mini|hochkant=1.6|Stolpersteine in Ostrava Die Liste der Stolpersteine im Moravskoslezský kraj enthält die Stolpersteine in der tschechischen Region Moravskoslezský kraj (deutsch: Mährisch-Schlesische Region). Stolpersteine erinnern an das Schicksal jener Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine werden in der Regel von Gunter Demnig konzipiert und verlegt.
Das tschechische Stolpersteinprojekt Stolpersteine.cz wurde 2008 durch die Česká unie židovské mládeže (Tschechische Union jüdischer Jugend) ins Leben gerufen.Zdeňka Kuchyňová: Praha má na chodnících své první pamětní kameny holocaustu, Bericht des tschechischen Rundfunksenders Radio Praha vom 19. Oktober 2008, online auf: www.radio.cz/...Stolpersteine in der Tschechischen Republik, Bericht der Vereinigung Stolpersteine.cz, online auf: Die Stolpersteine werden auf Tschechisch stolpersteine genannt, alternativ auch kameny zmizelých (Steine der Verschwundenen).
Verlegte Stolpersteine Die Tabellen sind teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.
Český Těšín Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTEROSALIE WIESNERGEB. 1858DEPORTIERT 1942NACH AUSCHWITZERMORDET 15.6.1942EBENDORT Hlavní 2061 (auch Rosalia Wiesnerová), geb. Šegerinová, wurde am 18. August 1858 in Tvrdošín, Kaisertum Österreich, geboren. Sie war verheiratet mit Adolf Wiesner. Das Paar hatte vier Kinder: Růžena (geboren 1883 in Gilowice, später verheiratet Löwy), Jindřich, Ida und Bedřich. Ihr Ehemann starb um 1901.Dana Zipserová: , Erinnerungen von Silvie Petrová, der Urenkelin von Rosalia Wiesnerová. In: Těšínské Listy, 15. Oktober 2011, S. 15. Sie war die Gründerin des bekannten Café Avion in Český Těšín. Das Café wurde im September 1939 beim Rückzug der polnischen Armee stark beschädigt und später von den Deutschen abgetragen.Cafe Avion: , abgerufen am 28. März 2017Janusz Spyra: , abgerufen am 28. März 2017 Nach der deutschen Besetzung der Stadt zog Rosalie Wiesner nach Žilina zu ihrer Tochter Ida, die mit dem Juristen Árpád Braun verheiratet war. Das Paar hatte einen kleinen Sohn. Im April 1942 wurden alle vier Familienmitglieder festgenommen und nach Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden. Rosalie Wiesner wurde am 15. Juni 1942 vergast.V táboře smrti našla smrt i Rosalie Wiesner, majitelka kavárny Avion v Českém Těšíně, 28. Januar 2015, abgerufen am 28. März 2017 Auch ihre Tochter Ida, ihr Schwiegersohn und ihr Enkel wurden in Auschwitz ermordet. Ihre Tochter Růžena und ihre Enkelin konnten die Shoah überleben. Růžena Löwy wurde Witwe und heiratete Josef Michálek. 2010 wurde das Café wieder aufgebaut.České Noviny: Město Č. Těšín obnovilo kulturní dědictví díky evropským penězům, 16. Juni 1910, abgerufen am 28. März 2017
Krnov Stolperstein Übersetzung Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTELEO AUERBACHGEB. 1927DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 8.10.1942IN TREBLINKA Jeremenkova 17 wurde am 26. April 1927 in Ostrava-Vítkovice geboren.The Central Database of Shoah Victims’ Names: LIO AUERBACH, abgerufen am 15. Mai 2017holocaust.cz: LEO AUERBACH, abgerufen am 15. Mai 2017 Seine Eltern waren Josef Auerbach (geboren 1887 in Odessa) und Regina geb. Stambergerová (siehe unten).Rodina Auerbach. Kommentare zur Familiengeschichte von Josef Auerbach. Internetpräsenz Židovské muzeum v Praze. Abgerufen am 4. Juli 2017. Er hatte zwei Brüder, Erich (geboren 1914) und Bedřich (geboren 1920). Er war Schüler. Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Ostrava. Am 26. September 1942 wurden er und seine Mutter mit dem Transport in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummern waren 667 und 668 von 862. Nach zwei Wochen, am 8. Oktober 1942, wurden Mutter und Sohn mit Transport Bu in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Ihre Transportnummern waren 928 und 929 von 1.000. Dort wurden beide ermordet. Leo Auerbach war damals 15 Jahre alt.
