Die U-Bahn-Linie U5 ist eine 22,4 km lange Linie der U-Bahn Berlin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die in Ost-West-Richtung über 26 Stationen vom U-Bahnhof Hönow bis zum Berliner Hauptbahnhof verläuft. Sie führt durch die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf von Berlin und ist seit Dezember 2020 nach der U7 die zweitlängste Berliner U-Bahn-Linie.Jörn Hasselmann: Die neue U5 ist eröffnet – Berlin hat eine große Lücke geschlossen. Bei: Tagesspiegel Online, 4. Dezember 2020, abgerufen am 14. Januar 2021.Frank Peter Jäger: Der Himmel unter Berlin. Bei: faz.net, 4. Dezember 2020, abgerufen am 14. Januar 2021 Sie verläuft zum Teil parallel zur Berliner Stadtbahn und entlastet diese zwischen Hauptbahnhof und Alexanderplatz.

Die Strecke wurde in sechs Abschnitten eröffnet: Vom U-Bahnhof Alexanderplatz bis U-Bahnhof Friedrichsfelde am 21. Dezember 1930, weiter bis U-Bahnhof Tierpark am 25. Juni 1973, weiter bis U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz am 30. Juni 1988 weiter bis U-Bahnhof Hönow am 30. Juni 1989. Am 8. August 2009 wurde der Abschnitt vom Berliner Hauptbahnhof zum Bahnhof Brandenburger Tor in Betrieb genommen, der bis zum Lückenschluss vom 4. Dezember 2020 als U-Bahn-Linie U55 bezeichnet wurde. Am 4. Dezember 2020 erfolgte die Eröffnung des Teilstücks vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor (U-Bahnhof Museumsinsel erst am 9. Juli 2021 eröffnet, daher zuvor ohne Halt).

Neun Bahnhöfe von Tierpark bis Hönow wurden im November 2023 unter Denkmalschutz gestellt. Auf diesem Streckenabschnitt wurde lediglich der U-Bahnhof Kienberg (Gärten der Welt) nicht unter Denkmalschutz gestellt.

Die traditionelle Linienbezeichnung war E. Die heutige Bezeichnung wurde am 1. Juli 1990 bei der Ausdehnung des West-Berliner Nummernschemas auf Ost-Berlin eingeführt. Die Linie verfügt über den längsten oberirdisch führenden Streckenabschnitt im Berliner U-Bahn-Netz. Das Gebiet des Endpunkts U-Bahnhof Hönow gehört erst seit 1990 zu Berlin.

Verlauf Die U-Bahn-Linie U5 verbindet den Ortsteil Moabit mit der Großwohnsiedlung in Hellersdorf und dem brandenburgischen Ort Hönow, endet aber unmittelbar vor der östlichen Berliner Stadtgrenze. Sie beginnt am Berliner Hauptbahnhof und führt nach Südosten unter der Spree, dem Spreebogenpark und dem Platz der Republik zum Brandenburger Tor. Von dort folgt sie dem Verlauf der Straße Unter den Linden, wobei an der Friedrichstraße die U-Bahn-Linie U6 gekreuzt wird. Nach dem U-Bahnhof Museumsinsel wird die U5 unter die Rathausstraße gelenkt, wobei das Humboldt Forum unterquert wird. Nach Verlassen des Bahnhofs Alexanderplatz führt sie in einem engen Rechtsbogen unter die Karl-Marx-Allee. Sie folgt dem Straßenzug (nach dem U-Bahnhof Frankfurter Tor als Frankfurter Allee) für mehrere Stationen gradlinig in östlicher Richtung und kreuzt am Bahnhof Berlin Frankfurter Allee die Berliner Ringbahn. Ab dem Bahnhof Berlin-Lichtenberg, wo sie die S-Bahn an der Bahnstrecke Berlin–Küstrin-Kietz Grenze unterquert, schwenkt die Trasse nach Südosten. Sie verläuft unter der Einbecker Straße und dann an der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde vorbei bis zum U-Bahnhof Tierpark. In scharfer Linkskurve umfährt die U5 den Tierpark Berlin und erreicht an dieser Stelle ihren südlichsten Punkt. Sie ändert ihre Richtung nach Nordosten und erreicht zum ersten Mal Tageslicht.

