Eckmannshofen ist ein Gemeindeteil des Marktes Thalmässing im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern). Eckmannshofen liegt in der Gemarkung Hagenich.
Lage Das heutige Dorf, früher ein Weiler, liegt östlich des Gemeindesitzes Thalmässing nördlich der Thalach, südlich von Schwimbach und nordwestlich von Aue. Es ist über eine von der Staatsstraße 2227 abzweigende Straße zu erreichen. Über Eckmannshofen führt der Wanderweg 452 des Naturparks Altmühltal, ein Rundweg ab Thalmässing mit der Markierung eines Ammoniten und der Zahl 2 auf gelbem Grund.
Ortsnamendeutung Der Ortsname in seinen frühen Schreibweisen enthält den Personennamen Ecgmund/Agimund/Egiman.Wiessner, S. 119, Anm. 524; Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 45 (1930), S. 196
Geschichte Eckmannshofen ist als „Hecmushoue“ und „Ecgemundhove“ im Schenkungsbuch der Propstei Berchtesgaden um 1150 erstmals erwähnt: Pillunk und Wolfram de Talmasingen (=Thalmässing) schenkten dem Kloster zum Unterhalt ihrer Schwester ein Gut in dem Ort.Wiessner, S. 28, 119, 131; Buchner II, S. 413 Um dieselbe Zeit werden als Ortsadelige Chonrat und Engilman de Ecgmundhoue genannt. 1301 erscheint ein Albertus de Egmanshoven. 1332 trat ein Wilhelm von Eckmannshofen beim Verkauf des Burgstalles Brunneck bei Erlingshofen durch Rüdiger von Erlingshofen an den Eichstätter Bischof als Urkundenzeuge auf. 1411 bis 1421 amtete der Ortsadelige Vlrich der Eckmanshofer als Vogt auf der nahen Burg Landeck, die die Herren von Thalmässing als Reichslehen besaßen.Wiessner, S. 87, 141; Bundschuh I, Sp. 685; Sammelblatt des Histor. Vereins Eichstätt 39 (1924), S. 8 1421 ging der Ort an das Heilig-Geist-Spital Nürnberg über.Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg, 1975, S. 353
1787 bestand der Weiler aus acht, im 19. Jahrhundert aus neun Höfen, die die Flur von 116 Hektar bewirtschafteten.Wiessner, S. 28; Joseph Anton Eisenmann und Karl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. 1. Band, Erlangen 1840, S. 325; Johann Bernhard Fischer: Statistische und topographische Beschreibung des Burggraftums Nürnberg, unterhalb des Gebürgs; oder des Fürstentums Brandenburg-Anspach, 2. Teil, Ansbach 1787, S. 433
Gegen Ende des Alten Reiches unterstand Eckmannshofen bis 1796 hochgerichtlich dem brandenburg-ansbachischen Landvogtei-Oberamt Stauf-Landeck. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Spitalamt Nürnberg inne. Kirchlich gehörte der Weiler zur unteren Pfarrei St. Gotthard im benachbarten Thalmässing. Das Nürnberger Spitalamt besaß grundherrschaftlich zwei Halbhöfe und sechs Köblergüter; ein weiteres Köblergut gehörte dem Domkapitel Eichstätt. Es gab auch ein gemeindliches Hirtenhaus.Hirschmann, S. 99; Bundschuh I, Sp. 685 1796 fiel das Fürstentum Ansbach an das Königreich Preußen, das dem Nebeneinander der Herrschaften auf kleinstem Raum eine Ende machte, so auch in Eckmannshofen.Für Leibrente die Untertanen verscherbelt. In: Donaukurier vom 24. Februar 2012
Im Königreich Bayern bildete Eckmannshofen mit Hagenich, Gebersdorf und der Bergmühle (Guckerlamühle) 1818 die Ruralgemeinde Hagenich im Steuerdistrikt Thalmässing im Landgericht Raitenbuch, ab 1812 im Landgericht Greding.Hirschmann, S. 226
1875 wurden in Eckmannshofen 32 Gebäude gezählt; in den Ställen standen vier Pferde und 72 Stück Rindvieh. Die Kinder besuchten die protestantische Schule in Thalmässing.Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 1162
Am 1. Februar 1960 wurde Echmannshofen von Hagenich in den Markt Thalmässing umgegliedert. Mittlerweile ist es mit dem Gemeindesitz fast zusammengewachsen. Website des Marktes Thalmässing
Einwohnerentwicklung 1818: 49 (9 „Feuerstellen“ = Haushaltungen, 10 Familien)Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise ... enthaltenen Ortschaften, Ansbach 1818, S. 21 1823: 45Hirschmann, S. 226 1871: 43Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern, München 1876, Spalte 1162 1900: 49Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern mit alphabetischem Ortsregister, München 1904, Spalte Sp. 1223 1937: 40Buchner II, S. 415 1950: 66Hirschmann, S. 226 1970: 44Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Bd. 1978 = 380, München 1978, S. 166 1. Januar 2014: 39 Website des Marktes Thalmässing 2021: 40
Baudenkmal Als Baudenkmal ist das Bauernhaus Eckmannshofen Nr. 7 ausgewiesen.
Wiederkehrende Feste Alljährliche Kirchweih am letzten Wochenende im Juli
Literatur Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band: Eichstätt 1937, II. Band: Eichstätt 1938
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Thalmässing Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ersterwähnung 1150