Gundelfingen an der Donau (amtlich: Gundelfingen a.d.Donau) ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gundelfingen an der Donau. mini|Südfront des Schlosses Schlachtenegg Die Stadt liegt an der Donau zwischen Günzburg und Dillingen an der Donau.
Die Burgstadt der Stauferzeit erlebte eine Blütezeit im Mittelalter, woran noch heute das Stadtbild erinnert.
Geografie Gundelfingen liegt am Rande der Schwäbischen Alb im Donautal, dessen ausgedehnte Auen-, Ried- und Mooslandschaft (Schwäbisches Donaumoos) sich auf die südliche Gemarkung der Stadt erstreckt. Der Ortskern wird von drei Armen der Brenz durchflossen. Die Donau fließt südöstlich an der Stadt vorbei und wird zu einem Stausee aufgestaut.
Nachbargemeinden sind die Städte Lauingen (Donau) und Günzburg sowie die Gemeinden Sontheim an der Brenz (Landkreis Heidenheim), Bächingen an der Brenz, Haunsheim, Medlingen und Offingen.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 15 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Geschichte mini|hochkant|Unteres Tor Bürgerhaus und Rathaus|miniatur Skulptur mit ehemaligem Gasthaus|miniatur Die erste urkundliche Erwähnung wird auf etwa 750 datiert. Die Stadtrechte erhielt Gundelfingen 1220. In dieser Zeit wurde die Stadtmauer mit drei Toren errichtet, von denen heute noch das „Untere Tor“ erhalten ist.
Einen wichtigen Punkt in der Ortsgeschichte markiert das Jahr 1462: Die Stadt wehrte sich erfolgreich gegen eine Belagerung des kaiserlichen Heeres unter Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg-Ansbach. Herzog Ludwig der Reiche verlieh darauf als Anerkennung der Stadt weite Ländereien, Steuervergünstigungen und einen Wappenbrief. Dieser berechtigte die Stadt dazu, ein Drittel des bayerischen Wappens in ihr eigenes aufzunehmen.
Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg wurde die Stadt 1505 dem Herzogtum Pfalz-Neuburg angegliedert. Seit 1777 gehört Gundelfingen wieder zu Bayern.
Religionen Katholische Kirchengemeinde Evangelische Kirchengemeinde
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Mai 1978 die Gemeinden Echenbrunn und Peterswörth eingegliedert.
Im Jahr 1978 wurde im Rahmen der Gebietsreform die Verwaltungsgemeinschaft Gundelfingen an der Donau gegründet. Neben der Stadt Gundelfingen gehören dazu die Orte Bächingen an der Brenz, Haunsheim und Medlingen. Die zugehörigen Gemeinden besitzen weiterhin Selbständigkeit (eigene Bürgermeister). Zur Verwaltungsgemeinschaft (VG) gehören etwa 11.600 Einwohner. Der erste Bürgermeister der Stadt Gundelfingen ist gleichzeitig Leiter der Verwaltungsgemeinschaft (Gemeinschaftsvorsitzender).
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 6556 auf 7796 um 1240 Einwohner bzw. um 18,9 %. Jahr 1840 1900 1961 1970 1987 1991 1992 1995 1997 2000 Einwohner 3619 3438 5849 6162 6492 6893 6965 7417 7429 7643 Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Einwohner 7869 7883 7838 7781 7790 7738 7759 7715 7729 7694 Jahr 2012 2013 2014 2015 2023 2024 2025 Einwohner 7670 7624 7622 7812 8046 8026 7836
Politik
Der Stadtrat hat 20 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 8. März 2026 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen: Partei/Liste20262020201420082002%Sitze %Sitze % Sitze % Sitze % Sitze CSU 30,2730,26 29,9 6 30,9 7 40,1 7 SPD 29,5630,56 37,2 8 33,6 6 36,1 8 Freie Wähler25,1425,15 26,2 5 24,1 5 23,8 5 AfD 10,8 2 – – – – – – – – GRÜNE5,717,82 – – – – – – FDP – –6,41 6,7 1 11,4 2 – –Gesamt1002010020100201002010020Wahlbeteiligung57,3 %52,4 %48,5 %55,7 %60,9 %
Stadtrat SPD: Jürgen Hartshauser, Birgit Spengler, Vera Schweizer, Hans Stenke, Roman Schnalzger, Max Ruchti (neu). CSU: Werner Lohner, Georg Blatter, Florian Steidle, Georg Wiedenmann, Manfred Wörle (neu), Julia Berchtold. Freie Wähler: Ingo Blatter, Karl Seifried, Friedlies Hopf-Schirm, Erwin Hegele (neu), Edelbert Reile. FDP: Joachim Matheis (neu) GRÜNE: Roswitha Stöpfel (neu), Josefine Lenzer (neu)
Bürgermeister Erster Bürgermeister war ab 1999 Franz Kukla (CSU; † 2026). Bei der Bürgermeisterwahl 2017 trat Kukla nicht mehr an. Im ersten Wahlgang entfielen auf Miriam Gruß (FDP) 43,7 %, auf Jürgen Hartshauser (SPD) 37,7 % und auf Matthias Grätsch (CSU) 18,6 % der Stimmen. In der Stichwahl am 21. Mai 2017 traten Miriam Gruß und Jürgen Hartshauser gegeneinander an.Kandidaten müssen in die Stichwahl Gruß konnte sich mit 58 % der Stimmen durchsetzen und das Amt im Juni 2017 antreten.https://www.liberale.de/content/gruss-wird-buergermeisterin-von-gundelfingen Seit Juni 2023 ist Dieter Nägele Bürgermeister der Stadt.Stichwahl Bürgermeister Gundelfingen a.d.Donau