Nun oberirdisch verläuft die U5 quer durch Biesdorf-Süd. Sie überquert am U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz die Köpenicker Straße und wenig später die Straße Alt-Biesdorf mit den auf gemeinsamer Trasse verlaufenden Bundesstraßen B 1/B 5. Am Bahnhof Berlin Wuhletal wird erneut die S-Bahn an der Bahnstrecke Berlin – Küstrin-Kietz Grenze gekreuzt. Nun, ein kurzes Stück unterirdisch, folgt die Trasse der Gülzower Straße. Nach einer weiten Linkskurve erreicht die U-Bahn vor dem U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord wieder die Oberfläche und verläuft nun in nördlicher und später in nordöstlicher Richtung. Bis zum U-Bahnhof Hellersdorf liegt die Trasse neben der Hellersdorfer Straße, nach dem U-Bahnhof Louis-Lewin-Straße neben der Böhlener Straße. Direkt an der Stadtgrenze, aber noch auf Berliner Gebiet, endet die U-Bahn-Linie U5 am U-Bahnhof Hönow mit dem östlichsten Punkt des Berliner U-Bahn-Netzes an der Mahlsdorfer Straße in Hönow.

Geschichte

Alexanderplatz – Friedrichsfelde

Planungen Die Hochbahngesellschaft plante Anfang des Jahres 1908, lange bevor der U-Bahn-Streckenabschnitt der Linie A vom Spittelmarkt zum Alexanderplatz im Jahr 1913 eröffnet wurde, eine U-Bahn-Strecke unter der Frankfurter Allee vom Alexanderplatz bis zum Bahnhof Frankfurter Allee. Dabei sollte der U-Bahnhof Alexanderplatz zwei nebeneinander liegende Bahnsteige erhalten und die Linie sollte ab Koppenstraße stadtauswärts als Hochbahn angelegt werden. Gegenüber diesen Plänen war die Stadt Berlin aufgeschlossen, verlangte jedoch, die ganze Linie unterirdisch zu führen.

Im Jahr 1910 änderte die Hochbahngesellschaft ihre Pläne: Diese U-Bahn-Linie E sollte nun die Alexanderstraße unterqueren, um sie mit der inzwischen genehmigten Teilstrecke zwischen Spittelmarkt und Schönhauser Allee zu verbinden. So wäre es möglich gewesen, die Linie E über den Alexanderplatz in die Klosterstraße zu führen und dort bei entsprechendem Ausbau des U-Bahnhofs Klosterstraße als Abzweig zu betreiben. Die vom Spittelmarkt kommenden Züge und die aus Schönhauser Allee kommenden Züge hätten nach Frankfurter Allee durchfahren können, und das ebenso in entgegengesetzter Richtung. Diese Idee wurde letztendlich verworfen.

Die Hochbahngesellschaft hatte mehrere private Verkehrsunternehmen unter sich und so übernahm Ende der 1920er Jahre die Nord-Süd-Bahn die endgültige Planung und Realisierung der Linie E als selbstständige Linie im Berliner Großprofil mit Verlängerungsmöglichkeiten in Richtung Leipziger Straße/Französische Straße und mit Anbindung einer weiteren Linie nach Weißensee im Zuge der Greifswalder Straße. Die Strecken sollten am Alexanderplatz zusammengeführt werden und sich am Berliner Rathaus wieder trennen. Ursprünglich plante die Hochbahngesellschaft, die Linie E durch die heute in diesem Abschnitt nicht mehr bestehende Landsberger Allee vom Alexanderplatz zum Büschingplatz verlaufen zu lassen. Dort sollte sie einen Bahnhof erhalten, dann in die Weberstraße nach Südosten einbiegen und am Strausberger Platz auf die Große Frankfurter Straße (heute: Karl-Marx-Allee) einschwenken. Im Jahr 1925 bekam die Stadt Berlin aus privaten Kreisen die Anregung, zwischen Alexanderplatz und der heutigen U-Bahn-Station Schillingstraße einen 118 Meter langen Bogen einzufügen, so auf die Große Frankfurter Straße zu gelangen und nicht über den Büschingplatz zu planen. Außerdem erfolgte eine weitere Planungsänderung. Diese sah vor, die Linie E nicht am Bahnhof Frankfurter Allee enden zu lassen, sondern bis nach Friedrichsfelde weiterzuführen, weil dort ein Gelände für eine Betriebswerkstatt zur Verfügung stand.

