Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der russischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Europameisterschaften und den Qualifikationen dazu. Die russische Mannschaft trat 1992 die Nachfolge der UdSSR an, die erstmals an der Qualifikation für die EM 1993 teilnahm, nach einem Spiel aber von der russischen Mannschaft abgelöst wurde. Seitdem nahm Russland immer an der Qualifikation teil und konnte sich für sechs Endrunden qualifizieren, scheiterte aber immer in der Vorrunde. 2017 konnte erstmals ein Spiel gewonnen werden. Als die Endrunde noch mit vier Mannschaften bzw. als Finalrunde mit vier Mannschaften ausgetragen wurde, scheiterte Russland zweimal im Viertelfinale. Von allen Mannschaften mit fünf oder mehr Endrundenteilnahmen belegt die Mannschaft den schlechtesten Platz.

Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis... Gegner Ergebnis Trainer/in Bemerkungen und Besonderheiten 1984 keine Endrunde nicht teilgenommen - Teil der UdSSR, die erst 1990 das erste Spiel bestritt. 1987 Norwegen nicht teilgenommen - Teil der UdSSR, die erst 1990 das erste Spiel bestritt. 1989 Deutschland nicht teilgenommen - Teil der UdSSR, die erst 1990 das erste Spiel bestritt. 1991 Dänemark nicht teilgenommen - Teil der UdSSR, die nicht teilnahm. 1993 Italien nicht qualifiziert - Im Viertelfinale an Titelverteidiger Deutschland gescheitert 1995 keine Endrunde nicht qualifiziert - Im Viertelfinale wieder am späteren Sieger Deutschland gescheitert 1997 Norwegen/Schweden Vorrunde Schweden, Frankreich, Spanien - Juri Bystristsky Ohne Punktgewinn als Gruppenletzte ausgeschieden. 2001 Deutschland Vorrunde Deutschland, England, Schweden - Juri Bystristsky 2005 England nicht qualifiziert - In den Playoffs an Finnland gescheitert, das sich damit erstmals qualifizierte. 2009 Finnland Vorrunde England, Italien, Schweden - Igor Schalimow Ohne Punktgewinn als Gruppenletzte ausgeschieden. 2013 Schweden Vorrunde England, Frankreich, Spanien - Sergei Lawrentjew Durch Losentscheid als Gruppendritter ausgeschieden. 2017 Niederlande Vorrunde Italien, Schweden, Deutschland - Jelena Fomina Erster Sieg bei einer EM-Endrunde 2022 England suspendiert Qualifiziert über die Play-offs der Gruppenzweiten Gegner bei der Endrunde sollten Titelverteidiger Niederlande, Schweden und die Schweiz sein. Am 28. Februar 2022 aufgrund des Überfalls auf die Ukraine von der UEFA ausgeschlossen.uefa.com: FIFA/UEFA suspendieren russische Vereine und Nationalmannschaften von allen Wettbewerben Am 2. Mai wurde Russland durch Portugal ersetzt, das die Russinnen in den Play-Offs besiegt hatten.uefa.com: UEFA-Beschlüsse zu bevorstehenden Wettbewerben im Zusammenhang mit dem anhaltenden Ausschluss russischer Nationalmannschaften und Vereine 2025 Schweiz nicht zugelassen

Die Turniere EM 1984 bis 1991 Für die ersten Europameisterschaften hatte die UdSSR keine Mannschaft gemeldet.

EM 1993 in Italien An der Qualifikation für die EM 1993 nahmen schon 23 Mannschaften teil, darunter auch erstmals die UdSSR. Gegner waren Ungarn und Bulgarien. Das erste Qualifikationsspiel am 6. Oktober 1991 gegen Ungarn – ein 2:1-Sieg – war dann auch gleichzeitig das letzte Spiel der sowjetischen Mannschaft (die FIFA zählt es aber schon als Spiel der russischen Mannschaft). Als Mannschaft der Gemeinschaft unabhängiger Staaten bestritt sie dann zwar noch einige Freundschaftsspiele, die nächsten Qualifikationsspiele wurden dann aber von der russischen Mannschaft bestritten, die ihre Nachfolge antrat. So war dann das zweite Qualifikationsspiel gegen Ungarn am 17. Mai 1992 – ein torloses Remis – gleichzeitig das erste Spiel der russischen Mannschaft. Da auch beide Spiele gegen Bulgarien gewonnen wurden, war Russland für das Viertelfinale qualifiziert und traf erstmals auf Titelverteidiger Deutschland. In Moskau verloren die Russinnen mit 0:7 – bis 2013 ihre höchste Niederlage. Beim Rückspiel konnten sie dagegen ein torloses Remis halten, waren damit aber ausgeschieden. Deutschland verlor dann bei der Endrunde seinen Titel.

