mini|Buchenwald nach dem Blattaustrieb im Frühling im Spessart mini|Video: Die Entwicklung des Waldes nach der letzten Kaltzeit in Deutschland (1:05 min) Der Wald in Deutschland umfasst nach den Ergebnissen der vierten Bundeswaldinventur (BWI 4) aus dem Jahr 2022 rund 11,5 Millionen Hektar bzw. 32 Prozent der gesamten Landfläche Deutschlands.Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) (Hrsg.): Der Wald in Deutschland – Ausgewählte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur, Oktober 2024, S. 9. In den deutschen Wäldern wachsen rund 100 Milliarden Bäume, die größer als 20 Zentimeter sind, mit einem Holzvorrat von insgesamt 3,7 Milliarden Festmetern.Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) (Hrsg.): Der Wald in Deutschland – Ausgewählte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur, Oktober 2024, S. 34, 50.
Gesetzliche Definition Die Definition des Bundeswaldgesetzes (BWaldG) für Wald lautet: „Wald im Sinne dieses Gesetzes ist jede mit Forstpflanzen bestockte Fläche. Als Wald gelten auch kahlgeschlagene oder verlichtete Grundflächen, Waldwege, Waldeinteilungs- und Sicherungsstreifen, Waldblößen und Lichtungen, Waldwiesen, Wildäsungsplätze, Holzlagerplätze sowie weitere mit dem Wald verbundene und ihm dienende Flächen.“§ 2 des Bundeswaldgesetzes Der Nutzen des Waldes besteht gemäß § 1 des Bundeswaldgesetzes in: der wirtschaftliche Nutzen (Nutzfunktion) die Bedeutung für die Umwelt die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes das Klima den Wasserhaushalt die Reinhaltung der Luft die Bodenfruchtbarkeit das Landschaftsbild die Agrar- und Infrastruktur die Erholung der Bevölkerung (Schutz- und Erholungsfunktion)
Waldfläche mini|Bergmischwald im Herbst bei Burgberg, Landkreis Oberallgäu Im Jahr 2022 lag die Waldfläche in Deutschland nach den Ergebnissen der vierten Bundeswaldinventur (BWI 4) bei 11.538.455 Hektar, was 32,3 Prozent der Landfläche Deutschlands entspricht. Die deutsche Waldfläche hat von 2012 bis 2022 geringfügig um 15.606 Hektar zugenommen. In diesem Zeitraum ist auf rund 82.000 Hektar neuer Wald entstanden, dem ein Waldverlust von rund 66.000 Hektar gegenübersteht.Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) (Hrsg.): Der Wald in Deutschland – Ausgewählte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur, Oktober 2024, S. 9.
Das Bundesland mit der größten Waldfläche ist Bayern mit rund 2,6 Millionen Hektar Wald. Den größten Bewaldungsanteil an der Landesfläche haben Hessen und Rheinland-Pfalz mit rund 43 Prozent.Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) (Hrsg.): Der Wald in Deutschland – Ausgewählte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur, Oktober 2024, S. 2.
Land Waldfläche 2022Vierte Bundeswaldinventur (2022) Abgerufen am 22. Dezember 2024.Waldanteil an der Landesfläche 2022Vierte Bundeswaldinventur (2022) Abgerufen am 22. Dezember 2024.Veränderung der Waldfläche 2012–2022Vierte Bundeswaldinventur (2022) Abgerufen am 22. Dezember 2024. Baden-Württemberg 1.378.473 ha 38,6 % + 700 ha Bayern 2.616.869 ha 37,1 % − 2.998 ha Berlin 17.588 ha 19,7 % + 387 ha Brandenburg 1.127.980 ha 38,0 % + 100 ha Hamburg + Bremen 13.054 ha 11,3 % − 1.187 ha Hessen 898.180 ha 42,5 % + 400 ha Mecklenburg-Vorpommern 582.361 ha 25,0 % + 5.688 ha Niedersachsen 1.208.506 ha 25,3 % + 408 ha Nordrhein-Westfalen 952.519 ha 27,9 % + 8.390 ha Rheinland-Pfalz 853.758 ha 43,0 % − 299 ha Saarland 98.799 ha 38,4 % − 392 ha Sachsen 531.219 ha 28,8 % + 4.193 ha Sachsen-Anhalt 520.874 ha 25,5 % − 2.093 ha Schleswig-Holstein 182.457 ha 11,5 % + 3.496 ha Thüringen 555.819 ha 34,3 % − 1.188 ha Deutschland gesamt 11.538.455 ha 32,3 % + 15.606 ha
Das Statistische Bundesamt erfasst die Waldfläche nach anderen Parametern als die Bundeswaldinventur. Es legt die „Tatsächliche Nutzung“ des Liegenschaftskatasters zugrunde, die zum Teil Waldblößen und Latschenfelder, die nach der Definition des Bundeswaldgesetzes Wald sind, nicht als Wald erfasst. Die erfasste Waldfläche ist dadurch geringer als bei der Bundeswaldinventur. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 wies das Statistische Bundesamt für Deutschland eine Waldfläche von rund 106.886 km² sowie eine Gehölzfläche von rund 4.679 km² aus.Statistisches Bundesamt. Abgerufen am 22. Dezember 2024.
