mini|hochkant|Frederick Trump (1902) mini|hochkant|Geburtsakt (1869) Frederick Trump (* 14. März 1869 in Kallstadt, Pfalz, Königreich Bayern als Friedrich Trump; † 30. Mai 1918 in New York City, USA) war ein deutsch-amerikanischer Unternehmer. Er machte sein Vermögen mit dem Betrieb von Restaurants im Nordwesten der USA und im kanadischen Yukon-Territorium, insbesondere während des Klondike-Goldrausches. Sein Enkel ist US-Präsident Donald Trump.
Herkunft Der Name Trump lässt sich in Friedrich Trumps Ahnenreihe bis zu Johann Sebastian Trump zurückverfolgen, der 1699 in Bobenheim am Berg geboren wurde. Eine Verbindung zu Kallstadt kann ab Friedrich Trumps Großvater Johannes Trump (1789–1836) festgestellt werden. Dieser wurde in Bobenheim am Berg geboren und heiratete in Kallstadt, wo er auch starb. Grabstein-Inschriften aus dem 21. Jahrhundert auf dem Dorffriedhof zeigen, dass Mitglieder der Familie Trump in Kallstadt weiterhin präsent sind. Friedrich Trumps Mutter entstammte einer Winzerfamilie in Wachenheim.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 29.
Friedrich Trump war ein Cousin zweiten Grades des Ketchup-Unternehmers Henry John Heinz, dessen Großmutter eine geborene Trump war. gedbas.genealogy.net; zum Vornamen vgl. Joshua Kendall: America’s Obsessives: The Compulsive Energy That Built a Nation. Grand Central Publishing, New York, Boston 2013, S. 64. Trumps Sohn Fred erfand nach dem Zweiten Weltkrieg eine Herkunft aus Schweden mit der angeblichen Heimatstadt Karlstad,Hannelore Crolly: Donald Trump, King of Kallstadt. In: Die Welt, 24. August 2015. um problemlos mit Immobilien handeln zu können, was er mit einer deutschen Abstammung nicht für möglich hielt.Donald Trump’s drive to surpass his father’s success, Matt Viser, The Boston Globe, 16. Juli 2016 An dieser Fiktion hielt auch dessen Sohn Donald noch bis in die 1980er Jahre fest.Donald J. Trump, Tony Schwartz: Trump. The Art of the Deal. Ballantine, New York 1987, ISBN 0-345-47917-3, S. 66
Kindheit und Jugend in der Pfalz Friedrich Trump wurde 1869 in Kallstadt, damals wie die gesamte Pfalz zum Königreich Bayern gehörend, als Sohn von Johannes Trump und Katharina Kober geboren. Er hatte vier Schwestern und einen Bruder. Die Familie besaß ein kleines Weingut, aber der Vater war schon bei Friedrichs Geburt lungenkrank, und als er 1877 starb, hinterließ er wegen der Arztkosten hohe Schulden. Deshalb mussten die älteren Geschwister im Weingut mitarbeiten. Friedrich erschien der Mutter als für diese harte Arbeit nicht geeignet, und deshalb schickte sie ihn im Alter von 14 Jahren in das nahe gelegene Frankenthal, wo er eine Ausbildung zum Friseur machte.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 28–30.
Auswanderung nach New York mini|hochkant|Friedrich Trump (1887, vor der Anglisierung seines Vornamens) Als Friseur hätte Trump im kleinen Kallstadt (damals knapp 1.000 Einwohner) kein Auskommen gefunden. Da seine älteste Schwester Katharina bereits im Jahr zuvor nach New York ausgewandert war und dort ihren ebenfalls aus Kallstadt stammenden Verlobten Friedrich Schuster geheiratet hatte, entschied er sich nach dem Abschluss seiner Lehre 1885 – erst 16-jährig –, ihr dorthin zu folgen.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 30 f. Nach zwölftägiger Seereise von Bremerhaven nach New York City an Bord der Eider, eines Schnelldampfers des Norddeutschen Lloyd, betrat er am 19. Oktober 1885 erstmals amerikanischen Boden.Ted Widmer: An Immigrant Named Trump, newyorker.com, 1. Oktober 2016 Bei der Einwanderungsbehörde Castle Garden wurde er unter dem Namen „Friedr. Trumpf“ registriert.German, French, and Swiss Passenger Records, ca. 1820 - ca. 1912, archives.gov
Deutsche waren damals in den Vereinigten Staaten sehr gern gesehen und stellten seit Jahrzehnten die größte Gruppe von Einwanderern.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 31. Insbesondere waren sie als gute Arbeiter begehrt, und amerikanische Bundesstaaten und große Unternehmen wie etwa die Northern Pacific Railroad warben in Deutschland, und besonders in der Pfalz, aus der ein großer Anteil der Deutschamerikaner stammte,Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 25–27. in großem Stil um Auswanderungswillige. Allein in den 1880er Jahren folgten über eine Million Deutsche diesem Ruf. Einer der Gründe, der auch für Friedrich Trump von Bedeutung war, war das in der Pfalz geltende Prinzip der Realteilung, wodurch er nur einen Bruchteil des ohnehin nicht großen Grundbesitzes der Mutter erben würde, während in den USA jedermann bis zu 160 Acres (etwa 65 Hektar) Land erwerben konnte, indem er es fünf Jahre lang bewirtschaftete (Homestead Act).
