Bormio (; altes deutsches Exonym: Worms im Veltlin, ) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit Einwohnern (Stand ) in der Provinz Sondrio (Region Lombardei).
Geographie mini|Lage der Gemeinde Bormio in der Provinz Sondrio
Bormio liegt rund 200 km nordöstlich von Mailand und 65 km von der Provinzhauptstadt Sondrio entfernt. Sie ist der Hauptort des oberen Veltlins und befindet sich auf am Oberlauf des Adda und bedeckt eine Fläche von etwas über 41 km². Der Ort liegt in einem Talkessel, in dem von Nordwesten das Valdidentro, von Norden das Valle del Braulio, von Osten das Valfurva und von Süden das Valdisotto zusammenlaufen.
Die Nachbargemeinden sind Valfurva, Valdisotto, Valdidentro, Stilfs und Val Müstair (CH-GR).
Bemerkenswert ist auch der Monte Braulio, zitiert in den Historiae (Tacitus) als Alpenpass in der Römerzeit.
Geschichte mini|Karte des Ortszentrums mini|Ortsteilansicht von Bormio, 1909 Die Grafschaft Bormio gehörte von 1512 bis 1797 zu den sogenannten Untertanenlanden der Drei Bünde, die ihrerseits ein Freistaat auf dem Gebiet des heutigen schweizerischen Graubünden waren. An die Spitze der Grafschaft stellten die Bündner einen Podestà mit zweijähriger Amtsdauer. Bormio war in gerichtlicher, legislativer und administrativer Hinsicht anders organisiert als der untere Teil des Veltlins: es genoss mehr Freiheiten und litt weniger unter der Verwaltung der Bündner. Seine Schwefelthermen (schon von Plinius dem Jüngeren und Cassiodor erwähnt) und die Frühlingsbadefahrten nach Bormio haben im 16. und 17. Jahrhundert in der Schweiz großen Anklang gefunden. Während der Bündner Wirren litt es stark unter den militärischen Operationen, da die Wiedereroberungsversuche der Bündner meist mit einem Angriff auf Bormio begannen (Zug der Berner und Zürcher 1620, Wormserzug 1621, Eroberung des Veltlins durch Henri II. de Rohan 1635). 1797 wurde Bormio Teil der Cisalpinischen Republik und gehört seither zur Lombardei, deren Geschichte sie fortan erst unter den Habsburgern und nach dem Zweiten Italienischen Unabhängigskrieg 1859 unter dem Haus Savoyen teilte.Bormio (PDF; 27 MB) auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz; abgerufen am 29. Juni 2017.
Bevölkerungsentwicklung
Verkehrsanbindung Zu erreichen ist Bormio aus dem Trentino über den Tonalepass und Gaviapass, vom Comer See durch das Veltlin sowie von Livigno über den Foscagno-Pass. Diese Routen sind ganzjährig befahrbar. Im Sommer ist Bormio auch vom schweizerischen Münstertal aus über den Umbrailpass und vom Vinschgau in Südtirol aus über das Stilfser Joch erreichbar.
Wirtschaft International bekannt ist Bormio als Wintersportort und als Thermalzentrum Bagni di Bormio. 1985 und 2005 fanden hier die Alpinen Skiweltmeisterschaften statt, jährlich gastiert auf der Pista Stelvio der Alpine Skiweltcup. Insgesamt gibt es 50 km präparierte Skipisten mit 16 Ski-Liften. Die längste Abfahrt ist 6 km lang.
Abbildungen
Gemeindepartnerschaften Bellpuig, Spanien Alpe d’Huez, Frankreich
Persönlichkeiten Abbondio Canclino (um 1460–nach 1504), Maler Antonio Canclino (um 1530–nach 1591), Maler Gioachimo Alberti (1595–1673), Podestà und zur Zeit der Kämpfe im Veltlin Hauptmann über das Kriegsvolk in Bormio Carlo Marni (1640–nach 1671), Künstler, Maler. Er schuf Historische und religiöse Gemälde. Eine Himmelfahrt der Maria in Brusio, Poschiavo und ein Gemälde von 1671 in der Pfarrkirche von CepinaCarlo Marni auf sik-isea.anton.ch/actors (italienisch) Alois Paul Trabucco (1744–1782), Mediziner Giuseppe Anselmo Pellicia (1775–nach 1840), Maler Erminio Sertorelli (1901–1979), Skilangläufer Stefano Sertorelli (1911–1995), Skisportler Camillo Valota (1912–1998), Pfarrer und Widerstandskämpfer gegen den Faschismus Giacinto „Cinto“ Sertorelli (1915–1938), Skiläufer Cesare Bianchi (* 1948), Kunstmaler, Illustrator Stefano Anzi (* 1949), Unternehmer und ehemaliger Skirennläufer Onofrio Russo (* 1953), Autorennfahrer Fausto Bormetti (* 1965), Skilangläufer Luigi Colturi (1967–2010), Skirennläufer Franco Colturi (* 1970), Skirennläufer Deborah Compagnoni (* 1970), Skirennläuferin Roberta Pedranzini (* 1971), Skibergsteigerin Nicola Franceschina (* 1977), Shorttracker Claudio Rinaldi (* 1987), Shorttracker Martina Valcepina (* 1992), Shorttrackerin
Literatur
Lorenz Joos: Bormio. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2, Biondetti_Brupbacher. Neuenburg 1921, S. 314; Digitalisat (PDF; 27 MB) abgerufen am 29. Juni 2017. Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 396–398. Lombardia – Touring Club Italiano. Touring Editore, Mailand 1999, ISBN 88-365-1325-5, Bormio books.google.ch
Weblinks
Bormio während des Ersten Weltkriegs Informationen über das Skigebiet Bormio [eng.] Bormio auf tuttitalia.it (italienisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Lombardei Kategorie:Ortler-Alpen Kategorie:Livigno-Alpen Kategorie:Nationalpark Stilfserjoch Kategorie:Ort als Namensgeber für einen Asteroiden