Z 25 war ein Zerstörer des Typs 1936A der deutschen Kriegsmarine. Erste Einsätze erfolgten 1941 von Kirkenes im Nordmeer. Im April 1942 war Z 25 am Angriff auf die Edinburgh beteiligt, der zum Verlust des britischen Kreuzers führte. Zuletzt wurde der Zerstörer in der Ostsee eingesetzt. Er überlebte den Weltkrieg und wurde im Februar 1946 an Frankreich übergeben und von der französischen Marine als Hoche in Dienst gestellt. 1958 wurde die ehemalige Z 25 ausgesondert und bis 1962 abgebrochen.

Baugeschichte Der Zerstörer Z 25 war das dritte Boot des im Mai 1938 bestellten Typs 1936A. Alle acht Boote der Klasse entstanden im Werk Weser der Deschimag.Preston: Superdestroyers. S. 72. 1938 begann der Bau des ersten Bootes, dessen Stapellauf 1939 nach dem Kriegsbeginn erfolgte. Die Kiellegung von Z 25 erfolgte am 15. Februar 1939 und das Boot lief am 16. März 1940 vom Stapel. Der Typ 1936A war eine Weiterentwicklung des Typs 1936 und entsprach den Vorgängern in der Grundauslegung. Die Boote waren mit einer Länge von 127 m über alles und von 121,9 m in der Wasserlinie etwas länger, waren bis zu 12,0 m breit und hatten einen maximalen Tiefgang von 4,5 m. Alle erhielten den sogenannten Atlantikbug. Die Standardverdrängung von Z 25 betrug 2543 ts bzw. 3543 ts bei voller Ausrüstung. Die Deschimag-Getriebeturbinen hatten eine Höchstleistung von 70.000 PS, die dem Boot eine Höchstgeschwindigkeit von über 36 kn ermöglichten. Die Dampferzeugung für die Turbinen erfolgte in sechs Hochdruckkesseln vom System Wagner.Preston, S. 64. Die ersten fünf neuen Boote konnten mit 791 t etwas mehr Treiböl fassen und hatten eine Reichweite von 2500 Seemeilen bei 19 kn. Abweichend von den bisherigen Zerstörern erhielten die Neubauten zwei Ruder im Schraubenstrom, die ihre Manövrierfähigkeit verbesserten.Preston, S. 65. Die geplante Verbesserung der Seefähigkeit durch den Atlantikbug und Änderungen am Rumpf brachten nicht die erwarteten Erfolge. Insbesondere der sehr schwere Doppelturm auf dem Vorderschiff wirkte sich negativ aus.

Verstärkte Bewaffnung Der wesentliche Unterschied des Typs 1936A war die Verstärkung der Bewaffnung auf 15-cm-L47-Torpedobootskanonen des Modells C36. Das Kaliber war im Ersten Weltkrieg schon auf den Torpedobooten des Typs 1916 eingebaut worden, die aber nicht mehr vor dem Kriegsende zum Einsatz kamen.Preston, S. 63. Nur zwei der zwölf geplanten Boote konnten fertiggestellt werden und dienten einige Jahre in der französischen Marine als Amiral Sénès bzw. in der italienischen Marine als Premuda. Die Folgebauten beider Marinen erhielten allerdings Geschütze mit kleinerem Kaliber.

Die beiden vorderen 15-cm-Geschütze sollten in einem (Doppel-)Turm aufgestellt werden. Die Fertigung dieser Türme verzögerte sich aber erheblich und hielt mit der Fertigung der Zerstörerrümpfe und ihrer sonstiger Ausrüstung nicht Schritt.Preston, S. 67 So wurde keines der acht Boote mit dem Doppelturm fertig. An dessen Stelle wurde vorläufig ein Einzelgeschütz auf Basis des Turmes aufgestellt. Auf dem Achterschiff erfolgte, wie bei den vorangegangenen Zerstörern, die Aufstellung von drei 15-cm-Einzelgeschützen. Die Flugabwehrbewaffnung bestand aus zwei 3,7-cm-Fla-Zwillingsgeschützen wie bei den Vorgängern, aber nur fünf 2-cm-Maschinenkanonen des Modells 38. Dazu kamen zwei Vierlings-53,3-cm-Torpedorohrsätze, vier Wasserbombenwerfer an den Seiten des hinteren Deckshauses und bei Bedarf bis zu 60 Minen.

Im September 1942 wurde Z 25 als zweiter Zerstörer des Typs 1936A auf den 15-cm-Doppelturm umgerüstet. Wie alle Zerstörer der Klasse wurde die Flugabwehrbewaffnung von Z 25 durch einen 2-cm-Flak-Vierling 38 verstärkt, zu dem Anfang 1943 noch ein zweiter kam. Anfang 1945 war die Z 25 mit erheblich verstärkter Flugabwehr einsatzbereit (Barbara-Bewaffnung). Das 15-cm-Einzelgeschütz vor dem hinteren Deckshaus und die fünf 2-cm-Einzelkanonen wurden entfernt und durch sechs 3,7-cm-L/57-Einzelgeschütze M/43 und vier 20-mm-L65-Zwillingsgeschütze C/38 ersetzt, sodass der Zerstörer neben einem 15-cm-Doppelturm am Bug und zwei Einzelgeschützen am Heck über zehn 3,7-cm-Flak (zwei Zwillings-, sechs Einzelgeschütze) und sechzehn 20-mm-Flak (zwei Vierlings-, vier Zwillingsgeschütze) verfügte.

