Mariapfarr (Lungauer Dialekt: Pforch) ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Lungau im Land Salzburg in Österreich. mini|Blick auf Mariapfarr

Geografie Mariapfarr liegt nordwestlich der Bezirkshauptstadt Tamsweg. Das Gemeindegebiet umfasst das Einzugsgebiet des Lignitzbaches. Das größte Gewässer ist die Südliche Taurach, die den Süden der Gemeinde von Westen nach Osten durchfließt. Hier liegt mit 1060 Meter über dem Meer der tiefste Punkt der Gemeinde. Die Grenze im Süden bildet der bewaldete Mitterberg, der im Hohenbühel 1581 Meter erreicht. Nach Norden steigt das Land östlich und westlich des Lignitzbaches zu den Schladminger Tauern an. Die höchsten Gipfel sind Hundstein () und Steinkarspitze () im Westen und Hocheck () im Osten.

Die Gemeinde hat eine Fläche von Quadratkilometer. Davon sind 26 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 35 Prozent Wald und 27 Prozent Almen.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Mariapfarr () (mit Bruckdorf, Fanning, Seitling, Bruggarn, Althofen, Miesdorf) Pichl () (mit Gröbendorf, Stranach, Mitterberg) Zankwarn () (mit Pürstlmoos, Bueggen, Grabendorf, Tscharra, Kraischaberg, Lignitz)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Mariapfarr, Pichl und Zankwarn.

Nachbargemeinden

Klima

Geschichte Die Geschichte der Gemeinde ist eng mit der Geschichte der Pfarrkirche verbunden. Diese wurde bereits 923 als ecclesia ad lungowe (Kirche des Lungaus) erstmals urkundlich erwähnt.

Im Jahr 1217 wurde mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen, einer romanischen Hallenkirche, die der hl. Maria geweiht wurde. Die Fresken im Langhaus und im Altarraum sind bis heute erhalten. 2018 wurde die Pfarrkirche zur Basilika minor erhoben.

Zum 1. Jänner 1939 wurden die Gemeinden Mariapfarr, Pichl und Zankwarn zur Gemeinde Marienpichl zusammengelegt. Die Gemeinde wurde 1946 wieder in Mariapfarr umbenannt.

Zum 1. August 2023 wurde Mariapfarr zur Marktgemeinde erhoben.

Bevölkerungsentwicklung

mini|Wallfahrtsbasilika Mariapfarr ©Salzburger Lungau

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke

Schloss Niederrain Burgruine Pichl Burg Mariapfarr Wallfahrtsbasilika Mariapfarr Pfarr- und Wallfahrtsmuseum: das Museum zeigt kostbare Ausstellungsstücke, eine Dokumentation über Joseph Mohr, sowie eine Weihnachtskrippe mit Figuren aus dem 18. Jahrhundert. Es befindet sich in den historischen Räumlichkeiten des alten Pfarrhofs. Stille-Nacht-Museum in Mariapfarr: Joseph Mohr wirkte von 1815 bis 1817 als Koadjutor in Mariapfarr und schrieb in dieser Zeit, 1816, den Text des weltberühmten Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht. Dies wurde erst 1995 bekannt durch das Auffinden einer eigenhändigen Niederschrift von Joseph Mohr. Dieses Autograph – datiert auf die Zeit um 1823 – stellt das älteste Dokument für die Entstehungsgeschichte des Liedes dar. Das Stille-Nacht-Museum ist Teil des Pfarr- und Wallfahrtsmuseums. Im Mai 2011 wurde das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ als nationales immaterielles UNESCO-Kulturerbe Österreichs anerkannt. Das Wohnhaus von Joseph Mohrs Vater und dessen Vorfahren, die „Schargler Keusche“, steht noch heute als Kulturdenkmal im Ortsteil Stranach. Stille-Nacht-Brunnen: 2011 wurde im Rahmen der Pfarrhofsanierung im Gedenken an Joseph Mohr der Stille-Nacht-Brunnen errichtet. Der Brunnen – gekrönt von einer Büste von Joseph Mohr – wurde von Pfarrer Bernhard Rohrmoser entworfen. barocke St.-Laurentius-Kirche in Althofen am Standort der Lungauer Urpfarre (das teilweise genannte Gründungsjahr 754St. Laurentius-Kirche in Althofen. In: mariapfarr.gv.at, abgerufen am 19. August 2020. beruht wohl auf einer Verwechslung mit Althofen in KärntenAnton und Josefine Heitzmann: Lungauer Sagenschatz – Geschichtliches, Sagenhaftes und Seltsames. Wolfgang Pfeifenberger, Tamsweg, 2013. S. 301. ISBN 978-3-901496-28-8Wie die älteste Kirche erbaut wurde auf sagen.at, abgerufen am 28. September 2020) Suppan-Kapelle: Als weiteres Kulturdenkmal steht im Ortsteil Pichl die Suppan-Kapelle.

