Der Wahlbezirk Österreich ob der Enns 11 war ein Wahlkreis für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus im österreichischen Kronland Österreich ob der Enns (Oberösterreich). Der Wahlbezirk wurde 1907 mit der Einführung der Reichsratswahlordnung geschaffen und bestand bis zum Zusammenbruch der Habsburgermonarchie.

Geschichte Nachdem der Reichsrat im Herbst 1906 das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Männerwahlrecht beschlossen hatte, wurde mit 26. Jänner 1907 die große Wahlrechtsreform durch Sanktionierung von Kaiser Franz Joseph I. gültig. Mit der neuen Reichsratswahlordnung schuf man insgesamt 516 Wahlbezirke, wobei mit Ausnahme Galiziens in jedem Wahlbezirk ein Abgeordneter im Zuge der Reichsratswahl gewählt wurde. Der Abgeordnete musste sich dabei im ersten Wahlgang oder in einer Stichwahl mit absoluter Mehrheit durchsetzen. Der Wahlbezirk Österreich ob der Enns 11 umfasste die Gerichtsbezirke Lembach, Rohrbach, Aigen sowie Haslach, wobei die Ortschaft Rohrbach der gleichnamigen Gemeinde (Wahlbezirk 6) ausgenommen war.Reichsgesetzblatt für die im Reichsrath vertretenen Königreiche und Länder 1907, IX. Stück, Nr. 17: „Gesetz vom 26. Jänner 1907 betreffend die Wahl der Mitglieder des Abgeordnetenhauses des Reichsrates“

Aus der Reichsratswahl 1907 ging Alfred Ebenhoch (Christlichsoziale Partei) als Sieger hervor. Er konnte sein Mandat bei der Reichsratswahl 1911 erfolgreich verteidigen. Nach seinem Tod im Jänner 1912 konnte sich sein Parteikollege Johann Hötzendorfer in der Ersatzwahl durchsetzen.

Wahlen Reichsratswahl 1907 Die Reichsratswahl 1907 wurde am 14. Mai 1907 (erster Wahlgang) durchgeführt. Eine Stichwahl entfiel auf Grund der absoluten Mehrheit für Alfred Ebenhoch im ersten Wahlgang. Kandidat Partei Wahlkreis-stimmen Stimmen-anteil Alfred Ebenhoch Katholisch-Konservative Partei 6570 93,2 % Anton Weiguny Sozialdemokratische Arbeiterpartei 191 2,7 % Ferdinand Grahammer Oberösterreichischer Bauernverein 69 1,0 % Sonstigeunter anderem Rudolf Pöschl und Hans Winter Sonstige 218 3,1 % Wahlberechtigte: 7993, Ungültige/Leere Stimmen: 261, Wahlbeteiligung: 91,4 % Reichsratswahl 1911 Die Reichsratswahl 1911 wurde am 13. Juni 1911 (erster Wahlgang) durchgeführt. Die Stichwahl entfiel auf Grund des absoluten Mehrheit von Alfred Ebenhoch im ersten Wahlgang. Kandidat Partei Wahlkreis-stimmen Stimmen-anteil Alfred Ebenhoch Christlichsoziale Partei 4108 63,2 % Johann Haslgruber Oberösterreichischer Bauernverein 1870 28,8 % Anton Weiguny Sozialdemokratische Arbeiterpartei 149 2,3 % Langthaler Deutsche Volkspartei 142 2,2 % Christlichsoziale Partei 57 0,9 % Sonstige 170 2,6 % Wahlberechtigte: 7648, Ungültige/Leere Stimmen: 367, Wahlbeteiligung: 89,7 % Reichsratsersatzswahl 1912 Nach dem Tond von Alfred Ebenhoch im Jänner 1912 wurde am 27. Februar 1912 die Reichsratersatzswahl durchgeführt. Die Stichwahl entfiel auf Grund des absoluten Mehrheit von Hötzendorfer im ersten Wahlgang. Kandidat Partei Wahlkreis-stimmen Stimmen-anteil Johann Hötzendorfer Christlichsoziale Partei 4591 66,1 % Johann Haslgruber Oberösterreichischer Bauernverein 1352 19,5 % Dr. Autengruber „Altchristlichsozial“ 941 13,5 % Eduard Euller Sozialdemokratische Arbeiterpartei 32 0,5 % Sonstige 32 0,5 % Wahlberechtigte: 7564, Ungültige/Leere Stimmen: 72, Wahlbeteiligung: 92,8 %

Literatur Fritz Freund: Das österreichische Abgeordnetenhaus. Ein biographisch-statistisches Handbuch, 1907–1913, XI. Legislaturperiode (XVIII Session). Wiener Verlag, Wien, Leipzig 1907. Fritz Freund: Das österreichische Abgeordnetenhaus. Ein biographisch-statistisches Handbuch, 1911–1917, XII. Legislaturperiode. Verlag Dr. Rudolf Ludwig, Wien 1911. Die Ergebnisse der Reichsratswahlen in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern im Jahre 1907. In: Österreichische Statistik. LXXXIV. Band, 2. Heft, Wien 1908 (Herausgegeben von der k .k. Statistischen Zentralkommission), S. I. 9. Die Ergebnisse der Reichsratswahlen in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern im Jahre 1911. In: Österreichische Statistik. Neue Folge. 7. Band, 1. Heft, Wien 1912 (Herausgegeben von der k .k. Statistischen Zentralkommission), S. 30.

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