250px|mini|Gemeindehaus an der B 421

Heinzenberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirner Land an.

Geografie Heinzenberg liegt im tief eingeschnittenen Kellenbachtal im südlichen Hunsrück, ca. vier Kilometer von der Einmündung des Bachs in die Nahe entfernt. Die Bundesstraße 421 verläuft durch den Ort.

Zu Heinzenberg gehört auch der Wohnplatz Greberhof. Die Heinzenberger Gesellschaftsmühle liegt dagegen in der Gemarkung von Hochstetten-Dhaun.

Geschichte Vorgeschichtliche Grabhügel und Spuren römischer Besiedlung bezeugen eine frühe Siedlungsgeschichte der kleinen Gemarkung von Heinzenberg. Im Mittelalter stand etwas oberhalb des Dorfs eine kleine Burg, die 1152 als „Hemezberg“ oder „Henzenberg“ urkundlich erwähnt wird. Bewohner, die Herren von Heinzenberg, spielten im Hunsrückraum im Mittelalter eine nicht unbedeutende Rolle, wo sie als Vasallen der Grafen von Veldenz und der Wildgrafen sowie der Erzbischöfe von Mainz und Trier in Erscheinung traten. Zu den Veldenzer Lehen der Heinzenberger gehörte u. a. die Vogtei Hennweiler. Dort waren sie als Vögte im Auftrag ihres Lehnsherrn mit der Ausübung der Gerichtsbarkeit, der Einnahme und Festsetzung von Steuern und Abgaben der Untertanen und für den militärischen Schutz der Bevölkerung und Kirche betraut. Der Vogteibezirk, in dem sie diese Amtsgewalt ausübten, umfasste die Dörfer Hennweiler, Oberhausen, Guntzelberg, Rode, das Tal (Dorf) Heinzenberg und den Hof Eigen. Im Jahr 1278 verkauften die Heinzenberger ihre Burg dem Erzbischof von Trier, der die Familie seinerseits damit belehnte. Damit wurde die Burg Trierer Lehen. Mehrmals werden die Heinzenberger als Schirmvögte des Klosters Ravengiersburg erwähnt. Ihr Wappen mit der silbernen Schnalle weist auf eine Verwandtschaft mit den Herren von Schmidtburg hin.

Unter den Herren von Heinzenberg ragt Wilhelm III. von Heinzenberg besonders heraus, was bereits zu seiner Zeit im lat. Namenstitel „Nobilis vir“ (Edelmann) verdeutlicht wurde. Als Minnesänger, dessen Lieddichtung sogar in die Manessische Liederhandschrift Eingang fand, hatte der Heinzenberger einigen Ruhm erlangt.

Kurz vor 1400 starb das Geschlecht der Heinzenberger aus, deren Erbe nun auf die Ritter von Schloss Wartenstein über dem Hahnenbachtal überging. Wartenstein wurde mit dem Beginn des 15. Jahrhunderts Verwaltungsmittelpunkt der reichsritterschaftlichen Herrschaft Wartenstein, zu der auch das Dorf Heinzenberg gehörte. Die Gerichtsbarkeit in diesem Amtsbezirk lag zunächst bei den Herren von Schwarzenberg und ab 1583 bei den Herren von Warsberg.

Nach dem Ende der Feudalherrschaft und der französischen Verwaltungsreform seit 1798 war die Ortsgemeinde Heinzenberg Bestandteil der Mairie Kirn. Um 1800 zählte der Ort nur 6 eingeschossige Gebäude.

Nach dem Ende der französischen Herrschaft war der nun in Bürgermeisterei Kirn umbenannte Verwaltungsbezirk zunächst dem Kreis Simmern, dann dem Kreis Oberstein zugeordnet. Erst im Mai 1817 erfolgte die Eingliederung in den preußischen Kreis Kreuznach. Als Kirn im Jahr 1857 Stadtrechte und eine eigene Verwaltung erhielt, bildeten die Landgemeinden die „Landbürgermeisterei Kirn“, die vom Kirner Bürgermeister mit verwaltet wurde. Als diese Personalunion 1896 aufgehoben wurde, wählten die Vertreter der Landgemeinden ihren eigenen Bürgermeister. Die kleine Ortsgemeinde Heinzenberg verblieb ununterbrochen im Gemeindeverband „Amt Kirn-Land“, der im Zuge der Verwaltungsreform im Jahr 1969/70 zur „Verbandsgemeinde Kirn-Land“ umgebildet wurde. Die Ortsgemeinde wies 1980 50 Einwohner sowie 13 Wohnungen in 13 Gebäuden auf. Ende 1993 lebten 50 Einwohner in der Gemeinde. 11 Gebäude werden im Ort ausgewiesen.

Statistik zur Einwohnerentwicklung Mit rund 20 Einwohnern (Stand 2018) ist die Ortsgemeinde Heinzenberg die kleinste Gemeinde im ganzen Landkreis Bad Kreuznach und zählt zu den zehn kleinsten deutschen Gemeinden.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahl von Heinzenberg; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 66 1835 66 1871 49 1905 48 1939 60 1950 58 1961 53 Jahr Einwohner 1970 52 1987 30 1997 30 2005 27 2011 33 2017 24

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Heinzenberg besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister Stephan Ostgen wurde 2019 Ortsbürgermeister von Heinzenberg. Da bei den Direktwahlen am 26. Mai 2019 und 9. Juni 2024 kein Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem neu gewählten Rat. Diese entschieden sich auf ihren konstituierenden Sitzungen jeweils für Stephan Ostgen.

Ostgens Vorgänger war der langjährige Ortsbürgermeister Walter Rockenbach.

Wappen

Sehenswürdigkeiten Direkt über dem Ort thront die Burgruine der Grafen von Heinzenberg.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Heinzenberg

Literatur Friedrich Toepfer: Beilagen VII. Die Herren von Heinzenberg. In: ders. (Bearb.): Urkundenbuch für die Geschichte des graeflichen und freiherrlichen Hauses der Voegte von Hunolstein. Bd. I. Jacob Zeiser, Nürnberg 1866, S. 314–317 (Google-Books).

Weblinks

Heinzenberg auf den Seiten der Verbandsgemeinde Kirner Land

Einzelnachweise

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