mini|Eingangshalle des Verkehrsmuseums um 1910 mini|Werbung für den Museumsbesuch 1925 mini|Kohlewagen von 1829 des englischen Kohlebergwerks in South Hetton, ältestes erhaltenes Eisenbahnfahrzeug außerhalb Großbritanniens mini|Wagen Nr. 8 der Bayerischen Ludwigsbahn von 1835, 2. Klasse, ältestes erhaltenes deutsches Eisenbahnfahrzeug

Das Verkehrsmuseum Nürnberg ist das Museum der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH.DB Museum – Impressum Es betreibt zwei Außenstellen in Koblenz-Lützel (DB Museum Koblenz) und Halle (Saale) (DB Museum Halle). Das Verkehrsmuseum gehört zu den ältesten technikgeschichtlichen Museen in Europa und ist das älteste im deutschsprachigen Raum.Schwerin, S. 161. Es ist ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur.

Im Hauptgebäude befindet sich auch das Museum für Kommunikation Nürnberg.

Geschichte mini|Salonwagen König Ludwigs II. von Bayern

Königlich Bayerische Staatseisenbahnen Die Anfänge des Museums waren bescheiden: In München richteten die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen 1882 ein kleines Museum für bayerische Eisenbahngeschichte ein. Es war zunächst nur für Bahnbeschäftigte zugänglich, ab 1885 wurde es für das allgemeine Publikum geöffnet – jeden Mittwochnachmittag von Mai bis Oktober. Zunächst wurden nur Modelle im Maßstab 1:10 ausgestellt. Diese Modelle entsprachen in Aussehen und Funktion dem Original. Dieser Weg wurde nach dem Umzug nach Nürnberg weiter beschritten.

Der geschichtsbewusste Nürnberger Bürgermeister Georg von Schuh konnte die eisenbahnhistorische Sammlung von München nach Nürnberg holen. Als ersten Standort überließ er der Bahnverwaltung unentgeltlich einen leerstehenden Ausstellungspavillon im Bereich der heutigen Norishalle am Marientorgraben. In: dbmuseum.de, abgerufen am 27. Mai 2019. Am 1. Oktober 1899 wurde das Königlich Bayerische Eisenbahnmuseum in Nürnberg eröffnet.

1901 erfolgte die Umbenennung in Königlich Bayerisches Verkehrsmuseum, da eine neue Abteilung für Post und Telegrafie eröffnet wurde. Die Verbindung von Bahn- und Postmuseum spiegelt die damaligen staatlichen Verwaltungsstrukturen. In Bayern unterstanden die Eisenbahn sowie das Post- und Telegrafenwesen auch nach der Reichsgründung von 1871 als Reservatrecht weiterhin dem bayerischen Staat und wurden von einem Ministerium gemeinschaftlich verwaltet.

Das stetig wachsende Museum benötigte schon bald mehr Platz. Die Stadt Nürnberg half abermals, indem sie der Bahn unentgeltlich einen Bauplatz an der Lessingstraße überließ und einen Teil der Baukosten für das neue Museumsgebäude übernahm. 1911 wurde dafür ein Architektenwettbewerb durchgeführt. Der erste Spatenstich erfolgte im Sommer 1914. Kurz darauf unterbrach der Erste Weltkrieg die Bauarbeiten.

Reichsbahn 1920 wurden die beiden Museumsabteilungen getrennt und unterschiedlichen Behörden zugeordnet, die Eisenbahnabteilung dem für die Deutsche Reichsbahn zuständigen Reichsverkehrsministerium, die Post- und Telegrafenabteilung dem Reichspostministerium. Beide Museen weiteten ihre Sammlung nun von der bayerischen auf die gesamtdeutsche Entwicklung aus.

Das neue Gebäude an der Lessingstraße wurde erst 1925 fertiggestelltDeutsche Bahn: Menschen bewegen – Welten verbinden. Berlin 2008, S. 85 f. (). und wies nun eine für die 1920er Jahre völlig veraltete Architektur auf. Der Neubau verfügte über 8000 m² Ausstellungsfläche, 6650 m² für die Bahn und 1350 m² für die Post und Telegrafie. Zum 22. April 1925 eröffnete das Museum.Schwerin, S. 161. Dazu erschien ein Museumsführer und eine Festnummer der Zeitschrift Das Bayerland.Reichsbahndirektion in Mainz (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion in Mainz vom 2. Mai 1925, Nr. 26. Bekanntmachung Nr. 470, S. 293f. Museumsleiter war in der Zeit der Weimarer Republik Oskar Böttinger.

1935 bekam das Museum im Zuge der Festveranstaltung 100 Jahre Deutsche Eisenbahnen mit dem Nachbau des ersten in Deutschland gefahrenen Zuges, dem „Adler“, und einigen zugehörigen Wagen der ersten, zweiten und dritten Klasse, ein besonderes Schaustück.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs im September 1939 wurde das Museum geschlossen. Das Gebäude in der Lessingstraße erhielt bei Luftangriffen zwischen 1943 und 1945 mehrmals schwere Treffer. In den letzten Kriegstagen kam es zu Plünderungen.