Einsatzgeschichte Z 25 wurde bei Indienststellung der 8. Zerstörerflottille zugeteilt. Erster Kommandant war Korvettenkapitän Heinrich Gerlach. Der einsatzbereite Zerstörer verlegte am 26. Juni 1941 von Kiel nach Bergen. Er hatte auf dem Verlegungsmarsch eine schwere Grundberührung bei Haugesund, bei der beide Propeller verbogen wurden und Schäden am Schiffsrumpf entstanden. Das Boot musste zur Reparatur wieder in die Bauwerft.Hildebrand ua.: Die deutschen Kriegsschiffe. Band 6, S. 75. Der reparierte Zerstörer wurde Ende September 1941 unter seinem neuen Kommandanten Korvettenkapitän Heinz Peters der Nordgruppe der „Baltenflotte“ unter Vizeadmiral Ciliax zugeteilt, die am 23. September mit dem Schlachtschiff Tirpitz, dem Schweren Kreuzer Admiral Scheer, den Leichten Kreuzern Nürnberg und Köln sowie den Schwesterbooten Z 26 und Z 27 und den Torpedobooten T 2, T 5, T 7, T 8, T 11 sowie einigen Schnellbooten aus Swinemünde bis in die Ålandsee zur Bekämpfung etwaiger Aktivitäten der sowjetischen Flotte vorstieß. Nach den erfolgreichen Angriffen des Sturzkampfgeschwaders 2 unter Oberstleutnant Dinort auf die Schiffe der Baltischen Flotte liefen die beiden schweren Einheiten wieder zurück. Die Zerstörer blieben mit Ciliax’ neuem Flaggschiff Nürnberg zur Absicherung am Ausgang des Finnbusens, bis auch sie am 1. Oktober nach Gotenhafen zurückgezogen wurden.Hildebrand ua.: Die deutschen Kriegsschiffe. Band 5, S. 24.

Am 28. November übernahm Z 25 in Aarhus Minen und verlegte dann mit den Schwesterbooten Z 27, Z 23 und der Paul Jacobi sowie dem Schnellbootbegleitschiff Tanga nach Drontheim.

Einsatz im Nordmeer Vom 16. bis zum 18. Dezember 1941 stieß Z 25 in der 8. Zerstörerflottille unter Kapitän zur See Pönitz mit Z 23, Z 24 und Z 27 gegen die Kola-Küste vor. Als das Flottillenboot Z 26 wegen eines Maschinenschadens ausfiel, wechselte der Flottillenchef auf Z 25. Am 17. trafen die vier Zerstörer 14 sm vor der Küste auf die zur Aufnahme des Nordmeergeleitzuges PQ 6 ausgelaufenen britischen Minensuchboote Hazard und Speedy, die irrtümlich als russische Zerstörer der Gnevny-Klasse angesprochen wurden. Die Speedy erhielt vier Treffer, die Hazard blieb unbeschädigt. Die beiden Minensucher entkamen den deutschen Angreifern, die die sieben Frachter des von dem Kreuzer Edinburgh und den Zerstörern Echo und Escapade gesicherten Konvois nicht entdeckten.

Die in Kirkenes stationierte Flottille führte weitere Aufklärungs-, Sicherungs- und Geleitfahrten durch. Am 13. Januar 1942 war Z 25 wieder Führerboot der 8. Zerstörerflottille und sicherte Z 23 und Z 24, die vier Minensperren mit 100 EMC im Westfahrwasser des Weißen Meeres bei Kap Kachowskij legten.Hildebrand ua., Band 6, S. 76. Am 27. Januar endete der erste Einsatz des Zerstörers im Nordmeer und er verlegte von Kirkenes nach Brest in Frankreich.

Verlegung der Schweren Einheiten Am 12. Februar 1942 sicherte Z 25 mit den Zerstörern Z 29 (Flaggschiff des F.d.Z., Konteradmiral Erich Bey), Richard Beitzen (mit dem Chef der 5. Zerstörerflottille, Kapitän zur See Berger), Paul Jacobi, Friedrich Ihn und Hermann Schoemann den Ausbruch der Schlachtschiffe Scharnhorst (Flaggschiff des Befehlshabers der Schlachtschiffe Vizeadmiral Ciliax) und Gneisenau und des Schweren Kreuzers Prinz Eugen aus Brest durch den Ärmelkanal und die südliche Nordsee nach Deutschland (Unternehmen Cerberus).

