mini|295px|Braunfelser Stadtteile mini|Luftaufnahme 2007 mini| Schloss Braunfels – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Braunfels ist ein Luftkurort und eine Stadt im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Bekannt ist Braunfels für sein Schloss, das seit dem 13. Jahrhundert Sitz der Grafen von Solms ist.

Geografie Geografische Lage Die Stadt Braunfels liegt im östlichen Hintertaunus auf einer Höhe von etwa 240 Metern, 2 km südlich des Lahntals, 10 km westlich der Kreisstadt Wetzlar.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt 752 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Nachbargemeinden Braunfels grenzt im Nordwesten an die Stadt Leun, im Norden an die Stadt Solms, im Osten an die Gemeinde Schöffengrund, im Südosten an die Gemeinde Waldsolms (alle im Lahn-Dill-Kreis), im Süden an die Gemeinde Weilmünster sowie im Westen an die Stadt Weilburg und die Gemeinde Löhnberg (alle drei im Landkreis Limburg-Weilburg).

Stadtgliederung Die Stadt Braunfels gliedert sich in sechs Stadtteile. Neben der Kernstadt (6605) sind dies nordwestlich Tiefenbach (1094) sowie Bonbaden (1547) und Neukirchen (586) südöstlich. Im Süden liegen Philippstein (988) und Altenkirchen (794) (Einwohnerzahlen jeweils in Klammern, Stand 30. Juni 2022).Stadt Braunfels: „Braunfels in Zahlen“, abgerufen am 11. Oktober 2022.

Geschichte Mittelalter Stadt und Schloss Braunfels wurden im Jahr 1246 erstmals erwähnt – möglicherweise auch bereits 1245, dies ist auf dem Original der Urkunde nicht eindeutig zu erkennen. In erhaltenen Dokumenten späterer Jahre erschien die Schreibweise des Orts in folgenden Varianten (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Brunenvelsz (1245), Brunevels (1300), Brunfels (1428), zu Brunenfelße (1430–1431), Brunenfelsche (1453), Brunenfels (1453) und Brunffels (1479). Ab dem 16. Jahrhundert war es dann Braunfels.

Schloss Braunfels, aus einer im 13. Jahrhundert gegen die Grafen von Nassau errichteten Trutzburg hervorgegangen, diente ab ca. 1260 als Wohnburg der Braunfelser Linie der Herren zu Solms. Nach der Zerstörung der Burg Solms durch den Rheinischen Städtebund 1384 wurde die Burg Braunfels neuer Stammsitz der Grafen von Solms. In der mehr als 750-jährigen Baugeschichte der ehemaligen Burg fanden zahlreiche Umbauten statt. Im Stadtwappen ist das Wappentier der Grafen von Solms – steigender Löwe in den Farben Blau und Gelb – erhalten.

Unterhalb der Burg entstanden im 13. und 14. Jahrhundert drei Talsiedlungen, die sich, wehrhaft befestigt, als eine Art Vorburg um die Kernburg herum gruppierten. Tal (Belzgasse) und Vordertal (Schütt) lagen im Ostnordosten innerhalb der Stadtmauern, Hintertal (Burgweg) im Nordnordosten außerhalb der Mauern.Lt. Grundriß auf www.burgenwelt.org, abgerufen am 4. November 2025

Neuzeit 17. und 18. Jahrhundert Stadtrecht besitzt Braunfels seit dem Jahr 1607. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Braunfels fünfmal von feindlichen Truppen besetzt. Die Bevölkerung wurde durch Hungersnöte und Pest um 50 % reduziert. Am Ende setzte die Reformation sich in Braunfels wie im übrigen Gebiet des heutigen Lahn-Dill-Kreises durch.

Der Flächenbrand von 1679 vernichtete große Teile der Stadt und der zum Barockschloss ausgebauten Burg. Das Schloss wurde danach unter Verwendung der noch bestehenden Bausubstanz wieder aufgebaut und erweitert. Der Stadt wurde der vor den Stadtmauern liegende und bis heute erhaltene regelmäßige Marktplatz mit seinen umliegenden Straßenzügen hinzugefügt. Zahlreiche Fachwerkhäuser entstanden im Zuge des Wiederaufbaus Ende des 17. sowie im 18. Jahrhundert.

Vom Ausbau des Schlosses zur fürstlichen Residenz im 18. Jahrhundert profitierte auch die Stadt. Zünfte wurden gebildet, und es kam zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

19. Jahrhundert Der Reichsdeputationshauptschluss 1803 beendete die territoriale Selbstständigkeit der Fürsten von Solms. Die Besitzungen fielen an das Herzogtum Nassau und mit dem Wiener Kongress 1815 an das Königreich Preußen, dessen Geschichte Braunfels in der Folge teilte.

Während der Märzrevolution 1848 führten am 18. März tausende revolutionär gesinnte Bürger aus den umliegenden Ortschaften einen Sturm auf Braunfels durch, der jedoch am 15. April mit Hilfe des Preußischen Militärs niedergeschlagen wurde.W. Cornelius: Sturm auf Braunfels – Der Aufruhr im Solmser Land im April 1848. WNZ – Heimat an Lahn und Dill, Nr. 211 (1988). Dennoch wurden die Gerichte in Braunfels und Ehringshausen am 26. April dem Kreisgericht unterstellt und der Wetzlarer Landrat Anton Kessler übernahm am 6. Mai die Regierung in Braunfels.F. Wieber: Niederbiel – Heimatschrift zur Schuleinweihung am 10. Dezember 1960. Verlagsdruckerei Wetzlar, 1960.