Wappen
Städtepartnerschaften Die Stadt unterhält folgende Städtepartnerschaften: Beek in den Niederlanden, seit 1970 Gemeinden Louverné und La Chapelle-Anthenaise im französischen Département Mayenne, seit 1992
Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Automobil-Veteranen-Salon (Automuseum) Fotomuseum Sudetendeutsche Heimatstube Kulturzentrum Walkmühle
Bauwerke mini|Barocker Stuck in der Spitalkirche
Rathaus, Renaissancebau aus dem 17. Jahrhundert Unteres Tor (Torturm) aus dem 14. Jahrhundert Stadtpfarrkirche St. Martin, eine der ältesten Kirchen der Umgebung (8. Jahrhundert), gotischer Bau, barock verändert. 1747 von Johann Heel – linkes Seitenaltargemälde „Anbetung der Könige“ Spitalkirche, barocke Ausstattung Schloss Schlachtegg, ehemalige Hofmark, mit Schlosskapelle Münzmühle (Privatbesitz) katholische Pfarrkirche Maria Immaculata in Echenbrunn
Bodendenkmäler
Sport Sportanlagen Schwabenstadion Kreissporthalle TV-Sportgelände Brenzhalle Hallenbad Baseball-Anlage Wasserski und Wakeboard Anlage Skateanlage Trimm-Dich-Pfad
Sportvereine FC Gundelfingen SSV Peterswörth LSV Gundelfingen Gundelfinger Sharks `03 e. V. Schützenverein Gundelfingen e. V. Die Glinken e. V. Der TV Gundelfingen 1863 e. V., kurz TV Gundelfingen, ist einen Mehrspartensportverein mit acht Abteilungen, der die Sportarten Fußball, Badminton, Basketball, Handball, Judo, Leichtathletik, Schwimmen, Turnen und Volleyball anbietet. Die TV-Handballabteilung hatte ihren größten Erfolg mit der schwäbischen Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die fünftklassige „Bayerische Landesliga“. Der TV Gundelfingen nimmt mit zwei Herrenmannschaften, zwei Damenteams und mehreren Nachwuchsmannschaften am Spielbetrieb des Bayerischen Handballverbandes (BHV) teil. Das erste Damenteam spielte in der Saison 2022/23 in der Landesliga und die Männermannschaft in der Bezirksoberliga Schwaben (Bayern)
Regelmäßige Veranstaltungen Die Stadt ist weithin bekannt für ihre mittelalterlichen Feste, die in unregelmäßigen Abständen für mehrere Tage stattfinden, sowie ihre Aktivitäten im Fasching.
Ein ebenfalls traditionelles Fest ist das „Schnellefest“ der Stadtkapelle Gundelfingen, das alljährlich im Juli stattfindet. An zwei Wochenenden im Sommer findet das Internationale Handballturnier mit regelmäßig mehr als 100 teilnehmenden Mannschaften aus unterschiedlichen Spielklassen auf dem Sportgelände des TV Gundelfingen statt.
Wirtschaft und Infrastruktur mini|Gundelfingen an der Donau und Umgebung aus der Luft
Wirtschaft Das zur italienischen Permasteelisa Group und damit zur japanischen Holdinggesellschaft Lixil Group gehörende 1868 gegründete Fassadenbauunternehmen Josef Gartner GmbH aus Gundelfingen hat eine begehbare Kreuzblume aus Edelstahl und Glas für das höchste Kirchengebäude der Welt, die Sagrada Família in Barcelona erstellt.
Verkehr Gundelfingen liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Ulm/Elchingen (A 8/A 7). Die beiden Autobahnen können jeweils in etwa 15 Minuten erreicht werden. Die B16 wird über eine Umgehung an der Stadt vorbeigeführt. Gundelfingen liegt an der Donautalbahn Ulm–Donauwörth und hat einen Bahnhof, der von agilis-Zügen bedient wird. Der Donauradweg führt durch die Stadt. Am nördlichen Stadtrand liegt der Flugplatz Gundelfingen (EDMU).
Öffentliche Einrichtungen Alten- und Pflegeheim der Spital- und Vereinigten Wohltätigkeitsstiftung Kinderheim St. Clara zwei Kindergärten Montessori-Kinderhaus
Bildung Peter-Schweizer-Volksschule (Grundschule) Volksschule am Schlachtegg Volkshochschule Musikschule
Söhne und Töchter Kaspar Manz (1606–1677), Rechtswissenschaftler und Kanzler von Pfalz-Neuburg Erwin Lohner (* 1962), Jurist, Staatsministeriums-Amtschef
Literatur Wolfgang Wüst: Der kaiserliche Feldherr und Nürnberger Burggraf Markgraf Albrecht Achilles von Brandenburg (1414–1486). In: Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen. 113 (2012/2013) S. 151–170; (betrifft inhaltlich: Schlacht und Belagerung der Stadt Gundelfingen im Reichskrieg 1462. )
Weblinks
Stadt Gundelfingen Gundelfingen: Historische Spurensuche – Die Junge Pfalz in Bayern (Haus der Bayerischen Geschichte)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Dillingen an der Donau Kategorie:Ort an der Donau Kategorie:Ersterwähnung 750 Kategorie:Stadt in Bayern
Kategorie:Ort an der Brenz