mini|Die Meisterschaftstrophäe von 1995, ausgestellt im Museum von Botafogo

Das Campeonato Brasileiro de Futebol ist die vom nationalen Verband Confederação Brasileira de Futebol abgehaltene nationale Meisterschaft für brasilianische Fußballvereine, oft auch nur Brasileirão (in etwa „große Brasilianische“) genannt. Während der Großteil des ersten Halbjahres traditionell den Fußballmeisterschaften der Bundesstaaten von Brasilien gewidmet ist, findet die nationale Meisterschaft in der Regel von Mai bis Dezember statt. Rekordmeister ist die SE Palmeiras mit zwölf Titeln.

Die erste offizielle Meisterschaft wurde 1971 ausgetragen. 2010 wurden auch die Gewinner der ersten zwischen 1959 und 1970 abgehaltenen nationalen Wettbewerbe, der Taça Brasil und des auch als Taça de Prata bekannten Torneio Roberto Gomes Pedrosa, offiziell als Meister von Brasilien anerkannt.

Zwischen 1971 und 2002 hatte die Meisterschaft verschiedene offizielle Bezeichnungen und auch der Austragungsmodus war Veränderungen unterworfen. 1990 kam erstmals der Begriff Série A zur Anwendung, der zum Namen der 2003 eingeführten höchsten nationalen Fußball-Liga wurde.

In der Saison 2019 fielen in der Série A im Schnitt 2,29 Tore pro Spiel (Vorjahr 2,18). In den 380 Meisterschaftsspielen kamen rund 8,07 Millionen Menschen in die Stadien, was einen Durchschnitt von etwa 21.200 Zuschauern pro Spiel entsprach.

Historisches Die immensen geografischen Ausmaße Brasiliens waren historisch ein wesentliches Hindernis zur Abhaltung nationaler Sportwettbewerbe. Als Beispiel sei hier erwähnt, dass erst 1975 eine Straßenverbindung zwischen den rund 500 km voneinander entfernten Städten Rio de Janeiro und Santos fertiggestellt wurde. auf: estradas.com.br Erst erschwingliche Flugverbindungen machten routinemäßiges Reisen zu Spielen in andere Metropolen möglich. Davor gab es mehr oder weniger regelmäßig ausgetragene Turniere zwischen den stärksten Vereinen diverser Bundesstaaten, wie beispielsweise das berühmte Torneio Rio-São Paulo, das erstmals 1933 stattfand.

Schon vorher gab es allerdings überstaatliche Turniere wie die zwischen 1917 und 1919 ausgespielte Taça Ioduran und die Copa dos Campeões Estaduais, der Pokal der Staatsmeister, der 1920 und 1936 abgehalten wurde, die die jeweiligen Gewinner gerne dazu verleitete sich als quasi nationale Meister zu feiern.

1959: Taça Brasil Nach dem Erfolg der Südamerikanischen Meisterschaft der Meister von 1948 und des Europapokals der Landesmeister seit 1956 wurde erstmals 1960 mit der Copa Campeones de América, seit 1965 als Copa Libertadores bekannt, auch ein regelmäßiger südamerikanischer Kontinentalwettbewerb für Fußballvereine ausgeschrieben. Teilnahmeberechtigt waren von den nationalen Verbänden nominierte Meistervereine.

Zur Ermittlung des brasilianischen Teilnehmers wurde 1959 erstmals die Taça Brasil, der Brasilienpokal, abgehalten. Erster Sieger dieses Pokalwettbewerbes wurde der EC Bahia. Bis zur letzten Ausspielung 1968 wurde der FC Santos um den Jahrhundertfußballer Pelé mit fünf Siegen Rekordgewinner der Veranstaltung. Der SE Palmeiras aus São Paulo gewann die Taça zwei Mal, Cruzeiro EC aus Belo Horizonte und Botafogo FR aus Rio jeweils einmal.

Hauptartikel: Taça Brasil 1967: Torneio Roberto Gomes Pedrosa Von 1967 bis 1970 wurde als Torneio Roberto Gomes Pedrosa, ab 1968 auch nach der Trophäe Taça de Prata (Silberpokal) genannt, ein weiterer nationaler Wettbewerb ausgespielt. Die Siegermannschaften dieses aus dem Torneio Rio-São Paulo hervorgegangenen Turnieres betrachten sich als Meister von Brasilien und fanden als solches auch weite öffentliche Anerkennung, wenngleich der brasilianische Fußballverband CBF, die Confederação Brasileira de Futebol, diese Anerkennung offiziell bis 2010 nicht gewährte. Allerdings nannte die CBF-Vorgängerorganisation Confederação Brasileira de Desportos, unter deren Ägide das Turnier stattfand, selbst die Sieger Campeão do Brasil, also Meister von Brasilien.

