Roding ist eine Stadt im ostbayerischen Landkreis Cham in der Oberpfalz.

Die am Fluss Regen gelegene Stadt ist die zweitgrößte Kommune und das Zentrum des westlichen Landkreises.

Geographie mini|Roding – Stadtansicht von der Regenbrücke aus mini|Logo der Stadt Roding – Begrüßungstafel am Ortseingang mini|Gebäude des Landgerichts Roding (Altes Landratsamt) mini|hochkant|Altes Rathaus Roding, erbaut um 1364

Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 11.368 Hektar und liegt damit flächenmäßig im Landkreis Cham an erster Stelle. Roding liegt im Osten der Bodenwöhrer Bucht.

Nachbargemeinden Die Stadt grenzt im Norden an den Markt Stamsried sowie an die Gemeinde Pösing, die beide eine Verwaltungsgemeinschaft im Landkreis Cham bilden. Im Osten liegt die Kreisstadt Cham, im Südosten die Gemeinde Schorndorf und im Süden die Gemeinde Michelsneukirchen sowie den Markt Falkenstein, die beide ebenfalls eine Verwaltungsgemeinschaft bilden (alle Landkreis Cham). Im Südwesten befindet sich die zur Verwaltungsgemeinschaft Wald zählende Gemeinde Zell, im Westen die Gemeinde Walderbach, die den Sitz der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft bildet (alle Landkreis Cham), und im Nordwesten der zum Landkreis Schwandorf gehörende Markt Bruck in der Oberpfalz.

Gemeindegliederung

Es gibt 90 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Altenkreith, Braunried, Fronau, Heide, Kalsing, Mitterdorf, Mitterkreith, Neubäu, Obertrübenbach, Regenpeilstein, Roding, Strahlfeld, Trasching, Wetterfeld, Wiesing, Ziehring und Zimmering.

Geschichte Roding wurde am 15. September 844 erstmals erwähnt, als König Ludwig der Deutsche ad Rotachin eine Urkunde ausstellte, womit Roding als Königshof der Karolinger nachweisbar ist. Am 2. August 896 stiftete Kaiser Arnulf von Kärnten die Pfalzkapelle St. Jakob der Jüngere und St. Pankraz mit angeschlossenem Kollegiatstift. König Heinrich II. schenkte das Dorf Roding (Rotega) am 9. September 1003 dem Hochstift Freising sowie 1002 Pfalzkapelle und Kollegiatstift der Alten Kapelle in Regensburg und mit dieser zusammen schließlich am 1. Juni 1009 seinem neugegründeten Bistum Bamberg.Historischer Atlas von Bayern, Band: Altbayern, Reihe: I Heft 44: Roding, die Pflegämter Wetterfeld und Bruck, Kapitel: Königshof RodingWebseite der Stadt Roding

Erstmals ca. 1285 erscheint der Markt (forum) Roding als bayerisch-herzoglicher Besitz im Urbar des Amtes Wetterfeld und gelangte vermutlich am 18. September 1261 zusammen mit anderen kirchlichen Lehen des Hochstifts Freising an die Wittelsbacher.Historischer Atlas von Bayern, Band: Altbayern, Reihe: I Heft 44: Roding, die Pflegämter Wetterfeld und Bruck, Kapitel: Das Hochstift Freising

1329 wurde Roding pfälzisch (siehe Hausvertrag von Pavia). Um 1364 verlieh Pfalzgraf Ruprecht I. dem Ort die Marktrechte, sein Nachfolger Johann von Neumarkt verlieh Roding 1432 einen Freiheits- und Privilegienbrief. Roding gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Wetterfeld des Kurfürstentums Bayern. Roding besaß ein Marktgericht mit weitgehenden Eigenrechten. In Roding bestand auch ein Eisenhammer, der vom Wasser des Regens betrieben wurde. Aus einem Bericht des Johann German Barbing an den Kurfürst Ferdinand Maria vom 16. Januar 1666 heißt es dazu: „Roding. Allda hat Mich. Heber, Bürgermeister zu Roding, einen Eisenhammer, welcher gangbar; ihn hat dermalen Hans Thoma Pleyer in „Wandt.“ Er nimmt den „Eisenerzt“ auf dem „Arztberg“ zu Sulzbach.“Denk, Julius: Beiträge zur Geschichte des Berg- und Hammerwesens in der churfürstlichen Oberpfalz. 1902, S. 188.

Im Jahre 1755 vernichtete ein Brand große Teile der Stadt. Bei der Verwaltungsneugliederung Bayerns wurde 1804 das Landgericht Roding eingerichtet. Nach Gründung des Königreichs (1806) wurde das Landgericht Roding 1808 dem Regenkreis zugeteilt, der 1838 in Oberpfalz umbenannt wurde. Im Zuge weiterer Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand 1818 mit dem zweiten Gemeindeedikt die heutige Gemeinde.

