Agostino Nizzola (* 18. Februar 1869 in Lugano; † 19. Juni 1961 ebenda) war ein Schweizer Maschinenbauingenieur.

Biographie Sein Vater war der aus Loco im Onsernonetal stammende Lehrer Giovanni Nizzola (1833–1927), der ab 1860 am Gymnasium von Lugano unterrichtete, zahlreiche Schulbücher verfasste und viele Jahre lang die Zeitschrift L’Educatore leitete.Prof. Giovanni Nizzola. In: Giornale del Popolo. 5. August 1927, S. 2 (online).

Giovanni Nizzola wurde 1869 in Lugano geboren. Nach dem Studium an der ETH Zürich trat er 1891 in den Dienst der neu gegründeten Brown, Boveri & Cie. (BBC) in Baden ein und wirkte bei der Einrichtung verschiedener Wasserkraftwerke mit.

Von 1896 bis 1913 war er Direktor der Motor AG für angewandte Elektrizität, der späteren Motor-Columbus. Dieses Unternehmen führte er von 1913 bis 1923 als Mitglied des Verwaltungsrats und 1924 bis 1942 als Präsident. Von 1936 an war Nizzola zudem Präsident der Aare-Tessin AG für Elektrizität Atel, der späteren Atel Holding.

Agostino Nizzola war an der Gründung der Metallfirma Officine del Gottardo in Bodio (1908) und mehrerer Wasserkraftwerke im Tessin beteiligt.

Mit der Motor AG errichtete Nizzola frühe Verbundsysteme zwischen einzelnen Wasserkraftwerken. 1903 realisierte er erstmals den Stromverbund eines Hochdruckkraftwerks mit einem Niederdruck-Laufkraftwerk, dem 1897 errichteten Kraftwerk Spiez und dem neuen Wasserkraftwerk Hagneck, mittels einer 16-kV-Hochspannungsleitung. 1904 folgte die Verbindung zwischen dem Wasserkraftwerk Beznau und dem Kraftwerk Rheinfelden, 1908 zudem der Verbund zwischen Beznau und dem von Motor gebauten Hochdruckkraftwerk Löntsch mit dem Klöntalersee im Kanton Glarus. Löntsch und Beznau waren durch eine 85 km lange Hochspannungsleitung verbunden. Das Netz der Werke Beznau und Löntsch verkaufte Motor 1914 an die nordostschweizerischen Kantone, die damit die Elektrizitätsgesellschaft Nordostschweizerische Kraftwerke (NOK) bildeten.

1925 verlieh die ETH Zürich Agostino Nizzola die Ehrendoktorwürde. mini|hochkant|Familienkapelle der Nizzola auf dem Monumentalfriedhof Lugano (Sud 13) Er starb 1961 im Alter von 92 Jahren und wurde in der Familienkapelle auf dem Monumentalfriedhof Lugano beigesetzt.

Literatur

Erich Haug: Motor-Columbus 1895–1995, Baden 1995.

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Einzelnachweise

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