Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium Wismar (kurz GHG) ist aus einer 1905 begründeten Knabenvolksschule hervorgegangenes öffentliches Gymnasium in der Innenstadt Wismars in Mecklenburg-Vorpommern. In den Jahren der DDR beherbergte das denkmalgeschützte GebäudeLandtag Mecklenburg-Vorpommern, Drucksache 2/2880, 2. Wahlperiode 11.08.97, Bericht über die Erstellung der Denkmallisten, S. 447. Abgerufen am 12. November 2015. eine Polytechnische Oberschule. Seit 1992 ist die Lehreinrichtung neben dem der Großen Stadtschule das zweite in Wismar ansässige Gymnasium.

Geschichte Entstehung mini|Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium, Blick von der Aussichtsplattform der Kirche St. Georgen Das in neogotischem Baustil mit roter Klinkerverblendung errichtete denkmalgeschützte Gebäude des heutigen Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums wurde von 1903 bis 1905 im Zuge einer umfassenden Erneuerung der städtischen Schulinfrastruktur nach den Plänen des Wismarer Architekten Johannes Busch an der Dahlmannstraße als Knabenvolksschule erbaut. Nach Beginn des Schulbetriebes war sie 1905 siebenklassig aufgeteilt. 1908 besuchten bereits 922 Schüler die Lehreinrichtung.

Weimarer Republik Die Nachkriegswirren griffen auch auf die Schulen in Mecklenburg-Schwerin über. Am 17. Mai 1920 schrieb die Landesverfassung die allgemeine Schulpflicht fest, was auch für die Knabenvolksschule feste Rahmenbedingungen setzte.

Drittes Reich Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges änderten sich die Aufgaben der Volks- und Mittelschulen. Neue Lehrpläne wurden eingeführt. Im April 1942 wurde bei einem größeren Nachtangriff auf Wismar durch Flugzeuge der Royal Air Force das Schulgebäude durch mehrere Nahtreffer beschädigt, ein geregelter Schulbetrieb war zunächst nicht mehr möglich. Im weiteren Verlauf des Krieges wurde in der Knabenvolksschule ein Hilfskrankenhaus eingerichtet.

Nachkriegszeit Nach dem Krieg begann der Schulbetrieb wieder, am Ende des Schuljahres 1948/49 wurden erstmals einheitliche Abschlussprüfungen in allen Grundschulen Wismars durchgeführt. Die Namen der Schulen im Stadtkern Wismars wurden 1949 geändert, somit wurde aus der Knabenvolksschule die Gerhart-Hauptmann-Schule. Seit Anfang der 1960er Jahre wurde das im Bildungssystem der DDR verankerte POS-Konzept auch in Wismar eingeführt und die Schule führte den Namen POS Gerhart Hauptmann.

Seit 1992 ist die Lehreinrichtung eine zur Hochschulreife weiterführende Schule des sekundären Bildungsbereichs und somit neben der Großen Stadtschule die zweite gymnasiale Bildungseinrichtung in der Hansestadt Wismar.

Anfang Dezember 2015 wurde das Schulgebäude als dringend sanierungsbedürftig eingestuft und umfangreiche Umbauten in Betracht gezogen. Zu diesem Zweck muss das Gebäude komplett leer gezogen werden. Die Baukosten werden mit mehr als 10 Millionen Euro beziffert.Ostseezeitung, S. 9; „Hauptmann-Gymnasium riesiger Sanierungsfall“ vom 1. Dezember 2015.

Wichtige Eckdaten der gymnasialen Entwicklung seit 1992 1992: Gründung des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums (GHG) wird mit einem zweitägigen Schulfest gefeiert. 1993: Gründung des Schulclubs 1994: Gründung des gemeinnützigen Schulvereins 1995: Die Schule öffnet am 9. Mai erstmals ihre Pforten zum Tag der offenen Tür 1997: 5-jähriges Jubiläum – Grund zum Feiern 1999: Auf Kontakte mit Schülern aus Schweden, Frankreich und Polen erfolgt der anschließende Schüleraustausch. 2000: Das GHG ist am Internet angeschlossen und kann sich mit einer eigenen Homepage präsentieren. / Die Einweihung des Clubkellers wird gefeiert. mini|Logo der MINT-EC Schulen 2001: Erstes gemeinsames Hoffest der 5. und 6. Klassen auf dem Gelände des „Hauses Weigel“ / Das GHG ist Pilotschule in dem bundesweiten Projekt der deutschen Stiftung denkmal-aktiv: Kulturerbe macht Schule / Auf Beschluss der Zusammenlegung des GHG mit dem „Helene-Weigel-Gymnasium“ erfolgt die Aufnahme des Schulbetriebes zu Beginn des neuen Schuljahres. 2008: GHG wird 100. MINT-EC-SchuleListe der MINT-EC Schulen

Name Der Name wurde zu Ehren des deutschen Dramatikers und Schriftstellers Gerhart Hauptmann (1862–1946) ausgewählt. Dieser erhielt 1912 den Nobelpreis für Literatur.

Bekannte Schulangehörige Schüler Susanne Bowen (* 1979), politische Beamtin

Weblinks

Website des GHG – Geschichte

Einzelnachweise

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