mini|Pfarrkirche hl. Michael in Grünbach am Schneeberg Die römisch-katholische Pfarrkirche Grünbach am Schneeberg steht in einem ummauerten Friedhof im Ort Grünbach am Schneeberg in der Marktgemeinde Grünbach am Schneeberg in Niederösterreich. Die Pfarrkirche hl. Michael gehört zum Dekanat Neunkirchen in der Erzdiözese Wien. Die Kirche steht unter Denkmalschutz ().
Geschichte mini|Noch 2009 sind die Fenster ohne Maßwerk und das Gewölbe ohne Steinrippen 1347 wird ein Pfarrer Martinus „pilgerimus“ genannt. Sie war die Sitzkirche der Herren von Gumplaha - Stolzenwörth und ursprünglich hochwertig ausgestattet. Bei den Türkenkriegen wurde die Kirche 1532 schwerst mit Gewölbeeinsturz und 1683 leichter beschädigt. Die Schäden konnten nie mehr adäquat behoben werden. Die Kirche gehörte bis 1783 zur Erzdiözese Salzburg, von 1783 bis 1785 zur Diözese Wiener Neustadt, und ab 1785 zur Erzdiözese Wien. Für den ursprünglichen Bau der Kirche wird die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts angenommen, dem Umbauten anlässlich der Wiederherstellung in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts folgten. 1864 wurde die Westempore eingebaut. Der Triumphbogen und der Dachreiter wurden 1907 erneuert. 2009 erfolgte eine tiefgreifende Restaurierung. mini|2009 wurde ein weiteres schönes zerstörtes Schulterbogenportal entdeckt
Architektur Kirchenäußeres Der schlichte Kirchenbau hat an der Südfront des Langhauses romanische und am mit Strebepfeilern gegliederten Chor Spitzbogenfenster. An der Nordfront am Langhaus und Chor wurden nach 1910 eingeschoßige Anbauten mit unterschiedlichen Traufhöhen als Sakristei, Läutekammer und Beichtzimmer errichtet. Im Westen und Süden gibt es jeweils ein spätgotisches Schulterportal mit teils abgeschlagenen Bögen unter Vorbauten, welche um 1900 errichtet wurden.
Am Aufgang zur Kirche steht die Statue Christus Salvator um 1950/1960.
Kircheninneres Das ursprünglich dreijochige Langhaus erhielt in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Gewölbe mit Stichkappen mit angeputzten Graten mit Nasen, wobei die Jochteilung verschliffen wurde. Im Gewölbescheitel sind vier Schlusssteine bzw. Rippenkreuze eingemauert. An den Langhauswänden sind noch abgeschlagen Dienste und stark überputzte Kapitelle erkennbar. Die Westempore ist mit einem Platzlgewölbe unterwölbt und unten mit drei unregelmäßigen Rundbögen auf oktogonalen Pfeilern zum Langhaus geöffnet. Der eingezogene rundbogige Triumphbogen zeigt sich in barocker Form auf zarten Putzpilastern. Im Chor ist die Jochteilung gleichfalls verschliffen und zeigt jetzt ein Gratgewölbe mit Rautenformationen. Der ursprüngliche Fünfachtelschluss wurde zu einem Dreiseitschluss umgeformt.
Eine Wandmalerei in der Läutekammer zeigt den hl. Christophorus. Diese und die Malerei am Triumphbogen Tondo mit Heilig-Geist-Taube stammt vom Maler Günther Scherz um 1960. An Stelle des Hochaltars findet sich ein Mosaik Erzengel Michael von Artur Heche um 1945. Die Mosaiken Christus als Auferstandener und der Kreuzweg (1942), Pietà (1943) schuf Schuller. Das Mosaik einer halbfigürliche Darstellung der Heiligen Barbara und Leonhard schufen Paul Maderbacher und Martin Fasching (1947). Die Glasmalereien, im Langhaus ornamental, im Chor figural mit Sebastian, Christus, Florian, Sakrament der Taufe, entstanden 1907.
Ausstattung Ein Seitenaltar als dreiteiliges Retabel von Heinrich Ludwig (1944) trägt eine Statue Maria mit Kind flankiert von Reliefs Theresia vom Kinde Jesu und Judas Thaddäus und zeigt an der Predella das Relief Fegefeuer. Die neugotische Hängekanzel schuf Alois Einspinner (1895). Ein monumentales Kruzifix ist aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Taufbecken mit einer runden Schale schuf Karl Holey (1943).mini|Orgel|rand|278x278pxDie Orgel in einem klassizistischen Gehäuse baute Franz Ullmann (1864). Die letzte größere Orgelrestaurierung erfolgte 2002 durch die Grünbacher Orgelbaufirma Allgäuer.
Die älteste noch erhaltene Glocke nach den mehrmaligen Metallablieferungen in den Weltkriegen goss Christof Packendorff (1745).
Literatur Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich südlich der Donau 2003. Grünbach am Schneeberg, Pfarrkirche hl. Michael, S. 610–611.
Weblinks
Einzelnachweise
2. Georg Reisner, Beiträge zur Puchberger Geschichte 18, Orte, Kirchen und Burgen am Römerweg, 2024
Kategorie:Michaeliskirche Kategorie:Pfarrkirche in der Erzdiözese Wien Kategorie:Kirchengebäude in Niederösterreich Kategorie:Baudenkmal (Niederösterreich) Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Gotisches Bauwerk in Niederösterreich Pfarrkirche Kategorie:Dekanat Neunkirchen