mini|Aufnahme von Auguste Wimmer, 1894 Richard Franz Joseph Heuberger der Ältere (* 18. Juni 1850 in Graz; † 28. Oktober 1914 in Wien) war ein österreichischer Komponist, Dirigent, Musikpädagoge und Musikjournalist.
Leben Nach seiner Schulzeit begann er seine berufliche Laufbahn auf dem Gebiet des Ingenieurwesens, entschied sich im Alter von 27 Jahren aber für einen Wechsel in die Musik. Er studierte am Konservatorium in Graz und wurde nach erfolgreichem Abschluss 1902 mit der Leitung des Akademischen Gesangvereins in Wien betraut. Später übernahm Heuberger auch die Direktion der Wiener Singakademie. Von 1902 bis 1909 lehrte er außerdem am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien.
Richard Heuberger machte sich auch als Musikkritiker verschiedener Zeitungen einen Namen, zunächst beim Neuen Wiener Tagblatt, danach ab 1899 bei der Allgemeinen Zeitung (München). Im Jahre 1896 übernahm er die Nachfolge Eduard Hanslicks als Musikkritiker bei der Wiener Neuen Freien Presse. Nebenher war er als freier Journalist, ab 1904 Redakteur und Herausgeber u. a. der Neuen Musikalischen Presse, tätig. Er verstarb 1914 in Wien und ist in der Hinterbrühl begraben.
Sein kompositorisches Schaffen umfasst Opern, Ballette, Operetten, Lieder, Chöre sowie weitere Instrumentalkompositionen. Als sein bekanntestes Werk gilt die Operette Der Opernball (Libretto von Victor Léon).
Heuberger war Freimaurer. Er wurde 1904 in die Loge Zukunft in Pressburg (heute Bratislava) aufgenommen. Sein Bürge war der Pianist Alfred Grünfeld.
1955 wurde die Heubergergasse in Wien-Hietzing ihm zu Ehren benannt. 1956 wurde sein Grab am Hinterbrühler Friedhof in ein Ehrengrab umgewandelt.
Der Historiker Richard Heuberger der Jüngere war sein Sohn.
Werke (Auswahl) mini|Grabmal am Hinterbrühler Friedhof mini|Straßenschild Heubergergasse in Wien Opern Die Abenteuer einer Neujahrsnacht (1886, Libretto von Franz Schaumann) Manuel Venegas (1889, Libretto von Joseph Victor Widmann) Mirjam oder Das Manifest, Wien, 1894. Barfüßele (1904, Libretto von Victor Léon nach der Erzählung von Berthold Auerbach) Die letzte Nacht (1 Akt komponiert 1905/06)
Operetten Der Opernball (1898) Ihre Exzellenz (1899) Der Sechs-Uhr-Zug (1900) Das Baby (1902) Die drei Grazien (1906) Durchlaucht Seitensprung oder Der Fürst von Düsterstein (1909) Don Quixote (1910)
Ballette Die Lautenschlägerin Struwwelpeter
Lieder Brautgesang Es steht eine Linde im tiefen Tal Feldeinwärts flog ein Vögelein 5 Lieder (auf Texte von Heinrich Heine, Friedrich Rückert, Adolf Böttger, Ada Christen und Ludwig Uhland)https://www.tobias-broeker.de/heuberger--richard
Instrumentalwerke Nachtmusik für Streichorchester, op. 7; Fr. Kistner, Leipzig, 1878. Variationen über ein Thema von Franz Schubert, op. 11; Fr. Kistner, Leipzig, 1880. Ouverture zu Byron's "Kain", op. 16; Fr. Kistner, Leipzig, 1883.
Bücher
Literatur Peter Grunsky: Richard Heuberger, der Operettenprofessor. Böhlau, Wien 2002, ISBN 3-205-99328-4
Weblinks
Werkeverzeichnis von Richard Heuberger auf Klassika.info
Lieder von Richard Heuberger auf The Art Song Project
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Romantik) Kategorie:Komponist (Oper) Kategorie:Komponist (Operette) Kategorie:Komponist (Ballett) Kategorie:Komponist (Österreich) Kategorie:Chorleiter Kategorie:Musiker (Wien) Kategorie:Musikkritiker Kategorie:Freimaurer (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1914 Kategorie:Mann