mini|hochkant|Frank Zander (2009) Frank Kurt Zander (* 4. Februar 1942 in Berlin) ist ein deutscher Schlagersänger und Popmusiker, Moderator, Schauspieler und Synchronsprecher. Er hatte seinen Durchbruch 1974 mit dem Song Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein. Im selben Jahr veröffentlichte er Ich trink’ auf dein Wohl, Marie, gefolgt von Oh, Susi (Der zensierte Song) (1976).
Seinen kommerziellen Höhepunkt erreichte er 1981, als er unter dem Pseudonym Fred Sonnenschein mit Ja, wenn wir alle Englein wären einen Nummer-eins-Hit landete. 1990 erschien mit Hier kommt Kurt einer seiner bekanntesten Titel. Über sein künstlerisches Schaffen hinaus ist er für sein vielfältiges soziales Engagement bekannt, insbesondere für die seit 1995 jährlich in Berlin ausgerichtete Weihnachtsfeier für Obdachlose und Bedürftige.
Leben Frank Zander wurde 1942 im Berliner Bezirk Neukölln als Sohn der Hausfrau Erna und des AOK-Angestellten Helmut Zander geboren. Er ist seit Mai 1967 mit Evelyn (genannt „Evy“) verheiratet, mit der er seit dieser Zeit in einer Mietwohnung in Berlin-Charlottenburg lebt. Das Paar hat einen Sohn und pendelt zwischen Ibiza und Deutschland.Frank Zander: „Ich soll aus meiner Wohnung geekelt werden“. In: B.Z., 22. Juni 2020; abgerufen am 23. Juni 2020. Seinen ursprünglichen zweiten Vornamen Adolf ließ er amtlich durch Kurt ersetzen.Frank Zander: „Die Obdachlosenfeier trägt mich durch die Jahre“. In: Berliner Zeitung, 19. Dezember 2019.Frank Zander Steckbrief – auf einen Blick. In: schlagerplanet.comFrank Zander. In: gala.de.
Zanders Markenzeichen ist von Beginn seiner Karriere an die raue Stimme; sie ist die Folge einer nicht auskurierten Mandelentzündung Anfang der 1970er Jahre.70. Geburtstag: Frank Zander denkt noch nicht an Rente. bz-berlin.de; abgerufen am 4. Februar 2012. Er betätigt sich auch als Maler. Seine Bilder sind in Ausstellungen zu sehen und zu kaufen.
Wirken Musikalisch: 1973 bis 2023 Nach einer Ausbildung als Grafiker begann seine Karriere als Sänger und Gitarrist der Gloomy-Moon-Singers (später Gloomys). 1973 startete er seine Solokarriere und wurde bekannt mit Liedern wie Nick-Nack-Man, Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein (1974; 1975 in Österreich eine Woche lang auf Platz 1), Ich trink auf dein Wohl, Marie (1974, später gecovert von Screaming Lord Sutch) und Oh, Susi (der zensierte Song) (1976). 1977 erhielt er den Bronzenen Bravo Otto der Jugendzeitschrift Bravo.
Ab 1978 folgten unter dem Pseudonym Fred Sonnenschein und seine Freunde weitere Lieder wie Der kleine Finkenhahn. Die Freunde waren die Goldhamster Fritz, Rudi, Walter und Max. Bei Fernsehauftritten wurde Zander alias Fred Sonnenschein allerdings nur von zwei Hamsterfreunden, nämlich Fritz und Max, in Maskottchen-Kostüm begleitet, die sich mit ihm in den Liedern angeregt unterhielten oder ihm die Erzählerrolle überließen. Wie bei den gleichzeitig musikalisch populär gewordenen Schlümpfen wurden die Hamsterstimmen elektronisch aufbereitet. Dem Goldhamster Fritz lieh Hugo Egon Balder seine Stimme. In dieser Besetzung erhielt Zander eine erste Goldene Schallplatte für die Single Ja, wenn wir alle Englein wären (1981), die vier Wochen Nummer eins in Deutschland war. Das Lied ist eine Parodie auf den instrumentalen Sommerhit des Jahres, den Ententanz von den Electronica’s. Außerdem kam das Lied auf Platz 1 der österreichischen Charts sowie auf Platz 6 in den Schweizer Charts.
