mini|hochkant|Selbstbildnis, 1888 Paul Karl Alfred Schroeter, auch Schröter (geboren 26. Oktober 1866 in Kempen, Posen; gestorben 16. Juni 1946 in Linow), war ein deutscher Maler und Radierer.
Leben Schroeter, aus einer alten Hamburger Familie entstammend, studierte zunächst ab Anfang der 1880er Jahre in Düsseldorf an die Kunstakademie, wo er Schüler von Eduard Gebhardt, Peter Janssen d. Ä. und Adolf Schill war. Hier trat er neben Fritz Overbeck und weiteren jungen Malern der Akademie der Studentenvereinigung „Tartarus“ bei, welche auch unregelmäßig Zeitschriften herausbrachte, an denen er sich mit Illustrationen beteiligte. Auch lernte er hier den schon damals bekannten Maler Fritz Mackensen kennen. Der Maler Peter Philippi (1866–1945) beschrieb „Tartarus“ wie folgend
Von Düsseldorf wechselte Schroeter an die Akademie der Bildenden Künste in München und trat in die Allgemeine Deutsche Kunstgenossenschaft ein. Seit 1893 in München tätig, wurde er Mitglied der Münchner Secession mit Beteiligung an der Frühjahrsausstellung im Mai 1894.Die Frühjahr-Ausstellung der Münchener Secession. In: Die Kunst für Alle. 9. Jahrgang, Heft 15, Bruckmann Verlag, München Mai 1894, S. 228 (Selbstporträt Paul Schröter in seinem Atelier. online). Studienreisen führten ihn nach Holland, Belgien und Spanien, und für kurze Zeit hielt er sich in der Künstlerkolonie Willingshausen auf, wo er mit Carl Bantzer, Georg Burmester und Wilhelm Thielmann zusammentraf. 1895 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine große Goldmedaille. Von 1898 bis 1901 lebte Schroeter in Hamburg und freundete sich mit Ernst Eitner und Arthur Illies an, den Mitbegründern des Hamburgischen Künstlerklubs. Als Illustrator fertigte er Auftragsarbeiten für die Münchner Zeitschrift Jugend: 1898 Haideblume und Dornröschen und die Alte und 1913 eine Vignette.Schröter, Paul, Maler, Zeichner, Illustrator, Bildbeiträger. In: Jugend. Heft 33, S. 553; Heft 40, S. 661; Heft 49, S. 1464 (jugend-wochenschrift.de).
Mit Mackensen, Modersohn und Overbeck verband ihn eine enge Freundschaft, und es waren dieselben, die ihn überredeten, in die noch junge Worpsweder Künstlerkolonie zu kommen. Mit seiner Frau Grete und den Kindern zog Schroeter 1901 nach Worpswede, und von da um 1904 nach Bremen-Horn, wo er Mitglied des Deutschen Künstlerbundes wurde. Hier im Norden Deutschlands malte er Porträts, Landschaften und Innenraumbilder mit meist bäuerlichen Themen. Die Kritiken fielen nicht immer positiv aus, so war in der Zeitschrift Die Kunst 1903 zu lesen:
1908 verließ Schroeter Bremen, siedelte nach Berlin über, war Mitglied im Verein Berliner Künstler, und lebte dort in Lichterfelde auf der Holbeinstraße 36.
Schroeter war Stillleben-, Landschafts-, Genre- und Bildnismaler sowie Grafiker. Viele seiner Werke befinden sich in Privatsammlungen. Der größte Teil seines Werkes ging im Zweiten Weltkrieg verloren.
Paul Schroeter starb am 16. Juni 1946 im Alter von 79 Jahren in Linow.Sterberegister Linow, Eintrag Nr. 35 vom 16. Juni 1946; eingesehen auf ancestry.de am 28. Februar 2023.
Werke mini|hochkant|Hermine Overbeck-Rohte mini|hochkant|Porträt einer jungen Frau Porträt Hermine Overbeck-Rohte Doppelporträt vom Bauernball Drei Feldarbeiter beim Mähen mit der Sense (1901) Frau am Nähtisch (1901) Die Frau des Künstlers mit Tochter Bettina auf dem Arm (1902) Geschichtenerzähler (1914)Geschichtenerzähler Graphik – Radierung (1914). Bäuerliche Familie in der Stube (1938) Häuser und Kirchturm in Relingen (1943)
Ausstellungen (Auswahl) 1893: Einzelausstellung, Künstlerhaus München 1894: Frühjahrsausstellung der Münchner Secession 1895: Große Berliner Kunstausstellung 1894: Einzelausstellung, Kunsthalle Hamburg 1900: Internationale Kunstausstellung der Münchner Secession 1904: Ausstellung in München, Erhalt einer Goldenen Medaille 1905: Große Kunstausstellung des Kunstvereins in Hamburg (PDF). 1929: 100 Jahre Berliner Kunst, Verein Berliner Künstler 1941: Kunstausstellung in Berlin, National-Galerie – Alte Nationalgalerie, Berlin 1993: Ausstellung mit Bildern von zwei unbekannten Worpsweder Malern 1821–1946: Johann Friedrich Schröder & Paul Schroeter, Barkenhoff Worpswede
Literatur
Roland Demme: Agitation durch Friedrich Bindewald und sein Vorbild Dr. Otto Böckel gegen die jüdische Bevölkerung in der Wilhelminischen Epoche und ihre Auswirkungen bis heute. University Press, Kassel 2015, ISBN 978-3-86219-932-7, S. 56.
Weblinks Biografie Paul Schroeter, auf Website von Volkert Emrath, Berlin Paul K. Alfred Schroeter (1866–1946), auf Artnet
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1866 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann