Abyss (; dt. Titelzusatz Abgrund des Todes) ist ein Science-Fiction-Film des Regisseurs James Cameron mit Ed Harris in der Hauptrolle. Der Film erschien 1989 zu guten Kritiken.

Handlung Im Jahr 1994: Das US-amerikanische, mit Atomsprengkörpern bewaffnete U-Boot USS Montana erleidet, einem geheimnisvollen Licht folgend, infolge einer Begegnung mit einem nicht identifizierten unterseeischen Objekt am Rande des Kaimangrabens einen kompletten Energieverlust. Es kommt zu einer schweren Havarie, das Boot sinkt auf Grund in 2000 Fuß (610 m) Tiefe, nur 80 Meilen vor der kubanischen Küste. Weil sich sowohl sowjetische und kubanische Spionageschiffe als auch der Hurrikan Frederic der Unglücksstelle nähern, beschließen die Amerikaner, ein Team von vier Navy SEALs auf die nächstgelegene Öl-Plattform zu bringen. Diese, die mobile und tauchbare Bohrplattform (englisch rig) Deepcore, betrieben von der Firma Benthic Petroleum, soll als Operationsbasis für die Rettungsmission Operation Selbor genutzt werden, um offiziell im Wrack nach Überlebenden zu suchen. Eigentliches Ziel ist die Bergung von Sprengkörpern vor Eintreffen der Russen.

Die Chefkonstrukteurin der Rig, Dr. Lindsey Brigman, taucht zusammen mit den Navy SEALs zur Plattform ab, auf der ihr geschiedener Ehemann Virgil „Bud“ Brigman als Bohrmeister (englisch toolpusher) arbeitet. Der befehlshabende Offizier der SEALs, Lieutenant Hiram Coffey, erkrankt während des Tauchgangs anfangs unbemerkt am Heliumtremor, wodurch seine Fähigkeit zu rationalem Denken und Handeln schwindet. Als die Ölarbeiter und das SEAL-Team in dem völlig gefluteten Wrack der USS Montana bis zur Raketen-Kommandozentrale vordringen, um die Abschusscodes zu bergen, bricht plötzlich die elektrische Versorgung der Tauchausrüstung zusammen. Deepcore-Crewmitglied Jammer Willis sieht im Wrack ein leuchtendes Wesen, gerät daraufhin in Panik und fällt ins Koma.

Als der Sturm an Intensität zunimmt und ebenso die Spannungen der Supermächte an der Oberfläche, nehmen sich Coffey und sein Team ohne Wissen der Crew eines der Mini-U-Boote der Rig für eine geheime Bergungsmission, um einen Nuklearsprengkopf einer Trident-Rakete sicherzustellen, mit dem das Wrack der Montana, wenn nötig, vernichtet werden soll. Das U-Boot wird aber unbedingt benötigt, um das Verbindungskabel zum Versorgungsschiff Benthic Explorer zu kappen. Dieses kann durch die starken Winde und Wellen seine Position nicht mehr halten, wodurch sich das Verbindungskabel zur Rig so sehr spannt, dass es den Kranausleger vom Deck hinab in die Tiefe reißt. Der abgerissene Haltekran schlägt neben der Rig in den Ozeanboden, rutscht über die Riffkante und zieht die Rig durch sein großes Gewicht weiter in Richtung des 6000 Meter tiefen Abgrunds. Die Rig havariert, der Techniker/Arzt der ‚Seals‘ wird verletzt, und vier Besatzungsmitglieder sowie ein weiterer Seal ertrinken, als Wasser einbricht und verschiedene Bereiche flutet.

Die Feindseligkeiten nehmen zu, als die Plattform den Kontakt zur Wasseroberfläche verliert und der Zorn der Besatzung auf die Seals wegen der gestorbenen Kameraden steigt. Die Crew hat Erlebnisse mit den fremden Lebensformen, die offenbar tief unten im nahegelegenen Abgrund leben. Während die Crew um Lindsey und Virgil sowie der Techniker der Seals mit Begeisterung und Neugier reagieren, sieht der zunehmend paranoide Lieutenant Coffey nur eine Bedrohung. Er schleppt schließlich den Nuklearsprengkopf in die Ladebucht, aktiviert und vertaut ihn an Big Geek, einem fernsteuerbaren Schwimmkörper, der damit in den Abgrund tauchen und dort den Sprengkopf zünden soll, um den ominösen Feind zu vernichten. Zuvor nimmt Coffey die verbliebene Mannschaft gefangen, die aber vom inzwischen aus dem Koma erwachten Jammer befreit wird. Bud taucht zur Ladebucht hinab, wo Coffey ihn beinahe erschießt, es aber nicht kann, da ihm sein Techniker zuvor unbemerkt das Magazin aus der Pistole entfernt hat, woraufhin es zum Kampf der beiden kommt, in den sich auch Catfish einmischt. Coffey kann jedoch mit einem U-Boot entkommen.