mini|hochkant|Mariapfarrer Samson Regelmäßige Veranstaltungen Samsonumzug: Der Samsonumzug ist ein sehr alter Brauch im Lungau, bei dem eine Riesenfigur, der Samson, umhergetragen wird.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 137 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 60 Vollerwerbsbauern. Im Produktionssektor arbeiteten 103 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft, 60 im Bereich Herstellung von Waren, 2 in der Wasserver- und Abfallentsorgung und 1 in der Energieversorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (134), Beherbergung und Gastronomie (77), Handel (53) und freiberufliche Dienstleistungen (34 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)13715111182Produktion3427166193Dienstleistung12482333308 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999 mini|Bahnhof Mariapfarr in Stranach ©Salzburger Lungau

Verkehr Straße: Südlich wird der Ort von der B 95 tangiert. Bahn: Zwischen 1893 und 1973 besaß Mariapfarr einen Bahnhof an der Murtalbahn, der sich im Ortsteil Stranach befand. Das ehemalige Stationsgebäude der Murtalbahn, welche in nur 316 Tagen erbaut wurde, steht heute unter Denkmalschutz. Seit 1988 finden auf der Strecke Touristikfahrten mit historischen Wagen statt, die als Taurachbahn vermarktet werden.

Politik mini|Gemeindeamt Mariapfarr ©Salzburger Lungau Gemeinderat Die Gemeindevertretung hat insgesamt 17 Mitglieder.

Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2004 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 9 SPÖ, 6 ÖVP, und 2 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2009 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 8 SPÖ, 7 ÖVP, und 2 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2014 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 7 SPÖ, 7 ÖVP, und 3 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2019 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 10 ÖVP, 5 SPÖ, und 2 FPÖ. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2024 hat die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 9 ÖVP, 6 SPÖ und 2 FPÖ.

Bürgermeister

1994–2004 Peter Schreilechner (ÖVP) 2004–2019 Franz Doppler (SPÖ) seit 2019 Andreas Kaiser (ÖVP)

Wappen Das Wappen der Gemeinde ist: „In Rot ein aus dem linken Schildrand hervorbrechender weißer Adlerfang“.

Gemeindepartnerschaften 1984: Matadepera, katalanische Gemeinde in der Provinz Barcelona, Spanien

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Josef Schitter, Pfarrer und Heimatforscher, Verfasser der beiden Bände „Heimat Mariapfarr“ Erwin Resch (* 1961), österreichischer Skirennläufer

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Rafael Fingerlos (* 1986), Sänger Franz Illig (1908–1991), Politiker (SPÖ) und Volksschuldirektor Nikolaus Lienbacher (1809–1872), Wiederaufbaupriester nach Großbrand Joseph Mohr (1792–1848), Priester und Dichter, väterlicherseits aus Mariapfarr abstammend, 1815 bis 1817 Koadjutor in Mariapfarr; verfasste 1816 ein Gedicht, das später der Text des weltberühmten Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht wurde

Literatur Josef Schitter: Heimat Mariapfarr im Lungau. Eigenverlag, Mariapfarr 1975. Josef Schitter: Mariapfarr II – Streiflichter aus der Ortsgeschichte. Aufsatzsammlung 1983 bis 1988, Eigenverlag, Mariapfarr 1989.

Weblinks

Website der Gemeinde Stille Nacht und Wallfahrtsmuseum Stille-Nacht-Ort Mariapfarr

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 923 Kategorie:Schladminger Tauern Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Mur