EM 1995 Bereits zwei Monate nach dem Finale begann mit nun 29 Mannschaften die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, die wieder und letztmals ohne Endrunde ausgetragen wurde. Russland traf auf Polen, Rumänien und die Ukraine, die ebenfalls aus der UdSSR hervorgegangen war und für die das erste Qualifikationsspiel gegen Russland das erste Länderspiel war. Nach dem Sieg in der Ukraine musste sich Russland zwar mit Remis in Rumänien und gegen Polen begnügen, gewann dann aber die restlichen Spiele und wurde damit wieder Gruppensieger. Im Viertelfinale trafen die Russinnen wieder auf Deutschland und spielten wieder zuerst daheim. Mit 0:1 fiel die Niederlage diesmal glimpflicher aus, dafür wurde das Rückspiel mit 0:4 verloren. Deutschland wurde dann bei der Finalrunde erneut Europameister, Russland hatte aber durch die Viertelfinalniederlage auch die Qualifikation für die zweite WM in Schweden verpasst.

EM 1997 in Norwegen und Schweden Elf Monate nach dem Viertelfinalaus begann für Russland die Qualifikation für die nächste EM-Endrunde für die nun schon 34 Mannschaften gemeldet hatten und die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde. Auf Grund der unterschiedlichen Spielstärke der gemeldeten Mannschaften wurde die Qualifikation in zwei Kategorien eingeteilt. Die 16 stärksten Mannschaften, zu denen auch Russland gehörte, spielten um die direkte Qualifikation, die 18 schwächeren Mannschaften um die Möglichkeit bei der nächsten Qualifikation in der höheren Kategorie zu spielen. Im ersten Spiel traf Russland erstmals auf Island und gewann mit 4:1. Weitere Gegner waren Frankreich und die Niederlande, gegen die es in den ersten Spielen nur zu Remis reichte und das Heimspiel gegen die Niederlande sogar verloren wurde. Mit Siegen in Frankreich und gegen Island konnte dann aber noch der erste Platz gesichert werden. Damit war Russland erstmals für die Endrunde qualifiziert. Frankreich gelang dies dann auch in den Playoffs, während Island in den Playoffs an Deutschland scheiterte.

Bei der erstmals mit einer Gruppenphase durchgeführten Endrunde, die in Norwegen und Schweden stattfand, spielte Russland ausschließlich in Schweden und traf im ersten Spiel auf Co-Gastgeber Schweden. Mit 1:2 verloren die Russinnen ihr erstes Endrundenspiel, wobei Larissa Sawina in der 80. Minute zwar mit dem ersten Endrundentor für die Russinnen den Ausgleich erzielen konnten, die Schwedinnen aber zwei Minuten später konterten. Im zweiten Spiel trafen sie auf Qualifikationsgegner Frankreich, der auch zum ersten Mal an der Endrunde teilnahm, und verloren mit 1:3, wobei diesmal Irina Grigorjewa den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte. Damit waren die Russinnen bereits vor dem letzten Spiel gegen den dritten Neuling dieser Gruppe ausgeschieden, verloren dann aber auch dieses Spiel gegen Spanien mit 0:1. Für Spanien bedeutete dieser Sieg aber den Einzug ins Halbfinale, da sie gegenüber den punktgleichen Französinnen die bessere Tordifferenz hatten. Im Halbfinale verloren sie dann aber gegen Italien während Schweden seinerseits gegen Titelverteidiger Deutschland verlor, der dann im Finale gegen Italien den Titel erfolgreich verteidigte.

EM 2001 in Deutschland In der Qualifikation für die EM 2001 spielten die Russinnen wieder in der höheren Kategorie und trafen auf Dänemark, Finnland und erstmals die Bundesrepublik Jugoslawien. Russland gewann alle sechs Spiele und wurde souverän Gruppensieger.

Bei der Endrunde in Deutschland gelang im ersten Gruppenspiel gegen England mit einem 1:1 der erste Punktgewinn bei einer Endrunde, wobei Alexandra Swetlitskaja den Ausgleichstreffer erzielte. Im zweiten Spiel gegen Gastgeber Deutschland konnte 42 Minuten lang das 0:0 gehalten werden, dann folgten fünf Tore für den Titelverteidiger und damit die höchste Endrundenniederlage der Russinnen. Gegen Schweden zogen sich die Russinnen mit 0:1 zwar achtbar aus der Affäre, waren aber wieder ausgeschieden. Schweden und Deutschland trafen dann im Finale wieder aufeinander und Deutschland konnte erneut den Titel verteidigen.