Lindsey folgt und stoppt Coffey in einem dramatischen Unterwasserkampf, indem sie sein Boot mehrfach rammt. Beide Boote bleiben manövrierunfähig liegen, wobei Coffeys Boot über die Riffkante hängt, schließlich abrutscht und letztendlich unter dem steigenden Wasserdruck implodiert. Der aktivierte Sprengkopf sinkt derweil zum Grund des Grabens ab. Gefangen in dem manövrierunfähigen, schnell flutenden Tauchboot, überlässt Lindsey Bud den einzig an Bord verfügbaren Tauchanzug. Bud soll Lindseys bewusstlosen Körper nach ihrem Ertrinken im eiskalten Wasser zur Rig hinüberziehen, um sie dort mit einem Defibrillator wieder zu beleben. Die dramatische Aktion gelingt.

Die beiden überlebenden Seals schließen sich in der Folge von Coffeys befehlswidrigem Handeln der Crew an und stellen Bud einen experimentellen Tauchanzug zur Verfügung, durch den ein Taucher mittels Flüssigkeitsatmung Sauerstoff erhält. Dieses Verfahren ermöglicht einem Taucher, weiter hinab zu tauchen als mit Druckluftflaschen, da die Lungenflügel aufgrund der atembaren Flüssigkeit vom zunehmenden Wasserdruck nicht zusammengedrückt werden. Bud will auf den Grund des Grabens hinab tauchen, tiefer als irgendein Mensch zuvor, und den Sprengkopf vor seiner Explosion entschärfen. Seine Mission gelingt, doch Buds Atemflüssigkeit reicht nicht mehr, um aus einer Tiefe von 18.000 Fuß (5500 m) auf die Bohrplattform zurückzukehren. Bud schreibt Lindsey mittels eines Text-Kommunikators, da durch die Flüssigkeitsatmung Sprechen nicht mehr möglich ist, dass er sich der Ausweglosigkeit seiner Mission im Voraus bewusst war. Er übersendet eine letzte Mitteilung, dass er Lindsey liebe und sie immer noch als seine Frau betrachte, woraufhin Lindsey seine Liebe erwidert.

Die leuchtenden außerirdischen Unterwasserwesen finden den nahezu bewusstlosen Bud, dem die Sauerstoff-Versorgung ausgeht, und bringen ihn zu einer großen, leuchtenden unterseeischen Anlage. Sie versorgen ihn mit natürlicher Umgebungsatemluft, nehmen ihn freundlich auf und beginnen, mit ihm zu kommunizieren. Die bereits vor Jahrtausenden auf der Erde gelandeten Wesen zeigen Bud mehrere aufgezeichnete Ausschnitte aus TV-Sendungen, die die sich verschärfende politische Lage an der Oberfläche und das generell selbstzerstörerische menschliche Verhalten dokumentieren. Währenddessen beginnen sie, mehrere 100 Meter hohe Tsunamis auf dem ganzen Globus zu generieren. Schweigend erklären sie Bud, dass sie die Menschheit lange Zeit alleine gelassen hätten, jedoch nun glauben, dass die Menschheit zu selbstzerstörerisch geworden sei, um mit diesem Verhalten fortzufahren. Die Wesen stoppen die Tsunamis auf der ganzen Welt aber kurz vor dem Einschlag und begründen das damit, dass er ihnen bewiesen habe, dass es auch Menschen mit Liebe und Aufopferungsbereitschaft gebe. Die Außerirdischen haben jedoch aus Furcht vor einem Atomkrieg ihre Abreise vorbereitet, bevor sie ihre Friedensbotschaft hinterlassen haben.

Bud tippt zum Erstaunen der Mannschaft auf der Rig eine weitere Mitteilung in seinen Kommunikator und schreibt, dass er neue Freunde gefunden hat, und fragt, ob die Warnung angekommen sei. Die Unterwasserwesen beenden den Sturm und lassen eine riesige Plattform zur Oberfläche aufsteigen, die die Benthic Explorer und fünf weitere Schiffe mit anhebt. Die Mannschaft der Rig (inklusive der beiden Seals) kann aufgrund der Hilfe der Wesen die Plattform ohne Dekompression verlassen. Lindsey sieht Bud aus dem Schiff kommen, stürmt auf ihn zu und küsst ihn, während im Hintergrund die Sonne durch die Wolken bricht.

