Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der französischen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei Europameisterschaften und den Qualifikationen dazu. Frankreich nahm immer an der Qualifikation teil, konnte sich aber erstmals für die Endrunde 1997 qualifizieren, seitdem aber immer und nimmt 2025 zum achten Mal an der Endrunde teil. Frankreich konnte noch keinen Titel gewinnen. Bereits 1979 hatte Frankreich an der inoffiziellen Europameisterschaft teilgenommen, war dort aber in der Gruppenphase ausgeschieden.Inofficial European Women Championship 1979
Übersicht Jahr Gastgeberland Teilnahme bis... Gegner Ergebnis Trainer/in Bemerkungen und Besonderheiten 1984 keine Endrunde nicht qualifiziert - - In der Qualifikation an Italien gescheitert 1987 Norwegen nicht qualifiziert - - In der Qualifikation an Titelverteidiger Schweden gescheitert 1989 Deutschland nicht qualifiziert - - Im Qualifikations-Viertelfinale an Italien gescheitert 1991 Dänemark nicht qualifiziert - - In der Qualifikation an Schweden gescheitert, das sich aber auch nicht qualifizieren konnte. 1993 Italien nicht qualifiziert - - In der Qualifikation an Dänemark gescheitert 1995 keine Endrunde nicht qualifiziert - - In der Qualifikation an Italien gescheitert 1997 Norwegen/Schweden Vorrunde Russland, Schweden, Spanien - Aimé MignotIn den Spielberichten der FFF wird Élisabeth Loisel als Trainerin genannt. Als Gruppendritter ausgeschieden 2001 Deutschland Vorrunde Dänemark, Italien, Norwegen - Élisabeth Loisel Als Gruppenletzter ausgeschieden 2005 England Vorrunde Deutschland, Italien, Norwegen - Elisabeth Loisel Als Gruppendritter ausgeschieden 2009 Finnland Viertelfinale Niederlande - Bruno Bini Niederlage im Elfmeterschießen 2013 Schweden Viertelfinale Dänemark - Bruno Bini Niederlage im Elfmeterschießen 2017 NiederlandeViertelfinale England - Olivier EchouafniGegner in der Gruppenphase waren Island, Österreich und die Schweiz. 2022 England HalbfinaleDeutschland - Corinne Diacre Gegner in der Qualifikation: Österreich, Serbien, Nordmazedonien und Kasachstan. Bei der Endrunde waren Belgien, Island und Italien die Gegner in der Gruppenphase und Titelverteidiger Niederlande im Viertelfinale. 2025 SchweizViertelfinaleDeutschland Laurent Bonadei Als Gruppensieger vor England, Schweden und Irland qualifiziert.
Die Turniere EM 1984 Für die erste Europameisterschaft hatten nur 16 Mannschaften gemeldet und die Einteilung der Qualifikationsgruppen erfolgte nach geographischen Gesichtspunkten. Die französische Mannschaft musste daher in der Qualifikation gegen Italien, die Schweiz und Portugal antreten. Frankreich startete am 30. Oktober 1982 mit einem 1:0 gegen Italien in die Qualifikation, wobei Isabelle Musset das erste Pflichtspieltor erzielte. Auch im zweiten Spiel in Portugal blieben die Französinnen ohne Gegentor, konnten selber aber auch keins erzielen. Das Rückspiel wurde dagegen mit 2:0 gewonnen. Danach folgte aber eine Niederlage gegen Italien und zwei Remis gegen die Eidgenossinnen, wodurch Frankreich nur Gruppenzweiter wurde. Da sich nur die Gruppenersten für die Finalrunde qualifizierten, war damit die EM für Frankreich beendet. Mit drei Toren war Musset beste Torschützin der Französinnen.
EM 1987 in Norwegen Zehn Monate nach den Endspielen der vorherigen EM begann für Frankreich die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, für die wieder nur 16 Mannschaften gemeldet hatten. Auf eine geographische Zuordnung wurde diesmal verzichtet. Frankreich traf daher auf Titelverteidiger Schweden, die Niederlande und den Nachbarn Belgien, gegen den im Heimspiel der einzige Sieg gelang. Die anderen Spiele wurden verloren und so nur der letzte Platz belegt. Gruppensieger Schweden verlor dann in Norwegen den Titel an den Nachbarn.
