Unter Sprecherbedeutung versteht man diejenige Bedeutung einer Äußerung, die durch das gegeben ist, was ein Sprecher mit einer Äußerung meint, das heißt, das, was er mit seiner Äußerung mitteilen will. Sie ist zu unterscheiden von der sprecherunabhängigen semantischen Bedeutung.

Eingeführt hat den Begriff H. Paul Grice, aber er war Gegenstand einer umfangreichen Debatte in der intentionalistischen Handlungstheorie und Semantik.

Was es heißt, mit einer Äußerung etwas zu meinen, hat Grice in einer Folge von Erläuterungen bestimmt, wobei er mit den einzelnen Erläuterungen eine schrittweise Annäherung an eine korrekte Analyse erreichen will. Innerhalb der Kontroverse um seine Theorie sind dann weitere Präzisierungen vorgenommen worden.Georg Meggle: Grundbegriffe der Kommunikation.

Ausgangspunkt bildet eine Bestimmung, die Meggle als Gricesches Grundmodell bezeichnet hat.Georg Meggle: Grundbegriffe der Kommunikation. S. 17.

Grice schreibt:

wobei Grice als zusätzliche Voraussetzung aufführt, dass der Hörer Kontrolle über das Eintreten der intendierten Wirkung haben muss.

Einige Jahre später präzisiert er:

Dabei ist zu beachten, dass der Begriff 'Äußerung' bzw. 'äußern' hier eine erweiterte Bedeutung hat. Er kann Grice Verwendung nach auch eine Handlung bezeichnen, die nicht sprachlich oder konventionalisiert ist.

Die Bestimmung des Griceschen Grundmodells hat zahlreiche Verfeinerung erfahren (teilweise von Grice selbst). Die Bedeutung hängt von den Absichten des Sprechers und nur von diesen ab, ist also sprecherzentriert. Hörer spielen nur eine Nebenrolle. Es ist kritisiert worden, dass die Sprecherbedeutung noch keine Kommunikation garantiert, sondern nur wenn die Bedeutung, die der Hörer der Äußerung des Sprechers zuordnet, in etwa der Sprecherbedeutung entspricht, hat Kommunikation stattgefunden.Aloysius Martinich: Communication and reference (Foundations of communications). Verlag de Gruyter, Berlin 1984, ISBN 3-11-010067-3, S. 19.

Siehe auch Paul Grice Sprachphilosophie Bedeutung (Sprachphilosophie)

Literatur Andreas Kemmerling: Utterer's meaning revisited (PDF; 1,2 MB). (engl.) Georg Meggle: Grundbegriffe der Kommunikation. 2. Auflage. Verlag de Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-015258-4. Georg Meggle (Hrsg.): Handlung, Kommunikation, Bedeutung. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-28683-8. Daraus die Aufsätze H. Paul Grice: Intendieren, Meinen, Bedeuten. S. 2–15.Erstmals erschienen als: Meaning. In: The Philosophical Review. Band 66 (1957), S. 377–388, . H. Paul Grice: Sprecher. Bedeutung und Intentionen. S. 16–51.Erstmals erschienen als: Utterer's Meaning and Intention. In: The Philosophical Review. Band 78 (1969) Heft 2, S. 147–177, . Max Black: Bedeutung und Intention. S. 52–81.Erstmals erschienen als: Meaning and Intention. An Examination of Grice's View. In: New Literary History. Band 4 (1972/73), S. 257–279, . H. Paul Grice: Sprecher-Bedeutung, Satz-Bedeutung, Wort-Bedeutung. S. 85–111.Erstmals erschienen als: Utterer's Meaning. Sentence-Meaning, and Word-Meaning. In: Foundations of Language. Band 4 (1968), S. 225–242, . Patrick Suppes: The Primacy of utterer's meaning. In: Richard E. Grandy, Richard Warner (Hrsg.): Philosophical Grounds of Rationality. Intentions, Categories, Ends. Clarendon Press, Oxford 1986, ISBN 0-19-824747-8, S. 109–129.

Einzelnachweise

Kategorie:Pragmatik Kategorie:Sprachphilosophie