Der Brandstein ist ein hoher Berg in der westlichen Hochschwabgruppe im österreichischen Bundesland Steiermark.
Lage und Umgebung Der markante Brandstein steht als isoliertes Felsmassiv im westlichen Teil der Hochschwabgruppe. Er erhebt sich über dem dolinenreichen, von Latschen bedeckten Karstplateau rund viereinhalb Kilometer nordwestlich der bekannten Sonnschienalm. Westlich ist das Massiv durch den Höllsattel vom Kollmannstock () getrennt, im Osten verläuft der Kamm über den Schafhalssattel weiter zu Schaufelwand () und Ebenstein. Südlich des Brandsteins liegen mit der Pfaffingalm und der Androthalm zwei im Sommer bewirtschaftete Almhütten. Im Norden ist dem Hauptgipfel der Kleine Brandstein () vorgelagert.
Zudem verläuft über den Gipfel die Bezirksgrenze zwischen Liezen im Norden und Bruck-Mürzzuschlag im Süden.
Geologie und Geomorphologie mini|links|hochkant=1.15|Blick vom Ebenstein über die Schaufelwand zum Brandstein; der Grat in der Bildmitte repräsentiert den Abbruchrand des Bergsturzes von Wildalpen, einem der größten seiner Art in den Ostalpen (Sturzrichtung nach rechts) Das Massiv des Brandstein ist aus triassischem Wettersteinkalk aufgebaut und hebt sich deutlich von seiner näheren Umgebung ab. Am Südfuß des Berges treten würmzeitliche Hangschuttreste und ein schmales West-Ost-verlaufendes Band kreidezeitlicher Konglomerate auf. Letztere sind der kalkalpinen Gosau zuzuordnen. Auch die im Süden anschließende Hochfläche setzt sich zum überwiegenden Teil aus Wettersteinkalk zusammen.
Der auffällige Gratverlauf zwischen Brandstein und Ebenstein stellt die Abrisskante eines prähistorischen Bergsturzereignisses dar. Diese beeindruckende, als Bergsturz von Wildalpen bekannte Massenbewegung nimmt ein Volumen von etwa 1,3 bis 1,4 km³ ein und erstreckt sich vom Grat nach Norden bis hinunter ins Salzatal. Heute bieten einige bis zu mehreren 100.000 m³ große Schollen Einblick in den ursprünglichen Gesteinsverband. Die Schaufelwand, an deren Fuß die Gleitflächen der Rutschung aufgeschlossen sind, gilt als Relikt ebendieser.Dirk Van Husen & Alfred Fritsch: Der Bergsturz von Wildalpen (Steiermark). In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt. Band 147, 2007, s. 201–213 ().Andreas Kellerer-Pirklbauer, Kurt Nicolussi, Hermann Kain, Andreas Pilz & Andrea Thurner: Der Bergsturz von Wildalpen (Hochschwab, Steiermark). Neue dendrochronologische Ergebnisse eines Baumfragments aus der Bergsturzablagerung (, abgerufen am 24. März 2023).
Aufstieg Die markierten Wanderwege auf den Brandstein sind großteils unschwierig, aber lang. Aufgrund seiner Abgeschiedenheit ist der Gipfel im Rahmen einer Tagestour nur mühsam zu bewältigen und wird dementsprechend seltener bestiegen als benachbarte Berge. Er wurde daher schon als „der große einsame Berg im westlichen Teil der Hochschwabgruppe“ tituliert.Günter und Luise Auferbauer: Hochschwab (siehe Literatur). Eine besonders anspruchsvolle Variante bietet eine Ost-West-Überschreitung mit Schwierigkeiten bis zu III+.
Ausgangspunkte Sonnschienhütte, über die Androthalm: 3 Stunden Gsollkehre bei Eisenerz (), über die Pfaffingalm: 4 Stunden Leopoldsteiner See, durch das Fobistal: 5 Stunden Wildalpen, über den Schafhalssattel: 5½ Stunden Präbichl, über die Pfaffingalm: 5½ Stunden Tragöß-Oberort über die Sonnschienhütte: 6 Stunden durch den Jassinggraben: 6½ Stunden
Literatur und Karten Günter und Luise Auferbauer: Hochschwab. Bergverlag Rother, München 2001, ISBN 3-7633-4189-7, S. 31–32. Freytag & Berndt Wien, Wanderkarte 1:50.000, WK 041, Hochschwab – Veitschalpe – Eisenerz – Bruck a. d. Mur, ISBN 978-3850847803.
Weblinks
Einzelnachweise
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