Przemęt ([], deutsch: Priment, älter auch Priemenhttp://mzk.georeferencer.com/map/pFPhSDcXN9ahIGbTSfR0E3/201609150601-7Zj4GG/visualize) ist eine Gemeinde im Powiat Wolsztyński (Kreis Wollstein) der Wojewodschaft Großpolen in Polen.

Geographische Lage Die Ortschaft liegt am Primenter See, 16 Kilometer westlich der Stadt Śmigiel (Schmiegel).

Geschichte mini|Priment südwestlich der Stadt Posen und nördlich der Stadt Fraustadt auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung.) mini|Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Priment war vermutlich schon seit dem 8. Jahrhundert besiedelt. Um 1070 entstand hier ein Burgbezirk mit dem Sitz eines Kastellans; die Burg befand sich im Besitz der Herzöge von Schlesien. 1241, bei einem Aufstand und Abfall der Polen, wurde Herzog Boleslaw II. die Burg entrissen.Wuttke (1864), S. 418–419. Zu dem Zeitpunkt befand sich bei dem Ort bereits ein Zisterzienserkloster. Es entstand eine Stadt, die Magdeburger Stadtrecht erhielt und unmittelbar war, bis der König sie verpfändete. Neben der Stadt entstand eine Vorstadt.

Mit der endgültigen Festigung der schlesisch-großpolnischen Grenze (1343) verlor die Burg an Bedeutung. König Władysław II. Jagiełło schenkte deshalb am 3. Juli 1408 zu Kosten die zuvor durch einen Brand verwüstete Stadt samt Vorstadt und einigen Dörfern dem Zisterzienserkloster Mariensee (Lacus Mariae) in Fehlen (polnisch Wieleń Zaobrzański), damit dieses den Besitz vom Pfandinhaber ablösen konnte. Seit 1418 befindet sich das Kloster in Priment (Kloster Przemęt).

Im Schwedisch-Polnischen Krieg (1656) erstürmte der brandenburgische Feldherr Andreas Derfflinger die Burg, die Umgebung wurde geplündert. Infolge der Zweiten Teilung Polens wurde Priment Teil des preußischen Staates. Da die Stadt gerade mal 300 Einwohner zählte, wurde ihr zum 1. Juni 1797 das Stadtrecht entzogen. Das Kloster wurde säkularisiert und infolgedessen 1834 aufgelöst.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste Priment, das zuvor zum deutschen Landkreis Bomst gehört hatte, aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an die Zweite Polnische Republik abgetreten werden. 1928 wurde in Przemęt die Verwaltung einer Großgemeinde (gmina) eingerichtet.

1939 wurde die Region beim Überfall auf Polen von der deutschen Wehrmacht besetzt. Anschließend wurde der Kreis Bomst vom Deutschen Reich völkerrechtswidrig annektiert. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Die deutschen Bewohner wurden in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Heute ist die Gemeinde Przemęt Bestandteil des Naturparks des Primenter Zisterzienserlandes und des Powiat Wolsztyński.

Einwohnerzahlen 1797: 300 1800: 252 (ohne die zwanzig Insassen des Klosters) 1885: 711

Sehenswürdigkeiten Ehemalige Klosterkirche St. Johannes der Täufer, mit imposanter barocker Zweiturmfassade, wurde 1651–1690 errichtet und 1758/59 nach einem Brand von 1742 wiederaufgebaut. St.-Peter-und-Paulskirche, im 17. Jahrhundert barockisierter gotischer Bau.

Gmina Die Stadt- und Landgemeinde Przemęt umfasst folgende Ortschaften: Name deutscher Name (1815–1919) deutscher Name (1939–45)Bambry Kolonie Starkowo ?Barchlin Barchlin BullenbergBiskupice Biskupice 1939–43 Bischoftal 1943–45 BischofstalBłotnica Blotnik 1939–43 Niedermühleneck 1943–45 BlottmühlBorek Borek Hauland WäldchenBoszkowo Boszkowo BoschenauBucz Bucz 1939–43 Buch 1943–45 ButzBucz Nowy Neu Bucz 1939–43 Neu Buch 1943–45 NeubutzCharbielin Harbelyn HarbelinDębina Vorwerk Dembina EicheGórsko Gursko BergdorfKaszczor Altkloster AltklosterKluczewo Kluczewo SchließenLeśniczówka Jaworów Heiligensee HeiligenseeLeśniczówka Przemęt Josephstal JosephstalMochy Mauche 1939–43 Deutschendorf 1943–45 MaucheNowa Wieś Neudorf MühlenneudorfOlejnica Ölpoche ÖlpocheOsłonin Schleunchen SchleunchenPerkowo Perkowo 1939–43 Teichmoor 1943–45 NeuprimentPopowo Stare Deutsch Poppen Deutsch PoppenPoświętno Poswientno NiederdorfPrzemęt Priment PrimentPrzemęt-Przedmieście Primentdorf WeißbergRadomierz Radomierz MaiglöckchendorfSączkowo Sonczkowo SonnenhofenSiekówko Siekowko ?Siekowo Siekowo FließenSokołowice Suckel SuckelSolec Silz SilzSolec Nowy Silz Hauland Silz HaulandStarkowo Starkowo ObermühleneckWieleń Zaobrzański Fehlen FehlenWincentowo Vincenthorst VincenthorstZaborowo Zaborowo Unterwalden

Partnergemeinden Die Gemeinde Bestensee, Brandenburg ist seit dem Jahr 2002 Partnergemeinde von Przemęt.

Literatur Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 418–419. Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Großpolen Kategorie:Gmina Przemęt Kategorie:Stadtrechtsaberkennung 1797