Frau Warrens Gewerbe ist ein 1959 entstandener, deutsch-schweizerischer Spielfilm nach dem gleichnamigen Theaterstück von George Bernard Shaw. Unter der Regie von Ákos von Ráthonyi spielen Lilli Palmer und O. E. Hasse die Hauptrollen.

Handlung Die Geschichte spielt in gesellschaftlich gehobenen Kreisen im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Frau Warrens Gewerbe ist das älteste der Welt, mit ihm häufte sie ein stattliches Vermögen an. Ihre „Hotels“, von vielen Mitmenschen als moralisch zweifelhaft, um nicht zu sagen anrüchig angesehen, sind zu Treffpunkten zwischen leichten Damen und in jeder Hinsicht schwergewichtigen Herren von Rang aus Wirtschaft, Politik und öffentlichem Leben geworden. Nun hat die vermögende Frau, die einst als Hure in den Slums von London anschaffen ging und ein äußerst schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter hatte (von der sie, wie man aus Rückblenden erfährt, geschlagen wurde), zu ihren Besitzungen einen prachtvollen Landsitz dazugekauft. Nach langer Zeit der Trennung möchte nun Frau Warren, die sich in Begleitung ihres Geschäftspartners Sir George Crofts befindet, ihre Tochter Vivie wiedersehen. Die junge Dame, die dank Mrs. Warrens Einkünften in den feinsten Internaten erzogen wurde, arbeitet als Innenausstatterin und soll die Einrichtung des Neuerwerbs vornehmen. Ihr zur Seite steht der altehrwürdige Architekt Pread.

Zwischen Frau Warren und ihrer Tochter herrschte lange Zeit Funkstille, weil man sich über viele Dinge nicht einig war. So weigert sich Mrs. Warren hartnäckig, der braven Vivie Auskunft zu geben, wer ihr Vater ist. Kaum sehen sich die beiden wieder, kommt es in der ersten Nacht zum Streit. Als Vivie nach einem Gespräch mit Mr. Crofts, dem Partner ihrer Mutter, erfährt, womit ihre Mutter Wohlstand aufbaute, ist sie zutief schockiert. Nun scheint das Band zwischen den beiden endgültig zerrissen, zumal der Vater ihrer großen Liebe, Frank Gardner, aufgrund Frau Warrens Gewerbe Einspruch gegen eine Eheschließung seines Sohnes mit Vivie erhebt. Gardner scheint ein Luftikus zu sein, der nicht genau weiß, was er will, versucht er doch die Mutter seiner Liebsten einmal stürmisch zu küssen. Frau Warren wiederum ist verärgert über ihren Kompagnon Crofts, weil er mit Vivie über beider Broterwerb gesprochen hat, und wirft ihn aus ihrem Haus. Schließlich kommt es zum Eklat zwischen Mutter und Tochter. Vivie lässt angewidert das Umfeld ihrer Mutter für immer hinter sich.

Produktionsnotizen Frau Warrens Gewerbe entstand im Oktober/November 1959 im Studio Hamburg und wurde am 12. Januar 1960 in Hannover uraufgeführt. Der Film, ein klassisches Dialogstück aus der Feder Shaws, gilt als bekannteste und wichtigste Regiearbeit Ákos von Ráthonyis.

Koppel-Partner Gyula Trebitsch übernahm die Herstellungsleitung, Heinz-Günther Sass die Produktionsleitung. Die Bauten stammen von Herbert Kirchhoff und Albrecht Becker, die Kostüme entwarfen Paul Seltenhammer und Gudrun Hildebrandt. Die Tontechnik lag in den Händen von Werner Schlagge.

Kritiken

Im Lexikon des Internationalen Films heißt es: „In den Hauptrollen intensiv gespielte Verfilmung von G.B. Shaws Bürgerschockdrama, das bei der Uraufführung 1893 für einen Skandal sorgte, inzwischen aber reichlich angestaubt wirkt.“

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Filmtitel 1960 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schweizer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:George-Bernard-Shaw-Verfilmung