EM 1989 in Deutschland Bereits drei Monate nach dem Finale begann die Qualifikation für die nächste Endrunde. Frankreich traf in der einzigen Fünfergruppe wieder auf Belgien, ferner Spanien und erstmals die Tschechoslowakei und Bulgarien. Die Französinnen gewannen vier Spiele und spielten viermal remis. Damit waren sie punkt- und gegentorgleich mit den Tschechoslowakinnen, gegen die sie zweimal remis gespielt hatten, hatten aber vier Tore mehr erzielt und wurden daher Gruppensieger. Im nun erstmals ausgetragenen Viertelfinale war aber Italien in zwei Spielen wieder stärker, so dass erneut die Endrunde verpasst wurde. Italien wurde dann bei der Endrunde Vierter. Mit fünf Toren war Isabelle Musset wieder beste französische Torschützin.
EM 1991 in Dänemark In der Qualifikation für die folgende EM-Endrunde trafen die Französinnen auf Schweden, gegen das beide Spiele verloren wurden, und Polen, gegen das beide Spiele gewonnen wurden. Damit belegten sie nur den zweiten Platz, da Schweden alle Spiele gewann. Weil aus den Dreiergruppen nur die Sieger das Viertelfinale erreichten, war die Qualifikation damit für Frankreich beendet und auch die erste offizielle WM verpasst. Schweden scheiterte dann im Viertelfinale aufgrund der Auswärtstorregel an Italien, das bei der Endrunde wieder Vierter wurde. Françoise Jézéquel und Régine Mismacq waren diesmal mit je zwei Toren die besten französischen Torschützinnen.
EM 1993 in Italien An der Qualifikation für die folgende EM nahmen schon 23 Mannschaften teil. Um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren, musste Frankreich in der Gruppenphase gegen Dänemark und Finnland spielen. Frankreich gewann nur das Heimspiel gegen Finnland und holte bei den Finninnen ein Remis, verlor aber beide Spiele gegen Die Däninnen, die als Gruppensieger dann im Viertelfinale Schweden ausschalteten und bei der Endrunde Dritter wurden. Sandrine Fusier war diesmal mit zwei Toren die erfolgreichste französische Torschützin, die sie beim 5:1 im letzten Spiel gegen Finnland erzielte.
EM 1995 Vierzehn Tage vor Weihnachten 1993 begann für Frankreich als eine von 29 Mannschaften die Qualifikation für die nächste Europameisterschaft, die wieder und letztmals ohne Endrunde ausgetragen wurde. Frankreich traf erneut auf Italien sowie Portugal und Schottland. Frankreich startete mit einer 0:2-Niederlage in Italien, gewann dann drei Spiele ohne Gegentor, erreichte im Heimspiel gegen Italien aber nur ein 1:1. Da Italien aber das letzte Heimspiel gegen Portugal verlor, während Frankreich in Schottland gewann, waren beide am Ende punktgleich. Die Italienerinnen hatten aber die bessere Tordifferenz und waren damit Gruppensieger, scheiterten dann aber im Viertelfinale an Titelverteidiger Norwegen, der den Titel aber auch nicht verteidigen konnte. Frankreich hatte als Zweiter aber auch die zweite WM in Schweden verpasst. Mit drei Toren war Emmanuelle Sykora beste Torschützin der Französinnen.
EM 1997 in Norwegen und Schweden Bereits sechs Monate nach dem Finale begann die Qualifikation für die nächste EM-Endrunde für die nun schon 34 Mannschaften gemeldet hatten und die erstmals mit acht Mannschaften ausgetragen wurde. Auf Grund der unterschiedlichen Spielstärke der gemeldeten Mannschaften wurde die Qualifikation in zwei Kategorien eingeteilt. Die 16 stärksten Mannschaften, zu denen auch Frankreich gehörte, spielten um die direkte Qualifikation, die 18 schwächeren Mannschaften um die Möglichkeit bei der nächsten Qualifikation in der höheren Kategorie zu spielen. Frankreich traf dabei auf die Niederlande, Russland und erstmals Island. Frankreich startete mit je einem Remis gegen die drei Gruppengegner, gewann dann in den Niederlanden, verlor aber das Heimspiel gegen Russland. Mit einem 3:0 gegen Island wurde dann noch Platz 2 gesichert. Bei dieser Qualifikationsrunde konnten sich die Gruppenzweiten erstmals in Playoffspielen gegen einen Gruppendritten für die Endrunde qualifizieren. Frankreich traf auf Finnland, gewann beide Spiele und qualifizierte sich damit erstmals für die Endrunde. Wesentlichen Anteil an der Qualifikation hatte die 20-jährige spätere Rekordtorschützin Marinette Pichon, die sieben Tore erzielte.
