, Lieder, Noten. Nomen + Omen, Tübingen 1985, ISBN 3-923182-02-3 Der Dandy und andere. Monologe und Erzählungen. Haffmans, Zürich 1986, ISBN 3-251-00086-1 Sire, es ist Zeit. Ein Programm über uns und die Französische Revolution. Texte, Lieder, Notizen. Nomen + Omen, Tübingen 1990, ISBN 3-923182-04-X Essays über Geschmack, Humor, Adel, Küsse und andere Gegenstände zwischen Poesie, Geschichte und Physik. Haffmans Verlag, Zürich 1992, ISBN 3-251-01183-9 Die Kunst der Herablassung. Nomen + Omen, Hechingen 1995, ISBN 3-923182-08-2 (mit Anja Reichel) Das kleine Schaf und der gute Hirte. Gabriel, Stuttgart/Wien 2004, ISBN 3-522-30053-X
Tonträger Meine Sinecure – Vier Chansons. EP 1968 Der Busen / Meine Freundinnen. Single 1970 Privatlieder. LP 1974 Lieder für Andere. LP 1976 Fanfare der Poesie: Johann Christian Günther, Lieder (1. Teil). LP 1977 (1. und 2. Teil als CD 2014) Fanfare der Poesie: Das Einhorn. LP 1978 Fanfare der Poesie: Johann Christian Günther, Lieder (2. Teil). LP 1979 (s. o. 1. Teil) Querschnitt Lieder 1968–1979. LP 1980 Fanfare der Poesie: Feuer, Wasser, Luft und Erde. LP 1981 Wie das Leben schmeckt. LP 1982 Schneeluft im Treibhaus. LP 1983 Mag denn keiner die Bundesrepublik? LP 1984 Geheime Hymnen. LP 1986 Sire, es ist Zeit. LP 1989 Promenade. CD 1990 Auf einem anderen Blatt. CD 1997 Stiller Mann. CD 2006 In den Schluchten des Alltags. CD 2007 Aus freien Stücken. CD 2011 Fräulein Meier – Gift und Güte einer schwäbischen Greisin. CD 2013
Übersetzungen Imke Sönnichsen / Elizabeth Liddle: Mama, wie groß ist der Himmel? Aus dem Englischen von Christof Stählin. Gabriel, Stuttgart/Wien 2003, ISBN 3-522-30032-7 Imke Sönnichsen / Elizabeth Liddle: Das ist so ungerecht! Aus dem Englischen von Christof Stählin. Gabriel, Stuttgart/Wien 2009, ISBN 978-3-522-30133-6 Imke Sönnichsen / Elizabeth Liddle: Mal bin ich der Beste und mal du! Aus dem Englischen von Christof Stählin. Gabriel, Stuttgart/Wien 2009, ISBN 978-3-522-30211-1
Auszeichnungen 1976: Deutscher Kleinkunstpreis in der Kategorie Chanson 1978: Deutscher Schallplattenpreis für Das Einhorn 1985: Buxtehuder Kleinkunstigel 1991: Liederpreis des Südwestfunks 2000: Bundesverdienstkreuz 2010: Ehrenurkunde des Preises der deutschen Schallplattenkritik 2013: Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz zum Deutschen Kleinkunstpreis 2013Christof Stählin erhält Ehrenpreis des Landes zum Deutschen Kleinkunstpreis. Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz, 18. Februar 2013. 2016: Kleinkunstpreis Baden-Württemberg (Ehrenpreis, postum)
Literatur Christof Stählin. Eine Publikation des Goethe-Instituts München, Referat: Spracharbeit Kulturinstitute. Hrsg. von Karl Esselborn und Rüdiger Krechel unter Mitarbeit von Ove Rimi Andersen. Iudicium Verlag, München 1986, ISBN 3-89129-063-2. Eva Küllmer: Philosoph, Poet und Musiker. Der Dichter-Sänger Christof Stählin im Gespräch. In: Üben & Musizieren, Jg. 2003, H. 6, S. 45–47.
Weblinks
Website der Christof-Stählin-Gesellschaft (e. V.)
Einzelnachweise
Kategorie:Kabarettist (Deutschland) Kategorie:Liedermacher Kategorie:Chansonnier Kategorie:Vihuelist Kategorie:Autor Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Wikipedia:Träger des Bundesverdienstkreuzes (Ausprägung ungeklärt) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Gestorben 2015 Kategorie:Mann