Das Land Berlin ist der waldreichste Stadtstaat: Das Statistische Bundesamt weist 157,78 km² Waldfläche aus, was 18 % der Gesamtfläche der Bundeshauptstadt entspricht.Statistisches Bundesamt. Abgerufen am 22. Dezember 2024.
Das sowohl absolut als auch relativ waldärmste Bundesland ist Bremen: Das Land besitzt nach Angabe des Statistischen Bundesamtes nur 4,29 km² Waldfläche, was einen Flächenanteil von 1 Prozent ausmacht.Statistisches Bundesamt. Abgerufen am 22. Dezember 2024. Der Großteil der bremischen Wälder sind der bremische Anteil an der Neuenkirchener Heide.
Eine auf Satellitendaten gestützte Auswertung des DLR kam zu dem Ergebnis, dass in Deutschland zwischen Januar 2018 und April 2021 mehr als 500.000 Hektar der mit älteren Bäumen bestockten Waldfläche (5.000 km²) verloren gingen, maßgeblich verursacht durch die in diesen Jahren herrschende Dürre und damit einhergehende Borkenkäferwellen sowie Stürme. Dies entspricht ca. 5 % der Waldfläche Deutschlands. Hauptsächlich betroffen waren Nadelwälder in der Mitte von Deutschland. In Nordrhein-Westfalen verschwand mehr als ein Viertel der Fichtenwälder, manche Landkreise verloren binnen dieser drei Jahren mehr als zwei Drittel ihrer Fichtenwälder.Satelliten liefern alarmierende Daten: Fünf Prozent der Waldfläche weg. In: Berliner Zeitung, 21. Februar 2022. Abgerufen am 21. Februar 2022. Satellitendaten machen großflächige Verluste des Baumbestands sichtbar. Sorge um den deutschen Wald. Pressemitteilung des DLR. Abgerufen am 21. Februar 2022.
Waldbesitzer mini|Video: Wem gehört der deutsche Wald? In Deutschland gibt es rund 2 Millionen Waldbesitzer.Die Waldeigentümer (AGDW) (PDF). Abgerufen am 2. September 2015. Zu den Waldbesitzern zählen neben den Waldeigentümern auch Nutzungsberechtigte, sofern sie unmittelbare Besitzer des Waldes sind.§ 4 des Bundeswaldgesetzes
Die Waldeigentumsarten sind nach § 3 des Bundeswaldgesetzes (BWaldG) wie folgt definiert:§ 3 des Bundeswaldgesetzes Staatswald: Wald im Alleineigentum des Bundes, eines Landes oder einer Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts sowie Wald im Miteigentum eines Landes, soweit er nach landesrechtlichen Vorschriften als Staatswald angesehen wird. Körperschaftswald: Wald im Alleineigentum der Gemeinden, Gemeindeverbände, Zweckverbände sowie sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechts. Ausgenommen ist der Wald von Religionsgemeinschaften und deren Einrichtungen sowie von Realverbänden, Hauberggenossenschaften, Markgenossenschaften, Gehöferschaften und ähnlichen Gemeinschaften (Gemeinschaftsforsten), soweit er nicht nach landesrechtlichen Vorschriften als Körperschaftswald angesehen wird. Privatwald: Wald, der weder Staats- noch Körperschaftswald ist.
Nach den Erhebungen der Bundeswaldinventur sind 48 Prozent der deutschen Waldfläche Privatwald, 29 Prozent Staatswald der Länder, 20 Prozent Körperschaftswald und 3 Prozent Staatswald des Bundes (Bundeswald). Das Bundesland mit dem größten Privatwaldanteil ist Nordrhein-Westfalen mit 63 Prozent. Mit 46 Prozent weist Rheinland-Pfalz den höchsten Anteil an Körperschaftswäldern auf. Der Staatswald dominiert bei den Flächenländern mit 41 Prozent Flächenanteil in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland.Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) (Hrsg.): Der Wald in Deutschland – Ausgewählte Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur, Oktober 2024, S. 11.
