Nittum ist ein Ortsteil im Stadtteil Schildgen von Bergisch Gladbach.
Geschichte Die Siedlung Nittum war aus einer mittelalterlichen Hofstelle hervorgegangen, die auf eine frühfränkische Siedlungsgründung vor 800 zurückging. Es handelte sich um den ältesten Siedlungskern im Raum Schildgen.
Aus einer erhaltenen Steuerliste von 1586 geht hervor, dass die Ortschaft Teil der Honschaft Grimßgewalt im Kirchspiel Odenthal war.Gerd Müller: Odenthal, Geschichte einer Bergischen Gemeinde, Herausgegeben von der Gemeinde Odenthal, Odenthal 1976
In der frühen Neuzeit entwickelte sich der Hof zu einer größeren dörflichen Siedlung. Als größte Ortschaft in der Umgebung erhielt Nittum 1810 eine Schule, die um 1824 nach Fahn verlegt wurde.Andree Schulte, Bergisch Gladbach, Stadtgeschichte in Straßennamen, herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Band 3, und vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Rhein-Berg e. V., Band 11, Bergisch Gladbach 1995, S. 30 f., ISBN 3-9804448-0-5
Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Miselohe, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als Dorf ohne Kirch kategorisiert wurde und mit Nittum bezeichnet wurde. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Nirdum. Aus ihr geht hervor, dass Nittum zu dieser Zeit Teil von Unterodenthal in der Herrschaft Odenthal war.Wilhelm Fabricius : Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde die Herrschaft aufgelöst. Nittum wurde politisch der Mairie Odenthal im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Odenthal im Kreis Mülheim am Rhein.
Der Ort ist ab der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Nittum auf Messtischblättern regelmäßig als Nittum oder ohne Namen verzeichnet. + Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie 1822 101 Ackerhöfe 1830Friedrich von Restorff: Topographisch-statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz, Nicolai, Berlin und Stettin 1830 129 Hof 1845Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], 126 20 Ackergüter 1871 160 28 Hofstelle 1885Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888. 135 32 Wohnplatz 1895Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897. 153 29 Wohnplatz 1905Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft XII), Berlin 1909. 148 29 Wohnplatz Nittum war seit jeher Teil der katholischen Pfarrgemeinde Odenthal bis zur Abpfarrung von Schildgen. Im Zuge der kommunalen Neugliederung kam Nittum 1975 mit Schildgen zur Stadt Bergisch Gladbach.
Etymologie Der Siedlungsname wurde urkundlich erstmals 1301 in der Form de Nyitheym erwähnt. Es folgten im Laufe der Zeit die Bezeichnungen Nittumb, Nictum, Nedderhem und Neidheim. Das Grundwort heim ist Bestandteil eines fränkischen Siedlungsnamens. Es hat sich aus dem germanischen haima (= Heim, Welt) bzw. aus der ursprünglich Indogermanischen Wurzel kpei (=wohnen) gebildet. Das Bestimmungswort Nitt/Nyit geht auf einen Personennamen mit dem Stamm Nid als Altform des Namens Nidinheim zurück.
Einzelnachweise
Literatur Anton Jux: Das Bergische Botenamt, die Geschichte Bergisch Gladbachs bis in die Preußische Zeit, herausgegeben vom Kulturamt der Stadt Bergisch Gladbach, Bergisch Gladbach 1964 Helmut Rosenbach: Das alte Paffrath – Katterbach, Paffrath, Hand – in Geschichte und Geschichten, ICS Communikations-Service GmbH, Bergisch Gladbach 1993
Kategorie:Ortsteil von Schildgen Kategorie:Ersterwähnung 1301