In dieser Zusammenstellung sind alle öffentlichen Brücken in Herford erfasst. Nicht berücksichtigt sind die vielen Durchlässe, durch die Bäche unter Straßen und Gleisen hindurchfließen.

Dadurch, dass durch Herford die Werre, die Aa und der Stadtgraben fließen, gibt es hier viele Brücken. Über diese drei Wasserläufe führen mehr als 20 Straßen-, Eisenbahn- und Fußgängerbrücken. Hinzu kommen 17 Brücken der Bahnanlagen über Straßen und zahlreiche Straßenbrücken über andere Straßen. Das Baudezernat der Stadt Herford ist für die Unterhaltung von 46 Brücken zuständig.

Die Herforder Brücken haben keine offiziellen Namen, sie sind daher auch nicht im Herforder Stadtplan zu finden. Einige haben allerdings umgangssprachliche oder inoffizielle Namen oder werden nach der Straße, die über die jeweilige Brücke führt, oder nach den ehemaligen Stadttoren benannt. So gibt es die Lübbertorbrücke und zwei Bergertorbrücken über die Werre sowie eine der ältesten Herforder Brücken, die Steintorbrücke über den Stadtgraben.

Brücken über Flüsse mini|Eisenbahnbrücke der Strecke Herford-Altenbeken über die Werre mini|Eisenbahnbrücke der Strecke Herford-Altenbeken über die Werre, Bild 2

Werre mini|links|Melcherbrücke

Eisenbahnbrücke der Strecke Herford–Altenbeken Flussabwärts von Bad Salzuflen kommend überquert im Bereich des Ludwig-Jahn-Stadions und des Freizeitbades H2O eine Eisenbahnbrücke der Strecke Herford–Altenbeken die Werre. Die Brücke wurde ebenso wie die Lippische Bahn, wie die Strecke auch genannt wird, im Jahr 1880 erbaut, wobei die ursprüngliche Brücke 1944 durch den Bombenkrieg so weit zerstört wurde, dass sie durch eine Behelfsbrücke ersetzt werden musste.

Wiesestraßenbrücke Die Brücke überquert die Werre im Bereich der Kiewiese und des H2O. Sie wurde 1913 gebaut, nachdem der Magistrat beschlossen hatte, die Wiesestraße über die Werre bis zur Salzufler Straße weiterzuführen. 2011 wurde die Brücke saniert. Wie Wiesestraße wurde nach dem in Herford geborenen Pädagogen Ludwig Adolf Wiese benannt, dessen Geburtshaus an der Ecke Johannisstraße/Wiesestraße stand.

Melcherbrücke Etwa in der Mitte zwischen der Wiesestraßenbrücke und dem Bergertor verbindet eine Fußgänger- und Fahrradbrücke das Weddigenufer mit der Salzufler Straße (L 712) in Höhe der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen. Die Brücke hieß 1860 Milchbrücke und 1899 Melcherbrücke. Der Name bezieht sich auf die Melker, die ihre Milchkühe über die Brücke auf die gegenüberliegenden Weiden trieben. Zu diesem Zweck war die Brücke ursprünglich auch als Holzbrücke gebaut worden. Später wurde dann eine Betonbrücke erstellt, die 1979 abgebrochen und durch eine neue Betonbrücke ersetzt wurde, die 2011 saniert wurde.Frank-Michael Kiel-Steinkamp: Wo die Melker ihre Kühe über die Werre trieben In: Neue Westfälische, 28. Oktober 2020

Bergertorbrücken mini|links|Lübbertorbrücke mini|Werre-Wehr am Bergertor

Am Bergertor, das seinen Namen vom Stiftberg bekam, befand sich eine der fünf Herforder Mehrtoranlagen. In der Werre befand sich an dieser Stelle eine Insel, über die die Brücke führte. Im Jahre 1795 wurde die damalige Bergertorbrücke bei einem durch Tauwetter verursachten Hochwasser weggerissen. Sie wurde 1797 durch eine neue Brücke ersetzt. Auf der Brücke bzw. der Insel stand ein Zollwärterhaus, wie es sich auch an den anderen Stadttoren befand. Nachdem hier keine Brücken- und Straßengelder mehr eingezogen wurden, richtete die Stadt 1884 ein Polizeigefängnis ein. 1937 wurde das Zollhaus abgerissen.

Von 1902 bis 1964 befand sich am östlichen Ende der Bergertorbrücke eine Gaststätte, vor der die Haltestelle Bergertor der Herforder Kleinbahn war.

