mini|Lukas A. Huber (2023) Lukas Alfons Huber (* 4. Juli 1961 in Wien) ist ein österreichischer Arzt, Zellbiologe und Universitätsprofessor an der Medizinischen Universität Innsbruck. Er ist Mitgründer des Austrian Drug Screening Instituts ADSI, Gründer des Zentrums für personalisierte Krebsmedizin Oncotyrol in Innsbruck und leitet als Gründungsdirektor das Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck. Außerdem fungiert Huber als wissenschaftlicher Leiter des ADSI und Oncotyrol.

Leben und Wirken Huber entstammt einer Ärztefamilie aus Schwaz in TirolRückkehr mit ehrgeizigen Plänen Newsbeitrag zur Berufung Hubers vom 28. August 2002; Website der Universität Innsbruck. Abgerufen am 4. Januar 2016 und nach dem Besuch des humanistisch bischöflichen Gymnasiums Paulinum studierte er Medizin in Innsbruck. Sein erster und bedeutsamer Lehrer war Georg Wick, bei dem er 1990 über die „Immunregulatorische Rolle von Lipoproteinen“ promovierte. Danach ging er als PostDoc nach Heidelberg zu Kai Simons an das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL), wo er die Rolle von kleinen GTP-bindenden Proteinen (Rab-Proteine) im polarisierten Proteintransport in Epithelien und Neuronen untersuchte. Drei Jahre später nahm er eine Stelle als Maître-Assistant an der Universität Genf an und arbeitete im Labor von Jean Gruenberg an der Rolle von Motorproteinen in der Endozytose. Nach Österreich kehrte er 1996 zurück. Zunächst leitete er am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie in Wien seine eigene Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt der Signaltransduktion am Endosom, dann folgte er dem Ruf an die Medizinische Universität Innsbruck, wo er seit 2002 ordentlicher Professor und Direktor der Abteilung für Zellbiologie ist. An der Medizinischen Universität Innsbruck war und ist er in zahlreichen Ämtern und Funktionen tätig, unter anderem als Gründungsdirektor des Biozentrums"Der Westen will im Wettbewerb mithalten" Website der Tageszeitung Der Standard, Interview von Klaus Taschwer mit Lukas Huber. Artikel vom 29. Januar 2008. Abgerufen am 4. Januar 2016., als Mitglied des Senats, Mitglied der Ehrungskommission, Leiter der Forschungsinfrastruktur-KommissionZusammensetzung der Infrastrukturkommission der Medizinischen Universität Innsbruck; Website der Medizinischen Universität Innsbruck. Abgerufen am 4. Januar 2016., im Vorstand des Integrated Research and Therapy Centers (ITFZ) und als Vorsitzender der Ilse und Helmut Wachter Stiftung. Webseite der Ilse & Helmut Wachter-Stiftung. Abgerufen am 4. Januar 2016. Seine thematischen Schwerpunkte in nationalen und internationalen Groß- und Verbundprojekten liegen in der Proteomik"Den nächsten Geheimnissen des Lebens auf der Spur" Artikel im Standard vom 31. Mai 2003 von Andreas Feiertag. Abgerufen am 4. Januar 2016., der molekularen und zellbiologischen Krebsforschung sowie in der translationalen OnkologieZeitschrift Spektrum Onkologie Sonderausgabe personalisierte Medizin, Artikel von Lukas Huber „Translationale Forschung für personalisierte Medizin“ S. 32–34, Medmedia Verlag . Abgerufen am 4. Januar 2016. () und dem Drug ScreeningZeitschrift Spektrum Onkologie, Artikel Hubers: „Early Drug Screening“, vom 16. Oktober 2014, S. 97–99, Medmedia Verlag. Abgerufen am 4. Januar 2016. (online). Er leitete die österreichische Proteomik-Plattform (Austrian Proteomics Platform APP)„Der Standard“ vom 14. März 2003, „Proteomik-Plattform gegründet“ (online). Abgerufen am 4. Januar 2016. als Teil des nationalen Genom-Forschungsprogramms GEN-AU sowie den Sonderforschungsbereich 021 „Cell proliferation and Cell death in Tumours“Website der Universität Innsbruck: „Neuer Spezialforschungsbereich genehmigt“ vom 9. Oktober 2003 und "Life Science-Standort weiter gestärkt" vom 9. Dezember 2010 zur Verlängerung des SFBs Abgerufen am 4. Januar 2016. des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung FWF. Er initiierte und koordinierte das internationale Krebsforschungsprojekt Growthstop„Der Standard“ zum EU FP6 Projekt Growthstop "Therapie jenseits des Schlüssel-Schloss-Prinzips" von Andreas Feiertag 26. Mai 2010 S. 22 (online). Abgerufen am 4. Januar 2016. zum programmierten Zelltod in Tumoren, das im 6. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission stattfand und war Projektleiter im internationalen Myelom-Forschungsprojekt OPTATIOOPTATIO Projekt auf der Webseite der Europäischen Kommission Forschungsinformationsdienst (Community Research and Development Information Service CORDIS) Abgerufen am 4. Januar 2016. des 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramms. Seit 2009 ist er wissenschaftlicher Leiter des Zentrums für personalisierte Krebsforschung Oncotyrol, einem COMET-Zentrum (K1) der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG).Webseite der Medizinischen Universität Innsbruck zu Hubers Ernennung als Chief Scientific Officer des Krebsforschungszentrums Oncotyrol Abgerufen am 4. Januar 2016. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs engagiert sich Huber im FWF Doktoratskolleg Molecular Cell Biology and Oncology MCBO. Abgerufen am 4. Januar 2016.