Im Jahr 1862 ging aus dem Landgericht das Bezirksamt Roding hervor, das 1939 in Landkreis Roding umbenannt wurde. 1952 wurde Roding zur Stadt erhoben und war bis zum 30. Juni 1972 die Kreisstadt des damals im Zuge der Gebietsreform aufgelösten Landkreises.

Eingemeindungen Im Jahr 1945 oder 1946 kamen die Gemeinde Regenpeilstein und Teile der Gemeinden Hochbrunn und Wiesing zu Roding. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1971 Braunried, Fronau, Kalsing, Mitterdorf, Neubäu, Obertrübenbach (mit dem Rest der im Jahr 1945 oder 1946 aufgelösten Gemeinde Hochbrunn), Strahlfeld, Trasching, Wetterfeld und Zimmering (mit dem am 1. April 1949 aufgenommenen Rest der Gemeinde Wiesing) eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kam noch Altenkreith hinzu. Am 1. Januar 2017 wurde ein Teil des ehemaligen gemeindefreien Gebiets Östlicher Neubäuer Forst eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Volkszählung bzw. Zensus Einwohner 1. Dezember 1840 5.078 1. Dezember 1871 5.679 1. Dezember 1900 5.700 16. Juni 1925 5.836 17. Mai 1939 5.915 13. September 1950 7.871 6. Juni 1961 8.566 27. Mai 1970 9.943 25. Mai 1987 10.422 9. Mai 2011 11.242 15. Mai 2022 12.370 Jahr(31. Dezember) Einwohner 1970 10.043 1975 9.979 1980 10.058 1985 10.251 1990 10.618 1995 11.157 2000 11.305 2005 11.474 2010 11.574 2015 11.682 2020 12.296 Jahr(31. Dezember) Einwohner 2025 13.060

Religion In Roding besteht die katholische Seelsorgeeinheit Roding-Trasching. Zu ihr gehören die Stadtpfarrgemeinde St. Pankratius und die Wallfahrtskirche Heilbrünnl sowie Kirchen in Trasching, Obertrübenbach und Wetterfeld. Außerdem wird ein Teil des Stadtgebietes von der katholischen Seelsorgeeinheit Neubäu-Walderbach abgedeckt.

Die Christuskirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde wurde 1954 eingeweiht, nachdem ab 1945 viele evangelische Heimatvertriebene nach Roding gekommen waren.

Politik Stadtrat

Der Stadtrat der Stadt Roding besteht aus 24 Mitgliedern und der Bürgermeisterin. Das Ergebnis der Stadtratswahl vom 8. März 2026 zeigen die Diagramme.

Die Kommunalwahlen 2002 bis 2026 ergaben folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung: Parteien und Wählergemeinschaften 2002 2008 2014 2020 2026 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze%Sitze Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 29,7 8 27,6 7 31,2 8 27,9 722,65 Landunion 18,4 5 14,2 3 13,4 3 10,3 211,43 Junge Liste 4,1 1 7,3 2 8,5 2 5,5 13,61Frauenstimme – – – – – – – –4,31 Christlich-Soziale Mitte (CSM) 3,0 0 – – – – – ––– Freie Wählergemeinschaft – Gemeindewohl 10,8 3 15,3 4 12,3 3 15,0 416,94 Freie Wähler – Stadt und Land 8,0 2 10,4 2 10,0 2 7,7 27,92 Freie Wähler – Unabhängige Bürger 5,7 1 7,4 2 6,3 2 6,7 26,11 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 9,8 2 11,5 3 9,9 2 8,7 27,12 Bündnis 90/Die Grünen – – – – – – 3,2 12,61 Unabhängige Bürgerliste Wetterfeld 5,0 1 6,3 1 6,0 1 5,4 14,91 Freie Demokratische Partei (FDP) – – – – 2,6 1 9,5 24,91Alternative für Deutschland (AfD) – – – – – – – –6,42Die Linke––––––––1,50 Gesamt 100 24 100 24 100 24 100 24 10024 Wahlbeteiligung 67,7 % 56,3 % 56,5 % 61,4 % 62,3 %

Erste Bürgermeister seit 1945 NameParteivonbis Jakob Wittmann 1945 1948 Josef Brantl Freie Wähler 1948 1964 Ludolf Stuiber CSU 1964 1977 Eduard Bäumel Freie Wähler 1977 1996 Franz Reichold CSU 1996 2020 Alexandra Riedl Freie Wähler 2020