Leo Auerbachs Vater und seine Brüder konnten die Shoah überleben. Josef Auerbach starb 1958 in Ostrava. Eric Auber, wie sich sein Bruder in England nannte, starb 2002 in Romford, Essex. Bedřich Auerbach starb 1988 in den Vereinigten Staaten. 120px HIER WOHNTEREGINAAUERBACHOVÁGEB. STAMBERGEROVÁGEB. 1892DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTERMORDET 8.10.1942IN TREBLINKA Jeremenkova 17 geb. Stambergerová wurde am 2. März 1892 in Kęty, heute in Polen, geboren. Ihre Eltern waren Emilia und Zee Stamberger. Sie war verheiratet mit Josef Auerbach (geboren am 17. Dezember 1887 in Odessa, heute Ukraine). Das Paar hatte drei Söhne, Erich (geb. 1914), Bedřich (geb. 1920) und Leo (siehe oben). Der letzte Wohnsitz der Familie vor der Deportation war in Ostrava. Am 26. September 1942 wurden sie und ihr jüngster Sohn Leo mit dem Transport in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummern waren 667 und 668 von 862. Nach zwei Wochen, am 8. Oktober 1942, wurden Mutter und Sohn mit Transport Bu in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Ihre Transportnummern waren 928 und 929 von 1.000. Dort wurden Regina Auerbachová und der 15-jährige Leo Auerbach vom NS-Regime ermordet.holocaust.cz: REGINA AUERBACHOVÁ, abgerufen am 15. Mai 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: REGINA AUERBACH, abgerufen am 15. Mai 2017
Auch ihre Mutter, zwei Schwägerinnen, Meta und Irma, und eine Reihe weiterer Familienmitglieder wurden im Laufe der Shoah getötet.The Central Database of Shoah Victims’ Names: Submitted by Eric Ober [sic! = Eric Auber], abgerufen am 16. Mai 2017
Ihr Mann und die beiden älteren Söhne konnten überleben. Josef Auerbach starb 1958 in Ostrava. Eric Auber, wie er sich in England nannte, starb 2002 in Romford, Essex. Bedřich Auerbach starb 1988 in den Vereinigten Staaten. 120px HIER WOHNTEING. JOSEF BAARGEB. 1877DEPORTIERT 1941NACH ŁÓDŹERMORDET 1942 Mikulášská 62 Ing. wurde am 12. Oktober 1877 in Příbor geboren.The Central Database of Shoah Victims’ Names: JOSEPH BAAR, abgerufen am 4. Juli 2017 (mit einem Porträt von Josef Baar)holocaust.cz: ING. JOSEF BAAR, abgerufen am 14. Mai 2017 Er war Bauingenieur und arbeitete für die Eisenbahngesellschaft. Er war mit Margaret, auch Margarete, verheiratet (geb. 1890). Das Paar hatte zumindest einen Sohn, Friedrich. Ab 1939 lebte die Familie in Prag. Ihr letzter Wohnsitz vor der Deportation war in Prag VIII., Na Zápalčí 8. Im Jahr 1939 konnte sein Sohn nach England auswandern, wo er sich dem Royal Army Medical Corps anschloss und in Indien und dem Nahen Osten diente. Frederick Baar wurde später Chirurg. Am 26. Oktober 1941 wurde Josef Baar mit dem Transport C in das Ghetto Łódź deportiert. Seine Transportnummer war 399 von 1.000. Dort wurde er am 7. März 1942 ermordet. Die offizielle Todesursache war Pleuropneumonie.ancestry.com: Josef Baar in the Łódż, Poland, Ghetto Hospital Death Records, 1941-1944, abgerufen am 14. Mai 2017 Seine Frau wurde im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.
Die Meldung seines Todes an Yad Vashem erfolgte durch seinen Sohn, Dr. Frederick Baar, im Jahr 1992. Dieser lebte damals in Kanada, war verheiratet und hatte zwei Kinder.Margaret Baar: Orbituary Frederick Baar, abgerufen am 14. Mai 2017 120px HIER WOHNTEMARGARET BAARGEB. 1890DEPORTIERT 1941NACH ŁÓDŹERMORDET Mikulášská 62 , Vorname auch als MargareteThe Central Database of Shoah Victims’ Names: MARGARETE BAAR, abgerufen am 4. Juli 2017 (mit einem Porträt von Margarete Baar), geb. Schafranek wurde am 20. Januar 1890 in Bruntál geboren. Ihre Eltern waren Emma und Josef Schafranek. Sie heiratete Josef (Joseph) Baar und war Hausfrau. Das Paar hatte zumindest einen Sohn, Friedrich Baar. 1939 übersiedelte die Familie nach Prag. Ihre letzte Meldeadresse vor der Deportation war in Prag VIII., Na Zápalčí 8. Im Jahr 1939 konnte ihr Sohn nach England auswandern, wo er sich dem Royal Army Medical Corps anschloss und in Indien und dem Nahen Osten diente. Später wurde er Chirurg. Margarete Baar lebte wahrscheinlich bis 1943 in Prag. Der Stolperstein besagt, dass auch sie, wie ihr Mann, am 26. Oktober 1941 mit dem Transport C in das Ghetto Łódź deportiert wurde. Jedoch erscheint ihr Name nicht in den Transportlisten. Ihr Mann wurde am 7. März 1942 in Łódź vom NS-Regime ermordet. Margaret Baar wurde ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet, wahrscheinlich 1944.