Land PrivatwaldVierte Bundeswaldinventur (2022) Abgerufen am 22. Dezember 2024. KörperschaftswaldVierte Bundeswaldinventur (2022) Abgerufen am 22. Dezember 2024. Staatswald (Land)Vierte Bundeswaldinventur (2022) Abgerufen am 22. Dezember 2024. BundeswaldVierte Bundeswaldinventur (2022) Abgerufen am 22. Dezember 2024. Baden-Württemberg 35,5 % 40,5 % 23,5 % 0,4 % Bayern 55,7 % 12,5 % 29,8 % 2,0 % Berlin 0,6 % 2,8 % 96,7 % - Brandenburg 62,3 % 7,0 % 25,3 % 5,4 % Hamburg + Bremen 9,1 % 15,2 % 75,8 % – Hessen 24,8 % 36,3 % 37,9 % 1,1 % Mecklenburg-Vorpommern 42,5 % 10,7 % 40,6 % 6,2 % Niedersachsen 57,4 % 10,1 % 28,1 % 4,4 % Nordrhein-Westfalen 62,9 % 20,8 % 13,4 % 2,9 % Rheinland-Pfalz 27,6 % 45,9 % 24,9 % 1,6 % Saarland 29,0 % 29,2 % 41,1 % 0,7 % Sachsen 46,3 % 10,7 % 39,0 % 4,0 % Sachsen-Anhalt 54,5 % 8,0 % 29,5 % 8,0 % Schleswig-Holstein 50,4 % 14,9 % 31,6 % 3,1 % Thüringen 45,0 % 15,5 % 37,0 % 2,5 % Deutschland gesamt 48,1 % 20,0 % 28,9 % 3,0 %
In Deutschland gibt es 16 staatliche Forstbetriebe: 15 Forstbetriebe der Länder (außer Bremen) und den Geschäftsbereich Bundesforst der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Der größte Waldeigentümer in Deutschland ist der Freistaat Bayern mit rund 778.000 Hektar, die im Wesentlichen von den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) bewirtschaftet werden.Polley, H.; Hennig, P.: Waldeigentum im Spiegel der Bundeswaldinventur in AFZ-Der Wald 6/2015. Der Bund hat 366.000 Hektar durch den Geschäftsbereich Bundesforst bewirtschafteten Wald.Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Abgerufen am 22. Dezember 2024.
Die Anzahl der Körperschaftswälder in Deutschland wird auf 60.000 geschätzt, bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 38 Hektar. Die Klosterkammer Hannover besitzt mit 24.400 Hektar den größten deutschen Körperschaftswald. Die Stadt Brilon ist größte kommunale Waldeigentümerin: Ihr gehören 7.750 Hektar Wald.Forst Brilon. Abgerufen am 18. Juni 2015. Die Stadt Berlin nimmt ebenfalls für sich in Anspruch, größte kommunale Waldbesitzerin Deutschlands zu sein, da von ihren insgesamt 28.500 Hektar Stadtwald ca. 12.200 Hektar im Bundesland Brandenburg liegen und dort als Kommunalwald (und nicht als Staatswald) geführt werden.Berlin – waldreichste Millionenstadt Deutschlands in AFZ-Der Wald 14/2019.
Der Privatwald in Deutschland verteilt sich auf knapp 2 Millionen Eigentümer. Die Durchschnittsgröße der deutschen Privatwälder liegt bei 3 Hektar. Während sich in der Eigentumsgrößenklasse über 1.000 Hektar nur 13 Prozent der Privatwaldfläche befinden, entfallen 50 Prozent der Fläche und 98 Prozent der Eigentümer auf den Kleinprivatwald bis 20 Hektar Größe. Die DBU Naturerbe GmbH ist mit rund 53.000 Hektar Waldfläche bei rund 69.000 Hektar Gesamtfläche (inklusive Offenlandflächen) die größte Privatwaldeigentümerin in Deutschland.BMEL (Hrsg.): Der Wald in Deutschland – Ausgewählte Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur, S. 9 f.Deutsche Bundesstiftung Umwelt (Hrsg.): DBU Naturerbe Jahresbericht 2019, S. 5,34. Die Kirchen in Deutschland bewirtschaften rund 150.000 Hektar Wald verteilt auf über 6.500 Rechtsträger (Pfarreien, Klöster, Stiftungen, Bistümer). Auch wenn die Kirchen zum großen Teil Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, zählt der Kirchenwald zum Privatwald.Karl Giesen: Wem gehört der deutsche Wald? in AFZ-Der Wald 9/2015. Als weitere große Privatwaldeigentümer nennt die Umschau Thurn und Taxis (20.000 Hektar), Christian Erbprinz zu Fürstenberg (18.000 Hektar) und die Familie von Hatzfeld-Wildenburg (15.000 Hektar).Was kostet … die Wiederaufforstung von Wäldern?, Umschau vom 10. Oktober 2023, Video, bei 5:59 min, online verfügbar bis 9. Oktober 2024.
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