miniatur|Ansicht des Klosters Mönchsdeggingen Das Kloster Mönchsdeggingen ist ein ehemaliges Kloster in Mönchsdeggingen bei Nördlingen am südlichen Riesrand in Bayern in der Diözese Augsburg.
Geschichte Das St. Martin geweihte Kloster wurde im 10. Jahrhundert durch das Herrscherhaus der Ottonen gegründet. 1007 erscheint es erstmals in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. als Schenkung für sein neues Bistum Bamberg. 1016 wird in Deggingen auch eine Abtei St. Martin genannt und von Heinrich II. dem Bamberger Bischofssitz als Eigenkloster übertragen.
Zunächst war es bis 1138 ein Benediktinerinnenkloster, 1142 erfolgte die Umwandlung in ein Mönchskloster der Benediktiner. Das 1512/13 abgebrannte Kloster wurde unter Abt Alexander Hummel bis 1517 wieder neu aufgebaut.
Im Dreißigjährigen Krieg ging das auf der Burg Wallerstein evakuierte Klosterarchiv samt der mittelalterlichen Bibliothek bei der Beschießung durch die Schweden 1648 verloren. Der Konvent bestand am Ende des Dreißigjährigen Krieges nur noch aus zwei Mönchen.
1693–1702 wurde die Abteikirche barockisiert. Nach Plänen von Johann Balthasar Zimmermann wurde 1716 die Westfassade erneuert und 1721–33 eine Turmerhöhung vorgenommen.
Ab 1751 nahm der Baumeister Johann Michael Fischer eine barocke Umgestaltung der Klosterkirche vor.
Das Benediktinerkloster wurde 1802 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Der Besitz des Klosters ging an die Fürsten von Oettingen-Wallerstein über. Die Mönche durften bis 1807 bleiben. Von der barocken Konventanlage fehlt seit 1844 der Südflügel mit Refektorium und Bibliothek.
1950 übernahm die Kongregation der Missionare von Mariannhill das Kloster als Noviziat für die angehenden Priester. Zwischenzeitlich war auch das Generalat des Ordens hier untergebracht, das seit 1970 in Rom ansässig ist. Mit dem Wegzug des letzten Mitbruders 2009 wurde das Kloster endgültig aufgelöst. Die Klosterkirche und der Friedhof gingen in das Eigentum einer Kirchenstiftung über, die beides weiter betreibt. Die übrigen Klostergebäude wurden 2017 zur Umwandlung in Privatwohnungen an einen privaten Investor verkauft.
Architektur und Ausstattung mini|MittelschiffDie im Mauerwerk des Langhauses heute noch erhaltene dreischiffige Basilika stammt aus der Zeit nach 1160, die Fertigstellung zog sich über eine Generation hin bis in das Jahr 1192. Ihre Architektur mit Volutengiebel, zweigeschossiger Vorhalle und Kapellenräumen im Westen zeigt den Baustil des Klosters Hirsau. Der gotische Chor stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit datiert auch die als Gnadenbild verehrte Statue "Unserer Lieben Frau von Deggingen", die Mönchsdeggingen auch zu einem Wallfahrtsort macht.
Die zehn Seitenaltäre im Langhaus schuf 1751 Johann Michael Fischer.
Orgel
Hauptorgel mini|Hauptorgel Die Hauptorgel wurde 1662 von einem unbekannten Orgelbauer für die Klosterkirche Maihingen erbaut und 1755 durch die Gebrüder Allgeyer nach Mönchsdeggingen umgesetzt und überarbeitet, dabei erhielt die Orgel auch einen neuen Prospekt. 1781 nahm Franz Joseph Reiner eine Tieferstimmung vor. 1993 nahm Orgelbau Sandtner eine Renovierung vor. Die Orgel besitzt 12 Register auf einem Manual und Pedal.
Die Disposition lautet:Orgeldatenbank Bayern v5 (2009) (online), abgerufen am 1. Oktober 2026. Manual C,D,E,F–c3 Holzprincipal 8′ Coppel 8′ Quintadena 8′ Gamba 8′ Principal 4′ Zinn Flauta 4′ Quint 3′ Octav 2′ Mixtur IV–V 2′ Cembalo 1′ Pedal C,D,E,F–a Subbaß 16′ Octavbaß 8′
Koppeln: M/P Bemerkungen: Schleiflade, mechanische Spiel- und Registertraktur, Barockprospekt, gebrochene Oktave in Manual und Pedal Anmerkungen
Chororgel 1693 erbaute Paul Prescher die liegend eingebaute Chororgel mit zunächst 6 Registern. 1757 wurde sie von den Gebr. Allgeyer (Wasseralfingen) umgebaut und um ein Pedalregister auf 7 Register auf einem Manual und Pedal erweitert. 1955 nahm Steinmeyer eine Restaurierung vor.
Die Orgel besitzt schräg liegend angeordnete Pfeifen und ist halb in den Boden versenkt, um den Blick zum Altar nicht zu behindern. Sie diente mit als Anregung für die „Liegende Orgel“ der Kreuzkirche Dresden.
Die Disposition lautet:Orgeldatenbank Bayern v5 (2009) (online), abgerufen am 1. Oktober 2026. Manual C,D,E,F,G,A–c3 Coppel 8′ Flaut 4′ Principal 4′ Octav 2′ Cembalo 1′ Quint ′ Pedal C,D,E,F,G,A–gis Gedacktbaß 16′ (neu)
Bemerkungen: Schleiflade, mechanische Spiel- und Registertraktur, zum Teil im Boden des Presbyteriums versenkt, ohne Prospekt, Subbaß fest angekoppelt und im Boden versenkt
Weblinks
Beschreibung der Orgeln von St. Martin auf Organ index
Einzelnachweise Monchsdeggingen Monchsdeggingen Monchsdeggingen Kategorie:Mariannhiller Missionare Monchsdeggingen Monchsdeggingen Kategorie:Bauwerk in Mönchsdeggingen Kategorie:Baudenkmal in Mönchsdeggingen Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Organisation (Landkreis Donau-Ries) Kategorie:Religion (Mönchsdeggingen) Kategorie:Oettingen (fränkisch-schwäbisches Adelsgeschlecht)
Kategorie:Disposition einer Orgel