Theobald Simon (* 20. Februar 1847 in Bitburg; † 11. Oktober 1924 ebendaTrierer Biographisches Lexikon, Koblenz 2000, S. 436) war ein deutscher Unternehmer und Brauer.
Leben Simon wurde als Sohn des Kyllburger Brauers Ludwig Bertrand Simon (1813–1869) und seiner Frau Elisabeth Wallenborn (1819–1891) geboren. Elisabeth war die Tochter von Johann Peter Wallenborn, dem Gründer der Bitburger Brauerei. Simon hatte sieben Geschwister. Er wurde als Brauer ausgebildet und unternahm dabei mehrere Auslandsreisen (unter anderem in die USA und den vorderen Orient), um sein erworbenes Fachwissen sowie neue Technologien in der praktischen Anwendung zu erleben. Dabei knüpfte er viele Kontakte für seine spätere Arbeit. 1871 trat er in das elterliche Unternehmen ein. Ab 1876 hatte er die alleinige Geschäftsführung des noch kleinen Unternehmens und baute dies stark aus. Simon modernisierte den Betrieb und brachte ihn auf den Stand der Zeit.
1891 überstieg die Produktion erstmals 10.000 Hektoliter. Er richtete eine neue Gär- und Lagerkeller-Anlage ein, um so auf untergäriges Bier umzustellen. Weitere technische Neuerungen unter Simon waren der Neubau des Sudhauses, der Einsatz von Dampf- und Kältemaschinen, die Elektrifizierung des Betriebes sowie die Einrichtung eines Tiefbrunnens 1909 für das Brauwasser. Nachdem Bitburg an das Schienennetz angeschlossen wurde, zeigte er wieder unternehmerischen Weitblick, als er 1910 isolierte Eisenbahnwagen erwarb. Bitburger Pils konnte so aus der Randlage in der Eifel dank der Kühlung im gesamten Deutschen Kaiserreich vermarktet werden. Simon war auch im Bereich des Marketing innovativ und erkannte ab 1909 das Werbepotential des Bierdeckels und von Werbekampagnen in überregionalen Zeitungen. 1913 konnte Simon vor dem Reichsgericht in Leipzig die Klage der Pilsener Brauerei, die ihm die Verwendung der Markenbezeichnung Pils untersagen wollte, erfolgreich für sich entscheiden. Simon bereitete seine Nachfolger, die Söhne Josef (1879–1947) und Bertrand (1882–1958), sorgfältig vor. Sie folgten der Firmenphilosophie des Vaters in Bezug auf neue Technik. So geht das Patent auf den Simon-Späner, mit dem das reifende Bier mithilfe von Metallspänen geklärt wird, auf seinen Sohn Bertrand zurück.
Simon und seine Nachfolger engagierten sich in politischen und wirtschaftlichen Ämtern sowie im sozialen Bereich. Bis zum Ausscheiden von Axel Th. Simon als technischem Geschäftsführer zum 1. Januar 2007 war die Leitung der Brauerei immer durch Träger des Namens besetzt. Die siebte Familiengeneration in der Leitung trägt nicht mehr den Namen Simon, sondern Niewodniczanski. Sein Enkel in der fünften Generation der Leitung trug ebenfalls den Namen Theobald (1906–1978). Nach ihm ist auch der gleichnamige Kunstpreis benannt.
Auszeichnungen und Ehrenämter Delegierter der Trierer Handelskammer (seit 1892) Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Bitburg Ehrenbürger der Stadt Bitburg (1922) Kreistagsabgeordneter (seit 1890) Stadtverordneter (seit 1890) Kommerzienrat (seit 1910)
Weblinks Simon in der Deutsche Biographie, abgerufen am 23. Dezember 2015 Giganten der Biergeschichte: Theobald Simon Landschaftsverband Rheinland: Brauereidynastie Familie Simon, abgerufen am 23. Dezember 2015 „Ehrenbürger der Stadt Bitburg“, Internetauftritt der Stadt Bitburg, abgerufen am 23. Dezember 2015 Einzelnachweise
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