mini|rechts|Voltaire Foundation, University of Oxford (UK), 99 Banbury Road

Die Voltaire Foundation (Vf) ist eine literaturwissenschaftliche Stiftung. Sie gilt als das weltweit führende Studien- und Forschungszentrum zur Literatur des 18. Jahrhunderts, also des Zeitalters der Aufklärung. Seit den 1970er Jahren ist sie an der renommierten University of Oxford angesiedelt.

Ihr Gründer war der Voltaire-ForscherThe Founder (Der Gründer) Theodore Besterman.

Seit 1997 ist Nicholas Cronk, Professor für französische Literatur an der University of Oxford, Direktor der Voltaire Foundation. Zum 1. Oktober 2026 wird ihm Thomas Wynn, Professor für französische Literatur an der University of Durham, als Direktor nachfolgen.

Nicholas Cronk sind zwei wichtige Erfolge der Vf zu verdanken. Zum einen hat er die Herausgabe der kritischen Gesamtausgabe der Werke Voltaires „(OCV) Œuvres complètes de Voltaire“ beschleunigt und vollendet. Zum andern leitete er die Digitalisierung ein.Digital Voltaire

Seit Januar 2026 sind die 205 Bänder der „OCV“ vollständig digitalisiert und über einen kostenpflichtigen Zugang – mit Suchmaschine – online konsultierbar.Read and explore Voltaire’s works in the first ever digital scholarly edition – Oxford University Voltaire Aufgabenfelder der Vf Zu den Aufgaben der Voltaire-Stiftung gehört vor allem die Edition der ersten vollständigen historisch-kritischen Druckausgabe der gesamten Werke Voltaires, der Œuvres complètes de Voltaire (OCV), der Complete Works of Voltaire, in chronologischer Anordnung und mit allen Textvarianten.

Im Jahre 1968 initiierte der Gründer der Stiftung, Theodore Besterman, dieses verlegerische MonumentalprojektHaydn Mason: Histoire de la Voltaire Foundation – Theodor Besterman. mit dem Band OCV 81: Notebooks I.

Im April 2022 wurde nach 55 Jahren philologischer Arbeit (1968–2022) die Edition der Œuvres complètes de Voltaire (OCV) abgeschlossen.The Complete works of Voltaire are complete – in 205 volumes! auf dem Server der Voltaire Foundation, University of Oxford. Die vollständige gedruckte Gesamtausgabe zählt nun 205 Bände:

Edition einer historisch-kritischen Gesamtausgabe der Werke Voltaires (OCV) mini|Nach 54 Jahren Editionsarbeit der Vf: „Les Œuvres Complètes de Voltaire (OCV)“, in 205 Bänden (1968–2022). Seit 2026 digital im WEB konsultierbar. Die philologischen Mängel der drei Voltaire-Werkausgaben des 18. und 19. Jahrhunderts – der 70-bändigen Kehl-Edition (1783–1789), der 72-bändigen Beuchot-Edition (1828–1840) sowie der 52 Bände umfassenden Edition von Moland (1877–1885), welche alle zu Unrecht das Attribut vollständig im Titel trugen, veranlassten Theodore Besterman, das gewaltige Projekt einer vollständigen historisch-kritischen Ausgabe der Werke Voltaires – in chronologischer Reihenfolge – zu verwirklichen.

Im Jahre 1968 begann Theodore Besterman dieses editorische Monumentalprojekt, Œuvres complètes de Voltaire (OCV) / The Complete Works of Voltaire mit der Herausgabe des Bandes 81: Voltaires Notebooks 1. Auch die Bände OCV 81, 82, 85–135 wurden von Theodore Besterman persönlich bearbeitet.

Im April 2022 wurde nach 55 Jahren philologischer Arbeit (1968–2022) die Print-Edition der Œuvres complètes de Voltaire (OCV) abgeschlossen.The Complete works of Voltaire are complete – in 205 volumes! auf dem Server der Voltaire Foundation, University of Oxford. Das gedruckte Gesamtwerk umfasst 205 Bände. Der Direktor der Stiftung beschleunigte die Digitalisierung und sorgte für die Online-Verfügbarkeit der OCV.

Seit Januar 2026 liegt die 205 Bände umfassende Gesamtausgabe „OCV, Œuvres complètes de Voltaire“ (Oxford, Voltaire Foundation, 1968–2022), vollständig digitalisiert vor und kann probeweise kostenlos online eingesehen werden.Digitale Ausgabe der 205 Bände online

Unter Oxford University Voltaire, The best scholarly edition of all Voltaire ermöglicht seit Januar 2026 eine spezielle Website, alle 205 Bände einschließlich des kritischen Apparates zu durchsuchen.Read and explore Voltaire’s works in the first ever digital scholarly edition.