Wegen der durch Minentreffer verursachten Schäden an den beiden Schlachtschiffen verzögerte sich deren Verlegung nach Norwegen (Operation Sportpalast), zu der am 21. Februar lediglich die Schweren Kreuzer Prinz Eugen und Admiral Scheer Brunsbüttelkoog verließen. Neben Z 25 sicherten die Zerstörer Richard Beitzen, Paul Jacobi, Hermann Schoemann und Friedrich Ihn den Verband. Bereits in der südlichen Nordsee erfassten britische Aufklärer die Schiffe, doch wurde einer der Fühlungshalter durch deutsche Jäger abgeschossen. Von daraufhin angesetzten Bombern fand nur eine Maschine den Verband, die ihre Bomben neben die Prinz Eugen warf und dann abgeschossen wurde. Am 22. Februar liefen die Deutschen zum Auftanken in den Grimstadfjord, aus dem sie noch am gleichen Abend wieder ausliefen. Die Richard Beitzen, die Friedrich Ihn und die Paul Jacobi wurden wegen des schlechten Wetters nach Bergen entlassen, während die Schweren Kreuzer mit der Z 25 und der Hermann Schoemann am 23. weiter nach Drontheim liefen. Aus einer vor der dortigen Küste aufgestellten britischen U-Boot-Gruppe kam nur die Trident an den Verband heran und erzielte einen Torpedotreffer am Heck der Prinz Eugen. Versuche der Home Fleet unter Admiral Tovey, mit dem Flugzeugträger Victorious oder Überwassereinheiten die deutschen Schiffe auf ihrem Marsch nach Norden abzufangen, scheiterten.

Weitere Einsätze im Nordmeer Als am 6. März 1942 die Tirpitz erstmals die Schären verließ, um einen britischen Geleitzug anzugreifen, gehörte die Z 25 neben der Friedrich Ihn, der Paul Jacobi, der Hermann Schoemann und zwei Torpedobooten zu ihrer Sicherung. Die Paul Jacobi und die beiden Torpedobooten mussten frühzeitig entlassen werden, und das schlechte Wetter erlaubte keine Luftaufklärung. Die Geleitzüge PQ 12 und QP 8 wurden nicht gefunden, QP 8 wurde unwissend sehr nah passiert. Lediglich der sowjetische Nachzügler Izora (2815 BRT) konnte von der Friedrich Ihn versenkt werden. Die auch in See stehende Home Fleet unter Tovey entdeckte erst am 9. März das deutsche Schlachtschiff und seine Begleiter; ein Angriff von zwölf Albacore-Torpedoflugzeugen der Victorious sowie ein U-Boot-Angriff blieben jedoch erfolglos. Acht britische Zerstörer erwarteten den deutschen Verband vor Bodø vergeblich, da dieser langsamer als erwartet zurückmarschierte. Am 13. März erreichten die deutschen Einheiten wieder ihrer Liegeplätze bei Trondheim.Hildebrand u. a.; Band 6, S. 16.

Vom 19. bis zum 27. März marschierte die 8. Zerstörerflottille mit Z 24, Z 25 und Z 26 von Trondheim wieder nach Kirkenes. Schon am folgenden Tag wurden die drei Zerstörer gegen den Geleitzug PQ 13 eingesetzt, den am 27. eine BV 138 der 2./KFlGr 406 entdeckt hatte. Der Konvoi war durch schwere Stürme ziemlich zerstreut worden. Gesichert wurde er durch den Kreuzer Trinidad, die Zerstörer Eclipse, Fury, den Geleitzerstörer Lamerton sowie zwei U-Abwehr-Trawler und drei ehemals norwegische Walfangboote, von denen die Sulla im Sturm gesunken war. Von Murmansk stießen der britische Zerstörer Oribi und die sowjetischen Zerstörer Gremyashchi und Sokrushitelny zum sich wieder organisierenden Geleitzug.

Die deutschen Zerstörer waren auf ihrer Suche zuerst auf den versprengten Frachter Bateau (4687 BRT) getroffen, den Z 26 versenkte. Bei geringer Sicht und Schneetreiben stießen sie dann auf die vor dem Geleitzug laufenden Trinidad und Fury. Der britische Kreuzer schoss Z 26 manövrierunfähig. Ein daraufhin von der Trinidad als Fangschuss abgefeuerter Torpedo wurde zum Kreisläufer und traf den Kreuzer selbst, der aber noch nach Murmansk eingebracht werden konnte.32 Mann starben auf der Trinidad. Nach einer Notreparatur in Murmansk musste der erneut beschädigte Kreuzer auf dem Rückmarsch nach Großbritannien versenkt werden. Z 24 und Z 25 konnten von der sinkenden Z 26 88 Mann retten; 240 Mann fanden auf Z 26 den Tod. Die beiden Boote trafen im andauernden Gefecht die Eclipse schwer (23 Tote)Service history HMS Eclipse und entkamen dann nach kurzen Schusswechseln mit der Oribi und der Sokrushitelny nach Kirkenes.