mini|hochkant=2.1| Die 4-mal-400-Meter-Staffel der Männer bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau wurde am 31. Juli und 1. August 1980 im Olympiastadion Luschniki ausgetragen. In 24 Staffeln nahmen 97 Athleten teil.

Olympiasieger wurde die Sowjetunion mit Remigijus Valiulis, Michail Linge, Nikolai Tschernezki und Wiktor Markin.Die Silbermedaille ging an die Staffel der DDR (Klaus Thiele, Andreas Knebel, Frank Schaffer, Volker Beck).Bronze gewann Italien in der Besetzung Stefano Malinverni, Mauro Zuliani, Roberto Tozzi und Pietro Mennea.

Die Staffel der Schweiz schied in der Vorrunde aus. Staffeln aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil. Die Staffel der Bundesrepublik Deutschland war wegen des Olympiaboykotts ebenfalls nicht dabei.

Bestehende Rekorde Weltrekord, sport-record.de2:56,16 min(Vince Matthews, Ron Freeman,Larry James, Lee Evans)Finale OS Mexiko-Stadt, Mexiko20. Oktober 1968Olympischer Rekord Der bestehende olympische Rekord, gleichzeitig Weltrekord, wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Im schnellsten Rennen, dem Finale, verfehlte Olympiasieger Sowjetunion den Rekord um 4,92 Sekunden.

Durchführung des Wettbewerbs Die Staffeln traten am 31. Juli zu insgesamt drei Vorläufen an. Die jeweils zwei besten Staffeln – hellblau unterlegt – sowie die beiden nachfolgend zeitschnellsten Mannschaften – hellgrün unterlegt – qualifizierten sich für das Finale am 1. August.

Zeitplan 31. Juli, 18:50 Uhr: Vorläufe 1. August: FinaleOfficial Report, Games of the XXII Olympiad, Moscow 1980, v.3 (englisch/französisch), S. 17 (PDF, 28.260 KB), abgerufen am 29. Oktober 2021

Anmerkung:Alle Zeiten sind in Ortszeit Moskau (UTC+3) angegeben.

Vorrunde Datum: 31. Juli 1980, ab 18:50 UhrOfficial Report, Games of the XXII Olympiad, Moscow 1980, v.3 (englisch/französisch), S. 43 (PDF, 28.260 KB), abgerufen am 29. Oktober 2021

Vorlauf 1 Platz Staffel Besetzung Zeit Anmerkung 1 Nikolai TschernezkiMichail LingeRemigijus ValiulisWiktor Burakow (Vorlauf) 3:01,8 min 2 Paulo Roberto CorreiaAntônio Dias FerreiraAgberto GuimarãesGeraldo José Pegado 3:04,9 min 3 Željko KnapićMilovan SavićRok KopitarJosip Alebić 3:05,3 min 4 Jan PawłowiczJerzy PietrzykAdam StarostkaAndrzej Stępień 3:05,8 min 5 Henk BrouwerMario WestbroekMarcel KlarenbeekHarry Schulting 3:06,0 min Im offiziellen Bericht wird irrtümlich Peter Beusekom alsStartläufer benannt, der jedoch ein Betreuer war. 6 Isidoro HornillosColomán TrabadoBenjamín GonzálezJosé Casabona 3:06,9 min 7 Charles LupiyaAlston MuziyoArchfell MusangoDavison Lishebo 3:14,9 min 8 William Akabi-DavisJimmy MassallaySahr KendorGeorge Branche 3:25,0 min

mini|hochkant=1.3|

Vorlauf 2 Platz Staffel Besetzung Zeit 1 Klaus ThieleAndreas KnebelFrank SchafferVolker Beck 3:03,4 min 2 Josef LomickýDušan MalovecFrantišek BřečkaKarel Kolář 3:03,5 min 3 Stefano MalinverniMauro ZulianiRoberto TozziPietro Mennea 3:03,5 min 4 Mike SolomonRafer MohammedCharles JosephJoseph Coombs 3:04,3 min 5 Pius OlowoCharles DramigaJohn Akii-BuaSilver Ayoo 3:07,0 min 6 Bashir al-FellahSalem El-MarginiAhmed Mohamed SalloumaEl-Mehdi Sallah Diab 3:16,7 min 7 Besha TuffaKumela FitumaAsfaw DebleAtre Bezabeh 3:18,2 min DNF Eddy De LeeuwDanny RoelandtRik VandenbergheAlfons Brydenbach