Danach war Zander noch mit zwei weiteren Coverversionen aktueller Hits erfolgreich, 1982 mit Da, da, da, ich weiß Bescheid, du weißt Bescheid (Original von Trio), das in den österreichischen und Schweizer Charts vertreten war,Da, da, da, ich weiß Bescheid, du weißt Bescheid, hitparade.ch und Anfang 1986 mit seiner Persiflage Jeannie (Die reine Wahrheit) auf Falcos Jeanny, die auch in die Schweizer und österreichischen Charts einstieg.Jeannie (Die reine Wahrheit), hitparade.ch 1989 gründete Zander gemeinsam mit seinem Sohn und Dieter Poen (Promoter bei Hansa Records 1977 bis 1989)Happy Birthday Dieter Poen! bei schmusa.de die Zett Records Produktion & Verlag GmbH.Über uns bei zett-records.de Im November 1989 brachte er unter dem des Kurt die Single Hier kommt Kurt heraus, das sich ebenfalls in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehrere Wochen in den Charts hielt.Hier kommt Kurt, hitparade.ch
Zander sang das deutsche Themenlied der Fernsehserie Teenage Mutant Hero Turtles und des Films Ein Fall für TKKG – Drachenauge. Für den Berliner Fußballclub Hertha BSC schrieb und sang Zander 1993 das Vereinslied Nur nach Hause (geh’n wir nicht), das vor und nach jedem Heimspiel von Hertha BSC gespielt wird. (Original: Sailing). Seit 1997 besingt Zander „ganz persönliche Geburtstags-CDs“ mit einem Geburtstagslied für einen bestimmten Vornamen. Das Konzept hierzu basiert auf den Geburtstags-Singles der Firma Bob Burrows, die Zander Mitte der 1980er Jahre einspielte. Für diese CD bekam er 2002 nach 250.000 verkauften Exemplaren eine weitere Goldene Schallplatte.Zett Records bietet CDs mit aufwändiger Ausstattung. Handgebranntes von Frank Zander. In: MusikWoche.de, 21. März 2002 mini|Frank Zander (2024) Sein Album Rabenschwarz (2004) – beworben mit „Das Ende des deutschen Schlagers“ – enthält Schlager wie Siebzehn Jahr, blondes Haar von Udo Jürgens, die im Stil von Rammstein gecovert wurden. Im Oktober 2005 erschien Rabenschwarz Teil 2, unter anderem mit einem Duett mit Nina Hagen. Neben Coverversionen sind auch Neuauflagen alter Zander-Songs wie Hier kommt Kurt oder Nachbar enthalten. Des Weiteren hat er mit dem Berliner Künstler Prinz Pi das Lied Meene Stadt aufgenommen, das auf dessen Album !DonnerwetteR! erschienen ist.
Im April 2007 erschien die Single Hier kommt Knut für den Eisbären Knut aus dem Berliner Zoo. Ende 2008 arbeitete er noch einmal mit Prinz Pi zusammen. Gemeinsam mit dem Produzenten Biztram entstand der Track Wo gehst du hin meine Schöne über die Zerstörung der Erde und die Selbstausrottung der Menschheit. Im Juni 2023 veröffentlichte er mit DJ Tomekk die Single Sommer in Berlin. 2023 kündigte Zander das Ende seiner Gesangskarriere an und trat im August 2023 zum letzten Mal als Sänger im Schlagerolymp auf.
Fernsehen Zwischen 1976 und 1980 trat Zander zusammen mit Helga Feddersen als Fernsehmoderator der Plattenküche auf. Ebenfalls mit Feddersen wirkte er zum Jahreswechsel 1977/78 in der Silvestershow Morgen ist heute schon gestern mit. Von 1979 bis 1980 trat er im WWF-Regionalprogramm in 30 Folgen von Heiße Tips in einer Doppelrolle als Willi Schussel und Dr. Besserwiss auf.
Später arbeitete Zander mit verschiedenen Kollegen in ARD-Sendungen wie Bananas (1981–1984), Spaß am Dienstag, Känguru, Sender Frikadelle (1986–1987) und einer Pilotfolge von Frankobella (mit Isabel Varell, 1987). Außerdem moderierte er die Musiksendungen Vorsicht, Musik! (ZDF, 1982–1984) und RTL Kinderhitparade (RTL plus, 1989–1992).Biografie. da-music.de, abgerufen am: 9. März 2015 Ferner spielte er mit Dieter Hallervorden 1986 in der ZDF-Fernsehserie Didi – Der Untermieter und 1989 in der ZDF-Comedyreihe Die Didi-Show mit. mini|Frank Zander (2010)
In einer Folge der Fernsehserie Das Erbe der Guldenburgs (ZDF, 1987–1990) spielte Zander 1989 eine Nebenrolle als Reporter; im Tatort: Der Hammer hatte er 2014 ebenfalls eine Nebenrolle. (Gastauftritt von Frank Zander)
Kino Er synchronisierte Asterix in der Neusynchronisation von Asterix der Gallier und Asterix – Sieg über Cäsar und übernahm außerdem eine kleine Synchronisationsrolle als Schmetterling im Zeichentrickfilm Das letzte Einhorn. 1997 synchronisierte Zander das Power-Tool in dem deutschen Zeichentrickfilm Die furchtlosen Vier.