Nachdem er einen Ruf an die Universität Dublin abgelehnt hatte, gründete Huber 2012 gemeinsam mit Günther Bonn das Austrian Drug Screening Institute (ADSI) in InnsbruckChemiereport, Verlag Josef Brodacz, „Mehr als Hits und Leads“ zum Start des Austrian Drug Screening Institutes von Georg Sachs, 28. Dezember 2012 S. 44f (online), das die beiden Forscher gemeinsam leiten.Der Standard zum Start vom Austrian Drug Screening Institute vom 28. November 2012. „Das Wertvolle aus der Pflanze holen“ von Jutta Berger (online) Das ADSI durchforstet insbesondere Pflanzenextrakte auf ihre MedikamentenwirkungDie Presse: „Was Pflanzen für die Pharmazie leisten“ zum Austrian Drug Screening Institute vom 17. Oktober 2015 von Veronika Schmidt (online) und setzt dafür Massenspektrometrie sowie automatisiertes Drug Screening an lebenden Zellkulturen ein.Die Presse: „Das Plattenhotel im Zauberkasten“ vom 17. Oktober 2015 zum automatischen Screening von menschlichen Zellkulturen im Austrian Drug Screening Institute von Veronika Schmidt (online)

Lukas Huber ist Senior Editor der Fachzeitschriften Proteomics, Proteomics Clinical Applications und FEBS Letters, Current Signal Transduction TherapyWebseite der Fachzeitschrift Current Signal Transduction Therapy Editorial Board und Review Editor für Frontiers Cell and Developmental BiologyWebseite der Fachzeitschrift Frontiers in Cell and Developmental Biology und ist Mitherausgeber eines Fachbuchs über kleine GTPasen.Weblink zum Fachbuch "Guidebook to the Small GTPases, Herausgeber Marino Zerial & Lukas A. Huber, Sambrook & Tooze Publications, ISBN 978-0-19-859944-9 Er war und ist in verschiedenen wissenschaftlichen Beratungsgremien tätig, unter anderem für die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung und für das bayerische Genomforschungsnetzwerk Baygene.

Während der Corona-Krise hat Huber einen eigenen YouTube-Kanal erstellt, auf dem die Zellbiologievorlesungen und das Histologiepraktikum der Medizinischen Universität Innsbruck wöchentlich live gestreamt wurden. Der Kanal wird auch weiterhin für Streams von Lehrveranstaltungen genutzt.