Bei der Wahl 2020 trat der amtierende Erste Bürgermeister Franz Reichold (CSU) nicht mehr an. Ihm folgt mit Alexandra Riedl erstmals eine Frau im Amt des Rodinger Bürgermeisters. Bei drei Mitbewerberin erreichte sie bereits beim ersten Wahlgang mit 51,8 % der gültigen Stimmen die erforderliche Mehrheit; getragen wurde der gemeinsame Wahlvorschlag von Freien Wählern, Freier Wählergemeinschaft – Gemeindewohl, Freien Wähler – Stadt und Land, Freien Wähler – Unabhängige Bürger. 2026 wurde sie im Amt bestätigt.Bürgermeisterwahl 2020

Wappen

Partnerstädte Roding unterhält eine Partnerschaft mit dem 18. Bezirk der ungarischen Hauptstadt Budapest.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Vereine Einer der ältesten Vereine in der Region ist der Burschenverein Roding 1883, der sich der Pflege von Traditionen und Bräuchen sowie der Geselligkeit verschrieben hat; regelmäßige Veranstaltungen im Vereinsjahr sind unter anderem der Burschenball am Rosenmontag, der Maitanz, das Schafkopf-Turnier und die Mitwirkung am Christkindlmarkt.

Die am 18. März 1860 gegründete Freiwillige Feuerwehr der Stadt Roding zählt zu den ältesten Feuerwehren Bayerns. Sie ist die nachweisbar zweitälteste Feuerwehr der Oberpfalz.

Brauchtum Alljährlich im Januar, am Sonntag nach dem Namenstag des Heiligen Sebastian (20. Januar), findet die traditionelle Sebastiani-Prozession statt. Die Bürger der Stadt ziehen von der Stadtpfarrkirche zur Kapelle des Heiligen Sebastian an der Kreuzung Schulstraße/Falkensteiner Straße. Die Prozession geht zurück auf ein Gelübde aus der Pestzeit. 1713 errichteten die Rodinger Bürger eine Kapelle und gelobten eine jährliche Prozession, um von der zu dieser Zeit in der Oberpfalz grassierenden Pest verschont zu bleiben. Der Heilige Sebastian ist der Schutzpatron der Stadt Roding.

Bauwerke mini|Regenbrücke in Roding mini|Kloster Strahlfeld bei Roding Die katholische Stadtpfarrkirche St. Pankratius wurde 1959 von Friedrich Haindl über achteckigem Grundriss erbaut. Von der Vorgängerkirche blieb lediglich der heute freistehende barocke Turm erhalten.

Das älteste Bauwerk der Stadt und einer der ältesten Sakralbauten Bayerns ist die Josephikapelle aus dem 8. oder 9. Jahrhundert mit spätromanischen und frühgotischen Fresken; im baulichen Zusammenhang dazu steht die 1580 erstmals urkundlich erwähnte Annakapelle mit einer Darstellung des Totentanzes.

In der näheren Umgebung befindet sich die hoch über dem Fluss Regen gelegene Wallfahrtskirche Heilbrünnl. Sie wurde 1730 im Stil des Rokoko errichtet. Mitten im Kirchenschiff wird in einem Marmorbecken das Wasser der Heilbrünnlquelle aufgefangen, dem Heilungskräfte, vor allem bei Augenleiden, zugesprochen werden. Das Gnadenbild in der Kirche ist eine Kopie der Muttergottesikone in der Alten Kapelle in Regensburg.

In der Gemarkung Strahlfeld ist das Kloster Strahlfeld St. Dominikus, der Missionsdominikanerinnen gelegen. Auf einem Felsen des Bayerischen Pfahls befindet sich in der Gemarkung Strahlfeld die Ruine der Burg Schwärzenberg, die aus dem zwölften Jahrhundert stammt. Die Burgruine Wetterfeld im gleichnamigen Gemeindeteil ist nicht nur eine der wenigen echten Wasserburgen in der Oberpfalz, sie stellt auch aus einem anderen Grund eine Besonderheit dar: Nach dem stückweisen Verkauf der Burg an Bauern hat sich innerhalb der Burgmauern im 19. Jahrhundert das Dorfzentrum entwickelt.

Bodendenkmäler

Turmhügelburg Haselberg Burgruine Wetterfeld

Gedenkstätte Das Mahnmal, bestehend aus einem Holzkreuz und drei Gedenktafeln oberhalb des Ortsteiles Wetterfeld, erinnert an die 567 ehemals hier bestatteten KZ-Häftlinge eines Todesmarsches des KZ Flossenbürg. Sie gehörten zu den mehr als 3000 Häftlingen, die im April 1945 von SS-Wachmannschaften in Richtung Dachau getrieben wurden. 1957 wurden sie auf den KZ-Friedhof Flossenbürg überführt.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 189 f.

Freizeit und Sport Die Lage im Naturpark Oberer Bayerischer Wald macht Roding zu einer landschaftlich reizvollen Stadt für Bewohner, Besucher und Touristen. Die Landstadt am Regen ist bekannt für ihre Vielzahl von Festen, vom traditionellen Volksfest über Open-Air-Events bis hin zum Stadtfest Roding International.