Bau und Inbetriebnahme Die Bauarbeiten erfolgten in offener Bauweise zwischen den Jahren 1927 und 1930. Am 21. Dezember 1930 wurde die Strecke vom S+U-Bahnhof Alexanderplatz bis zum U-Bahnhof Friedrichsfelde eröffnet. Abgesehen vom U-Bahnhof Friedrichsfelde liegen alle Bahnhöfe in einer solchen Tiefe, dass ihre Ausgänge über Verteilergeschosse auf die Bürgersteige gelegt werden konnten. Auch liegt der Tunnel selbst so tief, dass über ihm in gleicher Breite ein Leitungskanal für Rohre der Berliner Wasserwerke und für Kabel der Berliner Elektrizitätswerke und der Post miterrichtet wurde.

Friedrichsfelde – Tierpark

Planungen Beim im Jahr 1930 fertiggestellten Streckenabschnitt Alexanderplatz–Friedrichsfelde war schon eine Weiterführung nach Karlshorst in Richtung Schöneweide vorgesehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden Pläne, die U-Bahn zum 1955 neu eingerichteten Tierpark zu verlängern. Im Jahr 1956 kamen Pläne auf, die U-Bahn vom U-Bahnhof Friedrichsfelde zweigleisig und oberirdisch bis zu einem Kopfbahnhof westlich der Straße am Tierpark in Höhe des Eingangs zum Schloss Friedrichsfelde weiterzuführen. Dazu sollten zwei Gleise der Abstellanlage der Betriebswerkstatt Friedrichsfelde verlängert werden. Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht realisiert, weil es insbesondere eine weitere Streckenverlängerung erschwert hätte. Zusätzlich wurde der Tierpark nicht als ausreichend für einen Weiterbau der U-Bahn angesehen. Als später im Bereich des Tierparks Wohnungen entstanden, wurde der Plan wieder aufgegriffen, zumal mit der Schließung der Straßenbahnstrecke in der Straße Alt-Friedrichsfelde als Folge des Neubaus der Straßenbrücke über den Bahnhof Lichtenberg eine empfindliche Netzlücke entstanden war.

Bau und Inbetriebnahme Für einen offiziellen Baustart für den Weiterbau bis zum U-Bahnhof Tierpark gab es weder einen Beschluss noch eine Genehmigung. Wegen der fehlenden Auslastung der Rammkapazität im VEB Tiefbau kam es zu einem illegalen Baubeginn am U-Bahnhof Tierpark, denn die Direktoren des Tiefbaubetriebs und der Berliner Verkehrsbetriebe (BVB) hatten am 19. September 1969 den ersten Rammschlag durchgeführt. Von diesem Vorhaben hatte der zuständige Stadtrat für Verkehr keine Ahnung. Viel später kam es unter dem Druck der Öffentlichkeit zu Magistratsbeschlüssen und zur erforderlichen finanziellen Absicherung für den Weiterbau um eine Station. Der Baubeginn am Streckenende im Bereich des U-Bahnhof Tierpark war so gewählt, dass man nicht befürchten musste, einen totalen Baustopp zu bekommen. Der offizielle Bahnbau dauerte von 1970 bis 1973.

Am Morgen des 4. Oktober 1972 kam es in der Kehranlage auf der Nordseite des U-Bahnhofs Alexanderplatz der Linie A (in Richtung U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz) zu einem Großbrand. Damit die Wiederherstellung des bei dem Großbrand beschädigten Tunnelkörpers kurzfristig durchgeführt werden konnte, wurde eine größere Anzahl Betonfertigteile, die für die Streckenverlängerung in Friedrichsfelde vorgesehen waren, von dort abgezogen. Somit kam es zur letzten kleinen Bauverzögerung. Die Einweihung der Verlängerung vom U-Bahnhof Friedrichsfelde bis zum U-Bahnhof Tierpark fand am 25. Juni 1973 statt.

Tierpark – Hönow Entscheidung, Planungen und Bauarbeiter mini|U-Bahn-Strecke zwischen Biesdorf-Süd und Elsterwerdaer Platz