Forschung Lukas Hubers Forschungsresultate wurden in mehr als 150 wissenschaftlichen Fachartikeln veröffentlichtPubmed-Einträge Hubers, die mehr als zehntausendmal zitiert wurden.Zitationseinträge Lukas Huber (Google Scholar) Seine Grundlagenforschung hat auf dem Gebiet der SignaltransduktionDer Standard: „Mechanismus der Signalübertragung in Zellen aufgeklärt“, 6. Dezember 2002 (online) wichtige Erkenntnisse geliefert. Lukas Huber verwendet zellbiologische und proteomische Methoden wie die mit der Massenspektrometrie gekoppelte Tandem Affinity Purification. Von klinischer Bedeutung sind insbesondere seine Beiträge zur Erforschung der Mikrovillus-EinschlusserkrankungWebseite der Medizinischen Universität Innsbruck zu Lukas Hubers Beitrag zur Erforschung der Mikrovillus Einschlusserkrankung anlässlich aktueller Publikation im Journal of Cell Biology, einer angeborenen lebensbedrohlichen Durchfallerkrankung von Babys und Kleinkindern. Hubers Forschung trägt aber auch zum grundlegenden Verständnis der Immunologie bei, insbesondere in der Zusammenarbeit mit dem Innsbrucker Immundermatologen Nikolaus RomaniWebseite der Medizinischen Universität Innsbruck zu den Ergebnissen der Zusammenarbeit von Nikolaus Romani und Lukas Huber, zur Krebsentstehung (Karzinogenese)Der Standard: „Lichtblick für Leukämie-Patienten“, 23. Oktober 2014 (online), zu ZellwachstumDie Presse zu gemeinsamer Forschung mit Giulio Superti-Furga (online) und -wanderung (Zellmigration)Webseite der Medizinischen Universität Innsbruck zu neuen Forschungsergebnissen Hubers zum Thema Zellwanderung und bietet Ansatzpunkte für die Arzneimittelentwicklung.Die Presse: „Krebstherapie: Signale blockieren“ von Jürgen Langenbach, 27. Juli 2004 (online) Hubers besonderes Interesse gilt endosomalen Signalproteinkomplexen.Beispielhafter Übersichtsartikel D. Teis, Huber L.A. „The odd couple: signal transduction and endocytosis“ (2003) Cell and Molecular Life Sciences 60 (2020–2033), für weitere Originalliteratur siehe Abschnitt „Literatur“ Huber erforscht die Aufgaben von Gerüst- und Adaptorproteinen, insbesondere den LAMTOR-Komplex, den Hubers Forschungsteam als Verband aus fünf derzeit bekannten Gerüst- und Regulatorproteinen identifiziert und dessen dreidimensionale Struktur aufgeklärt hat. Dieser Komplex koordiniert Zellteilung, Zellwachstum, Zelltod und Zellwanderung, indem er die Signalwege MAPK und mTorC bindet und steuert.

In Kooperation mit ASCENION München leitet Huber ein präklinisches Programm, dessen Ziel die Entwicklung eines CdK-Inhibitors zur Behandlung des multiplen Myeloms ist.

Auszeichnungen und Ehrungen 1990 Hoechst Preis 1995 Johnson and Johnson Focused Giving Grant 1995 Forschungspreis Deutsche Gesellschaft für Zellbiologie 1996 Dr. Johannes Tuba Preis für Alternsforschung 2007 CAST Technology AwardWebseite der Universität Innsbruck zum CAST Technology Award 2010 österreichischer Vertreter und Mitglied im Lenkungsausschuss des European Science Foundation (ESF) Programms Frontiers of Functional GenomicsWebseite der European Science Foundation 2012 Ruf an die University College Dublin als Professor und Direktor Systems Pharmacology – abgelehntWebseite der Medizinischen Universität Innsbruck: „Spitzenforscher Lukas Huber bleibt Life Sciences-Standort Tirol erhalten“ 2013–2015 österreichischer Vertreter IARC Scientific Council (WHO) 2014 Vizepräsident österreichische Gesellschaft für molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) 2015–2019 Mitglied Advisory Board Max Planck Institut für Infektionsforschung Berlin 2018–2022 Präsident Österreichische Gesellschaft für Molekulare Biowissenschaften und Biotechnologie (ÖGMBT) 2022 Mitglied der Academia EuropaeaEintrag auf der Internetseite der Academia Europaea

Weblinks Forschungsbericht des Instituts für Zellbiologie 2024 (Medizinische Universität Innsbruck) Lukas A. Huber im Expertenverzeichnis der Medizinischen Universität Innsbruck

Einzelnachweise

Kategorie:Zellbiologe Kategorie:Hochschullehrer (Medizinische Universität Innsbruck) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Universität Innsbruck Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1961 Kategorie:Mann