Roy Francesco Salvadori (* 12. Mai 1922 in Dovercourt, Essex, England; † 3. Juni 2012 in Beausoleil) war ein britischer Automobilrennfahrer.
Karriere Als Sohn italienischer Emigranten geboren, begann seine Motorsport-Karriere herkunftsgerecht 1947 auf einem hubraumstarken Alfa Romeo. Überhaupt schien er im Gegensatz zu seinen englischen Landsleuten eine auffällige Neigung zu italienischen Herstellern zu haben.Motorsport-Total – Internetseite:
Über Sportwagenrennen in die Formel 1 In die Formel 1 kam er erst nach dem Einsatz auf verschiedenen hochklassigen Wagen in Sportwagenrennen. So fuhr er einen 2-Liter-Maserati für das „Gilby Engineering Team“ Sidney Greenes oder einen Frazer Nash bei den Rennen in Brooklands. Für Greene steuerte er auch zwischen 1954 und 1956 einen Maserati 250F mit beachtlichen Platzierungen bei verschiedenen Grand-Prix-Läufen, die nicht zur Weltmeisterschaft zählten.
Die Legende von Goodwood mini|Roy Salvadori im Hintergrund mit dem Fuß auf dem rechten Vorderrad seines Cooper T41; bei einem Formel-2-Rennen 1956 Bei dem nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Rennen im Easter-Monday-Goodwood-Meeting traf Salvadori mit seinem Maserati auf Ken Wharton, der als sein Erzrivale galt, und dessen B.R.M.-16-Zylinder. Lediglich der bessere Start und das konsequente Blockieren hielten Wharton vor Salvadori, der den in Kurven deutlich langsameren, aber breiten B.R.M. nicht überholen konnte. Wharton fuhr konsequent Kampflinie. Außerdem verlor sein Motor Öl, das sich auf der Windschutzscheibe und der Brille seines Verfolgers niederschlug. Salvadori verlor offensichtlich die Nerven und gestikulierte drohend. Während der 19. Runde versuchte er in der Lavant-Kurve innen vorbeizukommen und kollidierte. Beide Fahrer konnten zwar nach dem Dreher weiterfahren, aber Salvadori musste mit einem Kupplungsschaden aufgeben, während Ken Wharton das Rennen gewann. „Ken war einer der allerhärtesten Fahrer, ich hätte es besser wissen müssen …“, urteilte Roy Salvadori im Rückblick. Beide Fahrer erhielten daraufhin eine goldene bzw. silberne Taschenuhr vom Veranstalter geschenkt, auf deren Innenseite „Zur Erinnerung an ein unvergessliches Rennwochenende“ graviert war.
Wechsel zu Cooper und Aston Martin Im Anschluss daran fragten das Cooper-Team und auch Aston Martin, ob Salvadori nicht für offizielle Rennsporteinsätze innerhalb des Championats zu haben sei. Bezeichnenderweise kam der chancenlose Frontmotor Aston-Martin erst 1959 zum Einsatz, als er technisch bereits überholt war. Während der Formel-1-Saison 1957 startete Salvadori auch für Vanwall, als deren Piloten wegen Krankheit bzw. Verletzungen pausieren mussten. Doch schließlich war er es – und nicht der höher eingeschätzte Jack Brabham –, der beim Grand Prix von Großbritannien mit dem fünften Rang die ersten Punkte für das Cooper-Climax-Team einfuhr.
Sieg in Le Mans Salvadoris größter motorsportlicher Erfolg war 1959 der Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit seinem Partner Carroll Shelby auf einem Aston Martin DBR1.
Ende der Karriere Später kam Roy Salvadori, dem der Ruf eines verbissenen, aber nie unfairen Kämpfers anhaftete, beinahe zu seinem fälligen Monoposto-Sieg. Beim Grand Prix der USA während der Formel-1-Saison 1961 fuhr er wieder einen Cooper für das Yeoman-Credit-Team. Runde für Runde arbeitete er sich als Zweitplatzierter an den führenden Innes Ireland auf Lotus heran, als der Motor des Cooper und damit auch seine Hoffnungen platzten.
Zum Ende 1962 zog sich der 40-jährige Salvadori von der Formel 1 und einige Jahre später auch von den Sportwagenrennen zurück, um sich seiner Karriere als Autohändler zu widmen. Kurzzeitig sah man ihn wieder in der Formel 1, doch diesmal als Teammanager des Cooper-Maserati-Teams zwischen 1966 und 1967. Danach nahm er endgültig seinen Abschied vom Rennsport.
Familie Salvadoris Ehefrau Sue war einer von zwei Töchtern des britischen Rennfahrerehepaars Johnny Hindmarsh und Violette Cordery (1900–1983).