Im Zusammenhang mit dem Bau des Innenstadtrings wurde 1969 mit dem Rückbau der Insel begonnen. Die beiden Wehre, die sich beiderseits der Insel befanden, wurden durch ein weiter flussaufwärts liegendes Wehr ersetzt. Anschließend wurde die Brücke, die über die Insel verlief, abgebrochen und durch zwei parallel verlaufende Brücken ersetzt. Während die südliche Brücke in Richtung Bad Salzuflen zwei Fahrstreifen hat, befinden sich auf der nördlichen Brücke vier Fahrstreifen, jeweils zwei in Richtung Berliner Straße (L 712/778) und Bergertorstraße (L778). mini|links|Blick von der Herderbrücke mini|Fußgängerbrücke zwischen Lübbertorwall und Werregärten mini|Blick von der Fußgängerbrücke am Lübbertorwall auf den Wilhelmsplatz mini|links|hochkant|Hansabrücke

Lübbertorbrücke Die Lübbertorbrücke verbindet mit ihren sechs Fahrstreifen und einem Mittelstreifen die Neustadt mit der Neustädter Feldmark. Sie ist ein Neubau aus den Jahren 1963 bis 1965, als die Mindener Straße ausgebaut und die Berliner Straße neugebaut wurde. Nördlich der Werre lagen beiderseits der Brücke die Haltestellen Lübbertor der Herforder Kleinbahn.

Fußgängerbrücke zwischen Lübbertorwall und Werregärten Im Bereich des Friedrichs-Gymnasiums verbindet seit 1971 eine Fußgänger- und Fahrradbrücke den Lübbertorwall und die Werregärten.

Herderbrücke Die Herderbrücke ist eine alte Fußgänger- und Fahrradbrücke zwischen der Augustastraße und der Herderstraße. Diese mündet in der Nähe der Kreispolizei, des Kreiskirchenamtes und der Firma Bugatti in die Hansastraße. Die heutige Brücke ist ein Neubau aus dem Jahr 2010.

Hansabrücke Die Hansabrücke an der Hansastraße wurde im Jahre 1900 als Korbbogen-Brücke mit drei Gewölben über die Werre unterhalb des Zusammenflusses mit der Aa gebaut. Von 1902 bis 1964 fuhr die Herforder Kleinbahn über die Brücke. Nachdem die Hansabrücke am 9. Februar 1946 infolge des Werre-Hochwassers einstürzte, wurde sie als einfache Balkenbrücke mit einem im Wasser stehenden Mittelpfeiler und einer Fahrbahnbreite von zehn Metern an derselben Stelle wieder aufgebaut und am 1. Mai 1949 in Betrieb genommen. Durch den Einsturz war auch die Kleinbahnstrecke drei Jahre lang unterbrochen.

Im Jahr 2014 fuhren täglich bis zu 14.000 Fahrzeuge über die Brücke.

Aufgrund von Schäden am Tragwerk, an der Asphaltfahrbahn und am Geländer wurde die Brücke zwischen Dezember 2015 und Juli 2017 abgebrochen und durch einen Neubau an derselben Stelle ersetzt. Der Stand der Arbeiten konnte und kann auch weiterhin anhand eines Bautagebuchs im Internet verfolgt werden. mini|Umgehungsstraßenbrücke über die Werre

Umgehungsstraßenbrücke Die Umgehungsstraße überquert in ihrem nördlichen Abschnitt im Zuge der Bundesstraße 61 die Werre im Bereich der Herforder Kläranlage.

Brücke Schweichelner Straße An der Stadtgrenze von Herford-Falkendiek zu Hiddenhausen-Schweicheln überquert die Schweichelner Straße die Werre.

Aa Braker Straße An der Stadtgrenze zu Bielefeld-Brake führt in Elverdissen die Braker Straße (L804) über die Aa. Auf Bielefelder Seite gelangt man über die Elsener Straße auf die Bundesstraße 61, die dort Herforder Straße heißt.

Umgehungsstraße Die Umgehungsstraßenbrücke über die Aa befindet sich in der Nähe der Anschlussstelle Bielefelder Straße. Sie wurde ursprünglich in den 1930er Jahren errichtet und im Zuge des autobahnähnlichen Ausbaus der Umgehungsstraße (B 239), die Ende 2007 freigegeben wurde, neu gebaut. Sie ist 162,50 Meter lang und steht auf 88 Bohrpfählen mit einem Durchmesser von 1,20 Meter, die bis zu 14,50 Meter lang sind.

Feldwegbrücke thumb|Fußgängerbrücke über die Aa am Herforder Stadtrand

Direkt neben der Umgehungsstraße führt ein Feldweg mit einer Feldwegbrücke von der Bielefelder Straße zum Altensenner Weg.

Stephansbrücke Über die Stephansbrücke können Fußgänger von der Bielefelder Straße zwischen dem Westrings und dem Jöllenbecker Weg zum Leutesdorfufer und Stephansweg gelangen. Sie wurde 2011 saniert.

Eisenbahnbrücke mini|Eisenbahnbrücke über die Aa

Neben der Stephansbrücke überquert die Eisenbahnstrecke Herford–Altenbeken die Aa.

Fußgängerbrücke am Berufsschulzentrum Eine Fußgängerbrücke verbindet ein Parkhaus an der Bielefelder Straße mit dem Berufsschulzentrum und dem Vodice-Ufer.