Auf Braunfelser Territorium wurde im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts intensiv Eisenerzbergbau betrieben, siehe dazu Liste von Bergwerken im Lahn-Dill-Gebiet.

Am 27. Januar 1879 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Braunfels. In der Folge bildete sie mit den beiden Freiwilligen Feuerwehren Weilburg und Obertiefenbach den Löschbezirk Oberlahn im Feuerwehr-Verband für den Regierungsbezirk Wiesbaden, innerhalb dessen sie erstmals am 3. August 1890 in Obertiefenbach ihr Verbandsfest feierten.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Braunfels zur Kurstadt ausgebaut. Aus einer Milchkur-Anstalt und einem Kneipp-Bad entstanden Zug um Zug die heute noch bestehenden Kuranlagen.

20. Jahrhundert In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts teilt Braunfels die Probleme der globalen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung (Inflation und Arbeitslosigkeit in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus propagandistisch gestützte Beschäftigungsprogramme, im Zweiten Weltkrieg Einweisung von evakuierten und ausgebombten Familien in Notquartiere). In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Synagoge durch auswärtige SA- und SS-Leute zerstört. Aufgrund des Eingreifens von Nachbarn, des Bürgermeisters und eines Polizisten, die wahrscheinlich eine Gefahr für Nachbargebäude fürchteten, wurde sie nicht angezündet. Jugendliche eigneten sich Kultgegenstände an.Braunfels. auf Alemannia Judaica, aufgerufen am 11. Juli 2023.

Nach 1950 setzte der Wiederaufbau ein. Im Jahr 1957 beging die Stadt, die sich seit 1961 Luftkurort nennt, ihre 700-Jahr-Feier, die 1946 nachkriegsbedingt verschoben werden musste. Neue infrastrukturelle Einrichtungen, Wohnviertel und Sportanlagen entstanden in den 1960er und 1970er Jahren.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis die Stadt Braunfels und die Gemeinden Bonbaden, Neukirchen sowie Tiefenbach zur erweiterten Stadt Braunfels. Zum 1. Juli 1974 wurden die Gemeinden Philippstein und Altenkirchen im Zuge der Auflösung des Oberlahnkreises durch Landesgesetz nach Braunfels eingegliedert. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Braunfels sowie die Kernstadt wurde je ein Ortsbezirk gebildet.

Im Jahr 1981 wurde die Stadt Braunfels mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Weitere Prädikate für Naturschutz und Familienfreundlichkeit folgten. Seit 1994, zwei Jahre vor der 750-Jahr-Feier, gibt es die mittelalterlichen Festspiele Spektakulum als überregional beworbene Touristenattraktion.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Braunfels angehört(e):

vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Braunfels, Anteil der Grafschaft Solms, Amt Braunfels ab 1806: Herzogtum Nassau,Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Amt Braunfels1815: Abtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Braunfels). ab 1816: Königreich Preußen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Braunfels ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar1848: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung. ab 1866: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Landkreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Wetzlar ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Braunfels 10.763 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 1659 Einwohner unter 18 Jahren, 4212 zwischen 18 und 49, 2403 zwischen 50 und 64 und 2490 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 448 (4,2 %) Ausländer, von denen 219 aus dem EU-Ausland, 163 aus anderen europäischen Ländern und 69 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 12,0 % einen Migrationshintergrund. (Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 8,6 %.) Die Einwohner lebten in 5046 Haushalten. Davon waren 1812 Singlehaushalte, 1461 Paare ohne Kinder und 1257 Paare mit Kindern, sowie 414 Alleinerziehende und 102 Wohngemeinschaften. In 1206 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 3282 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Historische Religionszugehörigkeit • 1834: 1388 evangelische (= 94,3 %), 9 katholische (= 0,6 %), 6 mennonitische (= 0,4 %), 69 jüdische (= 4,7 %) Einwohner • 1961: 2363 evangelische (= 63,6 %) und 1248 katholische (= 33,6 %) Einwohner • 1987: 6298 evangelische (= 65,3 %), 2339 katholische (= 24,3 %), 1002 sonstige (= 10,4 %) Einwohner • 2011: 6000 evangelische (= 55,7 %), 2210 katholische (= 20,5 %), 2550 sonstige (= 23,7 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Braunfels erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 31,3 12 37,3 14 36,5 14 34,8 13 37,5 14 41,3 15 Bürger für Braunfels Bürger für Braunfels2021 und 2016: FDP/FWG 26,6 10 23,7 9 22,3 8 – – – – – – 15,4 6 21,8 8 29,4 11 30,7 11 32,6 12 35,2 13 UfB Unabhängige für Braunfels 14,4 5 – – – – – – – – 12,3 4 17,2 6 11,8 4 17,6 7 9,1 3 6,7 2 – – – – – – 11,0 4 12,3 5 9,8 4 – – – – – – 5,9 2 8,4 3 7,1 3 Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 51,2 49,5 47,5 43,5 45,9 52,5

Bürgermeister