Dead Man Walking – Sein letzter Gang ist ein US-amerikanisch-britischer Spielfilm aus dem Jahr 1995, der sich mit dem Thema Todesstrafe auseinandersetzt. Das mit einem Budget von elf Millionen US-Dollar unter Regie von Tim Robbins entstandene Drama kam am 11. April 1996 in deutsche Kinos.
Der Film basiert auf authentischen Begebenheiten, die die Ordensschwester Helen Prejean in ihrem Buch Dead Man Walking – Sein letzter Gang schildert. Der Film kombiniert zwei wirkliche Straffälle, um einen tiefergreifenden Handlungsablauf zu erreichen.
Handlung Bereits seit sechs Jahren sitzt Matthew Poncelet aufgrund eines mit einem Komplizen begangenen Mordes an einem jugendlichen Paar in der Todeszelle, als er sich angesichts des heranrückenden Hinrichtungstermins an die Nonne Helen Prejean wendet, damit diese eine erneute gerichtliche Untersuchung erwirkt. Helen nimmt zu ihm Kontakt auf und besucht ihn. Dabei findet sie zu ihrer Überraschung einen arroganten, sexistischen, rassistischen und von jeglicher Reue weit entfernten Menschen vor, der weiterhin seine Unschuld beteuert. Zwischen den beiden entwickelt sich eine immer intensiver werdende Beziehung, und Helen versucht zu erreichen, dass die Strafe in lebenslange Haft gemindert wird. Bei ihren Bemühungen lernt sie sowohl die Angehörigen der Opfer als auch die des Täters näher kennen. Dabei werden Menschen gezeigt, die nach Gerechtigkeit verlangen und die Bemühungen der Nonne mit Unverständnis und Ablehnung betrachten, aber auch das Leben der mit dem Täter verbundenen Menschen wird beleuchtet. Poncelet begibt sich auf einen langen, äußerst schmerzhaften Weg der eigenen Wahrheitsfindung, an dessen Ende das Eingeständnis der eigenen Tat steht und quasi im Augenblick des Todes durch die Giftspritze die Bitte um Vergebung an die Angehörigen der Opfer ergeht.
Hintergrund Dead Man Walking war der Ruf, den US-amerikanische Gefängniswärter benutzten, wenn ein zum Tode Verurteilter aus seiner Zelle zum Hinrichtungsraum geführt wurde. Die Übersetzung in der deutschen Filmfassung lautet „Toter Mann kommt“; im Filmtitel wurde jedoch der US-amerikanische Originalausdruck beibehalten. In den USA wurde das Motiv des Begriffs „Dead Man Walking/Toter Mann kommt“ bereits bei vielen Bands in Songs verwendet, zum Beispiel benannte die Musikgruppe Body Count einen ihrer Songs Dead Man Walking.
Die fiktive Figur des Matthew Poncelet ist zwei US-amerikanischen Mördern, Elmo Sonnier und Robert Lee Willie, nachempfunden, die beide eine ähnliche Straftat begangen hatten und hierfür 1984 auf dem Elektrischen Stuhl hingerichtet wurden. Poncelets äußeres Erscheinungsbild ist deutlich an das von Willie angelehnt, den Helen Prejean tatsächlich bis zu seiner Hinrichtung begleitet hatte und über den sie die Buchvorlage Dead Man Walking – Sein letzter Gang schrieb.spiegel.de
Der Film wurde vielfach als Appell gegen die Todesstrafe verstanden – die äußerste Auseinandersetzung Poncelets mit seiner Tat wird jedoch letztlich erst in der unausweichlichen Konsequenz seiner Hinrichtung erreicht. So entlässt der Film den Zuschauer ohne eine einfache Antwort.
Das Buch war auch die Vorlage für die Opernfassung Dead Man Walking von Jake Heggie und Terrence McNally, die 2000 in San Francisco uraufgeführt wurde. Die europäische Premiere fand am 7. Mai 2006 in der Dresdner Semperoper statt.
Kritiken
Synchronisation Die deutschsprachige Synchronisation entstand bei der Interopa Film Berlin nach einem Dialogbuch von Theodor Dopheide und unter der Dialogregie von Leon Boden.
RolleSchauspielerSynchronsprecherSchwester Helen PrejeanSusan SarandonKerstin Sanders-DornseifMatthew PonceletSean PennOliver StritzelHilton BarberRobert ProskyJochen SchröderEarl DelacroixRaymond J. BarryReinhard KuhnertClyde PercyR. Lee ErmeyUlrich VoßMary Beth PercyCelia WestonSonja DeutschHelens MutterLois SmithBarbara AdolphKaplan FarleyScott WilsonJürgen ThormannLucille PonceletRoberta MaxwellJudy WinterSchwester ColleenMargo MartindaleRegina LemnitzBeliveauBarton HeymanAlexander HerzogS. Neal TrappScott BolesRoland HemmoWalter HartmanPeter SarsgaardRainer FritzscheStaatsanwalt GilardiLarry PineChristian RodeGouverneur BenedictKevin CooneyManfred WagnerState TrooperClancy BrownTilo SchmitzKrankenschwesterAdele RobbinsJoseline GassenCraig PonceletJack BlackSimon Jäger
Auszeichnungen Oscarverleihung 1996 Auszeichnung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Susan Sarandon Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für Sean Penn Nominierung in der Kategorie Beste Regie für Tim Robbins Nominierung in der Kategorie Bester Filmsong: Dead Man Walking für Bruce Springsteen
Golden Globe Awards 1996 Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller – Drama für Sean Penn Nominierung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin – Drama für Susan Sarandon Nominierung in der Kategorie Bestes Drehbuch für Tim Robbins
Screen Actors Guild Awards 1996 Auszeichnung in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin für Susan Sarandon Nominierung in der Kategorie Bester Hauptdarsteller für Sean Penn
Berlinale 1996 Der Film nahm am Wettbewerb der Berlinale 1996 teil. Sean Penn erhielt einen Silbernen Bären für seine darstellerische Leistung. Tim Robbins erhielt den Preis der Ökumenischen Jury (Wettbewerb) sowie den Leserpreis der Berliner Morgenpost.
David di Donatello Awards 1996 Beste ausländische Schauspielerin: Susan Sarandon
Independent Spirit Awards 1996 Bester Hauptdarsteller: Sean Penn
Humanitas-Preis 1996 Kategorie Spielfilm: Tim Robbins
Political Film Society 1997 PFS Award für Exposé
Chlotrudis Awards 1996 Bester Film Bester Hauptdarsteller: Sean Penn Beste Hauptdarstellerin: Susan Sarandon
Literatur
Christiane Peitz: Es war Mord. In: Die Zeit. 16/1996, S. 46; Rezension.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1995 Kategorie:Filmdrama Kategorie:Independent-Film Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Britischer Film Kategorie:Gefängnisfilm Kategorie:Todesstrafe im Film Kategorie:Literaturverfilmung