Entstehung Besetzung und Synchronisation Virgil ‚Bud‘ BrigmanEd HarrisFred MaireLindsey BrigmanMary Elizabeth MastrantonioViktoria BramsLt. Hiram CoffeyMichael BiehnArnim AndréCatfish de VriesLeo BurmesterMichael RüthAlan ‚Hippy‘ CarnesTodd GraffUdo WachtveitlJammer WillisJohn Bedford LloydDirk GalubaSonny DawsonJ.C. QuinnPierre Peters-ArnoldsDirk Galuba (SE)Lisa ‚One Night‘ StandingKimberly ScottEva KinskyGerard KirkhillKen JenkinsMichael GahrBendixChris ElliottUlrich FrankBodo Wolf (SE)BarnesMichael BeachFabian von KlitzingReporter Bill TylerWilliam WisherPierre Peters-ArnoldsStefan Fredrich (SE)BauarbeiterThomas F. DuffyUwe Jellinek (SE)Dr. BergMichael ChapmanDeMarcoJ. Kenneth CampbellRandolf KronbergExecutiveBrad SullivanNorbert GastellFähnrich MonkAdam NelsonUlf-Jürgen WagnerJörg Döring (SE)KapitänPeter RatrayUlf Jürgen SöhmischLastwagenfahrerChris AnastasioFrank-Otto Schenk (SE)Leland McBrideJimmie Ray WeeksReinhard GlemnitzLew FinlerCaptain Kidd Brewer Jr.Willi RöbkeNachrichtensprecherJoe FaragoGerd RigauerAndreas Thieck (SE)NachrichtensprecherMarcus K. MukaiAndreas Hosang (SE)NavigatorFrank LloydFlorian Halm (SE) – Sprecher der Special Edition

Michael Biehn spielte unter Cameron bereits 1984 in Terminator und 1986 in Aliens einen Protagonisten, hier dann den Antagonisten. Auch in Das siebte Zeichen spielt Michael Biehn eine Hauptrolle. Der Darsteller von Lew Finler starb am 22. Mai 1990 – rund neun Monate nach der Filmpremiere. In der Special Edition wurde im Abspann deshalb diese Widmung hinzugefügt: „This film is dedicated to the memory of Captain Pierce Oliver Kidd Brewer Jr.“

Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Cine adaption, Dialogregie führte Pierre Peters-Arnolds nach eigenem Dialogbuch.

Unterwasserdreh Die Schauspieler und das Filmteam trainierten eine Woche lang Tauchen auf den Kaimaninseln. Dies war notwendig, da 40 % aller Action-Aufnahmen unter Wasser stattfanden. Camerons Filmstudio musste dafür neue Geräte und Ausstattung entwickeln und fertigen, so etwa ein modernes Kommunikationssystem, mit dem der Regisseur auch unter Wasser mit Schauspielern sprechen und deren Dialoge aufzeichnen konnte. Cameron plante ursprünglich auf den Bahamas zu drehen, wo die Geschichte angesiedelt ist. Der Regisseur erkannte, dass er aufgrund der umfangreichen Stunts und Spezialeffekte vollständige Kontrolle über die Kulissen und das Filmset benötige. Er erwog den Film auf Malta zu drehen, wo der größte ungefilterte Wassertank steht, doch dieser genügte den Anforderungen nicht.

Der Film wurde letztlich im Rohbau des Atomkraftwerks Cherokee in Gaffney (South Carolina) gedreht, dessen Fertigstellung abgebrochen wurde, nachdem ein örtliches Energieversorgungsunternehmen bereits 700 Millionen US-Dollar investiert hatte. Die Unterwasser-Szenen wurden in zwei speziell konstruierten Tanks gedreht. Der erste Tank fasste 34,1 Millionen Liter Wasser, war 16,7 Meter tief, 63,7 Meter breit und zu diesem Zeitpunkt der größte filternde Süßwassertank der Welt. Um den Einfall von Tageslicht zu verhindern, wurde der Tank in einigen Metern Höhe mit einer schwarzen Plane abgedeckt. Da diese Plane von der Witterung am Drehort jedoch teils arg mitgenommen war, mussten in vielen Szenen Nachtdrehs anberaumt werden. Zusätzlich wurden schwarze Kunststoffkügelchen ins Wasser gegeben, damit die Wasseroberfläche, auf der diese schwammen, von unten gefilmt nicht reflektierte.

Zusätzliche Szenen wurden im zweiten Tank gedreht, welcher ein Fassungsvermögen von 11,4 Millionen Liter hatte. Noch während das Produktionsteam den Tank bemalte, ließ man Millionen Liter Wasser hineinfließen. Nach fünf Tagen war dieser gefüllt. Die Rig wurde an einem 90.000 kg schweren Betonsockel am Grund des Tanks befestigt. Sie bestand aus sechs unvollständigen und vollständigen Modulen, welche innerhalb von sechs Jahren geplant und gefertigt wurden.

mini|Johnson Sea Link Die beiden Wasserfahrzeuge Flatbed und Cab One wurden extra für den Film von Can-Dive Services Limited hergestellt, einem kommerziellen kanadischen Tauchunternehmen, welches auf Tauchsysteme und Unterwassertechnologie spezialisiert ist. Bei einem der im Film verwendeten Arbeits-U-Boote handelte es sich um ein Boot vom Typ Johnson Sea Link. Der Bau des Sets für Camerons Großproduktion kostete zwei Mio. US-Dollar.

Spezialeffekte