Hermannstraße Zwischen dem Berufsschulzentrum und der Bielefelder Straße führt die Hermannstraße über die Aa. Die Brücke wurde in den Jahren 2010 und 2011 saniert.

Hertabrücke Am westlichen Ende des Walls „Unter den Linden“ überquert die Hertabrücke oberhalb des Radewiger Wehrs die Aa. Die Fußgänger- und Fahrradbrücke wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, um die auf der alten Stadtbefestigung verlaufende Wallpromenade als Spazierweg zu erschließen.

Benannt wurde die Hertabrücke nach der Tochter des damaligen Kreisbaumeisters Ernst Grote, die 1890 in Angora (heute Ankara) geboren wurde und Lehrerin an der Herforder Töchterschule war. Sie starb 1911.

Die Brücke ist eine auf Bruchsteinen ruhende Eisenkonstruktion mit Jugendstilcharakter und Holzbeplankung. Im Jahr 2006 wurde sie von Grund auf renoviert.

Radewiger Brücke mini|Hexenverfolgungsgedenktafel auf der Radewiger Brücke in Herford

Die Radewiger Brücke im Einmündungsbereich Radewiger Straße/Bäckerstraße/Elisabethstraße unterhalb der seit 1224 nachweisbaren Radewiger Mühle heißt eigentlich Niedermönkenbrücke. Sie wurde nach den niederen Mönchen benannt, die zur Zeit der Klarissen (an der Clarenstraße) bis zur Reformation im Kloster der Franziskaner in der Mönchstraße lebten.

An dieser Stelle, die die Altstadt mit der Radewig verbindet, wird der älteste Brückenbau in der Stadt vermutet. Die erste Brücke könnte vor etwa 1200 Jahren errichtet worden sein. Im Jahr 2012 wurde ein Neubau mit einer Breite von 8,50 Meter erstellt. mini|Wallsteg

Auf der Freiheit An der Straße Auf der Freiheit (L 712) in der Nähe der Sparkasse Herford und des Amtsgerichts Herford überquert der vierstreifige Innenstadtring die Aa.

Freyabrücke Die Freyabrücke ist eine Fußgänger- und Fahrradbrücke am Steintorwall, wo der Stadtgraben in die Aa fließt und die Bowerre ehemals in die Aa mündete.

Schillerbrücke Auf dem letzten Abschnitt bis zur Mündung der Aa in die Werre überquert die Schillerbrücke an der Schillerstraße die Aa. Im Jahr 1878 wurde an dieser Stelle eine hölzerne Brücke gebaut, die den Namen Bügelbrücke erhielt und 1905 in Schillerbrücke umbenannt wurde.Foto der Schillerbrücke von 1927 1931 wurde sie erneuert und 1970 verbreitert. Wegen Schäden an der Brücke konnte sie seit 2011 nur noch einspurig befahren werden. Ab September 2018 wurde die Brücke abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt, der 2021 in Betrieb ging. mini|Im Hintergrund die Deichtorbrücke über den Stadtgraben

Wallsteg Am Zusammenfluss von Aa und Stadtgraben wurde im August 2008 trotz erheblichen Widerstands der Bevölkerung der Wallsteg gebaut. Es handelt sich um eine begehbare Stahlkonstruktion, die vom Steintorwall über die Aa ragt und als Aussichtsplattform dient.

Stadtgraben Deichtorbrücke Das erste Deichtor und die Brücke entstanden in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die heutige Deichtorbrücke, die den Stadtgraben an der Bielefelder Straße überquert, stammt aus dem Jahr 1877. Bis 1939 hieß das Straßenstück der Bielefelder Straße zwischen der Brücke und der Radewiger Straße „Deichtorstraße“. mini|Steintorbrücke Fußgängerbrücke am Daniel-Pöppelmann-Haus Am Daniel-Pöppelmann-Haus überquert in Verlängerung der Brudtlachtstraße eine Fußgängerbrücke den Stadtgraben. Sie verbindet die Innenstadt im Bereich des Gänsemarktes mit der Kreishausstraße, so dass unter anderem die Mitarbeiter der Kreisverwaltung, des Finanzamts und der Firma Brax Leineweber die Innenstadt auf kurzem Weg erreichen können.

Steintorbrücke Eine der ältesten Herforder Brücken überquert den Stadtgraben am Steintor, wo sich der Deichtorwall und der Steintorwall treffen. Die Steintorbrücke wurde von einem französischen Festungsbaumeister geplant und 1808 gebaut. Sie wurde an der Stelle errichtet, an der sich im Mittelalter eine Vier-Turm-Anlage mit zwei steinernen und einer hölzernen Zugbrücke befand. Die Holzbrücke konnte im Falle eines Überfalls oder einer Belagerung hochgezogen werden. Die heutige Brücke wurde im Jahr 2007 saniert.