In dem 2007 erschienenen deutschen Spielfilm Neues vom Wixxer spielte er eine kleine Rolle als Fred Fartwind. In der Verfilmung des Musicals Ich war noch niemals in New York spielte er 2019 in einer Nebenrolle einen langhaarigen Trucker.
Soziales Engagement und weitere Aktivitäten Seit 1995 organisiert Zander jährlich ein Weihnachtsessen für mittlerweile rund 2500 Obdachlose und Bedürftige in Berlin im Estrel-Hotel, für das er zahlreiche Unternehmen als Sponsoren gewinnen konnte. Zudem bieten Prominente ihre Hilfe an, die das Weihnachtsmenü servieren, das Unterhaltungsprogramm füllen oder Geschenke verteilen. Serviert werden alljährlich insgesamt etwa 3000 Gänsekeulen, 6500 Knödel, 850 kg Rotkohl und 250 Liter Soße. Für sein Engagement wurde er 2022 mit dem Verdienstkreuz erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 2024 gründete er die Frank-Zander-Stiftung für soziales Engagement.
Mit seinem Freund Olaf Schenk, dem Gastronom und Besitzer einer kleinen Imbisskette, entwickelte Zander in den 2020er Jahren einen besonderen Fischsnack, inspiriert durch seinen Namen: Zanderburger (Hamburger mit echtem Zander belegt). Zur Einführung dieser neuen Geschäftsidee verkaufte der Musiker im April 2025 die Kreationen in einem Reinickendorfer Imbiss.Dirk Krampitz: Frank Zander verkauft jetzt Zanderburger, Berliner Woche, 26. April 2025, S. 8. (online).
Diskografie
Auszeichnungen 2000 Berliner Bürgermedaille für besondere Verdienste für sein alljährliches Engagement für Obdachlose 2002 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, für sein soziales Engagement 2007 Berliner Ehrennadel für sein soziales Engagement für Obdachlose. Berliner des Jahres 2008 (Wahl der Leser der Berliner Morgenpost und der Hörer des Radiosenders 104.6 RTL) 2009 Wichernplakette des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz 2011 Das große Kleinkunstfestival Ehrenpreis 2012 Berliner Bär (Kategorie: Benefiz) 2012 Verdienstorden des Landes Berlin für sein soziales Engagement für Obdachlose 2014 smago! Award für sein vorläufiges künstlerisches Lebenswerk und soziales Engagement 2016 Verdienstorden des Landes Brandenburg für sein jährliches Weihnachtsessen mit Obdachlosen 2017 Neuköllner Ehrennadel für sein alljährliches Weihnachtsfest mit Bedürftigen, abgerufen am 17. Dezember 2017. 2020 Listen To Berlin Award (Rolf Budde Preis für Haltung) 2020: smago! Award für „25 Jahre Hertha-Hymne / 25 Jahre Obdachlosenfest“ 2021: smago! Award für „Social Media Award“ 2022: Schlager Radio, Preis für das Lebenswerk 2022: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein soziales Engagement 2024: Wilhelm-Wernicke-Ehrenpreis für soziales Engagement 2025: Ehrenpreis des Marketing Clubs Berlin für sein soziales Engagement und als Markenbotschafter der Stadt Berlin 2026: Großer Stern von Berlin - Ehrenpreis des Landessportbunds und des Stadtmagazins mein/4 für sein soziales Engagement
Synchronrollen (Auswahl) 1982: Schmetterling in Das letzte Einhorn 1984: Asterix in Asterix der Gallier 1985: Asterix in Asterix – Sieg über Cäsar 1990: Eddie in Kuck mal, wer da spricht 2 1992: Vielfraß in FernGully – Christa und Zaks Abenteuer im Regenwald 1993: Rocks in Kuck mal, wer da jetzt spricht 1997: Powertool (Gesang) in Die furchtlosen Vier
Weblinks
frank-zander.de Obdachlosenfest mit Frank Zander paths.to Seite von Frank Zander
Einzelnachweise
Kategorie:Schlagersänger Kategorie:Fernsehmoderator (Deutschland) Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Synchronsprecher Kategorie:Labelbetreiber Kategorie:Musikverleger Kategorie:Person (Hertha BSC) Kategorie:Stifter Kategorie:Träger der Krone der Volksmusik Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Berlin Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Brandenburg Kategorie:Musiker (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Mann