Deutsche Bundesbahn Teile des Museums waren ab 1953 wiedereröffnet, aber erst in den 1960er Jahren wieder alle Räume zugänglich. Im ehemaligen „Schmuckhof“ wurde der „Adlersaal“ eingerichtet. Hier wurde der Nachbau präsentiert, auf einem Gleisstück die Lokomotive mit Tender, gegenüberliegend je ein Wagen der ersten und dritten Klasse. Die Exponate waren auf Pilzschienen mit sogenannten Chairs mit Pflasterung gemäß der ersten Oberbauausführung von 1835 zu sehen.

Organisatorisch unterstand die Bahnabteilung des Museums der Bundesbahndirektion Nürnberg. Im ersten Jahr wurden knapp 18.000 Besucher gezählt. 1969 lag die Zahl der Besucher bei mehr als 90.000.Meldung Rekordbesuch im Verkehrsmuseum Nürnberg. In: Die Bundesbahn. 45. J., 1971, Heft 1/2, , S. 37.

1973 wurde ein von Alois Wünsche-Mitterecker 1954 für die Schalterhalle des (damals) neuen Empfangsgebäudes des Würzburger Hauptbahnhofs geschaffenes monumentales Wandbild im Foyer zum Vortragssaal angebracht. Es zeigt beherrschend eine Dampflokomotive, deren Inneres teilweise wie in einer technischen Zeichnung dargestellt ist. Die Lokomotive wird von mehreren Arbeiter-Figuren umgeben, die bei Tätigkeiten im Bereich der Bahn und der Schwerindustrie zu sehen sind. Die Kritik an dem Kunstwerk war in Würzburg vehement: Die Lokalpresse sprach von „Fratzengemälde“ und „Hohngebilden“Zitiert aus der Beschriftung im Verkehrsmuseum Nürnberg. und störte sich an der Modernen Kunst. Die Deutsche Bundesbahn ließ das Bild deshalb bereits 1958 wieder abnehmen – angeblich weil sich durch Erschütterungen des Bahnverkehrs Platten gelöst hätten. Das Wandbild wurde im Verkehrsmuseum allerdings verändert montiert, weil weniger Platz zur Verfügung steht als in Würzburg. Die Lokomotive wird vollständig gezeigt, allerdings nur ein Teil der sie ehemals umgebenden Figuren. Farbliche Veränderungen wurden vorgenommenBeschriftung im Verkehrsmuseum Nürnberg. und das Bild füllt alle Wände des Raums, statt – wie ehemals in Würzburg – eine einzige große Fläche einzunehmen.

In den Jahren vor 1985 erhielt das Museum im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung 150 Jahre Deutsche Eisenbahnen eine umfassende Neugestaltung und Erweiterung. Auch die zweite Fahrzeughalle kam hinzu. Der auch historisch sehr interessierte damalige Präsident der Bundesbahndirektion Nürnberg, Horst Weigelt, arbeitete an der neuen Konzeption mit.Schwerin, S. 162. Das Museum wurde am 7. Dezember 1984Die erste deutsche Eisenbahn war 149 Jahre zuvor, am 7. Dezember 1835, in Betrieb gegangen. vom damaligen Bundesverkehrsminister Werner Dollinger eingeweiht.Schwerin, S. 162.

Auch in der Folgezeit wurde das Museum weiter ausgebaut, 1986 um „Die Reichsbahn unter der NS-Diktatur“ ergänzt, 1987 die Ausstellung zur Deutschen Bundesbahn neu eröffnet.Schwerin, S. 162. 1991–1993 kam das Freigelände mit dem alten Rangierstellwerk 7 des Nürnberger Rangierbahnhofs (Baujahr 1909) hinzuSchwerin, S. 166., 1993 wurde das ehemalige Stellwerk 2 von Nürnberg Hauptbahnhof in das Freigelände integriert.Schwerin, S. 167.

Deutsche Bahn / Deutsche Bahn Stiftung Am 1. Juli 1996 übernahm die Deutsche Bahn AG das Museum vom Bundeseisenbahnvermögen zum symbolischen Kaufpreis von einer Mark. Gleichzeitig übernahm Jürgen Franzke, zuvor Leiter des Museums Industriekultur in Nürnberg, nun die Leitung des DB-Museums. Die DB AG plante zu diesem Zeitpunkt, bis zum 100-jährigen Jubiläum des Museums sechs Millionen DM in das Museum zu investieren.Deutsche Bahn AG übernimmt das Verkehrsmuseum Nürnberg. In: Eisenbahntechnische Rundschau. 45. Jg., 1996, Nr. 1/2, S. 1.Symbolische Schlüsselübergabe in Nürnberg. In: Eisenbahntechnische Rundschau. 45. Jg., 1996, Nr. 9, S. 513.