Trump zog bei den Schusters in deren kleine Wohnung in Manhattan ein und fand schon bei der Ankunft am Hafen eine Arbeit als Friseur.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 25 und 33 f. Im folgenden Jahr kam auch seine zweitälteste Schwester Luise in die nun sehr überfüllte Wohnung. Gemeinsam unterstützten sie die Mutter in Kallstadt finanziell.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 37.
Seattle und Monte Cristo Mit der bescheidenen Existenz als Friseur war Friedrich Trump nicht zufrieden. Er wollte reich werden.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 40. Im November 1891 übernahm er mit Hilfe von Zuwendungen durch Verwandte ein kleines Restaurant im Rotlichtbezirk von Seattle, dessen Innenstadt zwei Jahre zuvor durch Feuer zerstört worden war und jetzt wieder aufgebaut wurde.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 41f. und 47. Während er in Manhattan unter Pfälzer Einwanderern gelebt, pfälzischen Dialekt gesprochen und sich wie in der Heimat gekleidet und ernährt hatte, wurde er jetzt in jeder Hinsicht Amerikaner, wozu auch gehörte, dass er seinen Vornamen in „Fred“ änderte.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 46. Im Oktober 1892 wurde er Bürger der Vereinigten Staaten, indem er sich zur ersten Präsidentschaftswahl einschrieb, die in dem erst kurz zuvor in die Union aufgenommenen Staate Washington stattfand.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 50–52.
Das Restaurant, das Trump mit großem Einsatz allein betrieb, eröffnete keine weitere Perspektive.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 49f. und 52. Doch als im August 1892 sein älterer Bruder Jakob in Kallstadt heiratete, nahm die Mutter dies zum Anlass, nach dem Erbrecht der Realteilung ihren Besitz auf ihre fünf Kinder zu verteilen, und Friedrich wurde wie die beiden ebenfalls emigrierten Schwestern ausbezahlt.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 58 f. Damit hatte er erstmals ein wenig Kapital für weitere Unternehmungen. Im Frühjahr 1893 gab er sein Restaurant auf, verkaufte das Inventar und machte sich auf den mühsamen Weg in die schroffe und noch tief verschneite Kaskadenkette nordöstlich von Seattle.
Hier waren unlängst reiche Vorkommen von Gold und Silber entdeckt worden und jetzt wurde eine neue Siedlung namens Monte Cristo errichtet, in der der legendäre Ölmagnat John D. Rockefeller, der reichste Mann Amerikas, angeblich Millionen investieren wollte.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 53–60. Der Erwerb eines Grundstücks in Monte Cristo war weit jenseits von Trumps finanziellen Möglichkeiten. Stattdessen ließ er an einer Stelle in der Nähe des geplanten Bahnhofs, wo er vorgeblich Gold gefunden hatte, einen Claim registrieren und errichtete darauf ein Boardinghouse.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 60 f. Damit übertrat er zwar das Verbot, Claims als Baugrund zu nutzen, und er ignorierte zudem, dass der Claim bereits auf einen anderen Namen registriert war, aber ein solches Vorgehen war damals in Monte Cristo durchaus üblich und nur mit einem sehr geringen Risiko verbunden.
mini|Monte Cristo (1895) 1894 war die Infrastruktur in Monte Cristo soweit fertiggestellt, dass der Transport von Erz und Holz über die gerade fertiggestellte Bahnlinie nach Everett aufgenommen werden konnte.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 64 f. Die Saloons waren rund um die Uhr geöffnet, und Ende des Jahres konnte Trump sein Grundstück legal erwerben.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 68. Im Dezember 1895 brach während eines schweren Schneesturms das Dach des Boardinghouses unter den Schneemassen zusammen, und Trump musste es reparieren. Im Frühjahr vermietete er das Etablissement und reiste nach Kallstadt zur Hochzeit seiner jüngeren Schwester Elisabeth. Nach seiner Rückkehr kandidierte er in Monte Cristo als Friedensrichter und wurde mit 32:5 Stimmen in dieses Amt gewählt.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 69–71.
Zu dieser Zeit kursierten Geschichten über Goldfunde im Yukon-Gebiet im Nordwesten Kanadas, an der Grenze zu Alaska.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 72. Viele Bergleute verließen Monte Cristo, Trump entschied sich aber, erst einmal in Monte Cristo zu bleiben und seine Geschäfte fortzuführen. Mit zwei Arbeitern traf er die Vereinbarung, dass sie gegen einen Beitrag zu ihren Reisekosten auch in seinem Namen Claims am Yukon abstecken würden. Ob er je davon profitiert hat, ist nicht bekannt.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 72 f.
mini|Dampfschiffe im Hafen von Seattle (1891) 1897 kamen 68 Goldsucher nach Seattle, die am Klondike River, einem Nebenfluss des Yukon River, in kürzester Zeit reich geworden waren und Nuggets im Wert von über 700.000 US-Dollar (heute mehr als 20 Mio. US-Dollar) mitbrachten.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 73. Es war schnell klar, dass der jetzt einsetzende Goldrausch alle bisherigen übertreffen würde, und die Handelskammer von Seattle startete eine bundesweite Werbekampagne, mit der es gelang, Seattle als den Ausgangspunkt für Expeditionen zum Klondike zu etablieren.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 75 f. Trump eröffnete erneut ein – dieses Mal sehr profitables – Restaurant in Seattle.Gwenda Blair: The Trumps. Three Generations of Builders and a Presidential Candidate. Simon & Schuster, New York 2015. S. 77.
Klondike-Goldrausch