mini|Theodor von Steinheil Theodor von Steinheil (, auch ; * in Sankt Petersburg; † 11. April 1946 in Dresden) war ein russisch-deutscher Wissenschaftler und Politiker.Steinheil, Theodor (wolhynien.de) Er unterstützte die ukrainische Nationalbewegung.
Leben mini|Horodok (Riwne) Die aus Württemberg stammende Familie wurde im 18. Jahrhundert im Zarentum Russland geadelt. Der Vater Rudolf Steinheil war beim Eisenbahnbau in Russland zu Vermögen gekommen.
Theodor Steinheil lebte die meiste Zeit seines Lebens in Horodok bei Riwne. Aus der 1891 geschlossenen Ehe mit einer Ukrainerin ging der Sohn Boris hervor. Die Mutter starb im nächsten Jahr. 1893 heiratete er Wera Mykolajiwna, die ihm die Söhne Theodor (1912) und Wolodymyr schenkte.
In Horodok eröffnete Steinheil 1896 ein naturwissenschaftliches Museum. Die Winter verbrachte er in Kiew. Im Januar 1906 trat Steinheil der Konstitutionell-Demokratischen Partei Russlands (Kadetten) bei.Schelochajew u. a.: “Die politischen Parteien Russlands während des 19. bis zum ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.”, S. 707 Als Abgeordneter der Stadt wurde er 1906 in die Duma gewählt. Nach deren Duma gehörte er zu den Unterzeichnern des Wiborger Manifests, das die Bevölkerung zu zivilem Ungehorsam aufrief. Nach der Februarrevolution 1917 war er Ausschuss-Vorsitzender in der Kiewer Stadt-Duma, der Vorläuferin der Zentralna Rada. 1918 war er Botschafter des Hetmanats in Berlin. In der Zwischenkriegszeit lebte er in der Westukraine. Er wurde mit seiner Familie 1940 mit den Wolhyniendeutschen umgesiedelt. Er verließ Wolhynien und ging in das Deutsche Reich. Mit 76 Jahren starb er in Dresden. Mit großem materiellen Aufwand und in vielerlei Hinsicht wirkte er als Wohltäter gegenüber der ukrainischen Bevölkerung. In der Ukraine ist er deshalb bis heute nicht vergessen.
Siehe auch mini|Der türkische Botschafter Rıfat Pascha und Theodor Steinheil bei der Beerdigung des in Kiew ermordeten Generalfeldmarschalls Hermann v. Eichhorn auf dem Invalidenfriedhof in Berlin (6. August 1918) Geschichte der Ukraine Sowjetische Besetzung Ostpolens Ukrainischer Staat
Literatur Volodymyr Viatrovych u. a.: 100 Jahre des Kampfes - Die Ukrainische Revolution von 1917 - 1921 (), Ukrainisches Institut für Nationales Gedenken 2018, ISBN 978-617-684-200-2 W. W. Schelochajew u. a.: Die politischen Parteien Russlands während des 19. bis zum ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. ( XIX. – XX. ), Enzyklopädie, Verlag ROSSPEN Moskau 1996, ISBN 5-86004-037-7, S. 707. Weblinks Caroline Milow: Die ukrainische Frage 1917–1923 im Spannungsfeld der europäischen Diplomatie. Harrassowitz 2002 (Google Books)
Einzelnachweise
Kategorie:Mitglied der Konstitutionell-Demokratischen Partei Russlands Kategorie:Duma-Abgeordneter (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Ukrainischer Botschafter in Deutschland Kategorie:Politiker (Ukrainische Volksrepublik) Kategorie:Person (Kiew) Kategorie:Ukrainischer Emigrant Kategorie:Russlanddeutscher Kategorie:Person (Ukrainischer Staat) Kategorie:Russe Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1870 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann