mini|hochkant|Anton Lehmden im Porträt (2011)

Anton Lehmden (* 2. Januar 1929 in Cabaj, Tschechoslowakei; † 7. August 2018 in Wienorf.at: Anton Lehmden verstorben. Artikel vom 8. August 2018, abgerufen am 8. August 2018.) war ein österreichischer Maler, Druckgrafiker und Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus.

Leben Lehmden studierte ab 1945 als Schüler von Albert Paris Gütersloh an der Akademie der Bildenden Künste Wien, wo er später selbst von 1971 bis 1997 als Professor lehrte. Im Jahr 1948 wurde Lehmden Mitglied des Art ClubSammlung Online Belvedere: Anton Lehmden. Abgerufen am 6. Januar 2020., der unter der Präsidentschaft von Albert Paris Gütersloh die moderne Kunst im Nachkriegsösterreich durchsetzte. 1962 erhielt er einen Lehrauftrag in Istanbul. Er gestaltete unter anderem die U-Bahn-Station Volkstheater in Wien sowie die zum St. Georgs-Kolleg gehörige Kirche in Istanbul.

Lehmdens erste Werkmonografie erschien 1968 von Alfred Schmeller unter dem Titel Weltlandschaften. Ende der 1960er Jahre zog er ins Schloss Deutschkreutz im Burgenland, das auch schon im Besitz des Hauses Esterházy war. Gemeinsam mit seiner Tochter, Barbara Lehmden (Anton Lehmden hatte 10 Kinder, davon 6 eheliche), organisierte er Führungen durch das Schloss mit dem Museumburgenland.info: Lehmden Museum. Abgerufen am 12. Februar 2020., welches seine Hauptwerke in einer umfassenden Werkschau auf 800 m² Ausstellungsfläche präsentiert. Das Lehmden Museum ist weiterhin gegen Voranmeldung für das Publikum zugänglich.Marktgemeinde Deutschkreutz: Schloss Deutschkreutz. Abgerufen am 12. Februar 2020. Ab 2004 organisierte Barbara Lehmden den KultursommerBVZ.at: Deutschkreutz, Schloss bleibt als Kulturstätte offen. Abgerufen am 12. Februar 2020. Schloss Deutschkreutz, der von 2004 bis 2013 unter anderem die Veranstaltungsreihe Literatur in GrünORF: Literaturfest im Schloss Deutschkreutz. Abgerufen am 12. Februar 2020. ausrichtete. Anton Lehmden gestaltete dazu bis 2017 den visuellen Auftritt. Anton Lehmden leitete auch die Lehmden Sommerakademie, die im Rahmen des Kultursommers, von 2005 bis 2017 stattfand.Schloss Deutschkreutz: Kultursommer Rückblicke. Abgerufen am 12. Februar 2020. 1984 wurde ihm der Lovis-Corinth-Preis verliehen.

Am 7. August 2018 starb Lehmden im 90. Lebensjahr und wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof in einem ehrenhalber gewidmeten Grab beigesetzt. In Deutschkreutz erinnert die Anton Lehmden-Gasse an ihn.

Werk mini|hochkant|Grabstätte von Anton Lehmden Anton Lehmdens Frühwerk zeigt Bezüge zur chinesischen Landschaftsmalerei. Seine lyrischen Landschaften erscheinen aber oft fragmentiert, schwebend, berstend und in Schichten aufgebrochen. Traumatische Kriegserlebnisse werden in Bildern zu Themen wie „Panzerschlacht“ verarbeitet, einen wichtigen Themenschwerpunkt bildet auch die Architektur, nicht zuletzt die Monumente der Antike, die Lehmden auf zahlreichen Reisen kennenlernte (etwa das Kolosseum in Rom oder die ägyptischen Pyramiden).

Auszeichnungen (Auswahl) 1953: Förderungspreis der Stadt Wien für Bildende Kunst 1956: Graphikpreis Innsbruck 1957: Preis Mainichi Shinbun Tokio 1965: Ehrenmitglied der Accademia delle Arti del Disegno 1967: Goldmedaille der Stadt Rom 1968: Preis der Stadt Wien, Malerei und Grafik 1968: Premio Fiorino Florenz 1970: Preis der Dürer-Gesellschaft 1978: Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse 1984: Lovis-Corinth-PreisKunstforum Ostdeutsche Galerie, LOVIS-CORINTH-PREIS. Abgerufen am 12. Oktober 2021. 1989: Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold 1999: Ehrenbürger von Deutschkreutz 2000: Komturkreuz mit dem Stern des Landes Burgenland

Ausstellungen (Auswahl) 2021/23: „Avantgarde und Gegenwart. Die Sammlung Belvedere von Lassnig bis Knebl“, Österreichische Galerie Belvedere 2021/22: „Auf zu Neuem. Drei Jahrzehnte von Schiele bis Schlegel aus Privatbesitz“, Landesgalerie Niederösterreich 2020: „The Beginning. Kunst in Österreich 1945 bis 1980“, Albertina modernAlbertina Modern: The Beginning. Kunst in Österreich 1945 bis 1980. Abgerufen am 6. Januar 2020. 2017: „Anton Lehmden und seine MeisterschülerInnen“, Infeld Haus der Kultur, Halbturn 2016/17: „Wir Wegbereiter, Pioniere der Nachkriegsmoderne“, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien 2013: „Die Wiener Schule des Phantastischen Realismus“, Fabrik der Künste, Hamburg 2012: „Blickwechsel-Landschaft zwischen Bedrohung & Idylle“, Tiroler Landesmuseum, Innsbruck 2009/10: „Die 50er Jahre: Kunst und Kunstverständnis in Wien“, MUSA Museum Startgalerie Artothekkunstaspekte: Die 50er Jahre: Kunst und Kunstverständnis in Wien. Abgerufen am 6. Januar 2020. 2009: „Mit dem Blick des Sammlers“, Stift KlosterneuburgArchiv Belvedere: LEHMDEN Anton, GRUPPENAUSSTELLUNGEN. Abgerufen am 28. November 2021. 2008: „Phantastischer Realismus“, Österreichische Galerie Belvederekunstaspekte: Phantastischer Realismus. Abgerufen am 6. Januar 2020. 2006: „Österreich: 1900–2000“, Essl Museumkunstaspekte: Österreich: 1900–2000, Konfrontationen und Kontinuitäten. Abgerufen am 6. Januar 2020. 2005/06: „IR/REAL, Tendenzen des Realismus in Österreich ab 1945“, Essl MuseumSammlung Essl: IR/REAL, Tendenzen des Realismus in Österreich ab 1945. Abgerufen am 6. Januar 2020. 1981: „Österreichische Graphik der Gegenwart“, Kupferstichkabinett DresdenOpen Library: Österreichische Graphik der Gegenwart. Abgerufen am 28. November 2021. 1976: „Österreichische Kunst des 20. Jahrhunderts“, Städtische Galerie Lienz, Osttirol 1975: „Wiener Impressionen“, Galerie Schwarzer, Wien 1968: „Die Wiener Schule. Phantastischer Realismus“, Zürich 1962: „Salon Comparaisons“, Musée d’art moderne de la Ville de Paris

Literatur Anton Lehmden: Weltlandschaften. Text von Alfred Schmeller. Residenz Verlag, Salzburg 1968. Grafische Sammlung Albertina.Ö.Nationalbibliothek, Weltenlandschaften, rec/AC02107820. Abgerufen am 6. April 2021. Norbert Langer: Aufschlüsse – Lovis-Corinth-Preis 1984 (für Anton Lehmden und Roland Dörfler). In: Sudetenland. Europäische Kulturzeitschrift. Böhmen, Mähren, Schlesien. Vierteljahresschrift für Kunst, Literatur, Wissenschaft und Volkstum 27 (1985), Heft 3, S. 217–219. Mythos Art Club – Der Aufbruch nach 1945. Ausstellungskatalog, Herausgeber: Kunsthalle Krems, 2003, ISBN 3-901261-24-9, S. 100–101 (Mit Texten von Otto Breicha, Wolfgang Denk, Gerhard Habarta, Martin Hochleitner, Wieland Schmied). Walter Schurian (Text), Gerd Lindner (Hrsg.): 1900 bis 2010: Phantastische Kunst aus Wien. Panorama-Museum, Bad Frankenhausen 2010, ISBN 978-3-938049-17-4 (mit Abb., auch von und über Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Hanno KarlhuberWalter Schurian: 1900 bis 2010: Phantastische Kunst aus Wien, ISBN 978-3-938049-17-4, S. 137–138, 159. und Wolfgang Hutter). Alexander Jernej, Werner Jobst, Franz Kangler: Anton Lehmden – Phantastischer Realismus am Bosporus. Das vinzentinische St. Georgswerk in Istanbul. Brandstätter, Wien 2018, ISBN 978-3-7106-0303-7. Hans Tesch: Schloss Deutschkreutz vor ungewisser Zukunft. In: Burgenland-Mitte. Scherz-Kogelbauer (Hrsg.): Kirchschlag i. d. B. W., 27. November 2018, abgerufen am 6. August 2020.

Weblinks

Website Anton Lehmden Video aus 2009 mit u. a. Anton Lehmden.

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Österreich) Kategorie:Illustrator (Österreich) Kategorie:Hochschullehrer (Akademie der bildenden Künste Wien) Kategorie:Phantastischer Realismus Kategorie:Person (Deutschkreutz) Kategorie:Träger des Lovis-Corinth-Preises Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1929 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Mann