Statistik Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos. 1952 G. Caprara Ferrari 500 Ferrari 2.0 L4 1 − − − − − − NC 1953 Connaught Engineering Connaught Type A Lea-Francis 2.0 L4 5 − − − − − − NC 1954 Gilby Engineering Maserati 250F Maserati 2.5 L6 2 − − − − − − NC 1955 Gilby Engineering Maserati 250F Maserati 2.5 L6 1 − − − − − − NC 1956 Gilby Engineering Maserati 250F Maserati 2.5 L6 3 − − − − − − NC1957 Vandervell Products Ltd. Vanwall VW5 Vanwall 2.5 L4 1 − − − − −219.Cooper Car CompanyCooper T43 Climax 2.0 L4 2 − − − − − Climax 1.5 L4 1 − − − − − 1958 Cooper Car Company Cooper T45 Climax 2.0 L4 9 − 1 1 − − 15 4.1959 High Efficiency Motors Cooper T45 Maserati 2.5 L4 3 − − − − −−NC David Brown Corporation Aston Martin DBR4 Aston Martin 2.5 L6 4 − − − − −1960 High Efficiency Motors Cooper T51 Climax 2.5 L4 1 − − − − −−NC David Brown Corporation Aston Martin DBR5 Aston Martin 2.5 L6 1 − − − − − 1961 Yeoman Credit Racing Team Cooper T53 Climax 1.5 V8 5 − − − − − 2 17. 1962 Bowmaker Racing Team Lola Mk4 Climax 1.5 V8 7 − − − − − − NC Gesamt 47 − 1 1 − − 19
Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 111952 81953 DNF DNF DNF DNF DNF1954 DNF DNF1955 DNF1956 DNF DNF 111957 DNQ DNF 5 DNF DNF1958 DNF 4 8 11 3 2 9 5 71959 6 DNF DNF 6 6 DNF DNF1960 DNF DNS DNF1961 8 6 10 6 DNF1962 DNF DNF DNF DNF DNF DNF DNS DNF
Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1953 Aston Martin Ltd. Aston Martin DB3 George Abecassis Ausfall Kupplungsschaden 1954 Aston Martin Lagonda Ltd. Aston Martin DB3SSC Reginald Parnell Ausfall überhitzter Zylinder 1955 Aston Martin Ltd. Aston Martin DB3S Peter Walker Ausfall Motorschaden 1956 Aston Martin Ltd. Aston Martin DB3S Peter Walker Ausfall Unfall 1957 David Brown Aston Martin DBR1/300 Les Leston Ausfall Ölpumpe 1958 David Brown Racing Department Aston Martin DBR1/300 Stuart Lewis-Evans Ausfall Unfall 1959 David Brown Racing Department Aston Martin DBR1/300 Carroll Shelby Gesamtsieg 1960 Border Reivers Aston Martin DBR1/300 Jim Clark Rang 3 1961 Essex Racing Stable Aston Martin DBR1/300 Tony Maggs Ausfall Leck im Benzintank 1962 Briggs Cunningham Jaguar E-Type FHC Briggs Cunningham Rang 4 und Klassensieg 1963 Briggs Cunningham Jaguar E-Type Lightweight Paul Richards Ausfall Unfall
Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1954 Aston Martin Ltd. Aston Martin DB3S Reginald Parnell Ausfall Motorschaden 1956 David Brown & Sons Ltd. Aston Martin DB3S Carroll Shelby Rang 4 und Klassensieg 1957 Maserati Factory Maserati 250S Carroll Shelby Disqualifiziert 1958 David Brown Aston Martin DBR1/300 Carroll Shelby Ausfall Kraftübertragung 1959 Aston Martin David Brown Aston Martin DBR1/300 Carroll Shelby Ausfall Schalthebel gebrochen
Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 1953 Aston MartinEcurie Ecosse Aston Martin DB3SJaguar C-Type DNF 2 DNF 1954 Aston Martin Aston Martin DB3S DNF DNF DNF DNF 1955 Aston Martin Aston Martin DB3S DNF 7 1956 Aston Martin Aston Martin DB3S 4 DNF 1957 MaseratiAston Martin Maserati 250SAston Martin DBR1/300 DNF 6 DNF 1958 Aston Martin Aston Martin DBR1 DNF DNF DNF 2 1959 Aston Martin Aston Martin DBR1 DNF 1 DNF 1960 Border Reivers Aston Martin DBR1 DNF 3 1961 Essex Racing Stable Aston Martin DBR1 DNF 1962 Briggs Cunningham Jaguar E-Type 4 4 1963 Briggs CunninghamC. T. Atkins Jaguar E-Type DNF 3 1 1964 Dawnay Racing Aston Martin DP214Shelby Cobra DNF DNF
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