mini|hochkant=1.5|Breiter Taler (Erbländischer Taler) Johann Georgs II. von 1662 für den normalen Zahlungsverkehr, Mmz. C–R und Eichel, Münzstätte Dresden, Durchmesser 46 mm, beschnitten

mini|hochkant=2|Bistum Eichstätt, doppelter Sedisvakanztaler, breiter Taler von 1790, (Durchmesser 53 mm)

Die numismatische Bezeichnung breiter Taler betrifft Taler, deren Durchmesser bei gleichem Münzgewicht größer ist als der normale Talertyp, folglich größer als 44 Millimeter.

Erläuterung Der Durchmesser der üblichen im Reichsmünzfuß geprägten Taler beträgt etwa 40 bis 44 Millimeter. Die vergrößerte Prägeoberfläche der Taler hatte eine Verringerung der Münzdicke zur Folge, da der Münzfuß nicht verändert wurde. Der größere Schrötling ermöglicht das Münzbild und die Münzinschrift bequemer auf dem Taler unterzubringen und die Darstellungsmöglichkeiten zu erweitern.Walther Haupt: Sächsische Münzkunde …, S. 163

Mehrfachtaler, die bei einem mehrfachen Talergewicht einen entsprechend größeren Durchmesser erhielten, zählen ebenfalls zu den Breiten Talern. Sie werden auch als Schautaler oder Löser bezeichnet. Die Juliuslöser wurden bis zum 16-fach-Taler ausgeprägt und sind somit wahrscheinlich Rekordhalter.Heinz Fengler, …: transpress Lexikon Numismatik …, S. 48Paul Arnold: Die sächsische Talerwährung von 1500 bis 1763 …, S. 94

Im Gegensatz zu den vergrößerten Talern werden Taler, deren Durchmesser bei gleichem Münzgewicht kleiner sind als beim normalen Talertyp, Dicktaler, DickAbschlag oder Dickmünze genannt.Heinz Fengler, …: transpress Lexikon Numismatik …, S. 67

Siehe auch Hurenkarrentaler Locumtenenstaler, Ausführung als Guldengroschen (Taler), Durchmesser 43 mm und als sogenannter Breiter Guldengroschen (Breiter Taler), Durchmesser 49 mm (= Schautaler im Talergewicht). Weidenbaumtaler#Doppeltaler von 1635 Taler auf die Verleihung des Hosenbandordens und auf das St. Georgenfest Taler auf den Bau von Schloss Moritzburg in Zeitz Schautaler zur Grundsteinlegung der Kapelle im Schloss Moritzburg bei Dresden Banderolentaler: Der Taler zeigt auf Grund des größeren Schrötlings detailliert die Erbkrankheit Kaiser Leopolds I.

Literatur Heinz Fengler, Gerd Gierow, Willy Unger: transpress Lexikon Numismatik, Berlin 1976 Friedrich von Schrötter, N. Bauer, K. Regling, A. Suhle, R. Vasmer, J. Wilcke: Wörterbuch der Münzkunde, Berlin 1970 (Nachdruck der Originalausgabe von 1930) Walther Haupt: Sächsische Münzkunde, Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1974 Paul Arnold: Die sächsische Talerwährung von 1500 bis 1763, Schweizerische numismatische Rundschau, Band 59, 1980

Einzelnachweise

Kategorie:Talermünze Kategorie:Deutsche Münze Kategorie:Prägen (Technik)