Die Meldung ihres Todes an Yad Vashem erfolgte durch ihren Sohn, Dr. Frederick Baar, im Jahr 1992. Dieser lebte damals in Kanada, war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er verstarb 1999.Margaret Baar: Orbituary Frederick Baar, abgerufen am 14. Mai 2017 120px HIER WOHNTEHUGO BRAUNGEB. 1875DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTNACH WARSCHAU 1942ERMORDET Náměstí Minoritů 88/11 wurde am 12. März 1875 in Uherský Ostroh geboren. Seine Eltern waren Izsak Braun (geb. 1930) und Fany geb. Winter (geb. 1835 in Brod, Bosnien und Herzegowina). Er hatte zwei Schwestern und zwei Brüder.Die Geschwister von Hugo Braun waren: Katharine, auch Katalin (1860–1941), verheiratet mit Adolf Ignac Braun, vier Kinder Adolf Braun (1866–1926), verheiratet mit Katerina geb. Ziemlichová (1873–1938), fünf oder sechs Kinder Theodor (1874–1942), verheiratet mit Jeanette (1872–1942), beide ermordet in Treblinka Karoline (1868–1952), verheiratet mit Ignatz Kessler (1851–1918), acht Kinder, überlebte in Palästina. 1904 heiratete er Sidonie geb. Kleinová und das Paar zog nach Sarajevo, wo er eine Funktion als Postbeamter übernahm. Am 17. April 1909 wurde ihr Sohn Walter geboren, 1911 wurde Hugo Braun nach Krnov versetzt. Folglich kehrte die Familie nach Mähren zurück. Im Ersten Weltkrieg diente Hugo Braun in der österreichisch-ungarischen Armee. Er arbeitete insgesamt dreißig Jahre in für die Post. Schließlich wurde er Postdirektor von Krnov.holocaust.cz: HUGO BRAUN, abgerufen am 16. Mai 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: HUGO BRAUN, abgerufen am 17. Mai 2017 Im Ruhestand übersiedelte das Ehepaar nach Brünn, ihr letzter Wohnsitz vor der Deportation. Am 28. Januar 1942 wurden Hugo und Sidonie Braun mit dem Transport U in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummern waren 654 und 655 von 1.001. Nach drei Monaten, am 25. April 1942, wurden sie mit dem Transport An ins Warschauer Ghetto deportiert. Ihre Transportnummern waren 422 und 423 von 1.000. Dort verloren Mann und Frau ihr Leben.
Ihr Sohn Walter konnte die Shoah überleben. Er ging nach Palästina, nannte sich Avner Bar On und gründete eine Familie. Er meldete den Tod seiner Eltern und weiterer acht Familienmitglieder an Yad Vashem.The Central Database of Shoah Victims’ Names: Submitted by Avner Bar On, abgerufen am 17. Mai 2017 120px HIER WOHNTESIDONIE BRAUNGEB. 1880DEPORTIERT 1942NACH THERESIENSTADTNACH WARSCHAU 1942ERMORDET Náměstí Minoritů 88/11 geb. Kleinová wurde am 18. Dezember 1880 in Uherský Ostroh geboren. Ihre Eltern waren Fanni und Sigmund Klein. 1904 heiratete sie Hugo Braun, einen Postbeamten. Als ihr Mann kurz nach ihrer Heirat nach Sarajevo verlegt wurde, zog sie mit ihm dorthin. Der einzige Sohn des Paares, Walter, wurde 1909 in Sarajevo geboren. Zwei Jahre später zog die Familie nach Krnov. Der letzte Wohnsitz von Hugo und Sidonie Braun vor Deportation war in Brünn. Am 28. Januar 1942 wurden sie mit dem Transport U in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummern waren 654 und 655 von 1.001. Nach drei Monaten, am 25. April 1942, wurden sie mit dem Transport An ins Warschauer Ghetto deportiert. Ihre Transportnummern waren 422 und 423 von 1.000. Dort verloren Mann und Frau ihr Leben.holocaust.cz: ZDEŇKA BRAUNOVÁ, abgerufen am 15. Mai 2017The Central Database of Shoah Victims’ Names: SIDONI BRAUN, abgerufen am 17. Mai 2017