2009 besuchten 130.000 Menschen das Museum.Zug um Zug in die Zukunft. In: mobil. Heft 7/2010, S. 50–52. Im August 2010 wurde mit rund 40.000 Besuchern ein neuer monatlicher Besucherrekord aufgestellt. Seit dem Jubiläumsjahr 1985 hatten nicht mehr so viele Menschen in einem Monat das DB-Museum besucht.Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Lokschau „Adler, Rocket & Co.“ beschert DB Museum Nürnberg Besucherrekord. Presseinformation. 3. November 2010.

Zum 2. Mai 2011 übernahm Russalka Nikolov die Leitung von Jürgen Franzke. Ihre Nachfolge trat am 6. Juli 2017 Oliver Götze an, der zuvor als stellvertretender Direktor im Museum für Kommunikation Berlin tätig war.

Seit 1. April 2013 steht das Museum in der Trägerschaft der Deutsche Bahn Stiftung gGmbH.

2023 wurden rund 190.000 Besucher gezählt, der höchste Wert seit zehn Jahren. 2025 wurde der Wert mit rund 175.000 angegeben.

Mit Jahresbeginn 2026 wurden aufgrund der durch die wirtschaftliche Lage der Deutschen Bahn bedingte Sparmaßnahmen auch die Öffnungszeiten des Museums eingeschränkt. Neben dem bisher schon bestehenden Schließungstag, Montag, wurde der Dienstag als zweiter Schließungstag eingeführt. Die Nutzungszeiten für Bibliothek und Archiv wurden ebenfalls um ein Drittel gekürzt.

Brand vom 17. Oktober 2005 Brand mini|Überreste der ausgebrannten Loks im Lokschuppen Gostenhof

In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 2005 brannte der Ringlokschuppen des Museums im Bahnbetriebswerk Nürnberg West im Stadtteil Gostenhof bis auf die Grundmauern nieder, den das Museum als Depot für nicht ausgestellte Fahrzeuge genutzt hatte.Fahrzeughalle des DB-Museums ausgebrannt. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 12/2005, S. 602–604.

Die vor dem Ringlokschuppen abgestellten Diesellokomotiven konnten noch bis zum Rand der Drehscheibe vorgefahren werden und erlitten daher nur leichte Schäden. Die Drehscheibe konnte nicht mehr in Betrieb genommen werden, da der Strom ausgefallen war. Die Fahrzeuge in der Halle konnten nicht mehr in Sicherheit gebracht werden. 30 Minuten, nachdem der Brand entdeckt worden war, stürzte bereits das Dach ein. Durch mit Ethin gefüllte Gasflaschen kam es immer wieder zu Explosionen. Das Feuer fand auch durch den Dieselkraftstoff in den Tanks der historischen Diesellokomotiven V 80 002 und die V 200 002 und die Kohle in den Kohlenkästen der 23 105 und der 86 457 reichlich Nahrung. Noch bis zum nächsten Morgen dauerten die Löscharbeiten.

Schäden Bei dem Brand wurden insgesamt 19 historische Lokomotiven und Triebwagen aus dem Bestand des Museums zerstört oder beschädigtMarkus Hehl: Der „Adler“ – Deutschlands erste Dampflokomotive. Weltbild, Augsburg 2008, S. 70–81.:

Bezeichnung Hersteller Baujahr Adler-Nachbau mit drei seiner vier Wagen Ausbesserungswerk Kaiserslautern 1935 01 150 Henschel 1935 23 105 Jung 1959 45 010 Henschel 1941 50 622 Henschel 1941 86 457 DWM 1942 89 801 Krauss 1921 (98 319)PtL 2/2 4515, Reichsbahnnummer war nur vorgesehen, wurde aber nicht vergeben Krauss 1908 E 75 09 Maffei 1928 360 115 MaK 1956 360 150 MaK 1957 360 151 MaK 1957 V 80 002 Krauss-Maffei 1952 V 100 1023 MaK 1961 V 100 2023 MaK 1963 V 100 2330 MaK 1966 V 200 002 Krauss-Maffei 1953 627 001 MaK 1974

Ab Mitte April 2006 wurden die Reste des Ringlokschuppens und des angrenzenden Aufenthalts- und Werkstattgebäudes abgebrochen. Die Wracks der abgestellten Fahrzeuge waren zuvor herausgezogen worden. Ende Juni und Anfang Juli wurden die Fahrzeuge V 60 115, V 100 1023, V 100 2023, 212 330, V 80 002, V 200 002 und 627 001, zwei Bauzugwagen B3y, eine Messdraisine und ein Flachwagen verschrottet.Meldung Nach Grossbrand: Diesellokomotiven werden verschrottet. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 8–9/2006, S. 386 f. V60 150 und V60 151 wurden ebenfalls zerlegt.

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