In den ersten beiden Jahren qualifizierten sich die Sieger des gelegentlich auch Robertão (großes Roberto) genannten Wettbewerbes neben dem Gewinner der Taça Brasil für die Copa Libertadores. Nachdem die als Vorgänger des 1989 aufgenommenen Pokalwettbewerbes Copa do Brasil betrachtete Taça Brasil mit Ende der Saison 1968 eingestellt worden war, waren die beiden Erstplatzierten des Torneio Roberto Gomes Pedrosa qualifiziert. Palmeiras gewann die Taça de Prata zwei Mal, Santos und der Fluminense FC jeweils einmal.

Hauptartikel:'' Torneio Roberto Gomes Pedrosa Anerkennung als Meister Die Sieger der Taça Brasil und des Torneio Roberto Gomes Pedrosa haben sich immer wieder vergeblich bemüht vom Verband fußballhistorisch mit den Meistern von Brasilien ab 1971 gleichgestellt zu werden, was ihnen jedoch bis 2010 versagt blieb. Diese Vereine verwiesen gerne darauf, dass sie schließlich als Meister für die Copa Libertadores gemeldet und zeitgenössisch auch allgemein als Meister von Brasilien bezeichnet wurden. Auch in diversen offiziellen Publikationen der CBD wurden sie ausdrücklich als Campeão, als Meister bezeichnet. Am 21. Dezember 2010 erfolgte schließlich in einer festlichen Zeremonie im Itanhangá Golf Club im Westen von Rio de Janeiro die langersehnte Unificação dos Títulos brasileiros, die offizielle Anerkennung durch die CBF als Meister. Verbandspräsident Ricardo Teixeira überreichte den Vertretern der Vereine, welche die Taça Brasil und die Taça de Prata gewonnen haben, offizielle Diplome, Meisterschaftsschärpen und Miniaturausgaben der aktuellen Meisterschaftstrophäe mit eingravierten Vereinsnamen und Jahr des Titelgewinnes. Den Vereinen wurden jeweils 20 Medaillen zur Weiterleitung an die beteiligten Spieler übergeben; Pelé wurden seine sechs Meisterschaftsmedaillen bereits innerhalb der Zeremonie ausgehändigt. Seit diesem Tag sind Listen der Meister von Brasilien ohne die Gewinner von Taça Brasil und Taça de Prata auch offiziell unvollständig., Confederação Brasileira de Futebol, 21. Dezember 2010.

Die führte auch dazu, dass Brasilien in den Jahren 1967 und 1968 jeweils zwei offizielle Meister hat; Palmeiras ist damit auch zweifacher Meister des Jahres 1967.

Im August 2023 erkannte der CBF auch noch den Gewinn der Copa dos Campeões Estaduais 1936 durch Atlético Mineiro als Meisterschaft an.Anerkennung 1936, Bericht auf cbf.com.br vom 25. August 2023, Seite auf Portugiesisch, abgerufen am 14. September 2023

1971: Campeonato Nacional de Clubes + Offizielle Namen der brasilianischen Meisterschaft 1959–1968 Taça Brasil 1967–1970 Torneio Roberto Gomes Pedrosa 1971–1974 Campeonato Nacional de Clubes 1975–1979 Copa Brasil 1980–1983 Taça de Ouro 1984–1986 Copa Brasil 1987–1988 Copa União 1989–1999 Campeonato Brasileiro da Série A 2000 Copa João Havelange 2001–heute Campeonato Brasileiro da Série A Erst die seit 1971 erstmals als Campeonato Nacional de Clubes abgehaltene Meisterschaft hatte seinerzeit auch offiziellen Rang als solche. Der Austragungsmodus war in jenen Jahren noch recht kompliziert, mit Gruppenspielen, Playoffs und einem Finale mit Hin- und Rückspiel als Höhepunkt. Auch gab es noch keinen geregelten Auf- und Abstieg. Die Mitgliedschaft im illustren Kreis der Vereine die die Meisterschaft ausspielten, wurde nach diversen oft wenig transparenten Kriterien festgelegt. Die großen Traditionsvereine hatten aber einen gesicherten Startplatz. Die Zahl der teilnehmenden Vereine variierte stark; waren in der ersten Saison noch 20 Klubs am Start, so waren es im dritten Jahr bereits 40.

1975 wurde der Wettbewerb in Copa Brasil umbenannt. 1979 erreichte das Teilnehmerfeld mit 94 Vereinen einen Höchststand, wenngleich bereits in der folgenden Saison wieder auf 44 Vereine abgespeckt wurde, vornehmlich weil wieder eine zweite Spielklasse eingeführt wurde, in der 64 Klubs um die Taça de Prata, den Silberpokal, und erstmals auch den Aufstieg spielten. Londrina EC und CS Alagoano aus Maceió waren hier die ersten Gewinner.