Kritische Edition der Korrespondenz Voltaires Die Edition der Korrespondenz Voltaires füllt 51 BändeTheodore Besterman (Hrsg.): Correspondence [of Voltaire] and related documents, definitive edition, I–LI (51 Bände). In: Œuvres complètes de Voltaire (OCV). Bände 85–135. Voltaire Foundation, Oxford 1968–1977, ISBN 978-0-7294-0049-7. der 205-bändigen Referenzausgabe sämtlicher Werke Voltaires, der Œuvres complètes de Voltaire (OCV),Liste aller 205 Bände der Œuvres complètes de Voltaire, Voltaire Foundation (Vf), University of Oxford 1968–2022, ISBN 978-0-7294-1236-0. ediert von der Voltaire Foundation in Oxford (1968–2022).

Im Bereich der digitalen Edition ist Voltaires vollständige Korrespondenz für Abonnenten von Electronic EnlightenmentElectronic Enlightenment im Volltext online abrufbar.

Herausgabe einer akademischen Monographie-Reihe: SVEC Des Weiteren führt die Voltaire-Stiftung die im Jahre 1955 von Theodore Besterman als Leiter des Institut et Musée Voltaire in Genf, in Les Délices, begonnene Herausgabe der geisteswissenschaftlichen Monographie-Reihe Studies on Voltaire and the Eighteenth Century (SVEC)SVEC unter dem neuen Titel: Oxford University Studies in the EnlightenmentOxford University Studies in the Enlightenment fort. Bis 2021 sind 600 Bände dieser Forschungs-Reihe erschienen.

Herausgabe der vollständigen Korrespondenz Jean-Jacques Rousseaus Die Voltaire Foundation ermöglichte dem britischen Romanisten Ralph Alexander Leigh die Edition der vollständigen Korrespondenz Jean-Jacques Rousseaus: 52 Bände, Publikationszeitraum 1965–1998, mehr als 7000 Briefe.Jean-Jacques Rousseau's correspondence – auf dem Server der Vf

Kurze Geschichte der Voltaire Foundation (Vf) Unumstrittener Gründervater der Voltaire Foundation war der Engländer polnischer Herkunft Theodore Besterman, führender Bibliograph des 20. Jahrhunderts, Voltaire-BiographFrançois Bondy: Wort vom obersten Voltairologen. Rezension Bestermans Voltaire-Biographie. In: Zeit online. 9/72. und unermüdlicher Herausgeber der überaus umfangreichen Korrespondenz Voltaires in 50 Bänden:Correspondence and related documents. definitive edition, 50 Bände, Theodore Besterman, in: Œuvres complètes de Voltaire (OCV). Bände 85 bis 135, Publikationszeitraum 1968–1977, ISBN 978-0-7294-0049-7.

mini|Institut et Musée Voltaire, aux Délices, Genf

Im Jahre 1929 erwarb die Stadt Genf Voltaires ehemaliges Landgut Les Délices, auf dem der «philosophe» von 1755 bis 1760 mit seiner Nichte und Geliebten, Madame Denis (Marie-Louise Mignot, Tochter Voltaires Schwester Marguerite-Catherine Arouet),Die lustige Nichte. In: Der Spiegel. 1/1958. gewohnt hatte, und wo er 1756 das berühmte Gedicht Poème sur le désastre de Lisbonne (Gedicht über die Katastrophe von Lissabon) verfasst hatte.

Theodore Besterman, der seit seiner Kindheit von Voltaire fasziniert war, hatte sich eine große Privatsammlung von Voltairiana (alte Ausgaben, Original-Manuskripte …) aufgebaut. Anfang der 1950er Jahre trat er in Verhandlungen mit der Stadt Genf und unterbreitete den Vorschlag, in Les Délices ein Voltaire-Forschungszentrum, ein Institut et Musée Voltaire zu gründen.le Musée Voltaire Im Gegenzug würde Besterman dem neugegründeten Museum seine Voltaire-Sammlung übereignen. Die Stadt Genf ging auf den Vorschlag ein. 1954 öffnete das Museum und Theodore Besterman wurde zum Instituts- und Museumsleiter auf Lebenszeit ernannt.Aurélie Julia: Voltaire à Oxford: The Voltaire Foundation. In: Revue des Deux Mondes. 10/2011 (französisch),

In diesem Museum und Institut in Genf begann Besterman sein immenses verlegerisches Projekt, eine kritische Ausgabe von Voltaires außerordentlich umfangreicher Korrespondenz, welche in der definitive edition (OCV Bände 85–135, 1969–1977, 50 Bände) schließlich 21.221 Briefe umfassen sollte.Christiane Mervaud: Voltaire's correspondence. In: Nicholas Cronk (Hrsg.) (Direktor der Voltaire Foundation): The Cambridge Companion to Voltaire. Cambridge University Press, 2009, ISBN 978-0-521-61495-5, S. 153.