EM 2005 in England Für die EM 2005 wurde der Gastgeber erstmals vorab festgelegt und England erhielt den Zuschlag für die Austragung. In der Kategorie A spielten diesmal 20 Mannschaften in vier Fünfergruppen und Russland traf auf alte Bekannte: Frankreich, Island, Ungarn und Polen. Die Russinnen starteten mit einem 6:0 gegen Polen, erreichten dann gegen Island aber nur ein 1:1. Nach einem Sieg in Ungarn, reichte es in Polen auch nur zu einem 1:1 und dann wurde sogar das Heimspiel gegen die Französinnen mit 0:3 verloren. Zwar gewann Russland dann die restlichen Spiele – u. a. mit 5:2 in Frankreich – belegte aber nur noch den zweiten Platz, da die Französinnen ansonsten alle anderen Spiele gewonnen hatten. Russland musste daher in die Playoffs gegen Finnland, das in seiner Gruppe nur Dritter geworden war, und verlor beide Spiele, wodurch sich Finnland erstmals für die Endrunde qualifizieren konnte und dort bis ins Halbfinale vorstieß.

EM 2009 in Finnland

Die EM 2009 fand in Finnland statt. Erstmals nahmen zwölf Mannschaften am Turnier teil. Geändert wurde auch der Qualifikationsmodus. Die 1. Qualifikationsrunde bestritten nur die 20 schwächsten Nationalmannschaften. Russland musste erst in der zweiten Runde eingreifen und traf in einer Fünfergruppe auf Vizeeuropameister Norwegen, Israel und Polen sowie erstmals auf Österreich. Die Russinnen konnten nur gegen die Norwegerinnen nicht gewinnen (0:3 und 0:0) und wurden damit Gruppenzweite. Damit mussten sie wieder in die Playoff und trafen auf Schottland. Nach einem 3:2-Auswärtssieg verloren sie zwar das Heimspiel mit 1:2, waren aufgrund der mehr erzielten Auswärtstore aber für die Endrunde qualifiziert. Österreich verpasste als schlechtester Gruppendritter die Playoffs.

Bei der Endrunde verlor Russland das Auftaktspiel gegen Schweden mit 0:3. Im zweiten Spiel gegen England gingen die Russinnen zwar mit 2:0 in Führung, verloren dann aber noch mit 2:3. Mit einem Sieg gegen Italien im letzten Gruppenspiel bei gleichzeitiger Niederlage von England gegen Schweden, hätten sich die Russinnen aber noch für die K.-o.-Runde qualifizieren können. Aber weder verlor England gegen Schweden, noch konnte Russland gegen Italien gewinnen. Im Gegenteil mit 0:2 wurde auch das Spiel gegen die Italienerinnen verloren. Damit schied Russland wieder als Gruppenletzter aus. England konnte dann als bester Gruppendritter sogar das Finale erreichen, verlor dies aber mit 2:6 gegen Titelverteidiger Deutschland.

EM 2013 in Schweden Die EM 2013 fand zum zweiten Mal in Schweden statt. Wieder wurde die Qualifikation von den schwächeren Mannschaften begonnen, diesmal aber nur von den acht schwächsten Teams. Russland musste wieder erst in der zweiten Runde eingreifen und traf auf Italien, Polen und Griechenland sowie erstmals Bosnien & Herzegowina und Mazedonien, das sich über die Vorqualifikation einen Platz in der Hauptqualifikation gesichert hatte. Russland gewann das erste Spiel in Polen mit 2:0, das dann aber am grünen Tisch sogar mit 3:0 gewertet wurde.Polen 0-3 Russland Von den folgenden Spielen verlor Russland nur beide Spiele gegen Italien und gab noch am letzten Spieltag gegen Polen einen Punkt ab. Alle anderen Spiele wurden gewonnen, was aber nur zum zweiten Platz reichte. Damit musste Russland wieder in die Playoffs und traf dabei auf Österreich. Nach einem 2:0 in Österreich reichte das 1:1 im Rückspiel um die Endrunde zu erreichen.

Bei der Endrunde traf Russland dann im ersten Spiel auf Titelfavorit Frankreich und verlor mit 1:3. Im zweiten Spiel gegen England gelang ein 1:1 und so endete dann auch das dritte Spiel gegen Spanien. Damit hatte Russland zwar erstmals zwei Punkte bei der Endrunde gewonnen und war Gruppendritter, als schlechtester Gruppendritter aber wieder ausgeschieden.

EM 2017 in den Niederlanden