Bei der Endrunde trafen die Französinnen in ihrem ersten Endrundenspiel auf Spanien und gerieten in der 14. Minute mit 0:1 in Rückstand. In der 50. Minute konnte aber Angélique Roujas mit dem ersten Endrundentor für Frankreich ausgleichen. Dabei blieb es bis zum Ende. Im zweiten Spiel war Qualifikationsgegner Russland der Gegner und mit drei Toren sorgte Roujas für den ersten Endrundensieg der Französinnen. Gegen Co-Gastgeber Schweden folgte dann aber eine 0:3-Niederlage. Damit waren Frankreich und Spanien punktgleich, die Ibererinnen hatten aber die bessere Tordifferenz, so dass sie als Gruppenzweite ins Halbfinale einzogen, wo sie gegen Italien ebenso wie Gruppensieger Schweden im anderen Halbfinale gegen Titelverteidiger Deutschland verloren. Mit ihren vier Toren war Roujas zusammen mit der Italienerin Carolina Morace und der Norwegerin Marianne Pettersen beste Torschützin des Turniers.
EM 2001 in Deutschland In der Qualifikation für die EM 2001 spielten die Französinnen wieder in der höheren Kategorie und trafen diesmal auf drei alte Bekannte: Schweden, Spanien und die Niederlande. Frankreich startete mit zwei Remis in Schweden und den Niederlanden, gewann dann aber die restlichen Spiele und wurde Gruppensieger. Damit waren die Französinnen erstmals direkt für die Endrunde qualifiziert. Mit drei Toren war Kapitänin Corinne Diacre diesmal die erfolgreichste Torschützin für Frankreich in der Qualifikation.
Bei der Endrunde verloren sie gleich das erste Spiel gegen Olympiasieger Norwegen mit 0:3. Im zweiten Spiel gegen Dänemark lagen sie bereits nach 18 Minuten mit 0:2 zurück, Rekordtorschützin Marinette Pichon und Stéphanie Mugneret-Béghé konnten aber noch in der ersten Halbzeit ausgleichen. Dabei blieb es zunächst, ehe es in der Schlussphase noch einmal turbulent wurde: zunächst gingen die Däninnen in der 70. Minute wieder in Führung, die Gaëlle Blouin acht Minuten später ausgleichen konnte, die erst eine Minute zuvor eingewechselt worden war. In der 83. Minute gelang Dänemark aber noch das letzte Tor.France - Danemark 3:4 Damit waren die Französinnen bereits vor dem letzten Spiel ausgeschieden, gewannen dieses aber noch mit 2:0 gegen Italien, wodurch auch Italien als Gruppendritter ausschied, da sie im Vergleich mit den Norwegerinnen die schlechtere Tordifferenz hatten. Mit zwei Toren war Marinette Pichon, die in der Qualifikation nicht eingesetzt wurde, beste Torschützin für die Französinnen bei der Endrunde.
EM 2005 in England Für die EM 2005 wurde der Gastgeber erstmals vorab festgelegt und England erhielt den Zuschlag für die Austragung. Frankreich musste in der Qualifikation in einer von vier Fünfergruppen gegen Russland, Island, Ungarn und Polen spielen. Frankreich startete auch dank Marinette Pichon, die mit 13 Toren zweitbeste Torschützin der Qualifikation war mit sechs Siegen und war damit bereits vor den beiden letzten Spielen direkt für die Endrunde qualifiziert. Da konnte dann auch die einzige Niederlage im letzten Heimspiel gegen Russland verkraftet werden. Mit einem 5:1 in Polen wurde die Qualifikation dann abgeschlossen. Die Russinnen scheiterten dann in den Playoffs an Finnland, das in seiner Gruppe nur Dritter geworden war und sich damit erstmals für die Endrunde qualifizierte.
Bei der Endrunde trafen sie im ersten Gruppenspiel auf Italien und konnten schon in der ersten halben Stunde drei Tore erzielen. Da Italien nur noch ein Gegentor gelang, gewann Frankreich mit 3:1. Dabei wurde die 18-jährige Élodie Thomis in der 72. Minute zu ihrem ersten Länderspiel eingewechselt.France Italie 3:1 Im zweiten Spiel gegen Norwegen konnten sie eine 1:0-Führung nicht verteidigen und mussten sich mit einem 1:1 begnügen. Durch ein 0:3 gegen Titelverteidiger Deutschland wurden sie nur Dritte, punktgleich mit Norwegen aber der schlechteren Tordifferenz. Deutschland stieß dann bis ins Finale und konnte seinen Titel verteidigen. Mit zwei Toren war Marinette Pichon auch wieder beste französische Torschützin bei der Endrunde.