Vorlauf 3 Platz Staffel Besetzung Zeit 1 Jacques FelliceRobert FroissartDidier DuboisFrancis Demarthon 3:05,4 min 2 Alan BellTerence WhiteheadRoderick MilneGlen Cohen 3:05,9 min 3 Rolf StrittmatterPeter HaasRolf GislerUrs Kamber 3:07,2 min 4 Hussain Ali NasayyifHassan KadhimFahim Abdul al-SadaAbbas Laibi 3:10,5 min 5 Sunday UtiHope EzeigboFelix ImadiyiDele Udo 3:14,1 min 6 Samararatne DharmasenaKosala SahabanduNewton PereraAppunidage Premachandra 3:14,4 min 7 Vincent ConfaitRégis TranquilleMarc LaroseCasimir Pereira 3:19,2 min DNF Derrick PeynadoColin BradfordIan StapletonBert Cameron

Finale Platz Staffel Besetzung Zeit 1 Remigijus ValiulisMichail LingeNikolai TschernezkiWiktor Markin (Finale)im Vorlauf außerdem:Wiktor Burakow 3:01,08 min 2 Klaus ThieleAndreas KnebelFrank SchafferVolker Beck 3:01,26 min 3 Stefano MalinverniMauro ZulianiRoberto TozziPietro Mennea 3:04,54 min 4 Jacques FelliceRobert FroissartDidier DuboisFrancis Demarthon 3:04,8 min 5 Paulo Roberto CorreiaAntônio Dias FerreiraAgberto GuimarãesGeraldo José Pegado 3:05,9 min 6 Joseph CoombsCharles JosephRafer MohammedMike Solomon 3:06,6 min 7 Josef LomickýDušan MalovecFrantišek BřečkaKarel Kolář 3:03,5 min DNF Alan BellTerence WhiteheadRoderick MilneGlen Cohen Datum: 1. August 1980, 19:00 Uhr

Wegen des Olympiaboykotts waren die US-Amerikaner nicht dabei. Auch die hoch eingeschätzten Staffeln der Bundesrepublik Deutschland und Kenias fehlten. Damit wurde dieser Wettbewerb erheblich in seiner Bedeutung und Qualität geschmälert. Als Favoriten galten unter diesen Voraussetzungen vor allem die Mannschaften aus Polen, der UdSSR, der DDR. Aber auch andere Teams kamen für die Medaillen in Frage, der Ausgang schien sehr offen.

Das 1980 geltende Reglement besagte, dass die Staffelbesetzung nach den Vorläufen für das Finale nicht gewechselt werden darf. Eine Ausnahme gab es im Falle einer Verletzung. Dies war für die sowjetische Staffel von Bedeutung, die überraschend ihren Olympiasieger aus dem 400-Meter-Einzellauf, Wiktor Markin, im Vorlauf nicht eingesetzt hatte. Wiktor Burakow, der dort auf der Schlussposition für die UdSSR gelaufen war, meldete sich verletzt, so dass Markin im Finale als Ersatzläufer zum Zuge kommen durfte.

In diesem Finale führte nach dem ersten Wechsel Trinidad und Tobago vor Großbritannien, der DDR und der Sowjetunion. Auf der nächsten Runde setzten sich die Läufer aus der DDR und der UdSSR von ihren Konkurrenten deutlich ab. Beim Wechsel führte die UdSSR knapp vor den Ostdeutschen. Mit deutlichem Abstand folgten die Teams aus Frankreich, Großbritannien und Brasilien. Auch die restlichen Staffeln waren noch in dieser Verfolgergruppe dabei. Als die Schlussläufer an der Reihe waren – Volker Beck für die DDR und Wiktor Markin für die Sowjetunion – führten diese beiden Teams mit großem Abstand vor allen anderen. Markin setzte sich in diesem Duell durch, die UdSSR gewann die Goldmedaille vor der DDR. Im Kampf um den dritten Platz war überraschend Italien vorn, Frankreich und Brasilien belegten die Ränge vier und fünf.Athletics at the 1980 Moskva Summer Games: Men's 4x400 metres relay, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 29. Oktober 2021

Das Fehlen der eigentlichen Topnationen dieses Wettbewerbs machte sich auch in den Leistungen bemerkbar. Die Siegeszeit von Moskau war in allen olympischen Rennen seit einschließlich 1964 übertroffen worden.

Dies war der erste Olympiasieg für die Sowjetunion über 4-mal 400 Meter. Die Staffeln aus der DDR und aus Italien gewannen die ersten Medaillen für ihre Länder in dieser Disziplin.

Video 4x400m Relay - 1980 Moscow Olympics, youtube.com, abgerufen am 29. Dezember 2017

Weblinks Official Report, Games of the XXII Olympiad, Moscow 1980, v.3 (englisch/französisch), S. 42f (PDF, 28.260 KB), abgerufen am 29. Oktober 2021 Olympedia, Athletics at the 1980 Summer Olympics, 4 x 400 metres Relay, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 29. Oktober 2021 Moscow 1980 Athletics 4x400m relay men Results, Seite des IOC (englisch), olympics.com, abgerufen am 29. Oktober 2021 Athletics at the 1980 Moskva Summer Games: Men's 4x400 metres relay, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 29. Oktober 2021

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1980 Kategorie:Laufveranstaltung in Russland