Im Jahre 1971 kam es zu einem gerichtlichen Streit zwischen Besterman und der Stadt Genf. Besterman verließ die Schweiz und kehrte nach England zurück. Dort gründete er die Voltaire Foundation. Kurz vor seinem Tode Ende 1976 vermachte Besterman die Voltaire Foundation der Universität Oxford. Seitdem hat die Stiftung dort ihren gesicherten Platz. Nachfolger Bestermans als Stiftungsleiter wurde zunächst sein Sekretär Andrew Brown.Ursprung der Vf

Seit 1997 ist Nicholas Cronk, Oxford Professor für französische Literatur, Direktor der Voltaire Foundation.Veröffentlichungen von Nicolas Cronk

Finanzierung der Vf Die Finanzierung der Voltaire Foundation (VF) basiert auf drei Säulen: den Erträgen ihres Stiftungsfonds, der institutionellen Förderung durch die University of Oxford sowie projektbezogenen Drittmitteln.

Der zentrale Stiftungsfonds geht auf den Nachlass des Gründers Theodore Besterman zurück.Voltaire Foundation Fund. Seine Erträge dienen der langfristigen Absicherung von Forschung, Publikationen und Betrieb.

Für spezifische, zeitlich begrenzte Vorhaben – insbesondere Forschungs-, Editions- und Digitalisierungsprojekte – akquiriert die VF zusätzliche Drittmittel.

Zu den Förderern zählen dabei namhafte Stiftungen wie die Andrew W. Mellon Foundation.Voltaire Foundation (University of Oxford): Voltaire Foundation receives Mellon Foundation grant for digital editions.

Eine weitere wichtige Einnahmequelle stellt das Fundraising bei privaten Unternehmen dar. So unterstützte beispielsweise der französische Luxusgüterkonzern „LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton“ unter der Führung von Bernard Arnault das ambitionierte Projekt der Gesamtausgabe der Werke Voltaires (Œuvres complètes de Voltaire).Voltaire Foundation secures a luxurious partnership, University of Oxford.

Erhaltene Auszeichnung Es ist verwunderlich, dass das bedeutendste Voltaire-Forschungszentrum außerhalb Frankreichs entstanden ist. Nichtsdestoweniger würdigte die Académie française die wissenschaftliche Leistung der Oxforder Voltaire Stiftung, indem sie dieser Forschungseinrichtung im Jahre 2010 den Grand Prix Hervé Deluen verlieh, den größten französischen Preis Grand Prix Hervé Deluen für Verdienste um die Frankophonie.

Veröffentlichungen der Vf Œuvres complètes de Voltaire (OCV), The Complete Works of Voltaire, 205 Bände, Oxford (1968–2022). Theodore Besterman: Voltaire's Correspondence (first edition), Institut et Musée Voltaire, Les Délices, 1953–1965, 107 Bände. Correspondence [of Voltaire] and related documents, definitive edition. In: Œuvres complètes de Voltaire (OCV), Bände 85–135. Voltaire Foundation, Oxford 1968–1977, ISBN 978-0-7294-0049-7. Ralph Leigh: Correspondance complète de Jean-Jacques Rousseau. Edition complète des lettres, documents et index (Bände 1–52), ISBN 0-7294-0685-7. Plan de l'édition, Voltaire Foundation. Studies on Voltaire and the eighteenth century, SVEC, 1955–2017. Oxford University Studies in the Enlightenment, seit 2018. (Fortsetzung der Reihe Studies on Voltaire unter neuem Titel).

Literatur Flávio Borda d'Agua, François Jacob: Petite histoire des Délices: De la propriété de Saint-Jean à l'Institut et Musée Voltaire. La Baconnière Arts Editions, 2013, ISBN 978-2-940462-04-9. Andrew Brown: La Fondation Voltaire de l'université d’Oxford. In: Revue Des Deux Mondes, 1994, S. 84–94. Nicholas Cronk (Hrsg., Direktor der Voltaire Foundation): The Cambridge Companion to Voltaire. Cambridge University Press, 2009, ISBN 978-0-521-61495-5. Aurélie Julia: Voltaire à Oxford: The Voltaire Foundation. In: Revue des Deux Mondes, 10/2011, p.144–151 (PDF) französischer Volltext Haydn Mason: Histoire de la Voltaire Foundation. (PDF, französisch).

Weblinks

The Complete works of Voltaire are complete – in 205 volumes! – auf dem Server der Voltaire Foundation, University of Oxford.