Der Erstligawettbewerb hieß ab 1981 Taça de Ouro. 44 Vereine spielten um diesen Goldpokal. Auch das Teilnehmerfeld wurde neu aufgestellt. Erfolg bei den Staatsmeisterschaften war nunmehr der Hauptgesichtspunkt für die Teilnahme an der Meisterschaft. Ab 1985 wurde als neues Kriterium vom Verband ein "historisches Ranking" eingeführt, aufgrund dessen 20 der 44 Teilnehmer bestimmt wurden. 1984 hieß der Wettbewerb schließlich wieder, für drei Spielzeiten, Copa Brasil.

Chaos-Saison 1987 Ab 1987 wollte der Verband das Teilnehmerfeld auf 28 Klubs reduzieren. Von den somit ausgesperrten gelang es aber dem Botafogo FR und Coritiba FC, sich per Sportgerichtsbeschluss die Teilnahmeberechtigung zu erstreiten. Der Erfolg dieser beiden Vereine animierte wiederum andere Clubs, auch juristisch vorzugehen. Das Chaos war perfekt, als der Verband nun auch am Rande des Bankrottes lavierte und finanziell außerstande war, eine Meisterschaft abzuhalten.

Die dreizehn selbsternannten großen Vereine organisierten sich zum Clube dos 13, dem Verein der Dreizehn, die drei weitere Vereine einluden und unabhängig vom Verband eine Meisterschaft austrugen. Im sogenannten Grünen Modul, dem modulho verde spielten diese Clubs um die Copa União ("Unionspokal"). Auf der anderen Seite gelang es nun dem Verband auch ein Turnier abzuhalten. Hier spielten nun im Gelben Modul, dem modulho amarelho, ebenfalls 16 Klubs um die Taça Roberto Gomes Pedrosa. Mit wenigen Ausnahmen, wie dem Meisterschaftsfinalisten des Vorjahres Guarani FC, waren die Teilnehmer an der Gelben Gruppe eher dem zweiten Glied zuzuordnen.

In der Copa União besiegte im grünen Modul der CR Flamengo in den Finalspielen SC Internacional aus Porto Alegre. Im gelben Modul wurde nach einem umstrittenen Ausgang der Finalspiele Guarani vor Sport Recife zum Gewinner erklärt. Der Verband wollte nun, dass in Halbfinales um eine nationale Meisterschaft Flamengo gegen Sport und Internacional gegen Guarani antreten, was die Grünen Teams aber ablehnten. So kam es, dass Sport und Guarani sich in zwei weiteren Spielen um die nationale Meisterschaft gegenüberstanden, in welchen das Team aus Recife knapp die Oberhand behielt.

Sport war damit offizieller vom CBF anerkannter Meister von Brasilien und wurde zusammen mit Guarani vom Verband zum Libertadores Wettbewerb gemeldet. Allgemein wird allerdings Flamengo als der wahre Meister jener Saison betrachtet. Das Team aus Rio sowie Internacional wurden vom Nationalen Sportrat wegen deren Nichtantretens gegen die Gelben Teams zum Zwangsabstieg in die Zweite Liga verurteilt, was aber nicht zur Anwendung gebracht wurde.

1988 wurde die Meisterschaft unter dem Namen Copa União abgehalten, und bei den 24 Teilnehmern waren alle Clubs des Grünen Moduls des Vorjahres dabei. 1990 wurde die nun auf 20 Vereine reduzierte Meisterschaftsrunde erstmals als Série A bezeichnet. 1993 schwoll das Teilnehmerfeld kurzfristig wieder auf 32 Klubs an, verringerte sich aber schon ab der Folgesaison wieder auf 24, was für einige Jahre stabil blieb.

Chaos zur Jahrtausendwende Im Jahr 2000 war erneut großes Chaos angesagt. Der SE Gama aus der Bundeshauptstadt Brasilia erstritt sich vor einem ordentlichen Gericht den Widerruf des Abstieges aus der Vorsaison, welcher zustande kam, weil Botafogo und Internacional am grünen Tisch Siege gegen den FC São Paulo zugesprochen bekamen. Die FIFA sprach wegen des Gangs zu einem ordentlichen Gericht einen Bann gegen Gama aus. Nach viel Hin und Her wurde schließlich mit einem Rekordteilnehmerfeld von 114 Vereinen, inklusive SE Gama, die Copa João Havelange ausgespielt, ein im Wesentlichen vom Club der Dreizehn'' ausgerichtetes Turnier.